Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Kein logischer Weg von Daten zur Theorie

    08.04.2015, Uwe Springfeld
    String-Theorie, parallele Universen und auch die Suche nach der dunklen Materie haben ein bekanntes Dilemma in der Physik deutlich gemacht: es gibt keinen logischen Weg von empirisch erhobenen Daten hin zu einer zwangsläufig richtigen Theorie. (http://ebooknews-press.com/produkt/finstere-wahrheit/) Das Poppersche Kriterum der Falsifizierbarkeit von Theorien ist angesichts der Kosten moderner Experimentalanlagen (z.B. den LHC am CERN in Genf) tatsächlich obsolet geworden. Heute betachtet man Theorien oft als wahr, wenn sie bestätigt sind - will sagen, wenn sie im Alltag funktionieren. Es darf aber bezweifelt werden, ob das ein hinreichendes Kriterum darstellt. Wissenschaftlicher Kreativität läuft es allemal zuwider. Eine Lösung des Dilemmas ist heute nicht in Sicht.
  • Eulerian Video Magnification

    08.04.2015, Edgar Loser
    in folgendem Video ist sehr anschaulich und beeindruckend beschrieben, wie man Videosignale verstärken kann um (fast) unsichtbares sichtbar zu machen:
    https://www.youtube.com/watch?v=ONZcjs1Pjmk
    Auch Puls und Atmung von Frühgeborenen wird damit erkennbar.
    Antwort der Redaktion:

    Vielen Dank für den Hinweis auf das interessante Video!
    Red/jd

  • Frage zur Evolution

    08.04.2015, besorgter luca
    Wie ist denn nun das Leben entstanden? Ich stelle mir immer mehr diese Frage. Ich bin kein Gläubiger Mensch, aber irgendwie kommt es mir so vor, als wolle die Wissenschaft, dass man nur daran glauben muss das irgendwie schon so gekommen ist. Weder das Miller Experiment noch andere können diesbezüglich eine zufriedenstellende Antwort liefern. Wie, die Wissenschaft schafft es anscheinend den Anfang allen Seins erklären zu können, und scheitert (bisher) an einfache Chemie? Den etwas anderes war wohl die Evolution nicht. Wieviel Zeit muss vergehen?
  • Lsd

    07.04.2015, maya
    Es tut mir sehr leid, aber ich habe das erste mal 1993 Lsd genommen. Ich war zwar erst 16, habe mich aber tatsächlich zwei Jahre lang vorbereitet, Lsd kundige interviewt ufm. Seit 1993 habe ich nie einen getroffen, gesehen, erlebt, der hängen geblieben ist. Stattdessen sah ich Menschen am Alkohol, Zigaretten oder einfach schlecht gepannschten Mist wie Heroin und ähnliches untergehen.
    Die meisten Todesfälle und gesundheitlichen Langzeitschaden (psychisch und physisch) tauchten tatsächlich bei den Usern von Alkohol und Tabak auf.

    Also, sorry, tödlich und tatsächlich Hirneinschraenkend und eher sexuell diseases fördernt der liebe Alkohol.

    Ich lade gerne jeden mal nach Berlin ein, um live zu sehen, wieviel kaputte der scheisse frönen und dahinsiechen.
    Danach zeige ich gerne gesunde, fitte und fröhliche Lsd Kenner.

    Am besten einfach blind glauben, dass Lsd seeehr gefährlich ist aber vielleicht sollte man auch mal im kkh nachsehen, wo die Langzeitalkoholiker auf den Stationen sind...und dort wo raucherbeine abgeschnitten werden und dann mal sehen wer in geschlossenen psychatrien so ist...

  • Rückfall in die vor-Gallileische Zeit

    07.04.2015, eichelhäher
    Ich habe mich beim Lesen dieses Artikels an die Szene aus "Das Leben des Gallileo Gallileii" erinnert gefühlt, in der die päpstlichen Philosophen den Blick durch das auf die Jupitermonde gerichtete Fernrohr verweigerten. Die bis dahin gängige Methodik, dass es allein aus philosophischen Überlegungen heraus keine Himmelskörper geben KANN, die andere Körper als die Erde umkreisen, machte für sie den Blick durch das Fernrohr überflüssig.
    Eine neue naturwissenschaftliche Hypothese (diesen Begriff ziehe ich hier "Theorie" vor) sollte Erklärungen für Beobachtungen bieten, die andere bisher nicht leisten. Dann wird sie Kandidat für eine Theorie. Wenn die String-Theorie (bisher) keine neuen Erklärungen liefern kann, hat sie (bisher) die Einordnung als naturwissenschaftliche Theorie nicht verdient.
  • 3. Das dritte glas ist nicht voll, es ist ca 1/6 leer..

    07.04.2015, Otto
    ...so ist eure Ansicht der dinge...


    man sollte nicht vergessen dass die Wissenschaft einst verfolgt wurde, nun verfolgt man "minderwertigere" Ansichten, halbwegs anständig und begründet, bloß dem Menschen nicht begreifbar/ergreifbar - ? ich selbst bin noch kein verifizierter Wissenschaftler, mich treibt eher die Liebe zur Wissenschaft (Philosophie) aber wie soll man zukunftweisende Umbrüche bringen wenn man sich doch nur immer im Kreis bewegt. Ich finde sogar es sollten weitaus mehr Diszipline daran beteiligt sein. Und da gebe ich euch etwas recht und lehne mich etwas weiter aus dem Fenster, denn 2 Parteien sind nicht wissnschaftlich genug, eine war es noch halb sowenig. Es sollten mehr Disziplinen daran teilnehmen, wenn es darum geht "[...] zu wissen was die Welt im innersten zusammenhält.[...]
  • Wir müssen die Anforderungen hoch halten!

    07.04.2015, Devalis
    Also ich muss dem Autor des Artikels zustimmen. Wir sollten ganz klar bei den Theorien unterschieden und trennen. Und alleine der Versuch, in den wissenschaftlichen Kontext etwas einzubringen wie "Die Theorie ist so schön, das genügt" ist ein Stich in das Herz jeden echten Wissenschaftlers.
    War es nicht immer DAS was uns ausgemacht hat? Wir hatten BEWEISE! Entgegen aller Philosophie und Religion konnten wir in der Wissenschaft Fakten vorweisen. Zahlen die belegen oder wiederlegen. Aber zumindest feste Zahlen die überall gleich sind. Egal ob ich den Versuch in Berlin oder in Honkong mache. Und das dürfen wir unter keinen Umständen aufgeben. Weil ohne diese Beweise, ist die Wissenschaft nicht glaubwürdiger als Religion.
    Mag sein das wir dann vieles in die Kategorie "noch nicht überprüfbar" schieben müssen. Aber lieber diese Kategorie schaffen, als die Orbitaltheorie und die Evolutionstheorie auf eine Stufe mit der String Theorie zu stellen.
  • Simpel statt kompliziert

    07.04.2015, ThommyHobbes
    Wozu neue Maßstäbe vorschlagen? Es ist doch so simpel: Was nicht empirisch belegbar ist, muss halt mathematisch-logisch bewiesen werden. Alles was diese Vorraussetzung nicht erfüllt, kann man getrost unter Metaphysik packen. Falls man noch keine Belege hat, ist es halt eine unbestätigte Theorie.
    Nach DER Argumentation könnte man sich ohne weiteres auf "Gott-Argumentationen" stützen. Gläubige, Priester etc. finden ihre eigenen Gerüste auch sehr schlüssig und im richtigen Gewand kann man sogar eine wissenschaftlich nicht widerlegbare Gott-Theorie finden.
  • Fragwürdige Idee ´Multiversum/Blockuniversum´

    07.04.2015, Kinseher Richard
    Die Idee eines Multiversums, bei dem von Anfang an sämtliche möglichen Zustände gleichzeitig existieren und man jeweils von Universum zu Universum ploppt - ist extem fragwürdig. Denn diese Idee setzt extrem gute Planung voraus, und - dass zusätzlich kontinuierlich die Identitäts-Information mit weitergegeben wird, welche Bestandteile zu einem Objekt zusammen gehören. Wenn aber Zusammengehörigkeits-Informationen weitergegeben werden müssen, dann existieren die einzelnen Universen nicht mehr unabhängig voneinander - das ist ein Widerspruch in sich.

    Ich denke, viele Probleme der Physik ließen sich lösen, wenn man endlich versuchen würde, eine Definition für das Wesen der ZEIT zu erstellen.
    Bisher nutzt man einseitig nur die Idee der Zeit-Dauer - und diese Idee ist für viele Berechnungen recht praktisch und brauchbar. Aber was ZEIT genau ist, darsauf ist die Physik bisher jede Anwort schuldig geblieben - und das, obwohl ZEIT eine der wichtigsten Größen in der Physik ist.
    Das Wesen der Zeit wird bisher systematisch ignoriert. Ich schlage vor, das Wesen der Zeit als Energiemenge/-differenz zu beschreiben (Kurzfassung siehe bei DOI: 10.5281/zenodo.15483).
    Stimmt diese Idee, dann hat die Physik ein Problem: Weil es außer der sich dauernden ändernden Gegenwart nichts gibt - dann fällt z.B. die vierte Dimension weg. Wenn Zeit keine Dimension mehr ist, was ist dann ´Raumzeit´?

    Geht man davon aus, dass nur die Gegenwart als sich dauernd ändernder Übergangszustand existiert, dann wäre damit auch das Problem der ´Existenzerhaltung´ (einzelne Objekte bleiben bestehen) wie auch die Möglichkeit des ´Identitätswechsels´ gelöst (gleiche Identität trotz dauernder Veränderung).
  • Es gibt keine wahre Theorie

    07.04.2015, Richard Herrmann
    Bisher sind alle Theorien an der Praxis gescheitert. Klassische Mechanik wurde durch Quantenmechanik abgelöst, diese wurde durch Quantenfeldtheorie abgelöst, diese wird durch... usw. Insofern hat jede Theorie eine begrenzte Lebensdauer. In der Physik des 23. Jahrhunderts wird die Stringtheorie womöglich nur eine Marginalie der Geschichte sein. Und trotzdem ist keine dieser Theorien falsch. Es ist alles eine Frage des Geltungsbereichs und der subjektiven Beurteilung: Wann bin ICH, der Fragesteller, mit einem Ergebnis zufrieden?
  • Multiversen

    07.04.2015, Leser
    Multiversen ergeben sich zwangsläufig aus einigen Versionen der Theorie der Inflation, und diese Theorien sind auch falsifizierbar. Nicht jede Aussage einer Theorie müssen falsifizierbar sein, die Theorie muss es sein.

    Schon Newtons Gravitationstheorie macht Aussagen über die Bahn von Planeten in Galaxien *heute*, deren Licht und erst in Milliarden Jahren erreichen wird - und Newton hatte noch nicht einmal ein Konzept einer Galaxis oder vom Alter des Universums. Er hätte natürlich sein Gravitationsgesetz explizit auf des Sonnensystem beschränken können. Dass er es nicht tat, lag daran, dass er die Theorie wir sie war als, genau, "ausreichend elegant und aussagekräftig" empfand.
  • Das könnte ein Eigentor werden...

    07.04.2015, ART
    Der Versuch, bestimmte theoretische Modelle durch Umdefinieren der notwendigen Ansprüche an eine Wissenschaftlichkeit zu adeln, könnte nach hinten losgehen. Der Artikel führt eben jene Modelle an, die in mir seit zwei Jahrzehnten stets Zweifel und Schauer wecken - über die beteiligten Wissenschaftler. Genau so lang vergleiche ich die Situation in der Kosmologie mit der vor über hundert Jahren, als in der (Astro-)Physik nur noch dieses Problem mit der Lichtgeschwindigkeit bestand und zu allerlei spekulativen, letztendlich aber in die Irre führenden Modellen führte. Statt immer neue Ideen jenseits einer praktischen Überprüfbarkeit zu entwickeln, muss man das Bestehende endlich kritisch hinterfragen. So würde ich das potenzielle Eigentor der Befürworter einer "neuen" Wissenschaftlichkeit begrüßen, wenn hierdurch - nicht nur ihre - "Theorien" mit scheinbarem Erklärungsvermögen aufgrund einer Beliebigkeit ihrer Parameter als eigentlich unwissenschaftliche Spekulation abgelehnt würden, um so endlich den Blick auf das Problem frei zu machen. Damit meine ich nicht, dass man solche "Theorien" aus der Debatte ausschließen soll - als Ansätze für Ideen sind sie durchaus brauchbar - sondern ihnen offiziell einen anderen Status erteilt, damit nicht der Eindruck entsteht, mit ihnen wäre die Problemlage bereits gelöst worden.
  • Unterscheidung fuer theoretisch aber nicht praktisch falsifizierbare Theorien

    07.04.2015, quarague
    Der Artikel stellt nur die empirisch ueberpruefbaren den nicht ueberpruefbaren Theorien gegenueber. Ich wuerde noch ein bisschen weiter differenzieren.
    Eine Theorie, die prinzipiell nicht empirisch ueberpruefbar/falsifizierbar ist, ist keine wissenschaftliche Theorie, da gehoeren wohl die meisten Multiversumtheorien dazu. Eine Theorie, die an sich messbare Vorhersagen macht, bei denen wir aber im Moment technisch nicht in der Lage sind, sie zu testen (und es wohl in den naechsten Jahren auch nicht sein werden), ist dagegen durchaus wissenschaftlich. Da zaehlen dann die besseren Varianten der Stringtheorie dazu.
  • Die Intensivlandwirtschaft tötet hier: Beitrag von H. Müller vom 01.04.2015

    06.04.2015, Heinrich Graf
    Lieber H. Müller,

    diese Aussage finde ich schon recht provokant. Da Sie das Greening-Programm der EU ansprechen, so schließe ich daraus, dass Sie die tötende Intensivlandwirtschaft innerhalb der EU bzw. in Deutschland verorten. Das ist schon recht abenteuerlich, was hier in Deutschland der landwirtschaftlichen Flächenbewirtschaftung so alles zugeschrieben wird, ohne auch nur ansatzweise die Sachverhalte sowie Tatsachen für solche Behauptungen zu belegen.

    Fakt ist, das wir in Deutschland derzeitig jeden Tag etwa 73 Hektar landwirtschaftliche Nutzflächen durch Bebauung (Siedlungs-, Gewerbe-, Straßenbau etc. Quelle: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden 2014) verlieren,
    ohne das ein Ausgleich für die Landwirtschaft geschaffen würde.

    Zu den durch Bebauung entstehenden dauerhaften Flächenverlusten kommen weitere Reduzierungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen für Naturschutz- und forstrechtliche Eingriffskompensationen, die in der Regel auf landwirtschaftlichen Nutzflächen durchgeführt werden.
    Fazit: Es werden also stetig landwirtschaftliche Flächen durch Bebauung verbraucht und außerdem noch weitere der Natur zurückgegeben, auf denen sich Flora und Fauna wieder relativ ungestört ausbreiten und entwickeln können.
    Bei einem unveränderten beschriebenen Verbrauch von landwirtschaftlichen Nutzflächen werden wir, bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland in zirka 200 Jahren keine landwirtschaftlichen Nutzflächen mehr haben, das nur so nebenbei zum Thema Ressourcenschutz, dem sich die Politik offensichtlich nur verbal verpflichtet fühlt.

    Das scheint vielleicht für die Masse der deutschen Politiker und Verbraucher kein Problem zu sein, da nach deren Verhalten ausreichende Mengen bezahlbarer Lebensmittel ja aus dem Supermarkt kommen (nach der Devise: Wozu Kraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose).

    Welche Pflanzenschutzmittel-Cocktails meinen Sie, Herr Müller, die im Rapsanbau verspritzt werden und Ihrer Meinung nach zum Himmel schreien? Auch und insbesondere beim Einsatz von Insektiziden in der Rapsblüte sind nur solche amtlich zugelassen, die nicht bienengefährlich sind. Sofern diese zusammen mit zugelassenen Rapsfungiziden gespritzt werden sollen, so wird der Anwender stets darauf hingewiesen, dass in der Mischung von Insektizid und Fungizid eine Beeinträchtigung von Bienen möglich ist. Dann werden solche Mischungen von mir abends, wenn keine Thermik mehr vorhanden ist und auch kein Bienenflug mehr stattfindet, in den Rapsbestand gespritzt.

    Das machen auch meine Berufskollegen so, da wir Landwirte wissen, welche Verantwortung wir bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (im Volksmund auch Pestizide genannt) haben und wie wichtig Bienen bei der Bestäubung unter anderem von Nutzpflanzen sind.

    Nach meiner Kenntnis haben unsere Singvögel ein gravierendes Problem damit, dass z.B. in Italien diese immer noch zum menschlichen Verzehr gejagt und verspeist werden.

    Wenn es beispielsweise zu Rückgängen bei Nutzinsekten wie Bienen kommt, bitte nicht immer reflexartige Schuldzuweisungen in Richtung Landwirtschaft schicken. Die Wahrheit ist meistens komplizierter als wir es wahrhaben wollen.
  • Zum Abschnitt "Unkonventionelle Energiequellen"

    06.04.2015, Dr. Dieter Meinert`
    Dabei steht das sogenannte „Fracking“ an erster Stelle der derzeitigen Diskussionen:
    Abgesehen von den unmittelbaren Risiken, die ein sorgloser (weil billigerer) Umgang mit dieser Technik für Trinkwasser und Umwelt bedeuten, ist diese Technik vor allem eines: ein „weiter so“ mit fossilen Brennstoffen. Dies führt aber zu eine Einschränkung der Weiterentwicklung _alternativer_ Energiequellen und -speicher, da diese momentan mehr kosten würden, und die dafür einmal (und einmalig!) aufzubringenden Kosten gerne noch weiter hinausgeschoben werden in die nächste oder übernächste Generation.