Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Methan auch auf der Erde nicht von Bakterien!

    20.07.2007, Andreas Klingl, Regensburg
    Erst mal muss ich ihrer Redaktion ein großes Lob aussprechen. Ich bin immer sehr begeistert von ihrer Zeitschrift und der Art und Weise, wie Sie so viele wissenschaftliche Bereiche unter einen Hut bringen. Aber was ich in der aktuellen Ausgabe lesen musste, lässt mir als Mikrobiologen fast die Haare zu Berge stehen. Mehrmals wird darauf hingewiesen, dass Methan auf der Erde, zum Beispiel im Pansen von Rindern oder auf Reisfeldern, von Bakterien produziert wird. Und das ist absolut falsch. Zur Methanproduktion sind lediglich Archaeen fähig. In erster Linie sind das die methanogenen Archaeen, die zu den Euryarchaeota gehören. Auch wenn Archaeen rein optisch den Bakterien unter dem Lichtmikroskop stark ähneln können, bestehen doch große Unterschiede zwischen beiden. Aus diesem Grund werden die Lebewesen in drei Domänen unterteilt: Archaeen, Bakterien und Eukaryoten. Allenfalls wäre der Ausdruck Archaebakterien vertretbar gewesen, auch wenn er bereits veraltet ist.
  • Krähen und Quantenmechanik

    20.07.2007, Roman Kontic, Basel
    Habe ich doch noch geschmunzelt über die arme Krähe, die ab einem scheinbar unlogischen Arrangement von Schnur und Futter schier verzweifelt. Und dann, einige Seiten später, beim Artikel über Quantenmechanik, kann ich der Krähe nachfühlen. Die Quantenmechanik widerspricht dem "gesunden Menschenverstand" derart, dass ich sie weit von mir weisen würde, wüsste ich sie nicht vielfach experimentell bestätigt.
    Ebenso wie wir in der Physikvorlesung die Formeln der Quantenmechanik pauken, könnte eine Krähe wohl lernen wie sie an das Futter kommt, und trotzdem würde der ganze Vorgang immer noch ihrem "gesunden Krähenverstand" widersprechen.
  • Wolff im Schafspelz

    19.07.2007, Ulrich Heemann
    Von den Anhängern des ID oder Kreationismus wie leider auch ihren Gegnern wird übersehen, dass sie ihre Sichtweise zur Entstehung der Welt bereits seit eh und je im Religionsunterricht verbreiten. Die Konsequenz aus ihrer Forderung wäre, auch im Religionsunterricht die Darwin'sche Theorie als gleichberechtigt zu vertreten, um jeglichen "Totalitarismus" zu vermeiden.

  • Schöpfungsgeschichte

    17.07.2007, Paul R. Woods
    Wenn schon, dann sollten auch die Schöpfungsgeschichten anderer Religionen gelehrt werden. Denn die Schöpfungsgeschichte der Bibel ist nur eine unter vielen.
  • Kreationismus gegen Evolution

    17.07.2007, Dr. Ekkard Brewig, Overath
    Der biblische Schöpfungsmythos ist ein Glaubensbekenntnis. Er gehört daher in das Denkgebäude des Deutens und Wertens; hier geht es um die Stellung des Menschen in der Welt.
    Umgekehrt gehört die Evolution (= Entwicklungsgeschichte) in die Welt der Fakten. Man kann sich die Serie an Fakten wie einen Zeitrafferfilm vorstellen. Am Vorhandensein dieser Fakten, die Herr Lingenhöhl exemplarisch aufzählt, kann ein sinnvoller Zweifel nicht angebracht werden - höchstens aus bewusst gepflegter Unkenntnis.
    Wenn es demnach zwischen der Erzähltradition eines Glaubensbekenntnisses und der Faktenlage einen erklärungsbedürftigen Widerspruch gibt, dann gehört diese Klärung in den Philosophie- oder Religionsunterricht. Er hat im biologischen Faktenunterricht absolut nichts zu suchen.
  • Schöpfungsgeschichte

    17.07.2007, Bernhard Gerl
    Sehr geehrter Herr Lingenhöhl,

    ich stimme sehr weit mit Ihnen überein: Schöpfungsgeschichte hat nichts im Biologieunterricht zu suchen. Ich glaube auch nicht, dass ein Gott evolutionäre Sprünge verursacht hat, aber für einen gläubigen Menschen bleibt ein Problem:

    Wenn ich an einen Gott glaube, der eine Beziehung zu einem einzelnen Lebewesen aufbauen kann und will - und das tun viele Religionen - und dieses Wesen damit beeinflusst, und sei es nur, indem dieser Gott das Gewissen eines Menschen beeinflusst, dann greift er damit auch in den evolutionären Prozess ein, begünstigt den einen und den anderen nicht.

    Zum zweiten: Als Physiker weiß ich, dass jede Messung den Zustand eines Systems verändert. Warum sollte das für einen Gott nicht gelten? Das bedeutet für mich: Allein die Beziehung, die einer zu seinem Gott aufnimmt, beeinflusst die Welt und damit auch die Entwicklung der Arten.

    Ich finde, dass man sich entscheiden muss: Entweder man glaubt an ein irgendwie geartetes DU, oder man lehnt die Gottesidee vollkommen ab - dann und nur dann klappt der reine Darwinismus.

    Bernhard Gerl
  • Schöpfungsgeschichte

    17.07.2007, Norbert Przesang
    Man sollte mit den IDlern nicht so hartherzig umgehen. Seit Bestehen der Menschheit haben sie sich immer auf eine höhere Macht berufen, wenn sie sich etwas nicht erklären konnten oder nicht verstanden. Und die Evolutionstheorie ist halt für viele unverständlich.
    Und wer das Wunder nicht Gott zuschreibt, glaubt vielleicht an Außerirdische wie Herr Däniken.
  • Sowohl als auch.

    17.07.2007, Horst Kabitz
    Warum die Welt besteht, wer kann dieses klären?
    Wenn es ein Geschöpf gibt, so wird es einen Schöpfer geben. Ob wir es Naturgesetz und Entwicklung nennen oder nicht.
    Gott und Entwicklung schließen sich nicht aus. Sagt doch die Bibel, dass der Schöpfer nicht sofort den Menschen schuf, sondern dass er auch seinen Entwicklungsplan verfolgt hat. Warum nicht auch für den Schöpfer Versuch und Irrtum gelten lassen und nicht nur für den Menschen?

    Die ursachenlose Ursache brachte die Schöpfung hervor auf dem langen Weg der Evolution. So vereint ist Schöpfer und Evolution kein Widerspruch.
    Dass es Menschen mit einem anderen Bewusstsein gibt und Intuition über den normalen Verstand hinausreicht, kann man deuten, wie man es begreift.
    Die Bibel ist verschlüsselt, und wer keine Ohren hat, zu hören, legt sie nach seinem (Un-)Verständnis aus. Gott kann man nicht beweisen. Sein Nichtsein kann man auch nicht beweisen.

    Warum die Welt so ist, wie sie ist bleibt das Geheimnis.
    Dies sind einige Andeutungen.
    Sie ist ein Übungsfeld: Versuch und Irrtum zeigen es.
    Goethe sagt es: "Du gleichst dem Geist, den du begreifst."


  • Kreationismus

    17.07.2007, Josef Braun
    Die hessische Kultusministerin war schon lange vor ihrer Verbaleinlassung in Sachen Kreationismus aktiv. Die von der CDU eingeführten neuen Lehrpläne haben das Thema Evolution aus dem Mittelstufenunterricht der Gymnasien völlig verbannt. Ein hessischer Abiturient erfährt lehrplangemäß erst in der 13/II, also kurz vor dem Abitur etwas zum Thema. Wer den Schulalltag kennt, weiß, dass das zweite Halbjahr in der 13 wegen der Abiturprüfungen extrem kurz und noch dazu für Wiederholungsphasen Abitur vorbereitend genutzt wird. Das Thema Evolution wird so zur Marginalie. Zufall oder intelligent design?
  • Kein Beweis für Freud

    16.07.2007, Helmut Faure, Düsseldorf
    Und dieses Experiment soll nicht nur den Beweis für die Annahme liefern, dass es ein Unterdrücken von Erinnerungen gäbe, sondern vielmehr noch die Richtigkeit der Freudschen Vorstellung der Verdrängung belegen?
    Was war laut Angaben im Text geschehen? Menschen sollten sich ein Bildpaar, bestehend aus einem Gesicht und einem sonstigen (?) Photo merken. Einige sollten nach einem gewissen zeitlichen Abstand sich das Photo ins Gedächtnis rufen, andere wurden aufgefordert, das Gesicht zu vergessen. Als beide Gruppen angwiesen wurden, Details der Photos zu schildern, stellte sich, oh Wunder, heraus, dass diejenigen, die keinerlei Grund hatten, sich Details dieser Photos zu merken, ja die direkt dazu angehalten worden waren, diesen Photos keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken, sich doch tatsächlich daran nicht so detailliert erinnern konnten wie die, denen zuvor die Gelegenheit eingeräumt worden war, sich bewusst an die Photos zu erinnern.
    So platt, so banal.
    Daraus abzuleiten, es sei etwas unterdrückt worden, wo doch die Versuchspersonen es einfach nur vergessen sollten, ist schon sehr gewagt.
    Und es dann auch noch als Beleg für die Existenz der Verdrängung im Freudschen Sinne anzupreisen, ist geradezu hanebüchen: die Triebtheorie als Voraussetzung der Lehre von den Abwehrmechanismen, die Abwehrmechanismen als solche wie etwa Reaktionsbildung, Intellektualisierung, Verleugnung usw., die Vorstellung des Unbewußten mit all seinen Inhalten- Alles bewiesen durch die Tatsache, dass Menschen sich an etwas nicht erinnern, woran zu erinnern es keinen Grund gibt, und das Alles aus bunten Bildchen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie abzuleiten.
    Meinen Respekt.
  • Interferenz von polarisiertem Licht

    13.07.2007, Herbert Haas, Würflach
    Danke für den sehr interessanten Artikel, doch gestatten Sie mir eine dumme Frage zu stellen.

    Wenn man nur den "Markierer" in den Lichtweg stellt, dann entstehen ja (nach dem Metalldraht) zwei Strahlen, jeweils um 90° unterschiedlich polarisiert.

    Können unterschiedlich polarisierte Lichstrahlen überhaupt miteinander interferieren? Naiverweise hätte ich vermutet, dass die zusätzliche Einbringung eines 45° Polfilters wieder für gleichpolarisierte und damit interferenzfähige Wellen sorgt.

    Vielen Dank, Beste Grüße
    Herbert Haas
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Haas,

    Ihre Frage ist keineswegs dumm. Senkrecht zueinander polarisiertes Licht kann, als klassische Welle betrachtet, nicht interferieren. Erst ein zusätzlicher Filter, unter 45 Grad zwischen die senkrechten Filter eingebracht, ermöglicht wieder Interferenz. Das sind alles klassische Effekte. Zum echten "Quantenradierer" würde der zusätzliche 45-Grad-Filter erst, wenn der Lichtstrahl so schwach wäre, dass einzelne Lichtquanten hintereinander das Experiment durchlaufen. Darum wird im Artikel fairerweise gesagt, dass alle Effekte des selbstgemachten Quantenradierers auch klassisch erklärt werden können und nur der Veranschaulichung der zugrunde liegenden Quanteneffekte dienen.

    Dr. Michael Springer
  • Quantenradierer in Schule und Abitur

    11.07.2007, Wolf-Peter Hirlinger, Heidenheim
    Es ist äußerst erfreulich, dass Spektrum der Wissenschaft interessante motivierende Experimente vorstellt, die der interessierte Laie aber auch der Lehrende an Schulen und Hochschulen selbst nachzubauen vermag und auf diese Weise anderen Menschen die Faszination der Naturgesetze näher bringen kann.
    Im Falle des Quantenradierers möchte ich aber darauf hinweisen, dass ein solches Experiment mit Laserpointer und Polarisationsfolien seit 2002 im Buch von Küblbeck und Müller beim Aulis Verlag veröffentlicht ist. Auf der Internetseite www.quantenphysik-schule.de findet sich seit 2003 eine detaillierte und bebilderte Bauanleitung, die gegenüber dem Vorschlag in Spektrum meines Erachtens einige Vorteile bietet: so wird anstelle des Drahtes ein richtiger Doppelspalt aus Rasierklingen verwendet und die Polarisationsfolien sind drehbar angebracht, sodass man jeden Winkel zwischen 0 und 90 Grad einstellen kann. Das Ganze wird auf der Hülle einer VHS Kassette stabil montiert. Damit lässt sich ein Experiment modellhaft nachspielen, von dem Richard Feynman behauptet, dass es das ganze Geheimnis der Quantenmechanik enthält. Sogar im Abitur von Baden-Württemberg war der Doppelspalt mit Polarisationsfolien dieses Jahr ein Thema. Man sieht also, wir in Deutschland sind durchaus auf der Höhe der Zeit und das sogar in der Schule.
  • Weitere Experimente zum Quantenradierer

    10.07.2007, Meinrad Sidler und Dr. Jerzy Sromicki, Sursee, Schweiz
    Ermuntert durch ein Telefongespräch mit Frau Ursula Wessels aus Ihrer Redaktion wagen wir es, dem „Spektrum der Wissenschaft“ ein Manuskript über unsere Experimente zum Thema Quantenradierer einzureichen. Unsere Arbeit ist als eine Bestätigung und Erweiterung der Untersuchungen, die an der University of Illinois durchgeführt wurden, zu verstehen. Die im Papier diskutierten Unterschiede zwischen den beiden Experimenten widerspiegeln sich in einer besseren Qualität unserer Daten. Wir zeigen, dass es mit der Hilfe einer Standard-Digitalkamera und von Softwareprogrammen möglich ist, eine handfeste, quantitative Datenauswertung durchzuführen.

    Unsere Experimente wurden vollständig unabhängig und im Rahmen der Maturaarbeit "Waves and Quanta" von Meinrad Sidler im vergangenen Jahr durchgeführt (in der Kantonsschule Sursee, 5. Klasse, also die vorletzte Klasse vor der Matura). Betreuer der Arbeit war Dr. Jerzy Sromicki.

    „Spektrum der Wissenschaft“ spielt unserer Ansicht nach eine führende Rolle bei der Verbreitung von Ideen der modernen Physik (insbesondere Kosmologie und Quantentheorie). Als Schüler/Lehrer schätzen wir diese Aktivität des „Spektrum“ besonders hoch. Es würde uns deshalb sehr freuen, falls „Spektrum“ unsere Arbeit publizieren würde.
    Antwort der Redaktion:
    Wir werden das Manuskript gerne prüfen.
  • Eine überraschende Reaktion

    08.07.2007, Dipl. Ing. Gerhard Schuecker, Orth an der Donau, Österreich
    Beim Lesen ihres sehr interessanten Artikels ist mir ein bemerkenswertes Erlebnis eingefallen, das ich vor etwa 20 Jahren im Innsbrucker Alpenzoo hatte. Im Rabenkäfig, in der Nähe des Gitters, stocherte ein Bewohner am Boden herum. Dazu muss ich vorausschicken. In unserer Ortschaft hatte eine Familie einen zahmen Raben, der auf den Namen Jakob hörte. Also sagte ich relativ beiläufig zu dem Zoobewohner: "Hallo Jakob." Und der von mir sich offenbar angesprochen fühlende Rabe sagte ebenso beiläufig aber ganz deutlich in österreichischem Dialekt: "Jo wos is?" Ich war ganz perplex, rief meine Familie herbei und erzählte ihnen mein Erlebnis. Ich wollte ihnen die Sprechkünste des Raben auch vorführen, aber er verweigerte jede weitere Aussage. Die Familie lachte nur und meinte ich Spaßvogel wollte sie nur zum Narren halten.

    Beim Zooshop kaufte dann mein Jüngster eine Broschüre über den Zoo und darin stand zu lesen: "Einer der Raben kann seinen Namen Jakob sagen und wenn man ihn anspricht sagt er mitunter auch "Jo wos is?"
  • Eigentlich hat der Artikel drei Themen

    06.07.2007, Dr. Martin Piehslinger, Wien
    Insider seufzen oder schmunzeln bei der Lektüre des Artikels, Außenstehende bekommen einen Einblick in die lustige oder traurige Welt der Computerei. Letztere könnten allerdings den Eindruck haben, der ganze Artikel behandle nur die Vielfalt der Programmiersprachen und die daraus resultierenden Probleme.

    In Wirklichkeit werden drei voneinander unabhängige Phänomene behandelt: die Programmiersprachen, die Anordnung der Datenbytes und die Schreibweise von Namen.

    Man kann beispielsweise dasselbe C-Programm für einen Intel- oder einen Motorola-Prozessor compilieren. In der Intel-Welt steht das niedrigstwertige Byte zuerst im Speicher, in der Motorola-Welt das höchstwertige. Der Programmierer braucht sich nicht darum zu kümmern, da in gleicher Weise geschrieben wie gelesen wird und immer das Richtige herauskommt. Es sei denn, man tauscht Daten zwischen diesen Welten aus. Zum Teil wird man auch in diesem Fall vom Compiler unterstützt, ansonsten stolpert man leicht über falsch liegende Binär-Eier. Teuflischerweise liegen meist große und kleine Eier bunt gemischt im Speicher, sodass man jedes einzelne umdrehen muss (oder auch nicht, wenn es nur ein Byte groß ist).

    Die Schreibweise (Groß- und Kleinbuchstaben, Unterstrich als Trennzeichen) von Variablen und Funktionen ist nur für Menschen von Bedeutung, für den Compiler dagegen egal und damit unabhängig von der Programmiersprache. Manche Programmiersprachen bestehen allerdings darauf, die einmal gewählte Schreibweise (Groß- und Kleinbuchstaben) für einen Namen beizubehalten (z .B. C), anderen ist auch das egal (z. B. ausgerechnet dem sonst so strengen Pascal).

    Im Artikel steht es richtig. Ich wollte aber darauf hinweisen, dass diese Aspekte unabhängig voneinander und unabhängig von der Programmiersprache sind.