Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Faszinierend

    28.12.2017, Dietmar Gleich
    Faszinierend, deutschsprachige Kommentare zum Thema Kernenergie zu lesen. Immer noch wird das Märchen von der ungelösten Entsorgung verbreitet, wobei Finland und Schweden längst ein Endlager - ohne Proteste der Lokalbevölkerung - bauen.
    Weiter ist die völlige Abwesenheit eines Konzeptes zur sicheren und umweltverträglichen Energieversorgung von 10 Milliarden Menschen faszinierend. Man scheint weder etwas von der Klimaproblematik oder vom globalen Artensterben etwas gehört zu haben.
    Dagegen liest man Schauermärchen von tausenden Toten in der Präfektur Fukushima - nein, nicht durch den Tsunami, sondern durch radioaktive Kontamination.
    Ein Vergleich mit Medien in Nordeuropa tut da wirklich gut. Sachliche Berichterstattung anstatt Panikmache.

    Und: Braunkohlekraftwerke könnten 1:1 durch saubere Kernkraftwerke ersetzt werden. Die Bundesregierung könnte auch mal in Finland oder Schweden wegen der Entsorgung nachfragen. Dieses technisch kleine, weil gelöste Problem könnte bei entsprechender Bezahlung bestimmt leicht übernommen werden.

    Man sollte sich auch mal den Materialverbrauch pro kWh für Kernenergie und zum Vergleich für intermittente Energie plus Energiespeicher plus Netzausbau anschauen, ganz zu schweigen vom Flächenverbrauch. Ich habe Zahlen von 1:5 bis 1:10 gelesen. Auch Stahl, Aluminium, Lithium und Kupfer werden nicht ohne Umweltbelastung hergestellt.
  • 23 Mrd/a

    28.12.2017, Dr. Köhler, Kurt A.
    Im Beitrag wird dankenswerter Weise beschrieben, welche Möglichkeiten es außer den realisierten Konzepten zur Kernenergienutzung auch noch geben könnte. Nicht erwähnt wurde die im belgischen Mol entstehende Transmutationsanlage, die 2023 den Probebetrieb aufnehmen soll. Die Anlage wird, wenn denn alles geht wie geplant, nicht nur einen nennenswerten Beitrag zur Unschädlichmachung des sog. nuklearen ‚Restmülls‘ leisten, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Energieerzeugung Belgiens liefern.
    Die Renaissance der KKW mag noch einige Zeit brauchen, erinnert sei daran, dass für die Renaissance des Elektroautos etwa 100 Jahre benötigt wurden und vielleicht noch weitere 100 Jahre vergehen müssen, bis es sich allseits durchgesetzt hat. Anstatt darüber zu forschen, mit welchen Konzepten die bekannten Mängel der existierenden KKW überwunden werden können, enthält sich Deutschland zukunftsweisender Forschung, weil die hiesige Politik glaubt, mit den ‚Erneuerbaren‘ das Energieproblem endgültig und für die Welt gelöst zu haben. Bisher wurde aber das Ziel der Bemühungen, eine CO2–freie Energieversorgung, weit verfehlt. Es wird zwar mit Sonne und Wind Strom erzeugt, aber eben kein Beitrag für ein von herkömmlichen Kraftwerken unabhängiges Stromversorgungsnetz geleistet. Die 23Mrd/a, die in Deutschland für den Einsatz der 'Erneuerbaren' berappt werden müssen, verpuffen und übersteigen die für die Kernenergienutzung möglicherweise bereitzustellenden Subventionen wahrscheinlich bei weitem. Mit dem Geld könnten locker neue Kernkraftwerke nach den neuen, im Artikel beschriebenen Konzepten erforscht und letztendlich auch gebaut und betrieben werden. Das Klima würde es danken.
  • Re: Die Menschheit wird immer mehr Energie brauchen

    28.12.2017, M. Ecker
    Ja, und deshalb ist es Unsinn, weiter auf beschränkt verfügbare, fossile Energieträger wie z.B. spaltbare Materialien zu setzen. Die menschliche Intelligenz sollte dafür sorgen, dass wir unsere Energie so nachhaltig produzieren (bzw. in für uns nutzbare Formen umsetzen), dass das auf Dauer funktioniert, ohne Lagerprobleme für Müll, ohne Versorgungsprobleme, ohne Umweltschäden, und möglichst effizient. Dafür taugt die Atomkraft - zumindest die heute verfügbare Technologie - aber nicht.
  • @ 5#

    28.12.2017, Karl Müller
    Das deutsche Kernproblem liegt sicher auch darin dass Betroffenheit bei Sachdiskussionen den Mangel an Fachwissen kompensieren soll. Dazu kommt dann noch der blinde Glaube an die Wirksamkeit von Verboten, auch wenn die entsprechende Norm seit Jahren progredierend vor aller Augen und Ohren unterlaufen wird.
    Unreflektierte Verbotsforderungen sind hierzulande offenkundig schon ein pathologischer Standard? Wenn schon aktuell der Schutzzweck der betroffenen Norm nicht erfüllt werden kann, wie soll das mit breiter angelegten Verboten dann erwartungsgemäß ausfallen?
    Allein die dahinter stehende Staatsgläubigkeit ist schon irgendwie unheimlich! Genau so wie die bereits latent transzendente Heilserwartung an entsprechende Verbote.
    Was bin ich froh dass mir solche ängstlichen Charaktere nicht in die Arbeit herein reden können. Meine letzte nicht transportfähige US-500 lbs musste ich leider vor Ort high order sprengen, dabei ist sicher ein Teil der unterlagernden glazialen Sande in den Mikrometerbereich umgeformt worden; schlimm.
  • Niemand mir bekanntes fordert einen Ersatz von Kernkraft durch Kohle

    28.12.2017, Joachim Falken
    Leider ist ja nicht die Studie selbst, sondern nur der darauf bezogene Kommentar in Nature verlinkt. Der zeichnet sich allerdings stark durch Polemik gegen alternative Energien aus.

    Ob es sich nur um einen zufälligen statistischen Zusammenhng handelt (zumal andere Kraftwerksumgebungen nicht betroffen waren), und ob ein Vergleich mit der tatsächlichen Betriebsintensität der einzelnen Kraftwerke stattgefunden hat, evtl. auch mit Korrelation zu Windrichtung/Imissionen an den Wohnorten der Schwangeren, ist somit unklar.

    Kohle ist schädlich, aber die Stärke des behaupteten Effekts macht dann schon mißtrauisch.

    Nachdem es in anderen Ländern weitaus stärkere Umweltbelastungen durch Kohlekraftwerke gibt, und die Babys da ja auch nicht alle mit extremem Untergewicht auf die Welt kommen, und auch durch Rauchen und dergleichen weitaus mehr Rauch inhaliert wird, ist ein Zusammenhang höchst fragwürdig. Zudem handelt es sich ja gleichzeitig auch um einen Zeitraum nach dem Kernkraftunfall in derselben Region in Three Mile Islands. Auch dazu könnte man einen Zusammenhang herstellen, der dann wohl genauso zufällig wäre wie der behauptete.

    In Europa würde unter der Wirkung des Emissionshandels übrigens folgendes passieren: Weniger Kernenergie -> knappere Emissionszertifikate für CO2 -> a) weniger Kohleeinsatz, Ersatz durch Strom aus Erdgas und b) mehr erneuerbare Energien
  • Die Menschheit wird immer mehr Energie brauchen

    28.12.2017, Werner Baumschlager
    Schon allein deswegen sind die flächenverbrauchenden Energien eine Sackgasse. Schön zu sehen, dass sich am Ende doch die Vernunft gegen diese ganzen weltanschaulich bedingten Geneigtheiten durchsetzt, und die Menschheit auf die vornehmsten Energiequellen zurückkommt, die uns das Universum zur Verfügung stellt, nämlich die Atomkraft und die menschliche Intelligenz.
  • Letzte Zuckungen

    28.12.2017, M. Ecker
    Natürlich wird dieser Industriezweig nicht kampflos aufgegeben, und schon gar nicht von den sog. Nuklearmächten, die die zivile Nutzung aus vielerlei Gründen weiter brauchen. Energetische und ökonomische Effizienz weist aber derzeit keines der Konzepte auf, die alle die wichtigsten Punkte gemein haben: Abstammend von der Dampfmaschinen-Technologie des 19. Jhdts. beschränken sie sich auf die Nutzung der Abwärme der nuklearen Prozesse, benötigen staatliche Subventionen, und bieten keine wirkliche Lösung für das Müll-Problem.
  • Systemimmanent?

    28.12.2017, A.Zeiff
    Möglicherweise ist die Sache ja nicht an den einzelnen Journalisten festzumachen sondern weiter "oben"? Schon etwas älter (Vortrag an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015) und nach meiner Meinung auch nicht überall voll zutreffend - aber bestimmt nicht frei aus der Welt gegriffen, Youtube Rainer Mausfeld "Warum schweigen die Lämmer?" https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M zeigt eine weitere Möglichkeit warum es so ist wie es ist. Und allgemeine Meinungen tendieren immer zur Mitte, d.h. wer die Ränder "links, rechts" gut böse / erlaubt verboten definiert lenkt die allgemeine Stimmungslage. Sogesehen sind dann die Reaktionen der Journalisten sowohl selbst(meinungs)bestimmt wie auch gelenkt. Was man daraus für Schlüsse zieht ist dann wieder der eigenen Meinung überlassen....
  • Kein vernünftiger, umweltbewusster Bürger braucht....

    28.12.2017, A.Zeiff
    Ja stimmt: Kein vernünftiger, umweltbewusster Bürger braucht...Verbote!
    Wie immer werden auch hier Katzen mit Hunden verglichen oder Äpfel mit Birnen (für die Veganer)und dann auch noch die Statistik aussagegerecht hingebogen.
    Es geht in der Studie um Messungen im Sommer, ganz andere Partikelarten und Größen als beim Feuerwerk! Die Salze beim Feuerwerk sind zudem hygroskopisch und damit wasserlöslich, im Sommer die Partikel wohl eher nicht .... Zudem ist das mit PM 10 wie angegeben rund 4 mal größer und und und, läßt sich fast beliebig fortsetzen.Wieviele Leute fahren wegen der salzhaltigen Luft extra an die Küste, auch das ist Feinstaub, ebenso auf dem Land bei Ernte oder Pflügen... Wer was für sein Ego tun will macht Freueden anderer schlecht "braucht man ja nicht" anstatt etwas zu bewirken was echt was bringen würde. Wieviee Waldbrände wären ohne soviel Unterholz wie heute (siehe momentan Kalifornien) zu verhindern, lange nicht so groß und was würde das an Feinstaub minimieren? Da sind die angeblichen 4000 t Pyrotechnik nix dagegen. Dazu noch ein Rauherverbot im Freien, noch weniger Feuergefahr und Feinstaub. Warum bremsen Eisen- und Straßenbahnen noch mit Sand und erzeugen so Quarzstaub der nachweislich und sogar von der BG anerkannt Silikose erzeugt?
    Was die Tiere angeht, das wir überbewertet bzw. vom menschen aufs Tier übertragen. Selbst auf Truppenübungsplätzen stört das wenn nur lokal und einmal im Jahr was solls.
    Illegale Knallerrei ist illegal, obs vom ort, der Zeit oder dem Böller her gesehen was soll man da noch verbieten? Und die Aussage dass da besonders schädliche Stoffe drin sind...äh von richtig Ahnung der Pyrotechnik zeugt die Aussage nicht gerade, da ist mehr der Wunsch der Vater des Gedankens.
    Wer kein Feuerwerk mag kann ja solange in den Keller gehen, wer kein Konfetti mag kann an Fasching ebenso tun und Adventszeit, die "besinnliche Zeit" wo ein Licht nach dem anderen angeht jede Woche hat auch nichts mehr mit der Diskobeleuchtung von heute zu tun. Es braucht nur soviel Strom zusätzlich dass man damit Wilhelmshaven ein Jahr mit Strom versorgen könnte war neulich zu lesen, also VERBIETEN!! Wieviel Ruß ensteht beim Brand der gefährlichen Polysyrolschaumdämmung an Häuser und dieser Feinstaun ist noch dazu mit krebserregenden Crackprodukten angereichert., VERBIETEN! Nicht umsonst wird Deutschland in der Welt gerne durch ein Schild mit" VERBOTEN!" karikiert.

    Etwas mehr Toleranz gegenüber anderen Vorlieben und etwas mehr Hintergrundwissen statt Wunschdenken und wir wären in dieser Gartenzwergrepublik entschieden weiter.
  • Grundsätzlich redlicher wäre es ...

    28.12.2017, Dr. Josef König
    ... wenn Journalisten die Fakten ausbreiteten und sie analysierten - wohlwissend, dass auch schon in der Analyse und Aufbereitung der Fakten eine Bewertung mitgeliefert wird. Aber dann wäre es immerhin noch möglich, dem wohlwollend zu folgen. Wenn daneben (oder darunter) Journalisten ihr "Kommentar" auch unter diesem Titel brächten, wäre zumindest ihr Bemühen um eine Trennung von Sache und Meinung offensichtlich.
    Dass mein Kommentar hier einer gewissen Blauäugigkeit nicht entbehrt, ist mir sehr wohl bewusst, weiß ich doch, dass das Aufkommen von "Features" und die dadurch bedingte Vermischung von Fakten, Analyse und Kommentar dem Bedürfnis der Medien(-Macher) und ihrem Interesse an verstärkter Aufmerksamkeit unter dem Diktat der Ökonomie geschuldet ist. Schließlich müssen die Zahlen stimmen, damit die Medien weiter arbeiten können - und natürlich ist es für das Publikum deutlich angenehmer, entspannender und unterhaltsamer, wenn ihm die Denkrichtung "vorgedacht" wird, als dass es gezwungen werde, selbst zu denken.
  • Sonderweg?

    28.12.2017, Glückspilz
    Wieso befindet sich Deutschland auf einem Sonderweg? Deutlich mehr Länder in dieser Welt haben keine Atomkraft. Deutschland verlässt gerade einen Sonderweg, der sich als Irrweg erwiesen hat.
  • Medienmanipulation

    28.12.2017, Sebastian Kurtz
    Es gibt einen Wikipediaartikel mit dem Titel Medienmanipulation.
    Dort werden diverse Schwerpunkte gesetzt:
    - Lobbyverstrickungen von Redakteuren (relativ bekanntes Beispiel: Herr Joffe von der Zeit hat dort einen Standpunkt einer Lobbyorganisation zu TTIP journalistisch vertreten, welchen er selbst als Mitglied jener Organisation mit ausgearbeitet hat; "Die Anstalt" berichtete.)
    - Abhängigkeit von Werbekunden (~50% der Zeitungsfinanzierung)
    - Tendenzschutzparagraph (Abhängigkeit der Journalisten von der Vorgabe des Zeitungseigentümers)
    - Prekäre Beschäftigung (Journalisten müssen Artikel verkaufen, aufklärerische Artikel haben geringere Chancen abgenommen zu werden wenn sie den Intentionen des jeweiligen Eigentümers widersprechen)

    Unter dem Gesichtspunkt

    „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ Paul Sethe

    denke ich, dass wir schon lange primär Meinung in der journalistischen Arbeit wiederfinden, zumindest da wo die Interessen zahlungskräftiger/zahlungsfähiger Kundschaft (dazu zähle ich primär Werbekunden) betroffen sind.

    Von daher sollte die Frage nicht sein wie viel Meinung erlaubt sein darf, sondern inwiefern die Leserschaft Informationen erhalten muss, welche erkennen lassen um wessen Meinung es sich handelt, wessen Geld hinter der Meinung steckt.

    MfG
  • Und wieder sollen sie „sicher“ sein ...

    28.12.2017, Klaus
    ... wie schon die erste, zweite, und dritte Generation - und keine war sicher genug, als dass ein solches Risiko einzugehen nachvollziehbar wäre.

    Die Endlagerung ist weiterhin ungeklärt, und auch Uran gibt es nicht endlos.

    Die Lösung für die Energieproblematik der Welt kann nur in der Nutzung regenerativer Energien liegen. Weil diese schier unerschöpflich ist, und dezentral organisiert werden kann.

    Dass die Atomlobby mit „weniger CO2“ argumentiert, ist an Zynismus kaum zu überbieten, sind das doch die selben Leute, die zeitgleich neue Braunkohlekraftwerke bauen, weil diese billig zu betreiben sind.

    Realsatire.
  • Die Kernenergie wird ein neues Leben beginnen

    28.12.2017, Henry
    Man muss gut kartierte, organisierte und zugängliche Zwischenlager für die - aus heutiger Sicht - radioaktiven Abfälle bauen, denn es werden die Rohstoffe der Zukunft sein. Die bisherigen Energiequellen können den Anspruch und Bedarf, den die Menschheit hat, nicht decken. Auch die sog. regenerativen Energien schaffen das nicht, auch nicht mit der viel beschworenen Vernetzung aller Regionen der Welt. Somit wird es eine dezentrale Energieproduktion geben, die autark die Energie im Haus für den Bedarf aller Bewohner bereitstellen wird.
    Ich werde es -altersbedingt - wahrscheinlich nicht mehr erleben, aber so wird es kommen müssen, wenn die Menschheit nicht zurück auf die Bäume will.
  • www.reaktorpleite.de

    28.12.2017, derPragmatiker
    Wer sich mit der kritischen Seite der Atomenergie beschäftigen will, findet auf www.reaktorpleite.de reichlich Lesefutter.
    Der Helium-gekühlte Graphit-moderierte Kugelhaufen-Reaktor THTR 300 stand in unserer Nachbarschaft, der Natrium-gekühlte Schnelle Brüter in Kalkar wurde trotz Milliarden-Subventionen nie fertig und ist heute ein Freizeitpark. Beide Reaktorkonzepte stehen im Artikel als Generation IV.
    Viel Geld wurde schon immer mit Atom verdient, aber wenn hinten nichts rauskommt außer gefährlichem Müll...