Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Was aber begrenzt den Schaden?

    13.04.2007, Reiner Vogels, Swisttal-Odendorf
    Herr Haid fordert Schadensbegrenzung. Mit dieser Forderung fängt das Problem aber erst an. Welche Maßnahmen sind denn geeignet, Schaden zu begrenzen? Ist angesichts der Tatsache, daß die beiden Absorbationsbänder von CO2 bei der heutigen CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre gesättigt sind, eine Reduzierung der CO2-Emission wirklich ein erfolgversprechender Weg zur Schadensbegrenzung? Sollte man die Milliarden nicht besser in die direkte Bekämpfung von Armut und Unterentwicklung stecken?

    Im übrigen hat Herr Tietz bei der Aufzählung der Interessen, die die Klimakatastrophenszenarien anheizen, eine wichtige, vielleicht die entscheidende Gruppe vergessen: Es sind die politischen Eliten überall in den westlichen Demokratien, die auf diese Weise ein wohlfeiles Argument zur Einführung aller möglichern neuen Steuern (aktuell z.B. Flugbenzinsteuer) finden und dankbar aufgreifen.
  • Frühstudium auch in Berlin erfolgreich

    13.04.2007, Dr.Uta Dobrinkat-Otte, Berlin; TU-Studienberatung
    Das von Dr. Halbritter initiiertete Modell des Frühstudiums, das wir an der Technischen Universität Berlin als Projekt "Studieren ab 16" seit dem Wintersemester 2006/07 als Angebot für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg in die Tat umgesetzt haben, fand ein erstaunliches Echo. Zum Wintersemester wurden 55 Schülerinnen und Schüler von ihren Schulen gemeldet, von denen etliche das Semester mit respektablen bis sehr guten Leistungen abschließen konnten. Das Interesse bei Schülern, Eltern, aber auch bei vielen Lehrern ist steigend.

    Wir können die Wirksamkeit dieses Modells der Begabtenförderung nur bestätigen: die Möglichkeit, die Schule zeitweilig mit dem Campus zu vertauschen, ist u. a. eine Chance für Leistungsstarke und Hochbegabte, durch sinnvolle Herausforderungen der Karriere als Underachiever zu entgehen. Die zahlreichen Anmeldungen von zum Teil sehr jungen Schülern ("zwei Klassen übersprungen, und schon langweilt sie sich wieder") sprechen hier eine deutliche Sprache.
    Gute Schüler machten bisher in Berlin traditionsgemäß wenig Schlagzeilen und wurden von Politik und Presse eher stiefmütterlich behandelt, das Projekt "Studieren ab 16" ist da hoffentlich ein deutliches Signal in die andere Richtung!

    Interessenten finden Näheres unter http://www.tu-berlin.de/zuv/asb/schueler/ab16.html.
  • Definition

    12.04.2007, Katja Ellbrunner-Thieme
    Ob Fortschritt evolutionär begründet werden kann, scheint mir von der Definition abzuhängen, von der Definition von Evolution. Auch wenn der Biophilosoph Michael Ruse meinte „Evolution geht ziemlich langsam nirgendwo hin“, scheint mir das doch mit dem eigentlichen Inhalt, der eigentlichen Bedeutung wenig zu tun zu haben.
    Wenn ich mir vergegenwärtige, was wir mit Evolution beschreiben, so ist es doch der Vergleich eines (willkürlich) gesetzten Anfangs mit einem (ebenso willkürlich) gesetzten Ende – oder einer Zwischenstation. Und dabei ist Evolution die verbesserte Anpassung an die gegebenen Bedingungen. Oder?
    Und was ist Fortschritt? Die verbesserte Anpassung an gegebene Bedingungen.
    Der Unterschied: bei der Evolution, die ohne Einfluss des Menschen passiert, geht es um den Fortbestand oder den Niedergang einer Art, auch eventuell auf Kosten einer anderen Art. Und beim Fortschritt geht es um die Verbesserung der Situation des Individuums oder einer bestimmten Gruppe auch möglicherweise auf Kosten von anderen Individuen/Gruppen. Ob dies gut ist, gebilligt werden sollte oder nicht, ist hier nicht das Thema.
    Natürlich können wir unser Leben nur in den Grenzen, die dem begrenzten Ausschnitt, der uns durch die menschlichen Sinne – direkt oder indirekt – zugänglich ist, erfahren.
    Es ist müßig über den freien Willen zu spekulieren. Ist der Wille frei, dann ist es so. Ist er nicht frei, werden wir es nie erfahren. Denn was bewahrt uns vor der Illussion, dem Trugschluss, uns könnte weis gemacht werden, wir hätten einen freien Willen! Mein unfreier Wille kann derart gesteuert sein, dass ich annehme, er sei frei.
    Das System des freien Willen – sein Vorhandensein genauso wie sein Nicht-Vorhandensein – kann sich selbst nicht prüfen, nicht als Teil des Systems. Früher führte man Gottesbeweise, bei dem mit mehr oder weniger schlüssigen Argumenten seine Existenz bewiesen werden sollte. Davon ist man nun doch schon ein Stück entfernt; aber den freien Willen glaubt man noch beweisen oder widerlegen zu können ...
    Ich denke, das sind Dinge, sind Fragen mit denen zu leben wir lernen müssen. Auch dieser Herausforderung gilt es sich zu stellen. Und das scheint mir in der heutigen Zeit eine der schwierigsten Aufgaben zu sein: Akzeptieren, dass es Dinge gibt, die außerhalb des menschlichen Erfahrungsbereichs liegen.
    Wenn die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten (seit 1958 in den USA) nach ihrer Lebenszufriedenheit fragt, darf man diese Zahlen nicht kommentarlos nebeneinander stellen, da sie eine Gesamtheit beschreiben. Lebenszufriedenheit hängt ganz sicher nicht allein vom Fortschritt ab, dieser allein macht ganz sicher nicht glücklich!
    Nach der „Logik des biologischen Imperativs“ ist die Grundvoraussetzung für Glück ein ständiger Zuwachs. Ist es dabei aber nicht so, dass wir bei einer solchen Einstellung unser eigenes Denken hinterfragen sollten. Der Wunsch nach mehr löst, wenn wir nicht alles erreichen (können), auch eine gewisse Unzufriedenheit aus. Zeigen dies nicht auch die Umfragewerte nach der Lebenszufriedenheit seit 1958?
    Natürlich lässt sich Glück an sich nicht konservieren. Aber muss es stets das Ziel sein, sich in einem Glückstaumel zu befinden? Müssen wir ständig von einem Höhepunkt zum nächsten springen? Ein Beispiel:
    Eine Zweierbeziehung beginnt fast immer mit Verliebtheit und damit verbundenen Glücksgefühlen. Nach einer gewissen Zeit weichen diese Glücksgefühlen etwas anderem, stabileren gefestigten, sofern die Beziehung von Dauer ist. Man gewinnt gegenseitiges Vertrauen, auch Gewohnheit stellt sich ein, es entwickelt sich im Idealfall Liebe zum Partner.
    Und damit ist ein Zustand der Zufriedenheit erreicht, der sehr wohl über längere Zeit andauern kann und keineswegs einen ständigen Kick braucht, um akzeptabel zu bleiben. Dieser Zustand kann Jahre überdauern.
    Wenn wir Menschen aber nur dann gut leben können, wenn wir ständige Höhepunkte und Glücksmomente suchen, dann ist es dringend nötig, dass wir unsere Lebenshaltung überdenken.
    Wir sehen Fortschritt nicht, „weil unser Gehirn dafür konstruiert ist“, wir sehen Fortschritt, weil wir gelernt haben, so zu denken. Nicht bewahren sondern die Suche nach Neuem ist unser Ziel. Nur dürfen wir dieses Ziel nicht über alles andere stellen und dabei die Lebensqualität vergessen.

    So long
    Katja Ellbrunner-Thieme
  • Contergan schlechtes Beispiel

    12.04.2007, Alexandros Bikoulis, Buckenhof
    Der Autor erklärt, wie sich Prägeformen (MIPs) auf die Arzneimittelindustrie positiv auswirken können, so z.B. zur Reinigung racemischer Gemische. Das ist sicher richtig. Auch bei dem genannten Beispiel, nämlich Contergan, könnten die MIPs wohl eines der beiden Enatiomere herausfiltern. Aber das wäre in diesem Fall nutzlos. Zwar nahm man an, dass das S-Enantiomer das Wachstumshormon VEGF in den Extremitäten der Embryonen blockierte, jedoch ist es vollkommen egal, welches dieser Moleküle die Schäden verursachte, da sich bei der Verabreichung einer Reinsubstanz (also nur eines Enatiomers) schon nach wenigen Stunden in der Blutbahn des Patienten durch Racematisierung wieder ein Gemisch beider Enantiomere ungefähr im Verhältnis 1:1,7 einstellt. Die Contergan-Katastrophe wäre auf diese Weise also nicht zu verhindern gewesen.
  • Es geht um Schadensbegrenzung!

    12.04.2007, Karl-Heinz Haid, Isny-Beuren
    Im Zusammenhang mit Klimaprognosen Karl Popper zu bemühen, geht weit über das hinaus, was man von Prognosen erwarten darf. Popper fordert auch nicht die Falsifizierbarkeit von wissenschaftlichen Theorien, sondern er stellt fest, dass sie im mathematischen Sinn prinzipiell nicht beweisbar sind, und dass wir uns mit ihnen begnügen müssen, solange sie nicht zu widerlegen sind.

    Aber bei Klimaprognosen handelt es sich nicht um wissenschaftliche Theorien, ja nicht einmal um Hypothesen, denn zu diesen müssten Experimente machbar und wiederholbar sein, die ihre Relevanz erhärten könnten. Eine Klimaprognose ist nicht mehr als eine wissenschaftlich fundierte Prophetie; aber auch nicht weniger! Und wie bei allen Prophezeiungen geht es nicht darum, wie richtig oder falsch sie sind, sondern darum, durch vernünftiges Handeln die vorhergesagten Konsequenzen möglichst zu vermeiden oder ihnen zum Durchbruch zu verhelfen. Wichtig ist auch nur, dass die Anfangswerte der ihnen zu Grunde liegenden Rechnungen stimmen, wobei der Streit darüber, wie viel daran säkulare Fluktuation und wie viel antropogen ist, ebenso müßig ist, wie der Streit wer im Kinderzimmer die Unordnung gemacht hat. Es geht ums Aufräumen!

    Dabei interessiert nicht, ob das Leben auf dieser Erde den bevorstehenden Klimawandel übersteht, und auch nicht, ob es in einigen Jahrhunderten noch Menschen – Eskimos oder Buschmänner (?) – auf Erden gibt; sondern ob es gelingt die menschliche Zivilisation zu erhalten. Dazu müssen wir uns einerseits auf allerlei Wetterkapriolen einstellen und andererseits versuchen, die Ursachen für den Wandel möglichst nicht weiter zu verstärken. Es geht um Schadensbegrenzung.

    Es ist auch letztlich nicht entscheidend, welchen Glauben wir haben, den an die zufallgenerierte Evolution oder den der Kreatonisten. Wir stecken in diesem Prozess und können höchstens unsere Handlungsmotivation daraus gewinnen, ob wir glauben, ihn beeinflussen zu können oder – im Sinne von Bewährung – ihn beeinflussen zu müssen. Natürlich können wir uns auch in unser Schicksal ergeben oder warten, bis die Propheten sich einig sind, mit welchen minimalen Einschränkungen wir möglichst ungeschoren davon kommen. Oder wir können die Dinge, die da kommen werden, mit wissenschaftlicher Akribie protokollieren um herauszufinden, wer mit seinem Computer die richtigere Prognose erstellt hat. Jedenfalls werden wir nie zum Ausgangspunkt zurück können, um zu sehen, ob es mit anderen Maßnahmen besser gelaufen wäre.

    Bei der Frage, wer von der Klima-Prognosen-Diskussion profitiert, hat Herr Titz eine wichtige Gruppe übersehen: die Geowissenschaftler! Sie haben ein fundamentales und legitimes Interesse daran, die Diskussion in der Schwebe zu halten, um Geld für neue und zur Weiterführung der bestehenden Projekte zu erhalten.
    Antwort der Redaktion:
    Entgegnung des Autors



    Popper fordert sehr wohl, dass eine Theorie falsifizierbar sein muss, damit sie dem Bereich der Wissenschaft zugeordnet werden kann. Die Klimaprojektionen selbst stellen zwar keine wissenschaftliche Theorie dar, basieren aber auf einer. Es wäre demnach sehr hilfreich, wenn sich die Projektionen überprüfen ließen. Meteorologen haben aus fehlgeschlagenen Wettervorhersagen viel gelernt - bei den Klimaforschern wird der äquivalente Prozess entsprechend länger dauern. Herr Haid vertritt die Ansicht, dass wir unser Handeln auf eine "wissenschaftlich fundierte Prophetie" gründen sollten. Doch schließen sich die Begriffe "Prophetie" und "wissenschaftlich" nicht aus?
  • Fortschritt ist messbar

    11.04.2007, Ihr Name, Wohnort
    Meiner Meinung nach gibt es sehr wohl eine objektive Masszahl für Fortschritt, nämlich die Anzahl der Freiheitsgrade jedes einzelnen von uns. Jeder Mensch und jede Gruppe von Menschen ist bestrebt, die Anzahl seiner Freiheitsgrade zu erhöhen, wobei ein Freiheitsgrad eine Auswahlmöglichkeit vor einer Entscheidung darstellt. Freiheitsgrade kann ein Beobachter im Prinzip objektiv messen und sind daher keine Illusion, die vom menschlichen Gehirn erzeugt werden.

    Als Beispiel kann man praktische jeden Aspekt menschlichen Strebens und Schaffens nennen: Nahrungssuche, Partnerwahl, Medizin, Telekommunikation, Internet, globale Weltwirtschaft. Wir können heute aus einer für Menschen vergangener Epochen unvorstellbaren Vielzahl von Nahrungsmitteln auswählen und benötigen zur Zubereitung der täglichen Nahrung viel weniger Zeit als noch vor 100 Jahren. Je weniger Zeit wir mit Nahrungssuche verbringen, desto mehr bleibt für andere Wahlmöglichkeiten.

    Dank Wort, Schrift und Internet können wir heute im Gegensatz zu früher mit sehr vielen Menschen in Kontakt treten und von deren Erfahrungen profitieren. Damit können wir Aufgaben effizienter, d.h. in kürzerer Zeit erledigen wobei wir wiederum unsere Freiheitsgrade optimieren. Auf der Suche nach einem Lebenspartner können wir mit Hilfe von allen möglichen sozialen Events, Anzeigen, Chatrooms, mit tausenden von Menschen in Kontakt treten und damit die Aussicht auf ein glückliches, erfülltes Leben entscheidend verbessern. Dank der modernen Medizin leben wir wesentlich länger, können das Leben mehr geniessen als früher. Das bedeutet auch, dass wir unsere Möglichkeiten besser realisieren bzw. ausleben können.

    Was wir als Geniessen, Lebensqualität, Freizeit usw. bezeichnen hängt direkt mit persönlichen Freiheitsgraden zusammen. Man könnte auch die Anzahl Spielzeuge unserer Kinder, die Anzahl chemischer Substanzen der Umwelt oder die Menge an gespeicherter Information nehmen, um Freiheitsgrade zu quantifizieren.

    Die subjektive Erfahrung des Fortschritts im Sinn des Anwachsens persönlicher Freiheitsgrade ist relativ. Menschen nehmen nicht ihren Zustand sondern ihre Veränderung wahr. Dabei vergleichen wir uns nicht mit Steinzeitmenschen sondern mit unseren Mitmenschen und den Möglichkeiten, die sich uns in einem Zeitraum von maximal ein paar Jahren oder Jahrzehnten bieten, z.B. bei einem Jobwechsel oder einer Partnerwahl.

    Die Menschen heute nicht wirklich glücklicher als früher, weil sich die Aussichten der Möglichkeiten nicht grundlegend geändert haben. Trotzdem will niemand freiwillig in der Steinzeit oder im Mittelalter leben, weil dies die Anzahl unserer Freiheitsgarde dramatisch beschränkt. Die Angst vor den Konsequenzen des gegenwärtigen Raubbaus der fossilen Energieträger ist primär die Angst vor der Einbusse von Freiheitsgraden, indem wir z.B. nicht mehr Auto fahren können, weil das Benzin zu teuer ist. Die Angst vor Krieg, Tod, Massenvernichtungsmittel kann ebenfalls auf den dadurch zu erwartenden massiven Verlust an Freiheitsgraden zurückgeführt werden. Auch die Vorschläge zur Eindämmung des Klimawandels zielen letztlich auf die Maximierung der Freiheitsgrade jedes einzelnen. Sie sollen auch unseren Kindern ein würdevolles und glückliches Dasein ermöglichen, so wie es auch Bill Gates formulierte.

    Fortschritts im Sinn des Anwachsens persönlicher Freiheitsgrade hat nichts mit Evolution zu tun – allenfalls mit der Entwicklung des Gehirns und den damit verbundenen Konsequenzen. Evolution wirkt über viel längere Zeiträume als Fortschritt. Mit der Vorstellung, dass die Evolution aller Spezies kein messbares Ziel hat und der erwiesene Tatsache, dass der Mensch keineswegs komplexer ist als andere Spezies gehe ich mit dem Autor durchaus einig. Dass die Welt komplexer wird ist die Konsequenz unseres Bestrebens, mehr Auswahlmöglichkeiten zu schaffen. Warum das so ist und ob es sich dabei um eine Eigenschaft unseres Gehirns handelt, ist eine andere ganz andere und sehr interessante Frage. Immerhin existieren Völker, die noch heute wie Steinzeitjäger leben. Aber selbst diese verwenden Waffen, Feuer und alle möglichen Tricks, um sich das Leben zu vereinfachen d.h. sich mehr Freiheitgrade zu schaffen.

    Dr. Marc Eberhard
    Biochemiker
  • Fortschreiten statt Fortschritt

    10.04.2007, Reinhard Müller, Erlangen,
    Prof. Voland mag Recht haben mit seiner Behauptung, "Fortschritt" sei eine Illusion, solange er sich in seinem Fachgebiet "Philosophie der Biowissenschaften" bewegt und solange er unter Fortschritt etwas positiv Bewertetes im Vergleich zum bloßen Fortschreiten versteht.
    Sollte sich die Menschheit demnächst selbst vernichten oder sollten z.B. die Insekten aus diesem oder einem anderen Grund den Siegeszug antreten, so ist in der Tat zu fragen, was an dem Experiment "homo sapiens" fortschrittlich gewesen sein soll.
    Allerdings bezieht er in seine Argumentation auch Begriffe wie "erkenntnistheoretisch", "vorfindliche Objektivität", "Welt da draußen" usw. ein und verlässt damit sein Fachgebiet.
    Ich empfehle ihm, es vollständig zu verlassen, dann wird er auch die fehlende Messbarkeit, den fehlenden "archimedischen Punkt", die vermisste Objektivität (in neuem Sinn) finden. Rezept:
    1) Ersetze "Fortschritt" durch "Fortschreiten"
    2) Streiche den Begriff "(vorfindliche) Objektivität"
    3) Übernimm die erkenntnistheoretischen Methoden der Naturwissenschaften (Experiment und Begriffsbildungen, die ein Reduzieren auf möglichst wenige Begriffe erlauben)

    Emotional nützlich wäre es auch, sich von einigen romantischen Denkgewohnheiten zu verabschieden.
    Wieso leben wir in einer "absolut farblosen Welt", nur weil sich herausgestellt hat, dass unser Gesichtsinn elektromagnetische Strahlung auswertet und dies auch noch wellenlängenspezifisch? Sind dadurch z.B. die Farben des Frühlings eine Illusion? Ist es nicht evolutionär nützlich, die Farben auch emotional zu bewerten, z.B. Rot als aufmerksamkeitsheischend, um eine Verletzung mit Blutverlust als "groß", "bedenklich" einstufen zu können?

    Wieso ist die "Welt da draußen" illusionärer geworden, nur weil sich erwiesen hat, dass der uns umgebende Raum eben nicht so simpel euklidisch ist, die Zeit eben nicht so linear dahinplätschert, ein Teilchen eben nicht unbedingt ein Gegenstand zum Anfassen ist, wie das unser Gehirn zum Zwecke der bildlichen Vorstellbarkeit gern hätte?

    Ist es nicht erstaunlich, dass wir zu einer Abstraktion befähigt sind, obwohl die Evolution uns ursprünglich eben simpel "euklidisch" ausgestattet hat (was zum Speerwerfen ja ausreicht)?

    Vielleicht ist dies ein wohlverstandener "Fortschritt", dass wir unsere Umwelt auch in tieferen Strukturen erfassen und beschreiben können, was zusammen mit der erwähnten begrifflichen Reduktion unser neues "Verstehen" darstellt? (Wohlgemerkt: Hier ist nicht von Objektivität im althergebrachten Sinn oder gar von "Wahrheit" die Rede!)

  • Was mich schockiert

    10.04.2007, Willi Kolk
    Das Ergebnis der Betrachtung von Herrn Springer ist ja einerseits tröstlich für mich - er spricht sich erfreulicherweise gegen Folter aus.
    Aber nur, weil er - sicherlich zu Recht - der Meinung ist, dass Folter kein Mittel zur Findung der Wahrheit ist.
    Man könnte ja noch einen Schritt zurückgehen und wieder die Gottesurteile einführen.

    Was mich schockiert:

    1. Gelten die Menschenrechte nicht mehr?
    "Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden."
    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

    2. Wer ist so naiv und glaubt, dass kein Missbrauch stattfinden würde - selbst wenn man eine (angeblich) enge Anwendung definieren würde - dass diese nicht durch die Machthaber beliebig interpretiert werden könnte und würde? Dass die Definitionen nicht nach aktueller Tageslage und politischen Erwägungen (wer ist uns im Weg) angewendet werden würden?

    3. Wissenschaftliche Erforschung, ob Folter der Wahrheitsfindung dient?
    Das erinnert mich an die KZ-Ärzte, die hilflose Opfer brutalen Qualen aussetzten, sie dabei gesundheitlich ruinierten oder ermordeten, um ihre Forschung am lebenden Objekt betreiben zu können. Wer behauptet das dieser Vergleich völlig aus der Luft gegriffen ist? Die eifrigen Befürworter schieben gute Gründe vor. Das haben auch die KZ-Ärzte getan!

    4. Auf welchem Weg sind wir, was ist unser Ziel? Unser Existenzrecht auf Teufel komm raus über das Existenzrecht der anderen zu stellen und jeden Widerstand bis zur eigenen Vernichtung bekämpfen?

    5. Hat die Wissenschaft noch immer nicht gelernt aus den Erfahrungen der Willfährigkeit gegenüber politischen Systemen, für die Menschenrechte nur Hindernisse des Machterhalts der politischen Führer sind?




  • Finale Weltanschauungen

    09.04.2007, Oliver Harder
    Wenn Fortschritt als eine Illusion interpretiert wird, sollte man dann nicht erst recht als Philosoph „finale Weltanschauungen“ (S. 113) wie

    << Und man wird ihn (Fortschritt) auch nicht finden weil – wie gesagt – Fortschritt der Evolution wesensfremd ist. >> (S. 112)

    als Ergebnis intellektueller Selbsttäuschung „dogmatischer Egozentriker“ (S. 109) erkennen. Vor allem weil einst gerade die bibelfesten Fortschrittsverneiner mit Folter und Feuer den vom Autor so gern zitierten Irrglauben erdscheibengetriebener Geozentrik als eben ultimative Weltsicht vertraten
  • Kein universelles Konstrukt des menschlichen Gehirns

    08.04.2007, Dr. Karl Wulff, Schneverdingen
    Der genannte Artikel von Herrn Voland und sein Kommentar haben mich sehr erstaunt. KDer Autor irrt in vieler Hinsicht:

    1. Der Begriff "Fortschritt" ist kein universelles Konstrukt des menschlichen Gehirns. Die alten Griechen und Römer sowie die Hochkultur des mittelalterlichen Islam kannten diesen Begriff nur ansatzweise, den alten Chinesen war er total fremd. In Europa wurde der Begriff des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts durch Fontenelle und Condorcet begründet, also erst relativ spät.

    2. Fortschritt entspringt nicht einem dumpfen Gefühl von Glück oder "besser gehen", sondern er ist objektivierbar.
    a). So starb z. B. der Dichter Wilhelm Hauff 1827 im zarten Alter von 25 Jahren an Typhus, einer Krankheit, die ein heutiger Arzt – falls er keinen groben Kunstfehler begeht – binnen weniger Tage auskurieren kann.
    b). Ein Schüler der Grundschule unterscheidet sich von einem Neugeborenen z. B. dadurch, dass er im Laufe seines Lebens u. a. nacheinander Laufen, Sprechen sowie Lesen und Schreiben lernte, also Fortschritte in der Entwicklung durchlief.
    c). Die 248-dimensionale Lie-Gruppe konnte kürzlich mit Hilfe eines Supercomputers berechnet werden, ein Fortschritt, von dem Herr Lie nicht einmal träumen konnte.

    3. Die Aussage, dass der H. sapiens keineswegs höher entwickelt sei als seine Primatenvettern, erweckt völlige Verwunderung. Einmal: s. die Beispiele unter (2). Zugegeben, in einem Faustkampf mit einem Gorilla hätte der H. sapiens keine Chance, mit einem 45er Colt wäre die Situation jedoch umgekehrt. Man sollte bei derartigen Vergleichen doch die Besonderheiten des menschlichen Gehirns und die daraus folgenden kulturellen und zivilisatorischen Leistungen berücksichtigen.

    4. Ernst Mayr wird von Voland missbraucht. Herr Voland sollte dessen Publikationen einmal gründlicher lesen: Mayr schreibt z. B. in einem seiner letzten Bücher "Das ist Evolution", Goldmann Tb Nr. 15349, S. 340:..."So betrachtet ist die Evolution also eindeutig mit Fortschritt verbunden...". Mayr widerspricht nur der alten These, dass "Fortschritt" die übergeordnete treibende Kraft der Evolution sei und dass also die Evolution teleologisch verlaufe.

    .

  • Fortschrittsglaube und Fortschrittsnihilismus

    05.04.2007, Peer Hosenthien; Magdeburg
    Die Begriffe Fortschritt und Entwicklung, die Herrn Professor Voland so bewegen, sind keine rein philosophischen, wir verwenden sie alle tagtäglich, ohne über ihre philosophische Bedeutung dabei nachzudenken. Deshalb ist auch die Diskussion darüber keine rein akademische. Dass Herr Professor Voland die Diskussion auf die Darwin'sche Theorie fokussiert, ist mir unverständlich, denn diese Begriffe haben darüber hinaus ihre Bedeutung. Wir sprechen von der Entwicklung des Kosmos, dem gesellschaftlichen und technischen Fortschritt, der Entwicklung von Produkten, Projekten und vielem mehr. Wenn Herr Professor Voland nur eine Attacke gegen Darwin reiten will, hat er dafür mächtig weit ausgeholt. Sein Fortschrittsnihilismus hätte aber, wenn er um sich greifen würde, erheblichere Auswirkungen auf viele praktische Lebensbereiche.

    Der Kern seiner Aussage ist für mich: wenn nicht exakt definiert werden kann, was Fortschritt ist, dann kann es auch keinen Fortschritt geben. Das Unerklärliche auszublenden ist physiotherapeutisch hilfreich, philosophisch aber recht platt.

    Der Fortschrittsbegriff ist nicht so alt, wie man annehmen sollte, im antiken, mittelalterlichen und östlichen Denken kann man ihn nicht finden. Er ist ein Produkt des europäischen Bürgertums und entstand zum Ende des Mittelalters und dem Beginn der Neuzeit. Er ist zu einem wesentlichen Element unseres Denkens und Handelns geworden, angefangen von: „Meine Kinder sollen es einmal besser haben“ bis zur „Globalisierung unserer Welt“. Dass der Begriff von Darwin auf die Entwicklung der biologischen Arten ausgedehnt wurde, ist dabei nur eine, wenn auch eine sehr interessante Facette.

    Wenn es Fortschritt gibt, muss es aus logischen Gründen auch Rückschritt geben. Wenn es Entwicklung gibt, muss es deshalb auch Rückentwicklung geben. Der Fortschritt durchzieht die Geschichte nicht als roter Faden, dem man nur weiter zu folgen braucht. Wer einen roten Faden sucht, sollte sich der Bibel oder dem Koran zuwenden, ihn aber nicht in der Wissenschaft suchen. Die Zukunft ist hier offen.

    Der Fortschrittsbegriff ist in erster Linie ein Fortschrittsglaube, er entwickelte sich aus dem christlichen Glauben heraus, basiert auf dem Selbstverständnis des Menschen als selbstständig denkendes und handelndes Wesen sowie seinem Lebenswillen und führt ihn dazu, all sein Wissen und Können zu nutzen, ein lebenswert empfundenes Leben zu führen.

    Die alten Athener sagten, dass der Mensch das Maß aller Dinge sei. Dem Frommen ist Gott das Maß aller Dinge, dem Ökonomen das Geld, dem Ökologen die Erhaltung der Natur. Was ist das Maß des Fortschritts? Es ist die alte Kant'sche Frage: was darf ich hoffen?

    Bibel, Koran und andere Heilsschriften geben darauf eine klare Antwort, die Wissenschaft kann diese nicht bieten. Wenn die Zukunft offen ist, gibt es dann gar keine wissenschaftlich begründete Antwort auf diese Frage? Wenn niemand in die Zukunft blicken kann, niemand den Stein der Weisen besitzt oder die Weltformel kennt, müssen wir dann im geistigen Chaos leben, aus dem uns nur die Religion erlösen kann?

    Gegenfrage: Wenn ich das Ziel des Fortschritts kennen würde, zu dem die Entwicklung unaufhaltsam fortschreitet, zum Beispiel zu einem Gottesstaat, dem Sieg des Sozialismus oder dem Jüngsten Gericht, warum sollte ich dann selbst noch eigene Ziele suchen, die doch dann gegen den Fortschritt gerichtet wären? Wenn ich dieses externe Ziel verinnerlicht hätte, dann wäre ich nur ein Werkzeug zum Erreichen dieses Ziels. Wenn ich es ablehnen würde, dann könnte mein Lebensziel nur der pure Genuss des Lebens sein, weitergehende Aktivitäten wären sinnlos.

    Wenn ich aber nur vermuten kann, was Fortschritt sein könnte, so bin ich immer wieder aufs Neue gefordert, mein Handeln und die Kriterien, an denen ich es messen kann, zu überdenken. Das macht meines Erachtens das Leben erst interessant und lebenswert.

    Wenn der Fortschritt nun unabhängig von unseren Wünschen ist und kein endgültiges Ziel darstellt, wie kann ich zumindest die momentane Richtung des Fortschritts feststellen? Wie vollzieht sich der Fortschritt? Wie verläuft die biologische Evolution? Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft? Fortschritt ist Methode und nicht Ziel. Bei Darwin lässt sich beim besten Willen kein Ziel der Evolution erkennen, nur die Methode wird beschrieben. Zwar ist das Ziel im Detail klar. Der materielle Vorteil des einzelnen Individuums führt zur Evolution. Für die Entwicklung der Arten selbst ist das aber nur die Methode. Das gilt in ähnlicher Form auch beim technischen oder gesellschaftlichen Fortschritt.

    Ist der Fortschritt als Methode also nur Bewegung, wie Herr Professor Voland behauptet, wenn aus der Kenntnis der Methode das Ziel nicht erkennbar ist? Wenn weder die Entwicklung des Kosmos, des Lebens auf der Erde noch der menschlichen Gesellschaft einer externen und damit göttlichen Zielstellung folgen, kann es dieses Ziel nicht geben, es sein denn, der Kosmos, das Leben als Ganzes, oder die menschliche Gesellschaft würde selbst als Wesen aufgefasst, was aber zugegebenermaßen sehr exotisch klingt. Anhänger einer solchen Theorie sind mir auch nicht viele bekannt. Der Mensch besitzt weder eine Weltseele, wenn er sich nicht selbst für Gott hält, noch kann er als Retter des Universums auftreten, einmal abgesehen von Superman, 007 und anderen Koryphäen. Er kann aber als denkendes Wesen das nächste kleine Ziel der Entwicklung erkennen, wenn auch je nach seinem Wissenstand nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit: den Aktienkurs, das Konsumverhalten, das politische Kräfteverhältnis usw. Wenn sich der Mensch nicht als Beherrscher der Welt fühlt und sich so aufspielt, weil er zu wissen glaubt, was Fortschritt ist, sondern sich als integraler Bestandteil der Welt versteht, so kann er am realen Fortschritt teilhaben und ihn nutzen.

    Problematisch wird der Fortschrittsglaube immer, wenn sich religiöse und wissenschaftliche Anschauungen in unheilvoller Weise verquicken, z.B. weil Adam und Eva am 7. Tage erschaffen wurden, sind die Menschen das Endziel der biologischen Evolution oder dergleichen mehr. Aus der Erkenntnis, dass die Menschen heute das Leben auf der Erde dominieren, kann dieser Schluss nicht gezogen werden.

    Beim Lesen des Beitrages von Herrn Professor Voland musste ich an einen Punk denken, der mir vor vielen Jahren auffiel, weil er auf den Rücken seiner schwarzen Lederjacke mit vielen Nieten den Schriftzug angenagelt hatte: FORTSCHRITT WOZU? Fortschrittsnihilismus ist hip für Menschen, die an keine eigene positive Zukunft glauben. Er gibt ihnen ein ideologisches Fundament. Nun muss ich aber zur Ehrenrettung von Herrn Professor Voland annehmen, dass er das alles nur geschrieben hat, um eine Diskussion zu provozieren.


  • Rechenscheibe

    04.04.2007, Johnn Stoehr, Kiel
    Eine Variante des Rechenstabs ist die Rechenscheibe. Diese ist nicht selten auf der Rückseite einer Parkscheibe zu finden, auch wenn sie nicht genau gearbeitet ist.
  • Die Rolle der Wahlbeteiligung

    04.04.2007, Ruedi Marti, CH-4144 Arlesheim
    Danke für den schönen Artikel, der ein neues Zuteilungsverfahren beschreibt, welches bei Wahlen, die mehrere Wahlkreise übergreifen, mathematisch beweisbar zu einem möglichst gerechten Resultat führt.


    Nützlich wäre noch die Bemerkung gewesen, dass die scheinbaren Paradoxien des Verfahrens (dass zum Beispiel eine Partei in einem Wahlkreis für 1025 Stimmen drei Sitze erhält, eine andere Partei in einem anderen Wahlkreis für 1642 Stimmen aber nur zwei Sitze) vor allem damit zu tun haben, dass das Stimmverhalten in den einzelnen Wahlkreisen recht unterschiedlich ist.


    Aus den vorliegenden Zahlen aus Zürich lässt sich zum Beispiel schliessen, dass die Wahlbeteiligung im Kreis 12 nur knapp halb so gross war wie im Wahlkreis 7-8.


    Bei einigermassen einheitlicher Wahlbeteiligung in den verschiedenen Wahlkreisen ergäben sich wesentlich weniger Probleme (und scheinbare Paradoxien) bei der möglichst gerechten doppelt proportionalen Zuteilung.


    Ein Anreiz zur eigenen Beteiligung an der Wahl bleibt jedenfalls: Es sind nur die an der Wahl Teilnehmenden, welche über die parteiliche Zusammensetzung des Gemeindeparlaments der Stadt Zürich bestimmen.


    Also: Wählerinnen und Wähler, geht an die Urne !


    Antwort der Redaktion:
    In der Tat: In Wahlkreis 12 sind insgesamt 3618 Stimmen abgegeben worden, in Wahlkreis 7–8 dagegen 11710 Stimmen. Bei Zuteilung auf Wahlkreisebene wäre also in Wahlkreis 12 ein Sitz schon für 361,8 Stimmen zu haben gewesen, in Wahlkreis 7–8 dagegen erst für 688,8 Stimmen. Da die Sitzzahlen für jeden Wahlkreis so bestimmt werden, dass sie (bis auf Rundung) proportional zur Zahl der Wahlberechtigten sind, bleibt als einzige Erklärung für dieses Ungleichgewicht die unterschiedliche Wahlbeteiligung.
  • Rechenschieber und Generationenwechsel

    04.04.2007, Dipl.-Ing. Herbert Köhler, Wien
    Danke für Ihren Artikel über den guten alten Rechenschieber. Erinnerungen werden wach an die Zeit als er noch selbstverständlich war.
    Mein Sohn wollte schon als Zehnjähriger lernen wie man damit umgeht, obwohl oder vielleicht weil er in der Zeit zur Schule ging, als manche Lehrer noch Taschenrechner verbieten wollten.
    Mit Vierzehn erlebte er dann in einer International School Unterricht am Taschenrechner; der Professor dachte - wenn schon denn schon.
    Während seine Mitschüler noch am Eintippen waren, nannte mein Sohn bereits das Resultat der kleinen Übungsrechnung und löste ungläubiges Staunen aus. Sein sliderule wurde wie ein Gerät vom Mars bestaunt. Der Professor aber änderte sogleich den Unterricht und erklärte das faszinierende Prinzip des "fremdartigen Dings" und löste große Begeisterung aus.
    Inzwischen besitzt mein Sohn eine kleine Sammlung verschiedenster Rechengeräte, die auf dem Verschieben von Skalen beruhen, in skurrilsten Ausführungen. Ich darf sie manchmal noch praktisch anwenden.

    Ihr nostalgisch träumender
    Dipl.-Ing. H. Köhler
  • Die Krone ist schon entdeckt worden

    04.04.2007, Dr. Torsten Sillke
    Es gibt auch andere Amateure, die die Krone entdeckt haben.
    Siehe die Arbeit von Willi Jeschke unter http://www.primini.homepage.t-online.de/parkettierung-7.html