Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ist Östrogen ein männliches Geschlechtshormon?

    24.05.2007, Liane Mayer
    Jetzt bin ich aber wirklich verwirrt!
    Ich dachte immer, Östrogen sei ein weibliches Geschlechtshormon, aber wenn ich den Artikel aufmerksam durchlese, kommen mir Zweifel. Da ist dauernd von der Wirkung des Östrogens die Rede, aber was den Tieren eingegeben wird, wird als "männliches Geschlechtshormon" bezeichnet. Und es steht nirgends, dass ihnen sonst irgendetwas gegeben wurde. Kann man also aus der Gabe von männlichem Geschlechtshormon Schlüsse auf die Wirkung von Östrogen ziehen? Oder bin ich da einem Druckfehler aufgesessen?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Meyer,



    vielen Dank für Ihre Zuschrift. Erlauben Sie mir bitte aus Zeitgründen für unseren Autor Herrn Jahn in die Bresche zu springen, der gerade seinen Kurzurlaub genießt.



    In seinem Text finde ich tatsächlich eine Passage, die nicht ganz richtig ist: Seinen Satz "... wie [die Forscher] jetzt herausgefunden haben, verläuft diese Steuerung bei den Weißfußmäusen verblüffend einfach." In Wahrheit sind die beschriebenen Mechanismen, da gebe ich Ihnen gerne Recht, natürlich ziemlich verwirrend.



    Primär gilt auf jeden Fall, was Herr Jahn so formuliert: "Bekanntermaßen beeinflusst ein komplexes Zusammenspiel der Hormone wie Testosteron und Östrogene das Aggressionsverhalten von Säugetieren". Beide Geschlechtshormone kommen (in unterschiedlichen Mengen) in beiden Geschlechtern vor und wirken daher, so die unwidersprochene Lehrmeinung, wohl auch gemeinschaftlich. Weil das so ist, mussten die Autoren auch die Menge beider (!) Geschlechtshormone in ihren Versuchstieren genau kennen und kontrollieren, um über den Einfluss anderer Faktoren (hier der Tageslichtlänge) entscheiden zu können. Daher verwendeten die Forscher Mäuse, die selbst weder eigenes Testosteron noch Östrogen produzierten (sie waren kastriert, ein Blockademedikament neutralisierte zudem Östrogen, das in geringen Mengen auch außerhalb der Keimdrüsen gebildet werden kann).



    Dann gaben sie den Tieren per Implantat kontrollierbare, immer gleiche Mengen von Testosteron (ohne dieses Hormon funktioniert das ganze System "aggressive Versuchsmaus" gar nicht mehr - es muss also tatsächlich, wie Sie schreiben, "den Tieren eingegeben werden"). In diesem Mäusen fehlte dann also nur noch das Östrogen - und genau darauf zielte der Versuch ab: Ändert dieses Fehlen des "weiblichen Geschlechtshormons" etwas? In diesem Fall muss der Schluss gezogen werden, dass allein das Östrogen Aggressionsverhalten moduliert. Oder gibt es einen weiteren Faktor, der unabhängig vom "weiblichen" Geschlechtshormon wirkt (und, natürlich, der ebenfalls beteiligten, hier aber wegen immer gleicher Konzentration nicht für Änderungen im Aggressionsverhalten verantwortlich zu machenden "männlichen" Geschlechtshormone)?



    Dies war, wie Sie dem Text entnehmen können, der Fall: Die Tageslichtlänge entscheidet zusätzlich über Genaktivitäten, die in den Zellen über Östrogene aktiviert werden können. Weil dies so ist, entscheidet nicht nur das Vorhandensein oder Fehlen des weiblichen Geschlechtshormons darüber, wie aggressiv die Tiere sich geben. Weitere Details finden Sie wieder im Text.



    Ich hoffe, Ihre Verwirrung zerstreut zu haben,
    freundliche Grüße nach Wien



    Jan Osterkamp (Redaktion)
  • Das gesellschaftliche Problem dahinter

    23.05.2007, Nils Birschmann, SRH Holding, Heidelberg
    Sehr geehrter Herr Pöppe,

    trotz persönlicher Betroffenheit habe ich Ihren Artikel über EUROBOT mit einigem Genuss gelesen. Es macht natürlich Spaß, ambitionierte Amateure und ihre unvollkommenen Kisten beim Scheitern zu beobachten.

    Ihre mit leichter Hand geführte ironische Feder in allen Ehren, in einem Punkt verstehe ich Sie nicht: Inwieweit sorgt Pressearbeit für die Zuschauer? Glücklicherweise geben noch nicht alle Medien der Vorabmeldung den Vorzug, sondern warten, bis es wirklich etwas zu schreiben gibt.

    Über EUROBOT bei uns haben Radio Regenbogen, SWR, RNZ, RNF, campus tv, Mannheimer Morgen und zur Krönung Spektrum der Wissenschaft berichtet. Das nennen Sie schlechte Pressearbeit?

    Dass es kaum Werbung gab, die Zuschauer angelockt hätte, das stimmt. Dafür reicht bei so einem Amateurwettbewerb das Budget nicht. Und leider sorgt der deutsche Hang zum Schlechtreden auch dafür, dass bei Amateurwettbewerben ohne Promis kaum noch jemand erscheint.

    Von einem Qualitätsmedium wie Spektrum hätte ich mir allerdings erhofft, dass Sie die Geschichte hinter der Geschichte aufzeigen. Die Schwierigkeiten deutscher Teams bei EUROBOT und das mangelnde Interesse sind weitere Hinweise auf ein gesellschaftliches Problem: den Ingenieursmangel. Wir engagieren uns in Wettbewerben wie EUROBOT, ELROB, unserem eigenen Satellitenprojekt HeidelSat u.a., um junge Menschen wieder für Technik zu begeistern.

    Schlechtreden ist leicht. Kritik um der Kritik willen ist destruktiv. Es geht darum, an der Basis etwas für die Wissenschaft zu tun und dabei gezielt Amateure einzubinden.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dafür bei anderer Gelegenheit Ihr wirklich geschätztes Medium gewinnen könnten! Im Herbst nehmen unsere Hobby-Satelliten-Bauer z.B. Funkkontakt mit der ISS auf.

    Beste Grüße
    Nils Birschmann
    Leiter Kommunikation
    SRH Holding
    Heidelberg



    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Birschmann,

    gut, nennen wir das, was ich Pressearbeit genannt habe, korrekter "Öffentlichkeitsarbeit". Dass "Spektrum" vom Veranstalter nicht informiert wurde, sondern nur dadurch, dass ich auf der Mailingliste eines beteiligten Teams stehe - na ja. Die Medien mit der größeren Verbreitung haben Sie ja zweifelsohne erreicht.

    Aber zu Ihrem Hauptpunkt: Es geht mir nicht darum. mich über das traurige Bild dieser Nationalausscheidung zu mokieren, Schadenfreude zu verbreiten und "Kritik um der Kritik willen" zu üben. (Habe ich auch nicht getan ...) Im Gegenteil. Dass dieses beeindruckende Maß an Kreativität sich nicht in einem entsprechenden Erfolg niedergeschlagen hat (und mit Erfolg meine ich nicht "besser sein als die anderen", sondern "viele Dosen einsammeln und abliefern"), gibt auch dem zuschauenden Journalisten Anlass zum Nachdenken. Noch sehe ich die Ursache nicht in der allgemeinen Geringschätzung des Ingenieurberufs und einem entsprechenden Mangel an "Ingenieurkultur" in Deutschland. An guten Ideen hat es ja wirklich nicht gemangelt. Vielleicht war die Aufgabe für die Amateure, an die sie sich richtete, wirklich zu schwer.

    Natürlich wäre aus diesem Anlass ein Nationenvergleich (z. B. bei der Endausscheidung in Frankreich) interessant. Leider kann ich da nicht mal eben an einem Samstagnachmittag hinfahren.


    Freundliche Grüße

    Christoph Pöppe
  • Kohlendioxid vs Methan

    23.05.2007, Prof. Dr. Walter Langel, Greifswald
    Zwei Fragen zu dem Artikel:

    - Sie stellen fest, dass "Die Kohlenstoff-Aufnahme.. um höhstens vier Prozent verringert" wird. Falls das bedeutet, dass die Stoffmengen von aufgenommenem CO2 und abgegebenem CH4 im Verhältnis 100:4 stehen, so würden Bäume wohl erheblich weniger zum Klimaschutz beitragen, als bisher angenommen. Da Methan offensichtlich je Mol zehnmal so effektiv als Treibhausgas ist als Kohlendioxid, reduziert sich der Treibhauseffekt durch die CO2-Aufnahme nur um (100-4x10)%=60% des bisher angenommenen Wertes. Dies ist doch eine signifikante Konsequenz für Aufforstungsprogramme und hätte m.E. klar herausgestellt werden müssen. Außerdem dürfte Methan eine längere Lebensdauer in der Atmosphäre haben als Kohlendioxid, was die Situation noch ungüstiger macht.

    -Sie stellen fest, dass in "anderen Perioden der Erdgeschichte" "durch extrem hohe Kohlendioxidkonzentration...die pflanzliche Biomasse damals drastisch zugenommen haben" könnte. Genau diesen Aspekt vermisse ich bei der gegenwärtigen Klimadiskussion. Es muss angenommen werden, dass die Photosynthesesysteme auch in unserer Zeit auf das erhöhte CO2-Angebot mit höherem Umsatz reagieren. Dazu scheinen aber weder quantitative Untersuchungen vorzuliegen, noch wird dieser Effekt, der die Zunahme des CO2-Gehalts in der Atmosphäre längerfristig dämpfen sollte, in den in der Öffentlichkeit diskutierten Klimaszenarien berücksichtigt.
    Antwort der Redaktion:
    Antworten von Frank Keppler


    Zu Frage 1: Die von uns im Bericht angebenen 4 Prozent als Maximalwert - die Spanne reicht von 1 bis 4 Prozent - berücksichtigen alle bekannten "Treibhauspotentiale", also auch die Gedankengänge von Herrn Langel, und stellen somit den gesamten Klimaeffekt dar.


    Zu Frage 2. Die Rolle der Biosphäre im globalen Kohlenstoffhaushalt und die Veränderungen der Biosphäre durch erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen werden seit einiger Zeit verstärkt erforscht und zunehmend bei den Klimaberechnungen berücksichtigt. Als gutes Beispiel ist hier die Entwicklung von Modellen zu nennen, welche die Beziehung zwischen der Biosphäre und der Kohlendioxid-Aufnahme durch Kohlendioxid-Senken darstellen.

  • Unentscheidbarkeit ist unbeweisbar

    22.05.2007, Prof. Dr. Ludwig Danzer, Dortmund
    Wenn jemand behaupten wollte, er habe bewiesen, dass das Goldbach-Problem unentscheidbar ist, da wäre in der Tat die Schmerzgrenze erreicht. Denn wenn die Goldbach'sche Vermutung falsch ist, so gibt es ein Gegenbeispiel, und dieses ist mit endlich vielen Zeichen beschreibbar. Also würde aus der Unentscheidbarkeit des Problems folgen, dass es kein Gegenbeispiel gibt. Damit wäre aber die Goldbach'sche Vermutung bewiesen; ein Widerspruch!

    Natürlich bleibt es denkbar, dass das Problem tatsächlich unentscheidbar ist; nur könnte es dafür keinen Beweis geben.

    Das gleiche Missverständnis gab es auch schon beim Vierfarbensatz und bei der Fermat'schen Vermutung. Auch die Riemann'sche Vermutung ist von diesem Typ. Wenn sie zutrifft, könnte es trotzdem sein, dass sie unbeweisbar ist. Dann wäre das Problem unentscheidbar – und ebenso die Frage, ob es unentscheidbar ist.
  • Danke

    20.05.2007, Antonius Maier
    Es freut mich immer wieder, Antworten von euch auf meine Fragen zu bekommen.
    Euer



    ANTONIUS
  • Freier Wille durch Suchmuster

    20.05.2007, Heck
    Der Artikel von der Taufliege möchte glauben machen, dass Taufliegen einen freien Willen haben. Der Artikel stützt sich auf die Behauptung, dass Taufliegen beim Suchen nicht rein zufällig vorgehen. Sie benutzten offensichtlich gewisse Muster.
    Das tut aber auch jede Internetsuchmaschine. Ich habe aber noch keine eigenwillige Internetsuchmaschine kennengelernt. Als Informatiker bin ich es gewohnt mit mit Algorithmen zu tun zu haben, die gewisse Ergebnisse von vorneherein ausschließen (z.B. reguläre Ausdrücke vgl. http://www.google.com/codesearch):
    z.B. *bau sucht alle Wörter mit dieser Endung und findet z.B. Wohnungsbau, Kirchenbau, Dachsbau, ...
    oder B?ss findet alle Wörter die mit B anfangen, dann einen beliebigen Buchstaben haben und schließlich mit zwei ss enden. Also findet dieser Ausdruck: Buss, Bass, Biss, ...
    Mit einer verbesserten Version könnte man sich einen Computer denken, der die Lieblingswörter des Nutzer speichert und je nach Benutzungshäufigkeit Punkte vergibt. Nach den Begriffen oder Mustern mit der größten Punktzahl sucht er dann zuerst. Wer würde dann einem solchen Computer einen freien Willen zuschreiben?
    Ich finde die Redaktion sollte so etwas ausfiltern bzw. den Artikel kritisch anmerken, so dass nicht einfach nur etwas übernommen wird.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Heck,




    der Artikel möchte Sie nichts "glauben machen" - er vermeldet lediglich ein Forschungsergebnis. Ich hoffe, es wird im Text deutlich, dass ich nicht versuche, meine eigene Meinung zu verbreiten, sondern die Aussagen der Forscher wiedergebe. Allerdings stimme ich Ihnen zu, dass ich vorsichtiger hätte formulieren sollen. Zwar steht außer Frage, dass die Wissenschaftler in ihrem Ergebnis die Grundlage des freien Willens zu erkennen glauben, aber eben nur die Grundlage, die Voraussetzung, die Möglichkeit.




    Was die Forscher gefunden haben, würden sie jedoch nicht mit einem Suchalgorithmus vergleichen - auch wenn ich das Beispiel einer Suche verwendet habe, um das abstrakte Konzept der Lévy-Flüge zu verdeutlichen. Kern ihres Ergebnisses ist, dass das Verhalten der Fliegen auf der einen Seite nicht zufällig, auf der anderen Seite aber auch nicht vorhersagbar ist. Es wandelt also an der Kante zu chaotischem Verhalten, ohne seine Struktur zu verlieren. Das sind sicherlich keine Eigenschaften, die eine Suchmaschine auszeichnen. Die Fliegen vereinen also beides: Eine Strategie, die beim Nahrung finden hilft und gleichzeitig ein Verhalten, das so unvorhersehbar, fast chaotisch ist, dass es den Insekten gegenüber Verfolgern, Feinden und Konkurrenten immer Vorteile verschafft. Eine Gratwanderung, die offenbar evolutionären Erfolg beschert hat.




    Unabhängig von der biologischen Seite ist der freie Wille ein heikles Thema. Die Wissenschaftler gehen der philosophischen Diskussion aber insoweit aus dem Weg, als sie lediglich abgrenzen, was unstrittig ist: Voll determiniertes Verhalten ist nicht frei, hinter absolut zufälligem Verhalten steckt kein Wille. Irgendwo dazwischen kann/könnte der freie Wille existieren und irgendwo dazwischen befinden sich Mensch und Taufliege.




    Mit herzlichen Grüßen,
    Jan Philipp Bornebusch




    PS: Vielleicht möchten Sie lesen, was die Wissenschaftler selbst - in Form einer Pressemeldung - auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Hier ist ein Link: http://brembs.net/spontaneous/
  • Prozente führen Verbraucher irre

    17.05.2007, Helmut Conrad
    Prozente führen Verbraucher nicht irre, sondern diejenigen, die es schaffen, dem Verbraucher einen falschen Grundwert unterzuschummeln. Das ist eben die Tücke bei der Prozentrechnung. Für den Anleger ist der Einstiegskurs wichtig. Wenn die genannte Aktie verkauft wird, ist der Gewinn tatsächlich 10 Prozent.
  • Missverständliche Zeitangabe

    16.05.2007, Horst Fröhning
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    den im Betreff genannten Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen - und war ein bisschen enttäuscht, denn er enthält einen groben Fehler:

    Das genannte Ereignis, die Entstehung eines Ringes aus Dunkler Materie fand demnach vor ca. 1 - 2 Milliarden Jahren statt, o.k., aber in eine Region des Weltalls, die ca. 5 Milliarden Jahre entfernt ist! Das heißt aber, dass das beschriebene Ereignis für uns erst in ca. 3 - 4 Milliarden Jahren sichtbar werden wird, sofern es uns dann noch gibt.

    Da es aber offensichtlich schon jetzt betrachtet werden kann, muss es also schon viel früher stattgefunden haben. Aus dem dem Artikel beigefügten Ablaufdiagramm geht hervor, dass man von bis zu ca. 2 Milliarden Jahren von der Kollision der Galaxien bis zu dem Zeitpunkt des Zustandes ausgeht, zu dem das Licht ausgesendet wurde, das wir jetzt sehen können: das Ereignis selbst muss also vor ca. 6 - 7 Milliarden Jahren stattgefunden haben, wenn man unsere Zeitrechnung zugrunde legt.
    Und eine andere haben wir eigentlich nicht, wenn wir in (Erd)-Jahren zählen. Die Angabe "..vor 1 - 2 Milliarden Jahren.."
    ist falsch und sollte korrigiert werden, denke ich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr




    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Fröhning,



    vielen Dank für Ihren Leserbrief, der sich auf meine Nachricht "Weiterer Beleg für Dunkle Materie" bezieht. Ich freue mich über Ihr Interesse an spektrumdirekt.



    Die Angabe, dass die Galaxienhaufen vor ein bis zwei Milliarden Jahren zusammenstießen, bezieht sich selbstverständlich auf die Eigenzeit dieser Systeme. Andernfalls könnten wir das Resultat dieses Zusammenpralls ja noch gar nicht sehen (und auch nicht anderweitig bemerken) - das Licht von diesen Haufen ist schließlich fünf Milliarden Jahre zu uns unterwegs.



    Natürlich, Sie haben Recht, streng genommen ist die Angabe, so wie sie jetzt da steht, nicht völlig eindeutig. Sie wäre aber auch nicht eindeutig, wenn man schriebe "vor sechs bis sieben Milliarden Jahren", denn auch dann stellte sich die Frage: Auf die Zeit welches Systems bezogen? Wenn man aber bei solchen Texten jedes Mal vollständig-korrekt das Bezugssystem angäbe, würde der Text sehr sperrig und schwierig lesbar und erforderte weitere Erläuterungen.



    Daher wird beim Beschreiben astronomischer Ereignisse häufig so verfahren, dass man Zeitangaben (ohne nähere Erläuterungen) auf den Zustand bezieht, den man sieht - und nicht auf unsere lokale Zeit. Nur wenn der Bezug tatsächlich nicht eindeutig ist, spezifiziert man ihn.



    Viele Grüße,

    Frank Schubert
  • Zurückhaltung der Theologen

    14.05.2007, Ernst Mikacs, Baumgarten, Österreich
    Soweit erkennbar, hat sich kein einziger Theologe zu Wort gemeldet. Dabei bietet die Schrift sowohl für die Illusion des Fortschritts als auch für die Lösung der Problematik wunderbare Texte an. Zu den schönsten gehört Apokalypse 21, 1 ff: Der neue Himmel und die neue Erde, aber auch die Auferstehung als radikal verstandene Neuschöpfung jenseits aller Geschichte.
    Diese Zurückhaltung scheint erklärbar: Zur Zeit sind viele Theologen intensiv damit beschäftigt, der Evolution Sinn und Ziel zu attestieren.
  • Galileo

    12.05.2007, Dr. Gilbert Brands
    Tja, da zeigt sich mal wieder, wie Dummheit, Ignoranz und Korruption selbst den Nachbau bereits existierender Systeme nachhaltig verhindern können. Autobahn-Maut lässt grüßen! Und nun noch mit Steuermitteln ein weiteres Euro-Massengrab auf irgendwelchen Schmiergeldkonten ...
  • Erstaunliche Logik

    12.05.2007, Gilbert Brands
    Reduzierung des CO2-Emission durch Speicherung. Das Erstaunliche daran: Was bei radioaktiven Abfällen noch Geschrei ausgelöst hat, wird nun fast prüfungslos als Speicherreservoir angepriesen (Tiefbohrungen, Bergwerke, Tiefsee). Und noch erstaunlicher: die Umstellung auf CO2-freie Kraftwerke würde in der BRD die Erhöhung der Kraftwerkkapazität um 25 bis 30 Prozent erfordern (nachzurechnen anhand der Daten von CO2-Sink), die Umstellung auf Wasserstofftechnologie auf Erdgasbasis den Gasbedarf fast verdoppeln (Quelle: Bullensee-Studie, EWE). Ressourcen sparen, indem man noch mehr verbraucht ...
  • Albtraum oder Fortschritt?

    11.05.2007, Anke Fischer, Berlin
    Wenn das komplette Leben eines Einzelnen digital abgespeichert wird, ergeben sich Probleme bezüglich des Missbrauchs, gegen den es bekanntlich keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Im digitalen Gedächtnis befinden sich ja nicht nur ärztliche Informationen, sondern auch solche in Bezug auf meine Lebenssituation und meinen Lebensstandard. Paparazzi müssten prominente Persönlichkeiten nicht mehr auflauern, sondern kämen unter Umständen ganz bequem an alle Informationen, die sie interessieren.
    Des Weiteren halte ich es für die Entwicklung von Kindern auch nicht für förderlich, wenn ihre gesamte Entwicklung mit Kameras oder Sensoren verfolgt wird, da Kinder noch nicht den Sinn solcher Maßnahmen verstehen können und unter Umständen Schamgrenzen überschritten werden. Das so etwas schädlich für die Entwicklung sein könnte, dürfte sich von selbst verstehen.
  • Nicht ohne Löschtaste

    09.05.2007, L. E. W. Schmidt, Kassel
    Schön wenn man alles aufzeichnen kann, was man so erlebt, Filme, die man sieht, Landschaften, Menschen, Musik aus dem Radio, Bücher, die man liest. Schön, all diese Sachen irgendwann mal wieder ansehen oder hören zu können, wenn man denn die Zeit dazu findet, aber bitte nicht ohne eine Möglichkeit, das Uninteressante gleich wieder löschen zu können. Wer hat schon ein zweites Leben, um alle Daten noch einmal durchzuarbeiten?
  • Fortschritt und Ansporn zu weiterer Erkenntnis

    09.05.2007, Prof. Dr. Karsten Löhr, Ulm
    Es lässt sich durchaus begründen, dass "wissenschaftliches Denken" mit der Erkenntnis von Verlegenheit (griech.: Aporie) begann.
    Die sokratische Methode der "Überführung" (Elenktik) von sicherer Gewissheit in eine peinliche Unwissenheit steht zumindest als hervorragendes Ereignis zu Beginn der Wissenschaften. Ihr Urheber Sokrates musste etwa im Jahre 399 v.Chr. diese unangenehme Gesprächstechnik vor Gericht verteidigen. Dies tat er mit dem Verweis auf einen göttlichen Auftrag, die Nichtwissenheit der Menschen in Verlegenheit erkennbar zu machen. Erst durch diese Verlegenheit gelingt es, weiteres Wissen zu erzeugen bzw. zu "gebären" (Mäeutik).

    Die Verlegenheit ist damit sowohl ein erster Fortschritt bei der Erkenntnis, als auch der Ansporn zu weiterer Erkenntnis. Wenn man überlegt, wie Wissenschaft entsteht, dann scheint kein Weg an der Verlegenheit des Unwissens vorbeizugehen.

    Oder, wie es Meister Kong alias Konfuzius in der gleichen Epoche formulierte: "Wenn du weißt, was du weißt, und du weißt, was du nicht weißt: Das ist Wissen!"
  • Hilflose Materialisten

    09.05.2007, Peter Schulze
    Ich muss mich wirklich wundern. Es wird mit allen Mitteln versucht die NTE "wissenschaftlich" zu erkären, jedoch recht erfolglos. Sie sind nicht allein mit Hormonausschüttungen im Gehirn u.ä. zu erklären. Wie kann ein Patient ohne Herzschlag und messbare Hirnstörme denn z.B. herausfinden bzw. mithören, was der Arzt an seinem Bett gesagt hat. Es gibt tausende solcher Fälle. Warum sollte uns die Evolution denn unseren Tod versüßen? Es würde biologisch zweckmäßig reichen, wenn wir einfach unser Bewusstsein verlieren und sterben ...
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