Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Nicht die Augen schließen

    03.10.2006, Dietmar Wegner, Den Haag
    Vor langer Zeit (es war noch zu DDR-Zeiten) wurde mir gepredigt: „Von unseren Freunden (UdSSR) lernen, heißt Siegen lernen“. Hatte aber wohl nicht ganz gestimmt. Heute höre ich von Herrn Sarewitz: „Besser wäre, wir würden aus der Florida-Wahl lernen…“ wie denn nun Politik zu machen ist, nämlich unter Ausschluss der Wissenschaftler. Ich finde er sollte mit gutem Beispiel vorangehen und als Geowissenschaftler die Finger von der Politik lassen.
    Wie soll nun das neue Politikerkonzept zur Lösung von kontroversen Entscheidungen funktionieren? Nun das ist ganz einfach. Flackert eine politische Diskussion auf, wie z.B. über den Klimawandel, dann ist es besser diese ‚…einschlafen zu lassen…’ und den Politikern die alleinige Lektüre ihres Parteiprogramms zu verordnen um zu einer Entscheidungsfindung zu kommen. ‚Spektrum der Wissenschaft’ sollte dann auch so tapfer sein und wie in der Zigarettenwerbung eine Warnung auf der Titelseite in schwarzer Schrift platzieren, wie z.B.:
    "Wissen(schaft) macht konfuse,
    Wissenschaft kann der Karriere von Politikern schaden".

    Da es sich hier um die Septemberausgabe und nicht um die Aprilausgabe handelt, ist der Artikel wohl nicht als Aprilscherz gedacht. Leider! Zumindest bedient sich das ehemalige Mitglied eines Ausschusses des Repräsentantenhauses der USA (welches Ausschusses eigentlich ?) in seinem Artikel auch alter Volksweisheiten und nicht wissenschaftlicher Erkenntnisse. Nach dem Motto, steter Tropfen höhlt den Stein’ wird dem Leser ca. 8-mal eingebläut, dass wissenschaftliche Stellungnahmen die Gräben vertiefen oder wissenschaftliche Stellungnahmen grundsätzlich ungeeignet sind, um auseinanderklaffende politische Meinungen anzugleichen. Bekanntlich wird Unsinn auch nicht durch stetige Wiederholung sinnvoller - zumindest nicht in der Wissenschaft. Aber vielleicht in der Politik?
    Der Autor hat auch Recht, wenn er bemerkt, dass je nach Blickwinkel etwas anderes in den Vordergrund rückt. Die Aufgabe der Politik ist es nach meiner Meinung, basierend auf eine Zuordnung von gesellschaftlichen Erfordernissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen den richtigen Blickwinkel zu finden und nicht der Einfachheit halber die Augen zu schließen und einzuschlafen.
    Es ist, glaube ich, unumstritten, dass Wissenschaftler nicht die besseren Politiker sind. Aber man sollte nun nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten.

  • Interessant und anregend

    02.10.2006, Petra Stadler, Wien
    Sehr geehrter Hr. Meshik,
    ich finde Ihren Artikel sehr aufschlussreich, weil ich zuvor nichts über natürliche Kernreaktoren gehört habe. Durch den Unterricht in meiner Schule habe ich einiges Wissen über Radioaktivität und Atomspaltung erlangt und fand dies sehr interessant. Durch Zufall bemerkte ich Ihren Artikel, welcher mich jetzt sogar weit gehend dazu anregte, das Thema "Natürliche Kernreaktoren" als Schwerpunkt meiner Vorreifeprüfung zu wählen.
    Schreiben Sie weiterhin solch nette Artikel.

  • Unbrennbares Methan

    28.09.2006, H. Sextl
    "Feuer spielen dagegen nur bei starken El-Niño-Ereignissen wie 1997/98 eine größere Rolle, als in Indonesien große Sumpfwaldflächen über Monate hinweg brannten oder zumindest kokelten und dabei CH4 ausdünsteten."
    Gut zu wissen, daß Methan nicht brennt! Oder schleicht es sich etwa an den Flammen vorbei?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Sextl,



    selbstverständlich ist Methan brennbar, doch kann das Gas auch entstehen, wenn organisches Material nur unvollständig verbrennt - etwa bei der Verkokung oder Schwelung von Stein- oder Braunkohle, Torf und Holz. Dementsprechend können die Methanwerte in der Atmosphäre durch ausgedehnte Schwelbrände in indonesischen Sumpfwäldern wie 1997/98 tatsächlich ansteigen. Gleichzeitig wurde durch diese Feuer auch verstärkt Kohlenmonoxid freigesetzt. Die in der Luft vorhandenen OH-Radikale reagierten nun bevorzugt mit diesem Gas und nicht mehr mit dem Methan, sodass dies den Abbau des CH4 in der Atmosphäre zusätzlich verzögerte und dessen Konzentration weiter ansteigen konnte.



    Mit freundlichen Grüßen


    Daniel Lingenhöhl


    Redaktion spektrumdirekt
  • Unwissenschaftliche Schlussfolgerung

    27.09.2006, Hans Roßmanith
    Nur wenn nachweislich unbelastete Umgebungen vorliegen, kann auf Angst vor Umweltgiften als Ursache von körperlichen Beschwerden geschlossen werden. Wenn in belasteter Umgebung in Unkenntnis der Situation nicht über Beschwerden geklagt wird, heißt das nicht, dass keine Beschwerden vorliegen. Beschwerden, für die man keine Ursache kennt und die nicht zur Arbeitsunfähigkeit führen, werden vom Arzt häufig als psychosomatisch eingestuft, und wer will das schon. Da geht man lieber nicht zum Arzt und hofft, dass die Beschwerden wieder verschwinden.
  • Evolutionsbiologie

    25.09.2006, Professor Dr. Hans-Johann Glock
    Zu "Evolution - Wissenschaft statt Schöpfungsglauben" (Rezension)

    Dreesmanns Rezension von Kutscheras Buch ist informativ. Umso seltsamer ist seine Rede von kreationistischen "Erklärungen, die etwa die Vogelevolution widerlegen und Beweise für das zeitgleiche Leben von Menschen und Dinosauriern liefern". Denn natürlich "widerlegen" bzw. "beweisen" diese Traktate gar nichts, sie geben nur vor, es zu tun.
  • Neue Christenverfolgung ?

    24.09.2006, Reinhard Lehmann
    Zu "Evolution - Wissenschaft statt Schöpfungsglauben" (Rezension )

    Ja, die bösen Kreationisten wagen es mal wieder, das Evangelium nach Charles Darwin zu hinterfragen.
    Aber sind die "Evolutionwissenschaftler" wirklich so wenig von ihren eigenen Forschungsergebnissen überzeugt, dass ein paar Kreationisten da Muffensausen verursachen können? Meine Auffassung von wissenschaftlichem Arbeiten ist, dass auch Gegenargumente Argumente sind, auch wenn sie aus der Bibel kommen. Die EvolutionsTHEORIE ist eine Arbeitshypothese für Systematik und keine Religion. Wie endet das Ganze? Sozialdarwinismus.
  • Das Kind mit dem Bade ausschütten

    22.09.2006, Dr. Karen Kastenhofer, Augsburg
    Das von Daniel Sarewitz aufgegriffene Thema ist allemal eine Diskussion wert: Wie stehen Wissen, Werte und Politik zueinander und wie soll die Gesellschaft in ihrem Kontext zu Entscheidungen gelangen? Ich kann der Analyse des Autors in groben Zügen zustimmen:
    Die Wissenschaft ist als Instrument der gesellschaftlichen Streitschlichtung oder -klärung meist unzureichend und politische Auseinandersetzungen lassen es an Werte- und Interessenstransparenz erheblich mangeln. Die daraus abgeleiteten Folgerungen erscheinen mir allerdings dennoch "das Kind mit dem Bade auszuschütten": Sarewitz scheint sich trotz aller Wissenschaftsskepsis nach sterilen, pseudoobjektiven Bedingungen zu sehnen, wenn er fordert, dass Wissenschaftler ihre politische Position deklarieren oder "Schweigezeiten" einhalten sollten und Wissenschaft erst nachträglich in Entscheidungsprozesse einbezogen werden solle. Diese Ideen erscheinen mir als eine Umkehrung der bereits als gescheitert erkannten Versuche der Wissenschaft, Werte vollständig auszuklammern um dahinter verborgene objektive Wahrheiten freizulegen. Hier soll umgekehrt Wissen ausgeklammert werden, um Werte und Interessen greifbarer zu machen. Allerdings ist eine solche Isolation von Werten einerseits und Wissen andererseits unmöglich, wie der Autor eingangs selbst anmerkt. Darüber hinaus fehlt in kritischen Situationen auch schlicht die Zeit, um erst nach ausführlicher Diskussion ohnehin nicht zu vereinbarender Interessen mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der faktischen Rahmenbedingungen zu beginnen. Wir müssen uns wohl damit zufrieden geben, dass komplexe gesellschaftliche Entscheidungssituationen nicht delegiert werden können - weder an Wissenschaftler, noch an Politiker, noch an Kirchen oder andere normative Instanzen. Sie alle können nur Beiträge liefern, die die Gesellschaft als Ganzes ihrer Eigenverantwortung nicht entbinden mit Mut, Integrität, Kompromissbereitschaft und Expertise Probleme zu thematisieren und Entscheidungen zu treffen. Die Diskussion um kluge Prozesse, die solches ermöglichen oder zumindest wahrscheinlicher machen, stellt dabei selbst eine Baustelle dar, die unverdrossene Weiterbearbeitung lohnt.
  • Firlefanz

    22.09.2006, Dr. Gerhard A. Hergesell, Feucht
    Beim Lesen dieses Artikel finde ich im Zusammenhang mit dem Experiment von Otto von Guericke das gar nicht so harmlose Wort "Firlefanz".
    Nun sollte man mit solchen Wörtern erst dann um sich werfen, wenn man den Zusammenhang gut zu Ende gedacht hat, und daran, so scheint mir, fehlt es hier ein wenig.

    Da wird erstens behauptet, laufe "auf dieselbe Zugkraft hinaus", wenn man die eine Halbkugel "festbindet" und die andere von doppelt so vielen Pferden ziehen lässt, "wie er [Guericke] wusste". Es könnte sehr wohl sein, dass es Guericke "wusste" (oder ahnte ?), aber die Grundlagen der Newton'schen Mechanik sind erst von Newton (1643-1727) so richtig einleuchtend hingeschrieben worden, und Guerickes bestenfalls "viertelsgebildetes" Publikum "wusste" es 1657 (!) sicher nicht. Wie wehrt man sich gegen den Zwischenruf "Du musst von der anderen Seite auch ziehen" - man macht die Versuchsanordnung "schön" symmetrisch, pfeift auf die relativ brandneue Lehre von Kraft und Gegenkraft und bietet keine Angriffsfläche. Das nennt man im Allgemeinen "Didaktik" und nicht "Firlefanz".

    Zum Zweiten handelt man sich beim "Festbinden" ein handfestes technisches Problem ein. Woran "festbinden" und womit? Riskieren, dass eine Mauer eingerissen wird? Oder dass sich die Verankerung löst? Wir haben hier nicht das Zeitalter des Stahlbetons und der Verankerung von technischen Experimenten in der Tiefe des (wie nachgiebigen ?) Bodens. Es ist 9 Jahre nach dem 30jährigen Krieg, da halst man sich doch kein unnützes (groß-?)technisches Problem auf, wenn es anders auch geht. So etwas heißt "Versuchsökonomie" und auch nicht "Firlefanz".

    Ansonsten habe ich den Artikel mit viel Gewinn und Vergnügen gelesen und lese derartige Artikel immer wieder gerne.

    Antwort der Redaktion:
    Da Henning Genz, der Autor des Essays, verstorben ist, versuche ich mich an seiner Stelle an einer Stellungnahme.

    In der Tat liest man das Wort "Firlefanz" zunächst unweigerlich als "überflüssiges Beiwerk" und kommt erst im Verlauf der Lektüre dahinter, dass das so wörtlich und so abwertend nicht gemeint sein kann. Für Genz ist "ohne Firlefanz" eine Vorbedingung von "schön"; aber aus dem Kontext wird klar, dass mancher Firlefanz sogar notwendig ist: Herr Foucault konnte sein Pendel samt Publikum ja schlecht an den Nordpol schaffen, auch wenn die Physik sich dort in viel reinerer Form gezeigt hätte.
    Niemand kreidet es einem Künstler an, wenn die technischen Mittel seiner Zeit ihm nur einen unvollkommenen Ausdruck seiner Ideen erlauben. Deswegen wäre auch Herr Genz nicht auf die Idee gekommen, Herrn Guericke einen schlechten Physiker zu schimpfen (auch wenn bei Ihnen der gegenteilige Eindruck aufgekommen ist). Eine "schöne" Demonstration des Vakuumeffekts mit heutigen Mitteln sähe sicherlich anders aus.
    Dr. Christoph Pöppe
  • Unsinnige Forderung

    21.09.2006, Dr. Franz Peter Schmitz, Lüneburg
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    zu der Forderung im Titel des Beitrags von Daniel Sarewitz einige Anmerkungen:

    1. Wissenschaftler sind wie alle anderen Bürger ein Teil der Gesellschaft. Was ist das für eine unsinnige Forderung, dass ein Teil der Gesellschaft sich aus der Politik heraushalten soll? Welche anderen gesellschaftlichen Gruppen sollen sich anschließend noch heraushalten? Vielleicht Journalisten?

    2. Auf welcher Basis sollen Politiker ihre Entscheidungen treffen? Sollen dabei wirklich wissenschaftliche Erkenntnisse ausgeklammert werden? Mir graust bei dieser Vorstellung.

    3. Die Forderung, dass Politiker Entscheidungen treffen, und dass danach Wissenschaftler herangezogen werden sollten, um diese Entscheidungen umzusetzen, hat schon etwas Ideologisches. Hatten wir solch eine Situation nicht in Deutschland vor 1945?

    4. Das Beispiel mit dem Problem bei der US-amerikanischen Präsidentenwahl 2000 ist als Beleg für die aufgestellte Forderung völlig abstrus. Die Probleme entstanden nicht durch Wissenschaftler, sondern durch die Verwendung eines Abstimmverfahrens, das infolge technischer Mängel zu nicht eindeutigen Ergebnissen führte. Die Verwendung dieses Verfahrens beruhte auf einer Entscheidung der Politiker, und hinterher versuchte man unter Zuhilfenahme von Wissenschaftlern, das Problem zu lösen, was nicht gelang. Ist das nicht eine Widerlegung der Forderung des Autors (vgl. Anmerkung 3)?

    Mit freundlichen Grüßen
  • Altersfragen

    20.09.2006, H. Schiller / Hannover
    die Lösung des Mathematikerinnen-Rätsels mittels "normaler" Matrizen-Elimination finde ich etwas enttäuschend.

    Aufgrund der im speziellen Fall vorliegenden Symmetrie lässt sich das Problem eleganter(?) angehen:

    1) Summe aller Gleichungen :2 ergibt unmittelbar die Summe aller Alter zu 85.

    2) Diese Gleichung a kann man reihum auf jeweils gleiche Weise mit den gegebenen Gleichungen b1,...,b4 verrechnen und erhält direkt die einzelnen Alter als (3bi-a)/2.
  • Noch einfacher

    20.09.2006, Karl Bednarik
    Hallo an alle,

    man kann solche Systeme dann einfacher verstehen, wenn man kleinere Teile von diesen betrachtet.

    Der kleinste Teil davon ist ein verhungernder Mensch.

    Also:

    Viele Menschen verhungern.
    Wir liefern ihnen Essen.
    Das ruiniert ihre Bauern.
    Dieser Missstand frisst sich deshalb fest.

    Lösung A:

    Na klar, dann lassen wir eine Menge Leute verhungern, um diesen Missstand zu beseitigen.

    Nicht gerade human, aber vielleicht funktioniert es.

    Lösung B:

    Oder wie Bob Geldof beim ersten Live Aid sagte:

    Ich denke nicht politisch, ich gehe einfach hin und helfe diesen Leuten.

    Etwas humaner, und momentan funktioniert es.

    Freie Entscheidung:

    Suchen Sie es sich in Ruhe aus, wie wir vorgehen sollen.

    Lösung C:

    Wenn die Kindersterblichkeit ausreichend hoch werden sollte, dann wären alle Ernährungsprobleme der überlebendenden Restbevölkerung automatisch gelöst.

    Lösung D:

    Der Kannibalismus löst gleichzeitig das Ernährungsproblem und das Übervölkerungsproblem.

    Ich wünsche allen Beteiligten viel Spaß damit.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Bednarik
  • Fragwürdige Gutmenschen

    19.09.2006, Gunter Tannhäuser
    Als studentischer Praktikant in einem Land der Dritten Welt war ich seinerzeit empört, dass mein Chef, ein Gesundheitsminister, die Hilfen von UNESCO und anderen Organisationen gegen Kinderkrankheiten als Neo-Kolonialismus ablehnte.

    Sein Argument: Erst sollten die Industrieländer ihre Grenzen für Exporte aus seinem Land (insbes. Agrarerzeugnisse in die EG und USA) öffnen, um Arbeitsplätze im Land zu schaffen. Dann den Fond für ein Rentenversorgung schaffen und helfen, das Schul- und Ausbildungssystem zu verbessern - und erst dann die Gesundheitsvorsorge.

    Denn bislang ist Säuglings- und Kindersterblichkeit das einzige wirksame Mittel gegen Überbevölkerung, wenn man keine (Stammes-) Kriege will - dem herkömmlichen Regulativ dafür. Oder man sorge mit einem Rentenversicherungssystem dafür, dass Kinder zur Altersversorgung nicht mehr nötig sind.
    Aber jetzt mit Gesundheitsprogrammen die Überbevölkerung anzuheizen, ohne Rücksicht auf die hoffnungslosen Zukunftsaussichten der so Überlebenden, sei nur eine Strategie, die Länder der Dritten Welt vom Willen der Industrieländer noch abhängiger zu machen.
    Über sentimentale Bildbotschaften mit verhungernden Kinder konnte er nur bitter lachen, als Methode, Dominanz und Ausbeutung auch noch als moralisch überlegen zu vermarkten.

    Klingt grausam. Aber ist die Naivität der Gutmenschen unseres Kulturkreises nicht ebenso fragwürdig?
  • Abstand absolut

    14.09.2006, Hubert Stroehle
    Spannend wäre zu erfahren, welche Abstände denn durchschnittlich tatsächlich gemessen wurden zwischen Radfahrer und Autofahrer. Laut STVO muss der Abstand ausreichend sein, was deutsche Gerichte abhängig von der Differenzgeschwindigkeit bei 1,50-2,00 m sehen. Auch das Bundesverkehrsministerium bestätigt diesen Wert auf Anfrage. Diesen Wert allerdings kann man in der Praxis eher selten als häufig erleben.
    Antwort der Redaktion:



    Sehr geehrter Herr Stroehle,



    der Abstand des Überholers hing auch vom Abstand des Fahrradfahrers zum Straßenrand ab:

    Bei 25 Zentimetern zum Rand lagen zwischen Radfahrer mit Helm und Auto im Mittel 1,38 Meter, ohne Helm 1,46 Meter. Hielt Walker zum Straßenrand 1,25 Meter Abstand, überholten ihn die PKW mit durchschnittlich 1,12 Meter (mit Helm) bzw. 1,19 Meter (ohne Helm). In jedem Fall aber zogen sie immer mit weniger als 1,50 Meter vorbei - wie man es ja auch hier meistens erlebt.



    Mit besten Grüßen



    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Literaturhinweis

    12.09.2006, Werner Schulze, Bielefeld
    Im Kasten "Autor und Literaturhinweise" auf Seite 49 wird fälschlicherweise beim letzten Hinweis der Band 100 angegeben statt "Proceedings of the National Academy of Sciences USA, Bd. 98" (PNAS 98).
  • Erratum

    12.09.2006, Werner Schulze, Bielefeld
    Auf Seite 87 heißt es "Die Konzentrationen werden meist in parts per billion oder parts per trillion gemessen", also in milliardstel oder billionstel, nicht aber in billiardstel, Anteilen.