Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Warum wird permanent vor E-Zigaretten gewarnt?

    05.11.2013, Bertram Lienhart
    Ich habe fast 40 Jahre lang 2 Schachteln Zigaretten täglich geraucht und war gesundheitlich schwer angeschlagen: starker Husten, Atembeschwerden, Schwierigkeiten beim Treppen steigen, permanente Infektionen der Atemwege. Mehrere Abstinenzversuche mit diversen Methoden (inkl. Nikotinersatz) sind stets nach wenigen Wochen oder Monaten gescheitert.

    Im Sommer 2011 habe ich zu Dampfen begonnen und seither keinerlei Verlangen mehr nach Zigaretten verspürt. Mein Gesundheitszustand hat sich in dieser Zeit dramatisch verbessert. Alle oben genannten Symptome sind weg. Ich bin ein neuer Mensch und das verdanke ich der E-Zigarette, die mir unter Beibehaltung des mir vertrauten Rituals des "Rauchens" eine wesentlich weniger schädliche Möglichkeit des Nikotinkonsums ermöglicht. Ich habe auch kontinuierlich die Nikotinkonzentration meiner Liquids reduziert, kann also die im Artikel erwähnte Suchtgefahr nicht bestätigen. Im Gegenteil, der Suchtdruck wurde mit der Zeit immer geringer, sodass ich mittlerweile sogar oft auf das Dampfen vergesse.

    Aufgrund meiner Erfahrung verstehe ich die permanenten Warnungen vor E-Zigaretten nicht. Der hier veröffentlichte Artikel erinnert stark an die Publikationen diverser Gesundheitsorganisationen, die eigentlich an der Verbesserung unserer Gesundheit interessiert sein sollten, das aber offenbar nicht sind. Warum soll ein deutlich weniger schädliches Produkt streng reguliert oder gar in Apotheken verbannt werden, während Tabakzigaretten, also bekannte Killer, weiterhin überall frei erhältlich sind? Warum vergleicht man die Inhaltsstoffe und Wirkungen von E-Zigaretten mit jenen von Alpenluft anstatt mit der tödlichen Wirkung von Tabakrauch?
  • Schrödinger-Katze und Doppelspaltversuch

    05.11.2013, Hans Stortnik, Kirchdorf am Inn
    Die Schrödinger-Katze soll meines Erachtens nur das Schicksal eines Photons verdeutlichen, das durch den linken oder durch den rechten Spalt geht. Man weiß eben nicht, wo es entlanggeflogen ist und wird es auch nie wissen. (Hätte man, um das zu erfahren, einen Spalt zugehalten, so hätte man auch die Schrödingergleichung entsprechend abändern müssen, um das Experiment noch korrekt zu beschreiben.) Die Schrödingergleichung beschreibt daher eine Superposition beider Wege, die auch für einzelne Teilchen gilt, die im Minutenabstand auf die Reise geschickt werden.

    Ein anderes berühmtes Beispiel ist die Spur eines Skifahrers, bei dem die Spur des einen Skis links an einem Baum vorbeigeht, und die andere rechts.

    Vielleicht sollte man zum Verständnis dieser "unanschaulichen Realität" statt solcher Vergleiche mehr zwischen "Teilchenphysik" und "Raumzeit" unterscheiden: Ein Photon wird auf seinen Weg geschickt, indem ein Atom am Ort A abgeregt wird, und es wird am Ort B nachgewiesen, wo ein anderes Atom von ihm angeregt wird. Was dazwischen "geschieht", beschreibt die Schrödingergleichung, die insbesondere die raumzeitlichen Randbedingungen - im einfachsten Fall also den Doppelspalt - enthalten muss. Sie gibt Amplituden in der Raumzeit zwischen den beiden Ereignissen an, die jedes einzelne Teilchen in gleicher Weise irgendwie "spürt".

    Ganz wesentlich für diese Beschreibung ist nun die Symmetrie der Versuchsanordnung in Raum und Zeit, und die Schrödingergleichung ist nur korrekt, wenn sie diese Symmetrie wiederspiegelt. Entsprechend dem Nöther-Theorem gehört zu jeder Symmetrie aber ein Erhaltungssatz. Paradoxien, die mit Erhaltungssätzen zusammenhängen und dadurch eine "spukhafte Fernwirkung" erzeugen, beruhen zumeist auf solchen Symmetrien.

    Das wird besonders deutlich bei einem System verschränkter Teilchen. Wenn zum Beispiel bei einer Positronenvernichtung ein Paar Photonen mit entgegengesetztem Spin in entgegengesetzte Richtung starten, ist der Spin beider Photonen zeitlich und räumlich voneinander getrennt messbar. Die Symmetrie des Raums erzwingt eine Symmetrie der Schrödingergleichung derart, dass der Gesamtspin null bleibt, egal, wie lange die Photonen auf der Reise sind. Die "spukhafte Fernwirkung" ist daher keine Eigenschaft der Teilchen, sondern sie wird durch die Symmetrie des Raums erzwungen, den die Photonen durcheilen, und wird diese Symmetrie gebrochen, bleibt der Gesamtspin auch nicht erhalten. Die Symmetrie ist aber eine Eigenschaft des gesamten relevanten Raums während der gesamten relevanten Zeit, und sie wird von jedem Teilchen während des gesamten Verlaufs des Experiments irgendwie abgetastet. Wie es das macht, weiß man nicht, aber die Schrödingergleichung beschreibt das Ergebnis dieses Abtastens offenbar korrekt. Von einem "Kollaps" dieser Wellenfunktion braucht man dann nicht zu sprechen: Wenn die Teilchen am Ziel nachgewiesen ist, ist das Experiment, bei dem die Symmetrie von Raum und Zeit zwischen A und B abgetastet wurde, einfach nur zu Ende, und für das nächste Experiment muss eine neue Schrödigergleichung aufgestellt werden, die den dann relevanten Raum beschreibt.

    Antwort der Redaktion:
    Photoninterferenz ist ein Beispiel für die Quantensuperposition auf mikroskopischer Ebene.
    Schrödinger dachte bei der „Katze“ vor allem an zwei Dinge: Quantensuperposition in der Makrowelt und
    zudem noch die quantenmechanische Verschränkung zwischen atomarem und makroskopischem System.
    Dieser zweite Aspekt fehlt beim Doppelspalt.

    Ob die Teilchen im Minutenabstand oder nicht kommen, ist natürlich egal. Wichtig ist: Einteilcheninterferenz.

    Im Gegensatz zur Photoninterferenz ist der Skifahrer ein Gag eines Zeichners des „New Yorkers“.
    Es ist also kein berühmtes Beispiel, sondern ein Cartoon. Er hat aus meiner Sicht insofern nichts mit den
    Experimenten zu tun, als er andeutet, der Skifahrer würde sich bei der Interferenz teilen.
    Alle Experimente sprechen dafür, dass man die Teilchen immer intakt und vollständig findet.

    Das ist eine seltsame Unterscheidung. Teilchenphysik findet in der Raumzeit stat.
    Und dazu im Hilbertraum

    Die Schrödingergleichung ist für Photonen gar nicht die richtige Gleichung.
    Die Klein-Gordon-Gleichung und Quantenfeldtheorie ist hier angesagt.

    Es stimmt dass Symmetrien mit Erhaltungssätzen einhergehen. Räumliche Symmetrien aber mit Impuls- und Drehimpulserhaltung.
    Bei der Erzeugung von Verschränkung gibt es natürlich auch Erhaltungssätze. Aber die Erhaltungssätze alleine machen noch keine Verschränkung.

    Ich sehe den Bezug zum Kollaps hier nicht. Es kann zwar durchaus sein, dass es keinen objektiven Kollaps gibt (dafür müsste auch erst klar sein ob die Wellenfunktion eine ontologische oder eine epistemologische Bedeutung hat), aber die obigen Ausführungen erhellen hier leider noch nicht viel.


  • Zum Thema Nikotinabhängigkeit und "Einstiegsdroge"

    05.11.2013, Alex N
    Hallo,

    ich bin seit bald einem halben Jahr "Dampfer". Seit dieser Zeit lese ich täglich ausführlich die einschlägigen Foren zum Thema. Deswegen möchte ich einmal meine 2Cent abgeben zu einem Zitat, das mir unangenehm ins Auge gesprungen ist.

    "Der Konsument wird abhängig. Er gewöhnt sich an die Nikotindosis und sucht nach Wegen, sie zu steigern, was in diesem Fall unweigerlich zum Rauchen der klassischen Zigarette führt."

    Nichts dergleichen konnte ich beim Lesen der Berichte von Forenmitgliedern oder in persönlichen Gesprächen mit anderen Dampfern feststellen. In den Foren gibt es täglich neue Erfahrungsberichte neuer und alteingesessener Dampfer sowie Fragen von Umstiegswilligen. In dem halben Jahr habe ich es genau einmal erlebt, dass ein Nichtraucher sich zum Thema E-Zigaretten informierte. Und dieser hatte selbstverständlich ausschließlich Interesse an sogenannten "0er-Liquids", also Liquids ohne Nikotin.

    Desweiteren gibt es auch absolut keine Tendenz, den Nikotinkonsum über die Zeit zu steigern. Es gibt natürlich sehr viele verschiedene Typen von Dampfern. Einige konsumieren seit Beginn an eine gewisse Dosis Nikotin und haben die Erfahrung gemacht, dass die Gefahr eines Rückfalls (der sogenannte "Schmacht") größer wird, wenn sie die Nikotinmenge reduzieren. Viele haben das Ziel Null Nikotin und schleichen deswegen durch kontinuierliche Reduktion das Nikotin langsam aus. Am Häufigsten scheinen mir jedoch die Erfahrungsberichte, dass sich eine Reduktion von ganz alleine über die Zeit ergibt ("Ich habe mit 18mg angefangen, war dann nach wenigen Wochen bei 12, jetzt dampfe ich 6 oder gar 0"). Ich selber gehöre zu den Ausschleichern. Niemals habe ich hingegen von jemandem gehört, der, nachdem die Dosis gefunden war, mit der der komplette Umstieg weg von der Tabakzigarette hin zur E-Zigarette geglückt ist, die Dosis noch weiter erhöhen musste oder wollte.

    Mein Fazit ist daher: Nichtraucher interessieren sich nicht für die E-Zigarette als Einstieg. Wenn es doch Interessierte gibt, so haben diese selbstverständlich nicht das geringste Interesse an Nikotin in ihrem Liquid. Desweiteren führt der langfristige Konsum in der Regel nicht zu einer schleichenden Erhöhung des Nikotinlevels, eher im Gegenteil zu einer teilweise überraschend schnellen Reduktion des Nikotingehalts.
  • Angemessene Bewertung

    05.11.2013, RJ
    1. Die Behauptung, dass die e-Zigarette "unweigerlich" zu einer Erhöhung der Nikotindosis und sodann zum Rauchen führe, sehe ich nicht als begründet an, weder pharmakologisch noch psychologisch noch sonstwie. Das Anflutverhalten des Nikotins ist ein anderes, darüber hinaus kann man sich fragen, ob das Nikotin nicht als Motivator des Gebrauchs von Zigaretten und e-Zigaretten überbewertet wird (siehe 5).

    2. Dass die Zigarettenindustrie sich für die e-Zigarette seit Jahren bereits interessiert, bedeutet meines Erachtens nicht viel. Sie exploriert vieles und hat manches exploriert und wieder fallengelassen. Der Hauptfaktor dürfte nach wie vor die extrem geschickte, ja perfide Werbung sein. Es gibt meines Wissens keine überzeugenden Daten, dass die e-Zigarette als Einstiegsdroge wirken könnte; so etwas scheint mir auch nicht plausibel. Ob die e-Zigarette Rauchern „hilft“, Raucher zu bleiben, ist ebenfalls alles andere als klar. Man sollte meines Erachtens zwischen Werbung und Realität unterscheiden, und zwar auf allen Seiten. Daher sehe ich, nach anfänglicher Aufregung, das "Interesse" der Zigarettenindustrie inzwischen gelassen.

    3. Die inhalative Belastung mit toxischen Substanzen liegt um Größenordnungen unter der des Zigarettenrauchens; das gilt erst recht für die Raumluftbelastung. Man sollte hier auf dem Teppich bleiben, vor allem wenn man weiß, wie geringe Konzentrationen mit heutigen analytischen Methoden noch nachweisbar sind. Nachweisbarkeit heißt nicht Gefährdung, das haben wir in der Umweltmedizin zu Genüge gelernt. Für die physiologischen Reaktionen, soweit sie ausnahmsweise überhaupt detektierbar waren, gilt das Gleiche. Die Daten beispielsweise zu Propylenglykol und Glycerin als Hauptanteilen der Liquids sind dünn. Daraus sollte man meines Erachtens weniger den Schluss ziehen, dass ihre Gefahren unterschätzt werden, als den Schluß, dass sie tatsächlich verschwindend gering sind. Es gibt nämlich keinerlei mechanistische Evidenz, anders als für PAH usw.; Evidenz dieser Art ist in der Bewertung nicht irrelevant.

    4. Aus einer klinischen Perspektive stellt sich das Bild wie folgt dar. Zigarettenrauchen begünstigt mit hohem Risiko eine Vielzahl von Erkrankungen, vor allem Lungenkrebs und COPD. Die effektivste Maßnahme zur Verminderung des Risikos usw., über die wir zur Zeit verfügen, heißt: mit Rauchen aufhören. Daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern, denn keine durchschlagenden therapeutischen Optionen sind in Sicht. Es gibt eine Vielzahl vom Rauchern, die gerne aufhören möchten, aber Schwierigkeiten dabei haben. Unter diesem Aspekt sind Maßnahmen, die den Rauchstopp fördern können, zu begrüßen, selbst wenn die e-Zigarette nur einem gewissen Prozentsatz von Rauchern hilft. Es wäre meines Erachtens unsinnig, die vielen Berichte von Rauchern, denen die e-Zigarette nach ihren Angaben geholfen hat, zu ignorieren.

    5. Beim Aufhören spielt der Nikotinentzug eine gewisse Rolle, aber nur eine vorübergehende. Eine mindestens ebenso große, und viel länger anhaltende, Rolle spielt das Ritual des Gebrauchs. Man weiß lange Zeit nicht, „wohin mit den Händen“, wie mir immer wieder solche berichtet haben, die mit dem Rauchen aufgehört haben. Genau dieses Bedürfnis befriedigt die e-Zigarette. So zeigte eine Studie, dass nach Gebrauch einer nikotinfreien e-Zigarette das Bedürfnis zu rauchen für eine gewisse Zeit fast ebenso stark erniedrigt war wie nach Gebrauch einer nikotinhaltigen Zigarette. Es kommt also nur sekundär auf das Nikotin an. Das heißt natürlich nicht, dass diesem Bedürfnis nachzukommen, in allen Fällen die effektivste Strategie sein muss.

    6. Die Datenlage zur Unterstützung des Rauchstopps ist unbefriedigend. Man sollte aber meines Erachtens bei der Bewertung von Studien beachten, welcher Persönlichkeitstypus von Rauchern eingeschlossen wurde. Es kann gut sein, dass ein Ansatz dem einen Typus besser hilft und ein anderer dem anderen Typus. Wenn in einer randomisierten Studie alles gemischt wird, findet man möglicherweise keine Unterschiede, obgleich bei Adaptation an die Persönlichkeitsstruktur die Effizienz doch verschieden war. Angesichts der nach wie vor traurigen Lage bei der Raucherentwöhnung scheinen mir psychologisch individuell adaptierte Ansätze der einzige akzeptable Weg, den Erfolg wesentlich zu verbessern.

    7. Auf der Basis dieser Überlegungen scheint mir Ihr Beitrag wie etliche (leider auch wissenschaftliche) Artikel zum Thema ein wenig aus der Schreibtischperspektive geschrieben, unter Hintanstellung klinischer Aspekte und Risikoabwägungen. Man sollte immer im Auge haben, dass Tendenzen der Verharmlosung regelhaft solche der Dramatisierung gegenüberstehen, wenn es um Kampffelder wie Rauchen & Co geht. Sollte die Zigarettenindustrie "Erfolg" haben (was ich nicht glaube) und sich das durch Daten belegen lassen, werden wir immer noch zügig reagieren können. In meinen Augen wäre es unsinnig, sich bereits im Vorfeld mittels Verdachtshuberei plausibler Optionen zu berauben. Die primäre Frage ist nicht, was wir uns im Prinzip wünschen (keine vermeidbaren inhalativen usw. Belastungen), sondern was realitätsgerechte und gesellschaftlich angemessene Optionen ist. Und da steht für mich ganz klar die klinische Perspektive im Vordergrund und nicht eine nach meiner Erfahrung bisweilen zum Abgehobenen neigende Risikobewertung.
  • Frei stehendes H

    05.11.2013, Richard Wernig, Strassburg (Österreich)
    Auf S. 42 unten hat sich in der Darstellung der Strukturformel von Zuckern ein kleiner Fehler eingeschlichen: Frei stehendes 'H' bei Fructose und rechte Hälfte der Saccharose ist zu viel!
  • Abfall(er)lösung

    05.11.2013, Norbert Schmidt
    Sehr geehrte Frau Mayer!

    Bezüglich Ihres Kommentars (#3) kann ich Sie beruhigen. Die von der Boulevardpresse verbreitete Darstellung von "Kartuschendingern mit einem Licht am Ende" sind schon längst nicht mehr Stand der Technik. Heutzutage sind nachfüllbare Tanksysteme üblich, bei denen praktisch kein Abfall mehr entsteht. Lediglich die Verdampfereinheit (Heizdraht und Glasfaserdocht) muß gelegentlich ersetzt werden.

    Zwar versuchen jetzt auch einige Tabakriesen mit solchem veralteten Wegwerfschrott auf den Markt zu drängen, doch hätten sie damit langfristig nur eine Chance, wenn ihnen jemand den Weg ebnet, indem die ganzen kleinen Hersteller weg-"reguliert" werden.

    Durch die momentan im EU-Ministerrat verhandelte Regulierung [2012/0366(COD) Artikel 18.3] wird für die Liquidfläschen allerdings zusätzlicher Müll in Form einer vorgeschriebenen Umverpackung und eines Beipackzettels entstehen.
  • Abfall

    05.11.2013, Liane Mayer
    Offenbar ist die E-Zigarette nur dann sinnvoll, wenn sie die echten Zigaretten verdrängt und ersetzt. Wenn ich an die zahlreichen weggeworfenen Zigarettenstummel denke, die Natur und Straßen verschandeln, wäre zumindest in dieser Hinsicht auf eine Erleichterung zu hoffen, wenn die E-Zigarette sich gegenüber der "echten" Zigarette durchsetzt. Zwar fürchte ich, auch die E-Zigarette wäre nicht abfallfrei, da die Kartuschen vermutlich nicht beliebig oft (wenn überhaupt) nachfüllbar sein dürften. Aber zumindest ist zu hoffen, dass kein "Dampfer" auf die Idee kommt, seine ausgedampfte Kartusche einfach mitten auf dem Weg fallen zu lassen, wie das mit den ausgerauchten Zigaretten ständig geschieht. Sogar auf Spielplätzen habe ich schon zahlreiche Stummel am Boden gefunden (obwohl mehrere Abfallkörbe zur Verfügung standen!). Dabei ist bekannt, dass Kinder alles in den Mund stecken, was ihnen in den Weg kommt und dass das Lutschen von Zigarettenstummeln für Kinder äußerst gefährlich ist.
    Ich wünsche mir jedenfalls eine zigarettenstummelfreie Welt, sei es, dass sich Raucher angewöhnen, ihre Reste wieder in die Schachtel (oder einen tragbaren Aschenbecher) zu stecken und dann gesammelt ordnungsgemäß zu entsorgen, oder dass das Rauchen irgendwann überhaupt durch Dampfen ersetzt wird (und die Kartuschen wieder verwertet werden, sei es vom Dampfer selber oder von den Erzeugern)
  • Durch die Pharmalobby, WHO und DKFZ manipuliert oder nur schlecht recherchiert?

    05.11.2013, Bernd Mayer
    Es würde zu weit führen, hier die vielen Unsachlichkeiten Punkt für Punkt zu widerlegen. Es wäre an der Zeit, sorgfältig zwischen den (nachweislich schädlichen) Wirkungen des Rauchens und den Wirkungen von Nikotin zu unterscheiden.


    (Der Leserbrief wurde von der Redaktion gekürzt. Bitte beteiligen Sie sich mit Argumenten an der Diskussion und unterlassen Sie persönliche Angriffe. Vielen Dank!)

    Reaktion Spektrum.de
  • Quantitativer Vergleich?

    04.11.2013, Fredolin
    Zusätze prinzipielles Problen der E-Zigarette?:
    Ist das Freisetzen von den beschriebenen Stoffen (leicht flüchtige organische Verbindungen, Propylenglykol, Diacetin, Duftstoffe und feine Partikel und Formaldehyd..) denn nicht verhinderbar und zwingend mit dem Prinzip E-Zigarette verbunden (wäre allerdings ein schlechtes Zeichen für Nebelmaschinen in Diskos), oder KANN es nur auftreten, wenn der Hersteller rücksichtsloser Weise diese Zusätze, obwohl nicht dringend nötig, dazugibt? Dann sollte man bedenkliche Zusätze verbieten und hat dieses Teil-Problem erledigt.

    Quantitativer Vergleich aussagekräftiger:
    Unter den tausenden von giftigen Substanzen in dem Rauch normaler Zigaretten ist auch Formaldehyd, vermutlich auch die anderen Substanzen. Wäre da ein Mengenvergleich nicht aufschlussreich? Das Krebsrisiko scheint deutlich geringer zu sein, wie wird das Infarktrisiko eingeschätzt, ausgehend von den schädlichen Substanzen?

    Suchterzeugung:
    Falls E-Zigaretten nicht mehr oder weniger Sucht erzeugen wie normale Zigaretten, wäre es dann nicht konsequent, sie nicht mehr oder weniger streng zu regulieren, wie normale Zigaretten? (Ab 16 oder von mir aus 18 und riesige Warnhinweise und Steuer, nicht in Rauchverbotszonen, bzw normale Zigaretten nur noch in Apotheken)

    Mir kommt es so vor, als ob man die E-Zigarette hier eher mit einem Apfel vergleicht und nicht mit normalen Zigaretten.
  • Keine neue Theorie

    04.11.2013, Gunter Berauer, München
    Bei den Aussagen des Beitrags von einer neuen Quantentheorie zu sprechen, ist ein wenig vermessen. Denn alles, was in dem Beitrag als neu bezeichnet wird, ist eine direkte Folge der doch schon ziemlich alten Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik, die auch heute noch als Standardinterpretation gilt. Auch sie kombiniert schon Quanten- und Wahrscheinlichkeitstheorie - genauso, wie es der im Beitrag so bezeichnete QBismus tut. Nach Kopenhagen sagt uns die Wellenfunktion, mit welchen Wahrscheinlichkeiten bei einer bestimmten Wechselwirkung zwischen Teilen der Welt sich die verschiedenen Werte von Eigenschaften manifestieren können. Dabei ist die Art der in Betracht gezogenen Wechselwirkung bereits in der Wellenfunktion erfasst. Aus diesem Spektrum der Möglichkeiten wählt dann die Natur bei der Wechselwirkung durch den Kollaps der Wellenfunktion je einen Wert pro Eigenschaft aus, der so zum Faktum wird. Die vor der Beobachtung bestehenden Möglichkeiten als gleichzeitig nebeneinander bestehende Fakten aufzufassen, bedeutet eine Gleichsetzung von Möglichem und Faktischem, die schon immer unvereinbar war mit der Kopenhagener Deutung. Danach waren es schon immer Fehlinterpretationen der Quantenmechanik zu behaupten, Teilchen könnten sich gleichzeitig an verschiedenen Orten aufhalten, oder Schrödingers Katze sei, solange man nicht nachschaut, gleichzeitig tot und lebendig. Schon nach Bohr, Born und Heisenberg war klar, dass sich vor einer Wechselwirkung in aller Regel mehrere Möglichkeiten überlagern, Fakten aber eben nicht. So wäre es ja auch beim Lottospiel unsinnig, vor der Ziehung der Zahlen zu behaupten, man habe gleichzeitig gewonnen und verloren. Siehe dazu auch meinen Leserbrief im Spektrum 2/2013, S. 7.

    Auch war schon immer klar, dass die bei einer Wechselwirkung zwischen einem beobachteten Teil A und einem beobachtenden Teil B der Welt eine Wellenfunktion wirksam wird, die die Teile A und B verbindet, und dass deshalb selbstverständlich der Beobachter das Messergebnis (mit)bestimmt. So fungiert bei Experimenten am Spalt dieser selbst als Beobachter und engt durch seine Breite das Spektrum der Impulswerte, die sich an einem den Spalt passierenden Photon manifestieren können, mehr oder weniger ein. Auch war schon immer klar, dass bei einem menschlichen Beobachter auch seine Erwartungen eine Rolle spielen, weil er die Art seiner Beobachtung meist auch auf diese Erwartungen ausrichten wird. Also, alles nichts Neues. Und da nach Kopenhagen die Wellenfunktion nur Möglichkeiten beschreibt, ist sie natürlich auch nichts immanent Reales. Der Begriff der Wahrscheinlichkeit ist ja (das wird jeder Mathematiker bestätigen) ein abstraktes, man kann auch sagen ein transzendentes Konstrukt. Diese Tatsache äußert sich auch darin, dass man Wahrscheinlichkeiten nicht exakt beweisen, sondern nur über relative Häufigkeiten näherungsweise bestätigen kann. Auch präsentiert der QBismus keineswegs, wie im Beitrag behauptet, eine neue Wirklichkeit. Es war schon immer klar, dass das Ergebnis eines Experiments erst durch das Experiment selbst erzeugt wird und nicht schon vorher existierte. Diese Sicht wird auch z.B. von dem Wiener Professor Zeilinger bezüglich der Polarisation von Photonen immer wieder konstatiert. Man kann sogar auf Immanuel Kant zurückgreifen. Denn hätten die Objekte die beobachteten Eigenschaften a priori, dann wären sie nach Kant Dinge-an-sich. Diese könnte man aber, so Kant, wenn es sie gäbe, gar nicht wahrnehmen. Und etwas anzunehmen, was man durch nichts nachweisen kann, ist nach Kant und Popper wenig sinnvoll.

    Insgesamt gesehen muss man dem QBismus bescheinigen, dass er eine alte Kamelle ist. Positiv daran ist allerdings, dass seine Protagonisten offenbar die immer noch und immer wieder begangenen Interpretationsfehler der Quantenmechanik erkannt haben. Aus der Erkenntnis, etwas bisher falsch interpretiert zu haben, sollte man aber keine „neue Theorie“ machen wollen. Für weitere Informationen/Literatur zu diesem Thema verweise ich auf meine Webseite www.berauer.org.“
  • Auftrag des Schulsports - welche Einsicht!

    31.10.2013, Der anonyme Sportdidaktiker
    Ich finde den Beitrag wirklich ausgesprochen spannend und inspirierend. Aber an einer Stelle muss man staunen:

    "Deshalb stellten wir uns die Frage, welche Aufgabe der Schulsport hat. Dabei wurde mir erst bewusst, dass der Schulsport auch eine pädagogische Funktion hat. "

    Der Sportunterricht ist ja ein relativ gut legitimiertes Fach in der BILDUNGsinstitution Schule. Dass nun das Bewusstsein für seine pädagogische Funktion erweckt wird, ist zwar erfreulich, kann aber vor dem Hintergrund von Tonnen an Literatur zum Thema nun wirklich nicht überraschen.

    Offenbar interessante Einsichten eines Hirnforschers?
  • DM

    31.10.2013, Mathias Völlinger
    OK, das mit dem WIMPs hat jetzt wieder neue Grenzen ergeben. Was wäre denn eigentlich, wenn die dunkle Materie wirklich aus "Punktteilchen" bestünde, wie Elektronen, jedoch ohne elektrische Ladung und ohne schwache Wechselwirkung? Unbegrenzte Lebensdauer und dimensionslos in der Ausdehnung, jedoch mit kinetischer Energie und Ruhemasse und mit Phasenraumkoordinaten (Ort, Impuls), welche den Unschärferelationen genügen. Die einzige Wechselwirkung wäre dann wirklich rein gravitativ, was Einzeldetektionen praktisch gänzlich ausschließen würde. Als Gas im Kosmos würden diese trotzdem die Dynamik im Großen relevant mitbestimmen.
  • Kunststoff Recycling

    31.10.2013, Oliver D
    Schon seit vielen Jahren kämpft die Bürgerinitiative für Kryorecycling für die Umsetzung des Kunststoffrecycling-Verfahrens nach Professor Rosin. Dabei werden Kunststoffe und auch Elektronikschrott bei Tieftemperaturen gemahlen und sortenrein getrennt zur Wiederverwertung. Leider wird diese existenzielle Zukunftstechnologie durch den industriellen Komplex der Chemieindustrie und besonders der Müllverbrennung vehement unterdrückt. Spektrum.de sollte sich nicht durch deren Propaganda der Alternativlosigkeit zur Müllverbrennung und -deponierung blenden lassen, sondern das Kryorecycling diskutieren.
  • Wie sieht es anderswo aus?

    31.10.2013, Liane Mayer
    Gibt es ein "ranking" unter den Städten, wo man sich informieren kann, wie gut z. B. die eigene Heimatstadt ihren Müll managt? Vielleicht motiviert ein solches (wenn es regelmäßig aktualisiert wird) ja die Stadtväter und - mütter, diesem Problem verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen? ("wir haben uns durch Maßnahme xy vom 87. auf den 34. Platz emporgearbeitet!")
  • Viele Studien zitiert

    31.10.2013, Theodor Much, Wien
    Mein Name ist Theodor Much und ich bin der Autor des Buchs "Der grosse Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin". Das Buch wurde bei Ihnen vorgestellt, allerdings - wie ich meine - von jemanden, der sich nicht die Mühe machte, das Buch komplett zu lesen. Ich habe absolut nichts gegen eine fundierte Kritik einzuwenden, wobei mir bewusst ist, dass dieses Thema sehr unterschiedlich gesehen wird (also polarisiert), wobei Anhänger der esoterischen Scheinmedizin das Buch nicht gerade lieben werden.
    So behauptet der Autor dieser Rezension unter anderem, dass in meinem Buch wissenschaftliche Studien nicht erwähnt werden. Unsinniger kann eine Behauptung nicht sein. Ein Beispiel: Geht es um die Homöopathie, dem Flagschiff der medizinischen Esoterik, finden Sie auf den Seiten 114 bis 122 und 144 bis 146 zahlreiche ausführlich besprochene Studien zum Thema (vielleicht so gar zu viele Studien, da es ja ein Buch für medizinische Laien geschrieben wurde). Hätte der Mann das Buch gelesen, wäre ihm ausserdem aufgefallen, dass es hier auch um Esoterik geht, also um die Darstellung der Hintergründe vieler scheinmedizinischer Verfahren. Verlangt er im Ernst von mir, die Leser mit endlosen Studien zur Esoterik zu langweilen? In manchen Fällen ist es ausserdem durchaus legitim, die Leser auf den Hausverstand hinzuweisen, denn um Unsinn zu widerlegen, benötigt man manchmal keine Studien (meine Vorgangsweise bezeichnet er als "Floskeln").
    Ich bin erstaunt, dass eine wissenschaftlich orientierte Zeitschrift, die auch die Aufgabe hat, Menschen aufzuklären und sie vor unsinnigen, oftmals gefährlichen medizinischen Praktiken zu warnen, ein Buch das genau dieser Aufgabe übernimmt, derartige unseriöse Rezensionen zulässt und somit Aufklärung erschwert.
    Es wäre daher nur fair, jemanden mit einer neuerlichen Rezension zu beauftragen, der keine Sympathien für esoterische Scheintherapien (vielleicht auch Astrologie und sonstige Esoterik) aufbringt und auch bereit ist das Buch zuerst zu lesen.

    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank für Ihre Zuschrift. Auch wenn Sie in Ihrem Werk auf zahlreiche Studien zurückgreifen – mir ging es darum, dass Formulierungen wie "Untersuchungen in aller Welt zeigen", die in dem Buch häufig vorkommen, aus wissenschaftlicher Perpektive keine belastbare Argumentationsgrundlage darstellen. Aus meiner Sicht wäre es besser gewesen, stets auf konkrete Studien zu verweisen und auf deren jeweilige Ergebnisse sowie gegebenenfalls Stärken und Schwächen einzugehen.

    Mit besten Grüßen
    Julian Jakubiak
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