Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Aggressivitätsvergleich

    15.06.2015, Steffen Seidel
    Hunde spiegeln nur den Menschen wider. Als dieser sein ungebundenes Leben aufgab und sesshaft wurde änderte dieser auch sein Verhalten. Er wurde territorial bezogener und entwickelte eine ausgeprägte Hierarchie.
    Hunde sind gegenüber ihren freien Verwandten, den Wölfen, viel aggressiver als untereinander. Genau wie bei den Menschen, wo sesshafte aggressives Verhalten gegenüber Nomaden zeigen. (Ist bereits in der Bibel dokumetiert: Kain = Bauer, Abel = Hirte. Kain erschlug den Abel.) Heutige Beispiele finden sich genug.
    Bei einem Vergleich der Aggressivität sollte aber auch untersucht werden, wie sich beide Arten verhalten, wenn sie auf Artgenossen treffen, die nicht zum gleichen Rudel gehören.
  • Deutschsprachiges Buch über Spinosaurus und seinen Entdecker

    15.06.2015, Ernst Probst
    Literatur zum Thema: Ernst Probst: Der rätselhafte Spinosaurus. Leben und Werk des Forschers Ernst Stromer von Reichenbach. GRIN-Verlag, München 2015
  • Domestizierungen

    15.06.2015, Steffen Seidel
    Domestizierungen könnten auch bei anderen Tierarten weit früher, als bisher angenommen, üblich gewesen sein. Nach einem Bericht, an den ich mich erinnere, (wohl bereits mehr als 15 Jahre her) hat man eine 20.000 Jahre alten Pferdekiefer gefunden. Dieser wies an den Zähnen Abnutzungserscheinungen auf, die (zumindest heute) nur bei Pferden auftreten, die überwiegen in Ställen und/oder sehr kleinen eingezäunten Weiden leben. (Evtl. haben sie aus Langeweile mit den Zähnen geknirscht. Eine genauere Ursachenvermutung wie das Tragen einer Kandarre wurde möglicher weise gegeben, ist mir aber nicht mehr geläufig.)
  • Pantheist und Platoniker

    15.06.2015, Paul Kalbhen
    Meines Wissens haben weder Albert Einstein noch Werner Heisenberg das jüdische beziehungsweise christliche Gottesbild übernommen, sondern sich als Pantheist beziehungsweise Platoniker bezeichnet. Während Einstein freilich einem deterministischen Denken anhing ("Gott würfelt nicht") - trotz Erklärung des elektrischen Photoeffektes -, hat Heisenberg das Kausalitätsprinzip Kants verneint und den Begriff der Akausalität in der Quantenphysik geprägt.
  • Indoeuropäer mit starker patriarchaler Prägung

    15.06.2015, Walter Weiss, Kassel
    Was scheren uns Überlegungen und blanke Fantasierereien aus uralter prähistorischer Zeit, was scheren uns Parallelfantasien über Primaten unserer Zeit - wo doch in Gestalt der nun endlich wissenschaftlich anerkannten und bestätigten uns zeitlich viel näher liegenden alteuropäischen Kultur die Art und Weise menschlichen Zusammenlebens bekannt ist, die Jahrtausende funktioniert hat, OHNE auf einer wie immer gearteten Paarbeziehung zu beruhen? Der dann allerdings durch die von Norden und Osten eindringenden Indoeuropäer mit überaus starker patriarchaler Prägung unter Mord, Vergewaltigung und Versklavung ein gewaltsames Ende bereitet worden ist - und erst seit DAMALS gibt es die Paarbeziehung!

    Übrigens: Auch in der indoeuropäischen 'Kultur' hat es, wie die Sprachwissenschaft der Indogermanistik weiß, eine Vorstufe gegeben, die einer Matrifokalität entsprach - bis dieser Vorstufe von testosterongeschwängerten Männern auch sprachlich ein Ende bereitet wurde: Das sprachlich aus dem gemeinsamen Geschlecht von Mann und Frau ausgegliederte Femininum erhielt die Wortendung eines Neutrums, also einer Sache, an der man Eigentumsrechte hatte und die handelbar war.
  • Ethik

    15.06.2015, Mo
    Ich wage kaum darüber nachzudenken, welche Qualen man den Tieren zugefügt hat, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Es ist eine Schande, wie der Mensch mit allem umgeht, was sich nicht wehren kann.
    Warum muss der Mensch alles beherrschen und wissen wollen? Wir werden doch nicht unsterblich und wenn wir aufhören würden, die Umwelt zu vergiften und unseren Stress zu reduzieren würde es viele Krankheiten nicht geben.
  • Überschaubarer Genpool macht es möglich

    15.06.2015, Walter Weiss, Kassel
    Warum entgeht dem Verfasser ein ausschlaggebend wesentlicher Gesichtspunkt (dessen Beachtung indessen den Artikel wohl überflüssig gemacht hätte): Alle von ihm dargestellten Mutationen, die sich durchgesetzt haben, fanden in einer Umgebung statt, die nur aus einer durchaus überschaubaren Anzahl von Menschen bestand, so dass sich die neu erworbenen Eigenschaften sehr schnell in den relativ kleinen Gruppen ausbreiten konnten, wozu mitunter ganz wenige Generationen ausreichten. Heute indessen bei den Millionen und Milliarden von Menschen, die gewissermaßen neben einem Individuum mit dieser Mutation existieren, versinkt die gute Eigenschaft alsbald spurlos in dem unendlich großen Genpool. Es gibt zwar weiterhin ständig Mutationen, nur haben sie nicht die geringste Chance, sich zu verbreiten.
  • Blaue Augen und helle Haut

    15.06.2015, W. Paarmann, Rosdorf/Atzenhausen
    In diesem Artikel wird die Hellhäutigkeit und Helläugigkeit unter den Europäern als eine relativ junge Neuerwerbung durch Mutation hingestellt. Hellhäutigkeit stellt einen großen Selektionsvorteil in höheren Breiten dar, da sie eine bessere Ausnutzung der vergleichsweise geringen UV-Einstrahlung während der kühleren Jahreszeit zur Vitamin-D-Produktion in der Unterhaut ermöglicht. Das würde tatsächlich ihre schnelle Ausbreitung in der Population bewirken. Andererseits ist davon auszugehen, dass der Neandertaler, der Jahrhunderttausende unter Eiszeitbedingungen im Norden überlebte, entsprechende Anpassungen besaß. Es gibt Hinweise darauf, dass die Neandertaler hellhäutig und blauäugig waren. Auch an der Übernahme von Neandertalergenen in die Population der modernen Europäer sind sich die Forscher heute weit gehend einig. Sie illustrieren die Titelseite Ihrer Märzausgabe 2003 mit dem Porträt eines blauäugigen Neandertalers, um auf den Beitrag: "Ursprung der Menschheit" hinzuweisen. Eine Vermischung der beiden Arten (Unterarten?) dürfte nur in begrenztem Umfang erfolgt sein. Der Selektionsvorteil dürfte dann aber relativ schnell zur Verbreitung der Pigmentarmut geführt haben. Im Übrigen wird unsere Evolution so lange weitergehen, wie es uns als Art gibt, wobei sie aber immer auf der Ebene von Populationen stattfindet.

  • Jagdverhalten der Säbelzahnkatzen

    15.06.2015, Steffen Seidel, Leverkusen
    Nach den vorherigen Leserbeiträgen ist der Artikel schon ein Jahr alt. Da ich meine Informationen aus einer etwa gleichaltrigen (Ausstrahlung im deutschen Fernsehen) Fernsehsendung habe und der Artikel neu beworben wird, hier meine Informationen:

    Die Säbelzahnkatzen waren vom Körperbau her Lauerjäger und abgesehen vom Anspringen der Beute eher schwerfällig. Sie konnten weder ihre Beute hetzen noch konnten sie brauchbar sprinten. Sie mußten sich verstecken können, bis ihnen die Beute beinahe vors Maul lief, zum Beispiel an einer Wasserstelle. Wegen ihrer Größe war das nicht leicht. Wenn es nicht gerade eine Felsengruppe gab (wohl eher sehr selten), brauchten sie einen dichten Baumbestand als Sichtschutz. Bei einem Klimawandel, der zu einer Versteppung führte, geschah zweierlei:

    Erstens, es gab keinen Sichtschutz mehr, und die potenziellen Beutetiere entdeckten die Katze zu früh und konnten flüchten.

    Zweitens, die Säbelzahnkatzen benötigten sehr große Beutetiere. Als diese abwanderten (oder verhungerten, weil ihre Nahrungspflanzen dem Klimawandel um Opfer fielen), konnten sie nicht auf kleinere Beutetiere ausweichen. Die waren zu schnell und zu wendig. Außerdem hätten die Säbelzahnkatzen sehr viele davon erbeuten müssen. (Heute würde wohl ein Größenvergleich zwischen Elefanten und Gnus passen.) Die Energiebilanz wäre katastrophal, das heißt, die Säbelzahnkatzen wären auch dann verhungert.

    Die Säbelzahnkatzen konnten wegen ihres Körperbaues keine langen Wanderungen durchhalten und wegen ihrer Größe und dem bei einer Wanderung (bis zur nächsten Versteckmöglichkeit) enormen Energieverbrauch benötigten die Säbelzahnkatzen regelmäßig Nahrung. Diese konnten sie im freien Gelände aber nicht erbeuten. Soweit noch kleine Refugien erhalten blieben, fanden die Katzen zudem keine Paarungspartner mehr.

    Wenn die Versteppung rasch voranging, sind auch die Säbelzahnkatzen rasch ausgestorben. Auch ohne dass ihnen irgend ein Humanoide zu nahegekommen wäre.
  • "Gegenkreuzzüge"

    14.06.2015, Tim
    Die beiden Weltreligionen sind schon vorher aufeinandergeprallt, nämlich während der Islamischen Expansion im 7. Jahrhundert, die ja keinesfalls gewaltfrei und ohne Gewaltexzesse ablief. Die griechisch-christlichen Regionen der Mittelmeerküste fielen im 7. Jahrhundert, Spanien im 8. Jahrhundert an die Araber.

    Die christliche Kreuzzüge waren daher aus Sicht des Abendlandes bereits "Gegenkreuzzüge".
  • Wird ja immer esoterischer hier:

    14.06.2015, Rene Macon
    "Wittmann widersteht der Versuchung, das Bewusstsein ausschließlich als Resultat von Körperfunktionen zu deuten."

    Wo soll das Bewusstsein denn sonst herkommen? Etwa vom großen, fliegenen Spaghettimonster?
  • Entdeckung oder Erforschung?

    13.06.2015, Stefan Bartilla
    "Die ersten Spuren, dass die Kraft des Wassers strategisch eingesetzt wurde, entdeckte der Forscher für die Zeiten des Achtzigjährigen Kriegs, als die Niederlande sich die Unabhängigkeit von Spanien erkämpfen wollten."

    Der Satz liest sich ein wenig, als ob hier etwas "Neues" entdeckt worden wäre, das Phänomen der Kriegführung mit Wasser in den Niederlanden als solches war aber immer schon bekannt und wurde jetzt offenbar näher erforscht.

    Berühmt ist vor allem der erfolgreiche Entsatz von Leiden aufgrund des Durchstechens von Deichen. Es gibt dazu auch mehrere zeitgenössische Bilder:
    http://nl.wikipedia.org/wiki/Beleg_van_Leiden_(1573-1574)


  • Zitatenachschub

    12.06.2015, Christian Bänninger
    Reichlich Frischfutter für all die zahllosen Einstein-Zitierer, die sich bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten mangels eigenem Denk- und Formulierungsvermögen massenweise mit dessen angeblichen "Sprüchen" um sich zu schmeissen bemüssigt fühlen.
  • Eventuell

    12.06.2015, Lutz Jansen
    liegt die Zahl von 20.000 Tieren zur Jahrhundertwende für Herdentiere schon sehr nah an dem, was die Biologen als genetischen Engpaß (oder Bottleneck) bezeichnen. Wenn man die toten Tiere genetisch untersuchte, wird man möglicherweise feststellen, das sehr viele von ihnen aus einigen wenigen Vorfahren vor 20 Jahren hervor gingen.
  • Tja..

    11.06.2015, Qing
    manchmal erstaunt man, wie eine bloede Idee wie diese umgesetzt werden kann. Die Dichte der Reifen, der Schwermetall-Gehalt usw. waren doch nicht fremd von Wissenschaftlern! Ah, sorry, Politiker treffen Entscheidungen, nicht Wissenschaftler.