Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Stochern im Nebel

    04.01.2008, Manfred Schlabbach, Berlin
    Ich lese Ihre Zeitschrift jedes Mal mit großem Interesse, und ich freue mich darüber, dass es immer wieder Menschen gibt, die versuchen, den Wissenshorizont dort zu durchbrechen, wo die Hürden besonders hoch zu sein scheinen.

    In dem genannten Artikel wird versucht, die Ergebnisse der Messungen am menschlichen Hirn zu analysieren. Es werden dazu auch Erfahrungen aus dem täglichen Leben herangezogen. Ich beziehe mich hier auf den Kasten auf Seite 45.

    Die Meinung von Frau Greenfield, dass nur die Quantität der Geräusche für das Aufwachen maßgeblich ist, kann ich aus eigener Erfahrung nicht nachvollziehen. Wie wäre es zu erklären, dass man bei erheblichem Straßenlärm oder sogar bei heftigen Gewitter tief schläft, bei leisen aber ungewohnten Geräuschen, zum Beispiel nächtlich schleichenden Schritten in der Nähe des Zeltes, im Bruchteil einer Sekunde hellwach im Schlafsack sitzt, während einem das Grauen im Nacken hoch kriecht?

    Der menschliche Organismus hat sich im Laufe der Evolution ein nicht schlafendes Sinnesorgan geschaffen, um den gegenüber Raubtieren kräftemäßig weit unterlegenen Homo sapiens vor Gefahren zu warnen. Deshalb schlafen wir bei bekannten, auch sehr lauten Geräuschen ruhig weiter, sogar das Scheppern des Weckers wird gelegentlich als vorbeifahrender Zug in unsere Träume eingebaut, ohne dass wir erwachen. Anderseits kann schon das leise Knacken der Uhr, wenige Sekunden vor dem Alarm, den Schläfer wecken. Und was passiert eigentlich, wenn man sich vornimmt, zu einer bestimmten Uhrzeit aufzuwachen. Das funktioniert nämlich nach einiger Übung auch. Wie kommt da die große Menge Neuronen zusammen, die das Aufwachen bewirken sollen?

    Im Schlaf wahrgenommene Geräusche werden also offenbar im Gehirn analysiert, oder zumindest unterschieden nach Gefahr oder keine Gefahr. Der dafür verwendete Algorithmus ist jedoch so einfach strukturiert, dass man nach dem Erwachen oft feststellt, dass man im Schlaf das beunruhigende Geräusch falsch eingeordnet hat.

    Jedenfalls ist nur die Qualität der wahrgenommenen Information für die Entscheidung maßgeblich: Aufwachen oder Weiterschlafen. Leise Wecker erfüllen ihre Funktion ebenso zuverlässig wie laute. Diese Erfahrung kann jeder Mensch an sich selbst beobachten.

    Wir können unser Gehirn an Messgeräte anschließen und Theorien über die Kurven aufstellen. In der modernen Hirnforschung können wir aber nur die elektromagnetischen und die chemischen Vorgänge beobachten. Solange wir nicht einmal die blasseste Ahnung haben, welche physikalischen Gesetze es dem menschlichen Hirn in Grenzsituationen ermöglichen, Informationen zielgerichtet und entfernungsunabhängig auszusenden, oder Gegenstände über einige Entfernung zu bewegen, ist das alles nicht viel mehr als ein Stochern im Nebel. Es ist anzunehmen, dass diese Phänomene auch innerhalb des Organs eine Rolle spielen. Ob dabei Quanteneffekte, wie einige Wissenschaftler vermuten, eine Rolle spielen, konnte bisher nicht bestätigt werden.



  • Welche physikalischen Grundsätze verwertete die Evolution?

    04.01.2008, Michael Rosengarth, Kornwestheim
    In seinem Buch "Schatten des Geistes" (Spektrum Verlag) beschreibt Roger Penrose seine Schlussfolgerungen bezüglich der Funktionsweise des Bewusstseins aus mathematischer und physikalischer Sicht. Danach gibt es deutliche Hinweise darauf, dass Bewusstsein durch Quantenkohärenz der Mikrotubuli verursacht wird, d.h. einem kollektiven Phänomen analog zur Supraleitfähigkeit entspricht.
    Die beiden im Artikel vorgestellten Theorien gehen zwar bezüglich der Annahme eines synchron tätigen Neuronenensembles in dieselbe Richtung, jedoch basieren beide "nur" auf Experimenten zur kausalen Wechselwirkung der Koalitionspartner.
    Im "Zeitalter der Emergenz" (Robert B. Laughlin in "Abschied von der Weltformel", Spektrum Verlag) müssten sich eigentlich zunehmend Physiker mit der Fragestellung befassen, welche physikalischen Grundsätze die Evolution entdeckt und verwertet hat, um das menschliche Genie zu bilden.


  • Anfrage zum redaktionellen Kurs von SdW

    03.01.2008, Reiner Vogels, Swisttal-Odendorf
    Sehr geehrte Damen und Herren in der Redaktion von "Spektrum der Wissenschaft",

    seit einiger Zeit beobachte ich, dass Sie in Ihrem Heft immer wieder religionskritische bzw. offen atheistische Beiträge veröffentlichen. Als Beispiele für diese Beobachtung nenne ich

    manche Glossen von Michael Springer,
    ein vor einigen Monaten veröffentlichtes Editorial von Reinhard Breuer über Pascal, in dem über die theologischen Kämpfe dieses Gelehrten in Fragen des Jansenismus so geschrieben wurde, als seien die dort aufgeworfenen Probleme so abwegig, dass man ihren Sinn heute als rationaler Mensch gar nicht mehr verstehen könne,
    die Tatsache, dass immer wieder religionskritische bzw. atheistische Bücher unter der Rubrik "Rezensionen" positiv rezensiert werden,
    und schließlich den - argumentativ ausgesprochen schwachen - Beitrag von Martin Urban im jüngsten Heft.

    Die Häufung derartiger Beiträge schließt es in meinen Augen aus, dass es sich ein rein zufälliges Geschehen handelt. Offensichtlich hat Ihre Redaktion beschlossen, einen antireligiösen bis atheistischen Kurs zu steuern. Ich habe mich eine Zeitlang gefragt, aus welchen Motiven heraus Sie als eine Zeitschrift mit überwiegend naturwissenschaftlichem Schwerpunkt zu einem solchen Kurs gekommen sind.

    Einen kleinen Hinweis zur Beantwortung dieser Frage habe ich im vorletzten Heft gefunden, und zwar in einer Werbung für das jüngste Dawkins-Buch. Dort wurde - sinngemäß - gesagt, dass man die Religionskritik unterstützen müsse, weil sonst die Gefahr bestehe, dass die Religion die Wissenschaft in ihrer Freiheit beeinträchtige. Ob dies Motiv das Einzige ist, das Sie zu Ihrem Kurs bewegt, wissen Sie selbst besser als ich. Dass es für Sie ein gewisses Gewicht hat, scheint jedoch offenkundig zu sein.

    Ich muss gestehen, dass ich Ihren Kurs für falsch halte.

    Einmal halte ich es nicht für eine primäre Aufgabe einer Zeitung wie der Ihren, sich zu einem antireligiösen bzw. atheistischen Kampfblatt zu entwickeln. Sie sind aber auf dem besten Wege, genau das zu tun.

    Dann meine ich, dass Ihre Ängste unbegründet sind, da die Gefahr einer Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit durch religiöse "Fundamentalisten", überhaupt nicht gegeben ist. Von den christlichen Kirchen hat die Wissenschaft jedenfalls nichts zu befürchten.

    Schließlich beobachte ich wenigstens in Teilen der bisher erschienenen einschlägigen Beiträge, dass die antireligiösen Autoren so tun, als ob sie beweisen könnten, was sie behaupten. Sie überschreiten dabei manchmal die Grenzen des rational Ableitbaren und werden selbst zu Ideologen bzw. "Gläubigen" des Atheismus. Mit exakter, skeptischer und rational überprüfbarer Wissenschaft, wie ich sie eigentlich in Ihrem Heft zu finden erwarte, hat das oft wenig zu tun.


    Ich bitte Sie, Ihren redaktionellen Kurs in Sachen Religion noch einmal zu überdenken.
  • Sind Männer bewusster als Frauen?

    03.01.2008, Max Happel, Magdeburg
    Denn das behauptet Susan Greenfield in dem hochinteressanten Streitgespräch mit Christoph Koch. Männer haben mehr Hirnmasse als Frauen und „Bewusstsein wächst, wenn das Gehirn an Größe gewinnt.“, so Greenfield. Diese Interpretation ist sicher ein wenig überspitzt, allerdings nimmt Greenfield in der Diskussion, ob Bewusstsein mehr von der Qualität oder der Quantität neuronaler Zusammenspiele abhängt, ganz klar letztere Position ein. Letztlich sind die beiden Meinungen allerdings deutlich besser repräsentiert durch die Dichotomie: Holistisch vs. Lokalisiert. Doch auch hier sind der Position von Greenfield die neurowissenschaftlichen Befunde der letzten beinahe 150 Jahre gegenüberzustellen. Begonnen mit der Lokalisationstheorie von Pierre-Paul Broca (1861) haben sich bis heute nicht abzuzählende Befunde über lokalisierte funktionsspezifische Hirnbereiche etabliert. Das Gegenargument der Epilepsie wendet Greenfield noch elegant ab. Allerdings wird es schwierig zu erklären, warum Patienten mit einer Hemispherektomie nicht mehr nur „halb so bewusst“ sind wie zuvor. Oder: stimuliert man den humanen Cortex elektrisch und aktiviert extrem große Neuronenpopulationen, so werden maximal Basisperzepte, wie Lichtblitze oder Knackgeräusche evoziert. Neuronale Quantität kann nicht alles sein!
    Zusätzlich begeht sie weitere argumentative Fehler: (1) Stanley Cobb hat in den 1960ern das Vogel-Gehirn als „einzigartig“ beschrieben und zeigte, dass das Hyperstriatum analoge Funktionen zum Cortex erfüllt. Corviden gelten als hoch intelligente Vögel und haben die größten und zellreichsten Hyperstriata, was zwar die Quantitätshypothese stützt, aber ganz und gar nicht gegen Koch´s Hypothese spricht! (2) Ihre Schlussfolgerung: „Gäbe es zum Bewusstsein nichts weiter an neuronalen Korrelaten, als dass sich jeweils bestimmte Neuronen entladen [..], dann befände sich dieses in den Hirnneuronen selbst“ hält keiner Logik stand.
    Aber wie bei allen wertvollen wissenschaftlichen Diskussionen, haben beide Positionen ihre Berechtigung. Ich stimme Greenfield zu, dass die Lokalisation von Hirnphänomenen keine Rückschlüsse auf das emergente Entstehen des Bewusstseins erlaubt. Weiterhin unterstütze ich die These, dass das Gehirn ein Set aus Hierarchien ist (sensorisch, motorisch, interpretativ, kognitiv etc…), welches notwendigerweise auch in gewissem Maße holistisch und distributiv funktionieren muss. Allerdings muss dieses Netzwerk über Lernprozesse spezialisiert werden – dabei entstehen zweifelsfrei auch spezialisierte Neuronenpopulationen. Z.B. Friston (2003, Neural Netw.) zeigt, wie lokalisierte Funktionen, verknüpft über holistische Netzwerke, die größte Effizienz neuronaler Verarbeitung bieten.

  • Funk statt Licht!

    31.12.2007, Andreas Weber, Berlin
    Mit Erstaunen habe ich den Beitrag von Mohsen Kavehrad zur Datenübertragung per Licht gelesen. In zentralen Punkten liegt er falsch. Die vorgeschlagene Lösung hat keinen besseren Abhörschutz, es sei denn wir mauern unsere Fenster zu. Im Übrigen garantiert verfügbare WPA-Verschlüsselung eine ausreichende Sicherheit in nicht abgeschotteten Netzen. Wenig durchdacht scheinen auch die Angaben zur erreichbaren Übertragungsgeschwindigkeit zu sein, denn der Engpass ist der Weg zum Lichtsender. Kavehrad schlägt Powerline als Lösung vor – eine Technik, die den Amateurfunk stört sowie durch hohe Investitionskosten und niedrige Gesamtbandbreite (für alle an einer Kopfstation angeschlossenen Nutzer) auffällt. DSL hat übrigens eine 10- bis 12-fach höhere Leistungsfähigkeit, als Kavehrad zubilligt. Nachteilig an der Lichtlösung ist zweifelsohne auch, dass jeder Raum separat ausgerüstet werden muss. Echtes Potenzial dürfte die Technik also eher als Drahtlosverlängerung von Ethernet-Kabeln haben.
  • Foto oder Illustration

    27.12.2007, Jürgen Koch, 22769 Hamburg
    Ich habe den Artikel "Hell wie tausend Galaxien" mit Interesse gelesen, nebst unglaublich gut aufgelösten Bildern entfernter Sternsysteme. Meine Frage: ist die Abbildung auf Seite 35 ein gemaltes Bild oder auch eine Fotografie?
    Mit den besten Wünschen für Ihre weitere Arbeit im Neuen Jahr 2008
    Jürgen Koch
    Antwort der Redaktion:
    Die Darstellung ist (leider) nur eine Illustration. Ein entsprechender Hinweis wäre allerdings in der Tat angebracht gewesen.
  • Atheismus ist keine Ideologie

    26.12.2007, Stephan Sandhaeger, Germering
    Martin Urbans Essay, insbesondere die entwicklungsgeschichtliche Erklärung unseres Hangs zum Aberglauben, scheint mir plausibel. Einem Satz muß ich jedoch widersprechen:

    "Spätestens seit Immanuel Kants Kritik wissen auch Theologen, dass es weder einen Gottesbeweis noch einen Gegenbeweis geben kann, weshalb auch der Atheismus nur eine Ideologie ist."

    Im allgemeinen ist ein Atheist jemand, der die Annahme, es gebe Götter, für nicht plausibel hält. In bezug auf hinreichend konkrete Gottesvorstellungen (Schöpfung der Arten, Leben nach dem Tode) kann dies sogar besser begründet werden als der Unglaube an rosa Einhörner, Russells Teekanne oder das fliegende Spaghettimonster. In bezug auf solche Götter ist Atheismus also nichts weiter als eine "derzeit beste Theorie", von derselben epistemologischen Restunsicherheit behaftet wie alle unsere guten Theorien. Beweise gibt es eben nur in formalen Systemen.

    Hinreichend unkonkrete Gottesbilder dagegen eignen sich überhaupt nicht für sinnvolle Ausagen und damit auch nicht wirklich für Ideologien.

    Es bleiben also nur solche Götter für einen legitimen Agnostizismus, die hinreichend konkret, aber gleichzeitig hinter den jeweiligen Stand der Wissenschaft zurückgezogen sind, so daß sie nicht oder noch nicht falsifiziert werden können. Ein Beispiel wäre in der heutigen Zeit etwa ein Schöpfer der Naturgesetze, der seit ca. kurz nach dem Urknall nicht mehr wesentlich in die Welt eingreift. Natürlich sind solche deistischen Vorstellungen für wissenschaftlich denkende Menschen ebenfalls unbefriedigend, da sie nichts wirklich erklären, aber sie sind immerhin akzeptable Hypothesen.

    Insgesamt scheint mir daher die Bezeichnung "Ideologie" für den Atheismus als Weltanschauung unzutreffend. Die Asymmetrie zum Theismus sieht man übrigens auch in der Lebenspraxis daran, daß die meisten Atheisten ihren Unglauben keineswegs als ihre zentrale epistemologische oder sinngebende Überzeugung ansehen, ganz anders als bei religiösen wie auch bei weltlichen Ideologien.
  • Die Transzendenz der Wirkprinzipien

    26.12.2007, Dr. Gunter Berauer, Albert-Schweitzer-Straße 36, 81735 M.
    Ergänzen möchte ich noch etwas zu dem, in diesem Zusammenhang auch wichtigen, Begriff der Transzendenz, unter welcher man einen Bereich der Welt versteht, zu dem wir Menschen aus prinzipiellen Gründen keinen Zugang haben. Wenn wir auch eine transzendente Welt weder beweisen noch widerlegen können, so wäre es aber doch in höchsten Grade anthropozentrisch, wenn wir deren Existenz leugneten. Hieße dies doch, zu behaupten, wir Menschen seien prinzipiell in der Lage alles zu erfassen, was es geben könnte. Allein aus menschlicher Bescheidenheit heraus müssen wir wohl von der Existenz einer neben unserer immanenten Welt existierenden, oder mit ihr verwobenen, transzendenten Welt zwingend ausgehen.

    Es ist äußerst interessant, dass wir Menschen gerade die beiden wichtigsten Wirk- oder Schöpfungsprinzipien, den (quantenmechanisch begründeten) absoluten Zufall und das Prinzip der Rationalität, die zusammen alles haben werden lassen, was es in dieser Welt gibt, uns eben aus der immanenten Welt heraus nicht erklären können (Martin Urban spricht von den Prinzipien Zufall und Notwendigkeit). So benennen wir den absoluten Zufall genau mit diesem Namen, weil wir eben prinzipiell keine Möglichkeit haben, in dieser Welt Gründe für ein wirklich zufälliges Ereignis zu finden. Alle quantenmechanischen Ereignisse und über Verstärkungsmechanismen auch eine Fülle makroskopischer Ereignisse (wie etwa die Lottozahlen) unterliegen dem absoluten Zufall. Und was die rationalen Naturgesetze angeht, können wir diese auch nur beobachten oder feststellen, werden aber aus unserer immanenten Welt heraus niemals erklären können, warum sie eben gerade so sind, wie sie sind, und nicht anders. Wir können uns deshalb diese beiden Prinzipien durchaus als im für uns unerreichbaren Transzendenten begründet vorstellen und auch von, in diesem Sinne verstandenen, transzendenten Verursachungen von immanenten Vorgängen reden. Und damit wären wir und alles in der Welt, wie Hoimar von Ditfurth es so schön sagte, eben "nicht nur von dieser Welt".

    Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Ansatz auch einen "intellektuellen" Weg finden könnten, Glauben und Wissen wieder miteinander zu versöhnen.

    Einiges mehr zu diesem Thema findet sich in meinem im LIT-Verlag erschienenen Buch "Freiheit, die ich meine, und was von der Freiheit übrig blieb".
  • Mit dem zweiten Auge..

    24.12.2007, Jürgen Biel, Rheinau
    Dem Autor muss ein objektiver Leser wohl weit gehend zustimmen - ausgenommen in zwei Punkten:
    1. kein kritischer Gläubiger -gleich welcher Religion- würde sich anmaßen, den Willen Gottes erklären zu können.
    2. der Autor hat eine große Gemeinde moderner Fundamentalisten vergessen: sein eigener Berufsstand ! Mit fundamentalem Eifer werden wie vor Jahrhunderten die zeitgenössischen Arbeitshypothesen gegen Zweifler verteidigt. Ich meine damit nicht jene selbst ernannten Pseudowissenschaftler, die haarsträubende Theorien zum Besten geben, sondern ernsthafte Physiker, die nicht mit der Mainstream schwimmen, sondern objektive Argumente vorbringen möchten. Sie werden bestenfalls ignoriert, oder mit Totschlagargumenten zum Schweigen gebracht. Von moderner Aufklärung beim Umgang mit Zweiflern keine Spur.
    Nach 40 Jahren Berufserfahrung im Wissenschaftsbetrieb habe ich eine wichtige Erfahrung gemacht: jener alte Grieche hatte verdammt Recht, als er meinte, wir sehen nur die Schatten an der Höhlenwand, die von draußen vorbeihuschen.
  • Glaube ist nicht gleich Glaube

    24.12.2007, Andreas Maier, Regensburg
    In Ihren Artikel haben sich leider ein paar gängige Fehler eingeschlichen:
    Die katholische Kirche behauptet keineswegs, die Wahrheit zu kennen. Vielmehr ist die Wahrheit nicht fassbar für den menschlichen Verstand, so dass der Christ auf Gott vertrauen muss. Dieses Vertrauen heißt im Christentum "Glaube". Hier liegt der ewige Quell hitziger Missverständnisse, da "Glaube" im normalen Sprachgebrauch auch blindes Nachlaufen bedeuten kann.
    Dass es Fundamentalisten gibt, die etwa die Bibel wörtlich nehmen, ist nichts Neues. Aussagen von Papst Benedikt XVI., wie die von ihnen zitierte, die den Sinn unserer Existenz betreffen, haben jedoch nichts mit Kreationismus zu tun, sondern verdeutlichen das "Grundaxiom" des Christentums, dass es einen Sinn gibt, dass wir gewollt sind. Außerdem ist das Oberhaupt der katholischen Kirche Professor der Theologie und kann von daher wohl schlecht seine Wissenschaft und das Grundprinzip der Wissenschaft allgemein, die kritische Reflexion, verleugnen.
    Des Weiteren hat Benedikt XVI., soweit ich weiß, stets betont, dass der Zweifel ganz elementar zum Glauben gehört.
  • Diffamierung statt wissenschaftliche Diskussion

    23.12.2007, Ernst Beck, Postfach 1409, 79202 Breisach
    Der Autor des Kommentars zitiert unter anderem mich und meine Arbeit speziell meine Veröffentlichung in Energy&Environment Vol. 18/2: "180 Years of Atmospheric CO2 Gas Analysis by Chemical Methods", die ein 2faches Peer Review-Verfahren durchlaufen hat. Seine Semantik ist nahezu identisch mit seinem langjährigen Co-Autor Stefan Rahmstorf. Dabei verläßt er wie dieser den Boden sachlich wissenschaftlicher Auseinandersetzung, zumal es sich bei meiner Arbeit nicht um eine Arbeit aus seinem Fachbereich handelt, sondern um analytische Chemie, eine dem Autor fachfremde Disziplin.

    Meine Arbeit sei mit Fehlern gespickt, ich stütze mich auf fehlerhafte Messungen, ich sei als Biologe ein unechter Fachmann, meine Stimme unseriös. Gerne bin ich als gelernter Pflanzenphysiologe und Biochemiker dem Meteorologen Titz beim Thema Kohlenstoffdioxid behilflich. In dem kritisierten Papier untersuchte ich die in der Fachliteratur dokumentierten CO2-Messungen seit 1800 nach Gesichtspunkten der modernen analytischen Chemie mit dem Ziel einer Evaluierung, also fehlerhafte von akzeptablen zu selektieren, methodische und systematische Fehler zu quantifizieren. Dazu wurde aus über 390 Fachartikeln 138 Datenreihen mit mehr als 90 000 Werten seit 1812 selektiert, die ab 1857 innerhalb 3% Genauigkeit lagen und die an Meßstandorten unter kalibrierten Bedingungen durchgeführt wurden. Das Ergebnis war überraschend.

    Entgegen den Aussagen des IPCC, das nur insgesamt 38 historische Papiere betreffend CO2 teilweise fehlerhaft ausgewertet hatte ohne z.B. die verwendeten chemischen Methoden zu untersuchen, gab es vor den Messungen Charles Keelings 1957 auf Mauna Loa hochpräzise CO2-Messungen über mehrere Jahre, z.B. in Giessen zwischen 1939 und 1941 durch W. Kreutz mit einem korrigierten Mittelwert von 390 ppm. Der Gasanalysator von Kreutz war genauer als der von Keeling um 1960. Tatsächlich wurden diese Daten fälschlicherweise ignoriert oder von Keeling falsch bewertet, was zu einem nicht korrekten vorindustriellen CO2-Wert von ca. 290 ppm führte. Dieser lag tatsächlich im 19.Jh. bei 312 ppm. Außerdem ergab sich eine seit 1812 auf der Nordhemisphäre schwankende CO2-Kurve mit Maxima um 1825, 1857 und 1942. Bemerkenswerterweise ist der so rekonstruierte CO2-Verlauf zwischen 1875 und 1925 identisch innerhalb des Fehlerbereichs und er korreliert sehr genau mit der gemessenen Temperatur der Nordhemisphäre und der Antarktis im Gegensatz zu modernen Darstellungen des CO2-Verlaufs.

    Weiterhin und unbemerkt von allen Untersuchungen seit Keeling ergab sich eine CO2-Schwankung mit den Mondphasen, die auch in modernen Daten zu finden sind.

    Ich bin überzeugt, daß diese stärkere Differenzierung das Niveau des Kommentars angehoben hätte.

    Ernst Beck Dipl. Biol.
    Postfach 1409
    79202 Breisach
    Mail: egbeck@biokurs.de
    Antwort der Redaktion:
    Antwort von Sven Titz

    In meinem Kommentar stütze ich mich auf das einhellige Urteil kompetenter Wissenschaftler, wonach die Studie von Herrn Beck für die Klimaforschung ohne Wert ist. Eines der wichtigsten Argumente, das gegen seinen Artikel in Energy & Environment vorgebracht wird, hat mit der CO2-Hintergrundkonzentration zu tun. Sie ist nicht leicht zu messen, denn an vielen Orten an der Erdoberfläche steigt der CO2-Gehalt wegen lokaler Quellen immer wieder über den Hintergrundwert hinaus an (auf solche Messungen stützt sich Herr Beck). Doch an der in Eisbohrkernen eingeschlossenen Luft lässt sich erkennen, dass die CO2-Hintergrundkonzentration in den Jahrhunderten zwischen dem Ende der letzten Eiszeit und dem Beginn der Industriellen Revolution um den Wert 280 ppm herum lag. Erst in den vergangenen 150 Jahren ist die CO2-Hintergrundkonzentration rasant angestiegen - dieser Vorgang lässt sich anhand charakteristischer Isotope eindeutig auf menschliche Aktivitäten zurückführen und gilt in der Fachwelt als unumstritten.



    Herr Beck schreibt in seinem Leserbrief außerdem, Stefan Rahmstorf sei ein "langjähriger Co-Autor" von mir. Diese Aussage ist bestenfalls amüsant und hat folgenden Hintergrund: Als ich noch Doktorand an der Unversität Potsdam war, entstanden zwei Forschungsartikel, an deren Produktion Stefan Rahmstorf, meine Person und weitere Wissenschaftler beteiligt waren. Das ist alles.



    Über ernsthaft strittige Punkte in der Klimaforschung berichte ich als Journalist regelmäßig und kritisch (siehe beispielsweise meinen Spektrum-Artikel "Wolkige Projektionen" vom April 2007). Dabei geht es aber um vollkommen andere Dinge, als sie Herr Beck propagiert.
  • Vorreiter der Ideale

    21.12.2007, Erik Geibel, Zweibrücken
    Die durchaus schon gemischte Bilanz von Daniel Lingenböhl wird beim Blick in die Tagespresse weiter getrübt. Sigmar Gabriel hat nicht nur das luftige Bali-Outfit wieder abgelegt, sondern auch die Verve, mit der er Deutschland am anderen Ende der Welt als Zugpferd des Klimaschutzes verkaufte.

    Denn wenn die EU nun endlich Taten folgen lassen will, etwa mit empfindlichen Drohungen gegen Automobilbauer, bei denen nur die Marketingabteilung die Zeichen der Zeit erkannt hat, dann ist das auf einmal eine "Schlacht gegen die deutsche Industrie". Die USA werden - zu Recht - wegen ihrer Zögerlichkeit hinsichtlich konkreter Reduktionsziele diplomatisch abgestraft, aber auch das gesamte bundesdeutsche Kabinett will nun von konkreten Maßnahmen nicht mehr viel wissen, wenn die hiesige Industrie allzu starkem Druck zum Umdenken ausgesetzt wird.

    Das ist das eigentlich beunruhigende Fazit von Bali.
  • Kausales Prinzip

    21.12.2007, Jürgen Tristram, 30519 Hannover
    Den Ausführungen des Autors Martin Urban ist zuzustimmen. Ich möchte allerdings einen Aspekt aufgreifen, den ich für besonders bedeutsam halte.
    Meiner Ansicht nach zeichnet sich der Mensch vor allen anderen Lebensformen auf diesem Planeten durch seine Fähigkeit aus, kausal zu denken, d.h. seine gesamte Umwelt nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip zu beurteilen. Dieses Prinzip ermöglichte ihm nicht nur einerseits, seine Welt zu begreifen, sondern auch andererseits diese Welt entsprechend seiner Bedürfnisse umzugestalten und zu erobern.
    Wesentlich erscheint mir nun, dass dieses Prinzip für den Menschen universell zu gelten scheint. Der Mensch wendet diese Form der geistigen Auseinandersetzung damit nicht nur dann an, wenn "technische" Fragen zu klären oder Probleme zu lösen sind, sondern auch nicht-materielle, geistige Phänomene ihn bedrängen. Das kausale Prinzip gilt daher nicht nur für die "Außenwelt", sondern auch für den "inneren Kosmos" des Menschen, also im wesentlichen seine Gefühlswelt. Dass die "rationalen" und die "gefühlsbezogenen" Bereiche im menschlichen Gehirn nicht streng von einander getrennt existieren, sondern vielfältig miteinander verwoben sind, scheint aufgrund der Erkenntnisse der neueren Gehirnforschung als gesichert gelten zu können.
    Das bedeutet nun aber, dass der Mensch grundsätzlich nach dem "Warum" fragt, auch in Situationen, wo dies nach logischen Maßstäben oder dem Stand des "gesicherten" Wissens keinen Sinn macht. Also z.B. Fragen, weshalb ein naher Anverwandter bei einem Unfall stirbt, warum die Liebe zu einem Partner erlischt, weshalb das Böse in der Welt so oft triumphiert o.ä..
    Insbesondere diese Fragen bedrängen die Menschen jedoch sehr stark, weil sie grundlegende Gefühle ansprechen. Alle Personen, Institutionen und Lehren, die auf diese Fragen eindeutige, emotional befriedigende Antworten geben können, erhalten einen nicht zu überschätzenden Einfluss auf die Menschen. Und dieser Einfluss wird dadurch noch erheblich verstärkt, dass die vermeintliche Erklärung ja auch gleichermaßen und üblicherweise die richtigen Handlungsanweisungen liefert, diese nicht-rationale Welt "in den Griff" zu kriegen. So konnte (und kann) man naiven Menschen das persönliche Unglück mit dem falschen Lebenswandel "erklären", woraus sich als logisches Gegenstück die Anleitung zum "richtigen" Leben ergibt, was bedeutet, sein Leben zukünftig entsprechend den Prinzipien der Gemeinschaft der "Wissenden" zu führen. (Falls dann wieder ein Unglück geschieht, hat der Betreffende diese Prinzipien ganz offensichtlich nicht eingehalten. Niemals hat die "Lehre" Unrecht, sondern stets das Individuum.)
  • Zur Emanation eines wissenschaftlichen Themas

    21.12.2007, Prof. Dr. Karsten Löhr, Ulm
    „Umwelt“ ist nicht nur ein neues wissenschaftliches Thema, sondern erfordert auch meist eine neue wissenschaftliche Denkweise, die gelegentlich als ganzheitlich oder komplex [lat. complectere: verflechten] bezeichnet wird. In meiner Vorlesung zur „Umweltverträglicher Produktion und Recycling“ widme ich daher zum Schluss jeder Veranstaltung einen kleinen Teil der Frage: „Was verträgt die Umwelt?“ Dabei geht es dann um wissenschaftliches Arbeiten mit den Aspekten Systematik, Quantifizierung, Symmetrie, Experiment, Organisation und Management – aber auch um wissenschaftliches Denken mit den Aspekten Logik, Dialektik, Epagogik, Apodiktik, Elenktik, Epistemik … und Skepsis.

    Gerade mit dem Thema „Klimawandel“ lässt sich die Komplexität aus wissenschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen erläutern. Dazu habe ich folgende Argumentationskette zusammengetragen:

    1. Was sich ändert: Die Menschheit führt der Atmosphäre jährlich in etwa 22 Gt (Milliarden Tonnen) zusätzliches Kohlenstoffdioxid (CO2) zu. Dies entspricht etwa 1% des atmosphärischen CO2 von 2200 Gt. In den letzten 100 Jahren ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre um etwa 15%, von unter 330 ppm auf fast 380 ppm, gestiegen.

    2. Was bleibt: Die Biosphäre tauscht jährlich etwa ein Viertel des gesamten CO2 mit der Atmosphäre, also etwa 440 Gt und somit das Zwanzigfache des menschlichen Beitrags. Das zusätzliche CO2 ist damit in erster Näherung vernachlässigbar und dient im Wesentlichen als zusätzliches „Futter“ für die assimilierenden Prozesse der Pflanzen.

    3. Was sich dennoch ändert: Die Temperatur der Atmosphäre wird vorwiegend durch Wasserdampf bestimmt. Das IPCC behauptete 1988, dass bereits eine geringe Temperaturerhöhung der Atmosphäre – durch zusätzliches CO2 – auch mehr Wasserdampf in der Atmosphäre nach sich zieht und in der Folge das gesamte Gleichgewicht destabilisiert.

    4. Was dennoch bleibt: Die unterjährigen Schwankungen des CO2-Gehalts mit den Jahreszeiten ist größer als die langjährigen Zuwächse – und doch folgt zuverlässlich jedes Jahr der Winter dem Sommer. Offenbar destabilisiert sich das Klima nicht so leicht. Ein höherer CO2-Gehalt führt zudem zu schnellerem Pflanzenwachstum, eine höhere Temperatur führt außerdem zur Ausbreitung der Vegetation und längeren Wachstumsperioden in den nördlichen Breiten, ein höherer Wassergehalt der Atmosphäre ermöglicht Wachstum auch in trockenen Bereichen der Erde ... wodurch allesamt wiederum CO2 gebunden wird.

    5. Was sich aber noch ändert: Der erhöhte Austausch zwischen den Sphären (Atmo-, Hydro, Litho-, Bio-, Glazio, Strato-, Ozono- etc.) führt zu Katastrophen, wie Wirbelstürme, Gletscherschmelzen, Bergrutsche, Dürren, Überschwemmungen, Auftauen von Permafrostzonen, Ablenkung des Golfstroms etc.

    6. Was aber noch bleibt: Erd- und menschheitsgeschichtlich hat es solche Katastrophen immer wieder gegeben. Auch bleiben viele Änderungen ohne weitere Auswirkungen, weil beispielsweise der Meeresspiegel durch das Schmelzen von Meereis nicht steigt und am Südpol durch mehr Feuchtigkeitsaustausch durchaus auch mehr Eis aufgebaut wird. Wüstenstürme tragen Mineralien weit in die Ozeane , so dass dort wiederum das Plankton mehr CO2 bindet.

    7. Was sich darüber hinaus ändert: Die Häufung von Klimakatastrophen führt zu humanitären Notständen – Vertreibung, Kriege, Kulturverlust …

    8. Was darüber hinaus bleibt: Die humanitären Notstände bestehen eher aufgrund von politischen, ethnischen, religiösen, wirtschaftlichen Konflikten der Menschheit. Warum sollten die Anstrengungen auf Umwelt und Klima fokussiert werden, anstatt zunächst am Fortschritt der Zivilisation zu arbeiten. Außerdem zeigen historische Betrachtungen und Berechnungen, dass sich die Menschheit in einer Warmzeit besser ausbreiten kann und die Kultur erblüht …

    9. Was sich also ändert: Der Klimawandel ist eine neue technische Herausforderung, die sich in dieser Weise nie zuvor gezeigt hat. Weder war bisher der Einfluss menschlichen Lebens auf das globale Klima so stark, noch waren bisher die technischen Voraussetzungen vorhanden, einen Klimawandel zu stoppen. Zumindest gehört es damit auf die Tagesordnung für wissenschaftliche Diskussionen und eröffnet besondere Impulse für das Verständnis der Natur und den technischen Fortschritt.

    Was ich damit zeigen will ist, dass Skepsis eine wichtige Form von wissenschaftlichem Denken darstellt, welches wir in unserer modernen Orientierung am technisch Machbaren aus den Augen verloren haben – welches wir aber zum „ganzheitlichen Denken“ und der Erforschung komplexer Systeme wie Umwelt oder Klima beachten müssen. Oder, wie Sextus Empiricus in der „Gründzügen der Pyrrhonischen Skepsis“ bereits vor 1700 Jahren klar und einleuchtend formulierte:

    „Skepsis ist die Kunst, auf alle mögliche Weise Erscheinungen und Denkweisen einander entgegenzusetzen, von der aus wir wegen der Gleichwertigkeit der Entgegensetzungen und deren Argumente zuerst zur Zurückhaltung, danach zur Seelenruhe gelangen. „Kunst“ bezeichnen wir die Skepsis nicht in irgendeinem ausgeklügelten Sinne, sondern schlicht im Sinne von [wissenschaftlichem] können. Unter „Erscheinungen“ verstehen sich hier die bloßen Sinneseindrücke, weshalb wir ihnen den Denkweisen gegenüberstellen. Mit „Entgegensetzungen“ meinen wir nicht nur Verneinungen oder Bejahungen, sondern schlicht die bestehende Unverträglichkeit von Argumenten. Als „gleichwertig“ bezeichnen wir das Auftreten von Glaubwürdigkeit und Unglaubwürdigkeit, ohne dass dabei eines der unverträglichen Argumente das andere als glaubwürdiger überragt. „Zurückhaltung“ ist ein Stillstehen des Verstandes, durch das wir weder etwas ausschließen noch behaupten. [Wird in den modernen östlichen Meditationen auch „Nirwana“ oder „Wu-Wie“ genannt. Anm. des Verf.] Mit „Seelenruhe“ schließlich ist die Ungestörtheit und Meeresstille der Seele gemeint. Wie aber diese Seelenruhe sowie die Zurückhaltung eintreten, werde ich im Kapitel über das „Ziel“ darlegen.“
  • Bestätigung der freien Fahrt für Stoiker

    19.12.2007, Ulrich Bittner, 22880 Wedel
    Im etwas kleineren Bereich des Berufsverkehrs in der Großstadt kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, daß das "sture" Beibehalten der rechten Fahrspur meist schneller zum Ziel führt als unruhiges Wechseln der Spuren.