Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Antwort an "Tolle Idee!"

    23.04.2016, Thomas
    Nicht Katzen sind in Europa ein Problem für die Singvögelpopulation, sondern exzessive Landwirtschaft, die den Vögeln den Lebensraum raubt. Früher gab es viele kleine Ackerflächen mit Hecken und Bäumen an den Rändern der Äcker, heute gibt es Ackerflächen bis zum Horizont, die nur durch Feldwege voneinander getrennt sind, ohne Hecken und ohne Bäume. Starten Sie mal einen Selbstversuch und stellen sich zum Sonnenaufgang in die Mitte der Äcker eines Großlandwirtschaftsbetriebes. Sie werden feststellen, dass dort Totenstille herrscht. Dann stellen Sie sich am nächsten Morgen mal an den Rand eines Dorfes (da gibt es viele freilaufende Katzen), um das sich viele Waldgebiete und kaum Landwirtschaft befindet. Sie werden feststellen, dass dort zu Sonnenaufgang ein wahres Vogelorchester zu spielen beginnt. Danach schauen Sie sich mal bei GoogleMaps das Verhältnis zwischen den kleinen Wald- und den monströsen Ackerflächen an, und Ihnen wird ein Licht aufgehen. In Australien dagegen ist die Katzenpopulation tatsächlich problematisch, da dort viele Vögel Bodenbrüter und somit leichte Katzenbeute sind. In Australien sind Katzen eine vom Menschen fremde eingeführte Art, während es in Europa z.B. schon immer Wildkatzen gab und sich die Evolution dadurch an Katzen angepasst hat.
  • oder Latein:

    23.04.2016, Dr. McBoatface
    Facies Naviculae
  • Tolle Idee?

    23.04.2016, Jorge
    Die Story von den singvögelmordenden Katzen in Europa ist eine einseitige Falschmeldung, entstanden nach dem Motto: A korrelliert statistisch mit B, also bedingt sich da was.
    Vielmehr sind die Singvögel in Europa v.a. durch den Menschen und unsere Art der Landwirtschaft und Landschaftspflege bedroht. Dazu der Vogel-Experte des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU):
    "Nur im menschlichen Siedlungsbereich sind Katzen ein ernstzunehmender Faktor, der partiell zu einem Rückgang von Vogelpopulationen führen kann. Tatsächlich steigen die Vogelbestände dort aber eher an, während sie vor allem in der Agrarlandschaft, aber auch im Wald eher abnehmen. Diese Rückgänge den Katzen anlasten zu wollen, wäre daher viel zu einfach. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt ist und bleibt die fortschreitende Verschlechterung von Lebensräumen durch den Menschen. " (Lesen Sie gerne den ganzen Artikel unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/katzen/15537.html)

    Konsequenterweise müsste man eher Selbstschussanlagen gegen Menschen aufstellen - tolle Idee??

    In Australien/Neuseeland und andernorts mag die Gefahrenanalyse für Vogelarten etc. anders sein, allerdings scheint mir die Vorgehensweise doch wenig zielführend. "Bestandskontrolle" durch Abschuss führt bei den wenigsten (zeitweise) als "Schädlingen" definierten Tierarten zu nachhaltigen Erfolgen und wird auf Dauer teuer. Bestandskontrolle durch Registrierung und Kastration wäre wohl zunächst aufwendiger, aber nachhaltiger und wird auch von Tierschutzorganisationen (denen insbesondere auch die potentiellen Beutetiere der Katzen am herzen liegen) befürwortet.
  • Besser warm als kalt !

    22.04.2016, Guido Scholzen
    Im Mittealter und zur Römerzeit war es wärmer als heute. Alpenpässe, die heute noch "beschneit" sind, waren damals eisfrei. Gleiches könnte auch fürs arktische Eis gegolten haben.
    Jetzt steuern wir eben wieder in Richtung Wärme; was soll daran schlimm sein?
    Was ist besser? Eine neue kleine Eiszeit oder eine neue Wärmeperiode?
    Da ist mir die Wärmeperiode doch lieber und das Mittelalter war klimatologisch gesehen für die Menschheit eine positive Zeit.
    Übrigens: Der Eisbär hat jede Wärmeepoche hervorrangend überstanden. und es gibt fast 3x mehr Eisbären als vor 50 Jahren.
    Diese Meldung ist ein Sturm im Wasserglas
  • Vermutlich ..

    22.04.2016, Thomas
    so etwas wie die Rayleigh-Bénard-Instabilität, oder? Wobei dort die Konvektionswalzen gegenläufig sind und sich deshalb ein etwaiges Drehmoment aufheben müsste..
    Aber wer weiß, wie so eine RB-Lösung in einem zylindersymmetrischen Problem aussieht...

  • Schwilgués Maschine

    22.04.2016, Denis Roegel
    Ich habe soeben Ihre Rezension von Bruderers Buch gelesen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf meine Artikel "A Mechanical Calculator for Arithmetic Sequences I" und II in den "IEEE Annals of the History of Computing" verweisen sowie auf "An overview of Schwilgué's patented adding machines" in Bulletin of the Scientific Instrument Society, Band 126, Seiten 16-22, 2015, welche mehr Details über die Maschinen von Schwilgué geben.
  • Tolle Idee!

    22.04.2016, X-land
    Das sollte man in Deutschland und Europa auch einführen. Zumindest während des Frühjahrs, wenn die Vögel Ihren Nachwuchs großziehen. Denn auch hier sind Katzen ein ersnthaftes Problem für die Singvögelpopulation. Nur die ignoranten Besitzer schert das nicht (ist ja "Natur" wenn die Katze einen Vogel fängt). Würden solche Fallen aufgestellt, würden die Besitzer ihre in der kritischen Zeit wohl kaum aus dem Haus lassen. Das Problem wäre gelöst.
  • Und warum?

    22.04.2016, Rokin
    Eine schöne Sache und Erklärung. Aber warum sinkt das Wasser höchster Dichte leicht horizontal versetzt ab und stößt damit die Drehung an? Ist dies Zufall? Dann müssten die beobachteten Scheiben sich gleichverteilt rechts und links herum drehen. Oder spielt etwas wie die Coriolis-Kraft eine Rolle? Merkwürdig, dass der Artikel auf diese Frage nicht zu sprechen kommt.
    Antwort der Redaktion:
    Die Coriolis-Kraft wirkt auf so kleine Maßstäbe nicht (siehe http://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/richtung-von-wasserwirbeln/). Die Drehrichtung ist wie beim Wasserabfluss tatsächlich Zufall.
  • BEEINDRUCKEND, aber

    22.04.2016, Winfreid Preußwasser
    "Computer erzeugt Gemälde aus Fotos"

    BEEINDRUCKEND, aber anders herum wäre es noch faszinierender... ein Computer, der aus Gemälde Fotos erzeugt... sicherlich auch bald möglich...

    Winfried Preußwasser
  • Unverständnis

    21.04.2016, Robert Orso
    Ich war lange der Meinung, dass für eine erfolgreiche Patentierung eine gewisse innovative Schöpfungshöhe notwendig ist. Es gab auch mal den Unterschied zwischen einer (patentierbaren) Erfindung und einer (nicht patentierbaren) Entdeckung.

    Davon scheint man ganz abgekommen zu sein. Hauptsache jemand bezahlt die Gebühr, dann kann man von Luftschlössern bis zu Lebewesen alles patentieren.
  • Was soll der Quatsch?

    21.04.2016, W.-P. Kunze
    Wo, bitte, ist der Unterschied zwischen einer Spontanmutation und der gezielten
    Deletion eines Gens durch CRISPR-Cas? Doch wohl nur in dem Zeitraum, den man benötigt bis das erwünschte Ereignis eintritt. Die Frage einer möglichen Toxizität oder anderer unerwünschter Folgen ist von der Methodik der Deletion unabhängig. Beim Einfügen fremder Gene gelten andere Zusammenhänge.
    In soweit ist die Zulassung der Pilze unbedenklich. Das gilt n u r für das gegebene Szenarium. Ein anderes erordert eine neue Bewertung!
  • Droht uns Gefahr von Robotern?

    21.04.2016, Karl Hostettler, Aadorf (Schweiz)
    Droht uns Gefahr vor Robotern?

    Es kann sehr schwierig sein, mit einem eingefleischten Informatiker über das reale Problem intelligenter Roboter und dessen Bedeutung zu diskutieren. Wenn alles von einer großen Gefahr spricht, die uns von superklugen Robotern drohen könnte, dann wird dies wohl auch eine große Gefahr sein. Schließlich: Wenn die Bibel sagt, die Sonne drehe sich um die Erde, und alle an biblische Wahrheit glauben, dass dreht sich auch die Sonne um die Erde, und Galilei, der etwas anderes sagt, gehört als Frevler auf den Scheiterhaufen! Leider sind auch wir heutigen Menschen, die Informatiker eingeschlossen, noch immer dieselben Wesen wie vor 500 Jahren.

    Bei allen Überlegungen über mögliche Gefahren, die von Robotern ausgehen könnten, wird eines nicht beachtet. Wir vergessen uns selbst. Bevor wir uns mit allfälligen Gefahren befassen, die von menschenähnlichen Robotern ausgehen könnten, müssen wir uns mit unserem eigenen Wesen befassen. Warum tun wir selbst dies oder das? Dass wir uns keine solchen Fragen stellen, darüber schüttle ich den Kopf. Denn die Antwort ist sehr leicht zu finden. Wir Menschen sind empfindende Wesen. Unsere Empfindungen geben uns Interessen vor. Sie sagen, was wir tun wollen.

    Können Roboter für Menschen eine Gefahr sein? Der Artikel sagt es klar: Natürlich können sie. Sie können wirkungsvoll gegen Feinde eingesetzt werden. Kann ein übelwollender Mensch Roboter missbrauchen, um andere zu schädigen? Das geschieht schon heute. Die Amerikaner tun es gegen die Taliban, und für die Taliban sind die Amerikaner übelwollende Menschen. Ist es auch denkbar, dass wegen eines Programmierfehlers ein Roboter durchdreht und tut, was er nicht sollte? Auch das kann ich nicht ausschließen.

    Einfache empirische Tatsachen zeigen es uns. Wir Menschen haben Interessen. Sie gründen auf unserem Erleben. Erleben ist nichts Neutrales. Wir können uns freuen, und wir können leiden. Sich freuen ist gut. Leiden ist schlecht. Das gilt, ob wir es wünschen oder nicht. Vielleicht werden wir eines Tages wissen, wie Gehirnvorgänge beschaffen sind, die mit Leid oder Freude verbunden sind. Vielleicht werden wir eines Tages Roboter schaffen können, die ebenfalls empfinden. Nur: Woran werden sie Freude empfinden, woran Leid? Die Natur lässt uns Freude an Handlungen fühlen, die unsere Lebenstüchtigkeit – jedenfalls unter den Bedingungen, unter denen wir entstanden sind – fördern, Leid unter Bedingungen, die ihr schaden. Wir haben echte Interessen, und sie helfen mit bei der Steuerung unseres Verhaltens. Wir streiten und helfen, weil wir es gerne tun! Und nun: Woran sollte der Roboter Interesse haben, was sollte in ihm angenehme, was unangenehme Empfindungen auslösen? Soll es für ihn angenehm sein, die Menschen unterjochen zu wollen? Gäbe es einen Verrückten, der dies möchte? Wenn schon, würden wir Roboter nicht eher so programmieren, dass sie uns Menschen in Treue helfen wollen? Natürlich kann ich Roboter, die uns feindlich gesinnt sind, nicht ausschließen. Ich kann nicht beweisen, dass nie ein Verrückter etwas Verrücktes unternimmt oder dass ein unvorhergesehener Fehler in einem Programm so etwas bewirkt. Aber müssen wir wirklich damit rechnen? Immerhin haben wir selbst es in der Hand, wie Roboter sein werden. Vor Robotern als Feinden habe ich wirklich keine Angst. Viel anderes fürchte ich unendlich mal mehr.

    Übrigens: Grundlage unserer Würde ist in jedem Falle das Erleben. Ich bin überzeugt, dass auch Tiere empfinden. Daher teile ich auch Tieren eine Würde zu, nicht ganz die gleiche wie uns selbst. Aber einem empfindungslosen Roboter? Was er auch immer zu denken in der Lage ist: Solange er nicht empfindet, kann man ihm auch keine Würde zuteilen. Man darf ihn versklaven.
  • Vielleicht geht's ja mit einem Doctor?

    20.04.2016, M.Ecker
    Dr. B. McBoatface könnte doch ein Kompromiss sein... ;)
  • Beweise

    20.04.2016, Jay Martin
    Gerade in diesem Wissenschaftsbereich - die Anthropologie und natürlich auch die Archäologie - sind wirkliche Beweise oftmals dünn gesät. Vieles ist immer Interpretationssache. Man arbeitet damit, wie plausibel etwas erscheint...oder eben nicht. Und oftmals werden plausibel klingende Interpretationen als Beweise vorgelegt und fast ebenso häufig - und das muss man bisweilen auch kritisieren - kritiklos durchgewunken.

    Dahingehend möchte ich zu gerne wissen, wie hoch der Prozentsatz von fehlerhaftem Wissen ist, was wir als gesichert bewiesen annehmen und in den Schulen/Unis gelehrt bekommen.

    Die Kritik hinsichtlich des möglichen rituellen Verhaltens des Homo naledi halte ich daher für absolut berechtigt. Es gibt sicherlich auch andere Gründe für die Knochenfunde in der Höhle, Gründe, die auch Anspruch auf Plausibilität haben.

    Das Auffinden der Überreste und die Deutung eines Beerdigungsritus kommen einfach viel zu schnell, als dass man davon ausgehen kann, dass hier wirklich bis zum Schluss seriös gearbeitet wurde.

    Und gerade das ist auch ein ganz großes Dilemma, in der die Wissenschaft oftmals steckt: Es müssen Ergebnisse und manchmal gar "Sensationen" geliefert werden, damit die weitere Forschung auch finanziell gesichert ist. Und das geht dann leider oftmals zu Lasten der Exaktheit. Wenn nicht gar der Wahrheit!
  • Risiko

    20.04.2016, Tom
    Die Atomindustrie hatte IMMER mit einem GAU alle rund 10.000 Jahre argumentiert. Bei etwa 400 Atomkraftwerken sind das also statistisch alle 25 Jahre.