Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Grundlagenforschung?

    22.10.2017, Elmar Bodet, Solingen
    "All diese Befunde zeigen, dass Kalorie nicht gleich Kalorie ist."

    Dieser Satz steht bereits in Pollmer/Fock/Gonder/Haug 'Prost Mahlzeit' von 1994/2001! Selbstverständlich können sich ganze Wissenschaftszweige der Pflege von falschen Konzepten widmen.

    Was in dem oben stehenden Artikel sorgfältigst vermieden wurde, ist die Frage nach dem Warum der Fettleibigkeitsepidemie. Hierzu jüngst erschienen: Lustig 'The hacking of the american mind', Untertitel: The science behind the corporate takeover of our bodies and brains. Einen zusammenfassenden Beitrag dazu gibt es auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=EKkUtrL6B18&t=23s
  • Künstliche Intelligenz

    22.10.2017, Roland Schröder
    Erfreulich, dass der Sammelband "Was sollen wir von künstlicher Intelligenz halten?" darauf hinweist, dass wir nicht aufhören sollten, selber zu denken. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Überlegenheit der künstlichen Intelligenz vor allem in der Schnelligkeit und der Kapazität der Systeme liegt und nicht in der Genialität oder der Kreativität.
  • Verständnisfrage

    22.10.2017, Pollo Asado
    Lieber Herr Lingenhöhl,

    so ganz verstehe ich die Herleitung ja nicht: selbst, wenn die Zapfenmuster 100% gleich sind, muss doch allein der Augenabstand für verschiedene Bilder sorgen? Außerdem: meint Symmetrie in diesem Fall Spiegelsymmetrie (die Gegenüberstellung von "d" und "b", sowie "3" und "E" legt das nahe)? Im letzteren Falle müsste ja wohl noch ein weiterer Fehler vorliegen, da "normalerweise" die binokulare Sehrinde beide gleich ausgerichteten, aber leicht um den Augenabstand verschobenen Bilder zum dreidimensionalen Gesamtbild verrechnet. Wäre eines davon "seitenverkehrt", müsste das von der Sehrinde erst "umgedreht" werden. Möglicherweise könnte das sogar funktionieren. Es gab ja schon erfolgreiche Experimente mit per Optik vertauschem Oben/Unten, an das sich das Gehirn auch gewöhnt hat.
    Die Augendominanzplastizität ist mir bisher nur bekannt im Zusammenhang mit Amblyopie, wenn nämlich in der "kritischen Phase" der Entwicklung der Sehrinde das schwächere Auge "abgeschaltet" wird - oder eben, bei künstlich induzierter erneuter "kritischen Phase" (nach Richtungskorrektur der Augen) wieder "angeschaltet", also die Dominanz eines einzelnen Auges aufgehoben werden kann. Ist es tatsächlich so, dass bei gleich funktionalen Augen beim Lesen das Bild eines der beiden ausgeblendet wird? Davon habe ich bisher nichts gelesen.

    Freundliche Grüße,
    Pollo Asado

    P.S.: folgend dem Artikeltext müsste im letzten Satz "Asymmetrie" durch "Symmetrie" ersetzt werden.
    Stellungnahme:
    Lieber Pollo Asado,

    das ist eine gute Frage, die die Forscher selbst noch nicht beantworten können: Sie haben ja erstmal nur einen Zusammenhang zwischen der Asymmetrie/Symmetrie der Zapfen und der Ausbildung einer Dyslexie entdeckt - und wie man diese mit Lichtblitzen womöglich abmildern kann. Alles weitere müssen wohl erst neue Studien klären.

    Und danke für den Hinweis - ich bessere das aus.

    Viele Grüße
    Daniel Lingenhöhl
  • Wohl bisher unterschätzter Einfluss genetischer Faktoren

    21.10.2017, sherfolder
    Wenn die Autoren schreiben, dass bereits ein Überschuss von 50 bis 100 Kilokalorien pro Tag die Körpermasse um ein bis drei Kilogramm pro Jahr und über die Dauer eines Jahrzehnts zwischen 10 bis 30 Kilogramm erhöhen kann, was für einen Einfluss haben dann erst genetische und andere individuelle, biochemische Faktoren auf die Stoffwechselaktivität und damit auf die Gewichtskontrolle, wie es durch die Ergebnisse der Studie aus dem Jahre 1986 nahegelegt wird, bei der Unterschiede von bis zu 500 kcal (!) gefunden wurden.

    "bei den Hazda ist eben nicht (nur) der Grundumsatz gleich hoch wie bei Durchschnittsamerikanern, sondern der gesamte Energieumsatz (Grundumsatz plus Leistungsumsatz). Obwohl sich die Hazda wesentlich mehr bewegen als Durchschnittsamerikaner, setzen sie insgesamt nicht mehr Kalorien um als diese"

    Das war für mich das Überraschendste, was ich im Zusammenhang mit Ernährungsphysiologie seit Langem gelesen habe. Das wirft ja praktisch alles über den Haufen, was bisher an vermeintlich gesichertem Wissen zu diesem Thema in der medialen Öffentlichkeit zu erfahren war: dass Sport in Bezug auf Gewichtsreduktion eine eher untergeordnete bis vernachlässigbare Rolle spielt.
    Diese Nachricht muss ich jetzt erstmal verdauen …
  • Überproportionale Grösse

    21.10.2017, Anton
    Hat dieser Zahn - so wie immer abgebildet - überhaupt existiert? Wenn ja, dann ist er hinderlich statt nützlich gewesen.
    Stellungnahme:
    ja, er existierte so, wie Fossilien zeigen. Diese langen Zähne waren allerdings auch nicht besonders bruchfest, vermutet wird daher, dass sie wie ein Dolch genutzt wurden. Die Tiere töteten nicht mit dem Biss, sondern durch Aufschlitzen...
  • Punctuated equilibria?

    21.10.2017, Carl Strutinski
    Da ich mich selbst mit dem Thema Evolution befasse, kann ich mich den in diesem kurzen Beitrag gemachten Annahmen nur anschließen. Dazu möchte ich noch einige erläuternde Bemerkungen machen. Die graduellen Verbesserungen will ich nicht in Abrede stellen, bringe sie aber immer mit sich verändernden äußeren Umständen in Verbindung. Wenn diese Umstände sich nur ganz langsam, also über geologische Zeiträume, verändern, bleiben die Arten zumindestens äußerlich unverändert. Das ist auch der Grund, weshalb es in der Geologie "Leitfossilien" gibt. Sie zeichnen sich über große Räume und Zeiten durch Formbeständigkeit aus, die es uns ermöglicht bestimmte Gesteinsformationen über weite Gebiete miteinander zu vergleichen und ihnen anhand dieser Leitfossilien dasselbe Alter zu erteilen. Es sollte hinzugefügt werden, dass es sich meist um Millionen von Jahren handelt, die in der Geologie zwar kurze Zeitspannen sind, aber biologisch betrachtet doch lange Zeiten der relativen Ruhe und Beständigkeit darstellen.
    Ändern sich nun die äußeren Umstände relativ schnell, kommen all diejenigen Gene zum Einsatz, die sich "in rudimentärer Form" schon verändert hatten, wenn denn die Veränderung der Anpassung an die neuen Umweltbedingungen dienlich ist. Daraufhin finden dann "plötzlich" (das kann aber auch Jahrtausende oder sogar länger dauern) die radikalen Veränderungen statt. In der Entwicklungslehre ist diese Auffassung, der ich mich anschließe, als "punctuated equilibria" bekannt. Sie wurde von den Amerikanern Gould und Eldredge in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgestellt, ist aber immer noch nicht allgemein akzeptiert. Die großen Massenextinktionen und anschließenden Neuentstehungen von Arten lassen sich aber sehr gut durch dieses Modell erklären.
    Ich kenne die Stammesgeschichte der Rhagovelia-Gattung nicht, also kann ich auch nicht beurteilen, weshalb sie ihre "neue" Eigenschaft entwickelt hat. Denkbar wäre eine schnelle Veränderung ihrer gewohnten Lebensumstände an Ort und Stelle oder aber die Annahme, die Gattung sei aus einem anderen Gebiet eingewandert und musste sich ohnehin an die veränderten Umweltbedingungen anpassen. Die Annahme, dass Arten sich kontinuierlich verändern, um sich immer besser an die Umwelt anzupassen, die noch Darwin vertrat, scheint den tatsächlichen Bedingungen und Beobachtungen nicht zu entsprechen.
  • Randbemerkungen zum Thema

    21.10.2017, Carl Strutinski, Saarbrücken
    Ein in vielen Hinsichten aufschlussreicher Artikel, gut mit Beobachtungen untermauert.
    Es hängt immer auch von uns selbst ab, wie leicht wir es den Herstellern von "processed food" machen, beziehungsweise wie schwer wir uns damit selbst tun. Ich habe oft den Eindruck, unsere Lebensmittelgroßkonzerne möchten am liebsten, dass uns durch Gesetz untersagt wird, noch selbst was in unseren Gärten zu produzieren oder Waldfrüchte und Pilze in Wald und Wiese zu sammeln. Das scheint schon dergestalt von unserer (Konsum)Gesellschaft verinnerlicht worden zu sein, dass viele Menschen es "uncool" finden, wenn man auf Pilzsuche geht.
    In anderer Hinsicht: dass das Gehirn so viel mehr Energie nötig hat als unsere Muskeln, klingt doch beruhigend. Sollten wir nicht vielleicht auch nach dem Motto leben: Denke dich gesund???
    Es ist mir in diesem Zusammenhang schon immer aufgefallen, wie oft mich der Hunger packt, wenn ich ein gutes Buch, ganz gleich ob schöngeistige oder wissenschaftliche Literatur, lese. Zum Unterschied von langweiligen Gesetzestexten, beispielsweise. Nun habe ich eine Erklärung dafür. Vielen Dank!
  • 14C

    21.10.2017, Gottfried Heumesser
    14C alleine scheint bei so alten Funden nicht unbedingt das Wahre zu sein, wenn etwas solange im Seewasser gelegen ist. Da wären andere Datierungsmethoden interessant. Aber da es offenbar keine Stratigrafie gibt dürfte man da im Dunklen tappen. Bis vor kurzem ging die Kalibration von 14C ja nur bis 30ka, jetzt bis 50ka. Würde den Ergebnissen daher nicht unbedingt zuviel Gewicht zumessen.
  • Einfachere Methode

    21.10.2017, Liane Mayer
    Wenn die Augen einander "in die Quere kommen", wie im Artikel beschrieben, warum dann nicht einfach ein Auge schließen und nur mit dem anderen lesen? Man kann die Augen ja auch abwechselnd zum Zug kommen lassen, nur halt nicht beide gleichzeitig. Räumliches Sehen wird beim Lesen ja ohnehin nicht gebraucht. So könnte man leicht und ohne finanziellen Aufwand feststellen, ob die Leseschwierigkeiten wirklich nur an den Augen liegen oder nicht.
  • Psychologische Wirkungen

    21.10.2017, Dirk Braun
    Reale Studie (vereinfacht):
    - bodennahe(<1m) Fluginsekten
    - in Schutzgebieten
    - Flachland in D
    positive Effekte
    - Stickstoffgehalt
    - Pflanzenvielfalt
    negative Effekte
    - Ackerfläche
    - Waldfläche
    - Baumvielfalt

    Psychologische Wirkungen:
    - in "großen Teil Deutschlands"
    - "belegt endlich auch anekdotische Berichte..etwa der heute sauberen Autoscheiben" [die ca.1m über dem Habitat schweben]
    - "vieles [was nicht genannt werden darf] deutet" auf
    -- Monotonisierung [Studie: "200m radius better predicted insect biomass than elements at 500 and 1000m radius"]
    -- Überdüngung [Studie:"nutrient-rich grasslands, margins and wasteland containing 43% more insect biomass than nutrient-poor heathland, sandy grassland, and dunes.]
    - Erfindung von: "Wie die Studie in "PLoS One" zeigt, schlägt dies bis in die meist zu kleinen Naturschutzgebiete durch, die vom Gifteintrag entweder direkt betroffen sind oder deren Arten sich über die ausgeräumte Feldflur nicht mehr verbreiten und austauschen können"
    - "bunt blühenden Ackerrandstreifen" [Studie: keine Farben erfasst; die meisten Insekten in der Zielgruppe sind Pflanzenesser und keine Blütensauger]
    - Bericht über "viele Verbraucher [die] nach billigen Lebensmitteln [verlangen]" und so vermeiden das zu viel teure Ackerflächen, die Insekten nicht fördern, für deren Lebensmittel gebraucht werden
    - Bericht über die Rolle der Kleingärtner, die in der Studie über Insekten in Schutzgebieten völlig ignoriert wurden

    Zusammengefasst könnte eine Studie, die die Auswirkungen von der Existenz einer realen Studie mit nachlesbaren Aussagen messen würde, zu dem Ergebnis kommen, dass es allenfalls eine Zahl aus so einer Studie schaffen würde bekannt zu werden und ansonsten lediglich vorher gelernte Vermutungen sprudeln ließe, die sich sehr stark am ästhetischen Naturschutz orientieren.

    Die ästhetischen Themen, die Kommentatoren anstelle der Studie für relevant hielten:
    "Rasen mähen"/"Flüchtlinge"/"sexy Insekten"/" Millionenbeträge an Politiker"/"übermächtige Lobby"/"Ordnungswahn der Hausbesitzer"/"allherbstichen Anblick"/"Verstromung von Biogas"/"Mobilfunksignale"/"social media" und "mein Vorgarten der Schandfleck"
    deuten stark auf eine ästhetische Abneigung gegenüber zu artenreichen Studien, die eine Zahl unnötig verkomplizieren, hin.
  • Gewichtszunahme ungleich Fettzunahme

    21.10.2017, Henry Jesuiter, München
    Ich bin ja sonst nicht so der Das-wissen-wir-längst-Typ, aber in diesem Fall: Das man bei erhöhter Kaloriezufuhr bei gleichzeitig intensivem Sport zunimmt, hätte Ihnen jeder Kraftsportler der letzten 100 Jahre erzählen können. Darauf beruht ja in gewissen Sinn der gesamte Kraftsport (nicht zu verwechseln mit Bodybuilding)! Der Unterschied ist doch aber: Zu welchen Teilen besteht die Massezunahme aus Muskeln und zu welchen Teilen aus Fett? Darauf geht der Artikel leider nicht ein.

    Der Verweis auf die Jäger und Sammler des Hazda-Volkes ist dabei leider nur bedingt hilfreich. Denn das deren Ruheumsatz nicht wesentlich anders ist, als der des durchschnittlichen Amerikaners ist zumindest für mich nicht sonderlich überraschend (überraschend hätte ich tatsächlich eher das Gegenteil gefunden). Interessant wären hier eher Dinge wie Beweglichkeit, Reaktionsvermögen, Zustand der Gelenke et cetera. Also die Dinge, die durch das Treiben von Sport viel stärker beeinflusst werden, als nur der Kalorienumsatz.

    Leider wird der Artikel meines Erachtens so leicht falsch verstanden: Sport ändert den Kalorienverbrauch nicht/kaum, und wäre daher nicht wichtig. Aber das wäre ein Trugschluss, denn Beweglichkeit, Reaktionsvermögen und gesunde (weil durch Muskeln geschützte) Gelenke helfen bis ins hohe Alter gesund zu bleiben. Eine gesunde Ernährung hilft dabei natürlich ebenfalls, aber nicht eben sicher nicht allein.
    Stellungnahme:
    Sehr geehrter Herr Jesuiter,

    bei den Hazda ist eben nicht (nur) der Grundumsatz gleich hoch wie bei Durchschnittsamerikanern, sondern der gesamte Energieumsatz (Grundumsatz plus Leistungsumsatz). Obwohl sich die Hazda wesentlich mehr bewegen als Durchschnittsamerikaner, setzen sie insgesamt nicht mehr Kalorien um als diese - das ist ja der Witz der ganzen Geschichte. Das erscheint zunächst natürlich völlig kontraintuitiv, und die Mechanismen dahinter sind auch nur ansatzweise verstanden. Ein weiterer Artikel zum Thema, ebenfalls in Spektrum der Wissenschaft (SdW) 11/2017, streift dieses Problem. Demnach hält der Organismus den gesamten Energieumsatz bei erhöhter körperlicher Aktivität ungefähr konstant, indem er Energie von anderen Prozessen abzieht (etwa Entzündungen, Ausschüttung von Geschlechtshormonen und Wundheilung) und indem er in Ruhephasen tiefer entspannt (beispielsweise tiefer schläft).

    Die medizinisch positiven Wirkungen von Sport, auf die Sie völlig berechtigt hinweisen, stehen außer Zweifel. Die beiden Artikel in SdW betonen das ebenfalls mehrfach. Sport hilft aber nur bedingt bei der Gewichtsreduktion, wie die Daten belegen.

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch!

    20.10.2017, Siegfried Marquardt
    Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch!
    Wie die TV-Medien am Donnerstag, dem 19.10. und am Freitag, dem 20.10. berichteten (siehe rbb aktuell, rbb zibb, ARD Tagesschau,….) hat der Bestand an Insekten in den zurückliegenden ca. 30 Jahren seit 1989 beängstigend um 75 Prozent (!!!) abgenommen, wie Umweltforscher vom NABU mit anspruchsvollen und mühevollen Methoden herausfanden. Dass ist nicht nur schlechthin eine alarmierende Meldung und ein Alarmzeichen, sondern stellt bereits eine Umweltkatastrophe dar, wenn dies manchem auch nicht so bewusst sein sollte! Man kann es ganz knapp auf den Nenner bringen: Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch! Die Insekten spielen nämlich im ökologischen Gesamtsystem eine imminent wichtige Rolle, beispielsweise bei der Bestäubung der Blüten von Nutzpflanzen mit Pollen, so dass diese erst zum Blühen angeregt werden. Aber auch die Vögel sind vom massenhaften Insektensterben direkt betroffen, weil die Insekten für Vögel als Futter fungieren. So sind bereits 50 Prozent der Vogelarten ausgestorben. Wenn die Insekten schätzungsweise in den nächsten 10 Jahren aussterben sollten, falls nicht augenblicklich gegengesteuert wird, dann sieht es mit dem Speiseplan des Menschen und der Nutztieren ganz mager mit Obst und Gemüse und anderen Früchten aus. Das Problem der gravierenden Reduzierung der Insekten ist dabei durch den Menschen selbst verursacht worden: Überdüngung der Felder mit Gülle, die Verwendung von Pestiziden und anderen Unkrautvernichtern, überdimensionierte Monokulturen soweit das Auge reicht und die Verschmutzung der Umwelt mit CO2 und Methan, um nur einige negative Faktoren zu benennen. Dies sollte unbedingt Anlass zum sofortigen Handeln sein! Sukzessive sollten unbedingt die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und endlich die alternativen Energieerzeuger und Energieträger, wie Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke effektiv und voll zum Einsatz gelangen! Dazu sind so schnell wie möglich die Stromnetze auszubauen (und nicht nur für Bayern) und effiziente Energiespeicher zu entwickeln. Auf zig Quadratkilometer von Monokulturen sollte überhaupt verzichtet werden und unbedingt zum Ökolandanbau bundesweit übergegangen werden. Die Felder sollten mit natürlichen Düngemittel (Stichwort tierischer Mist) gedüngt werden. Ansonsten sitzt der Mensch bald wieder auf den Bäumen, um die Arbeit von Insekten zu erledigen (siehe China).
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  • Vogelrückgang

    20.10.2017, Wolfgang Hirsch
    Die Landwirtschaft ist meiner Meinung nach nur bedingt für den Rückgang der Singvogelpopultion verantwortlich.
    Angeblich sollen täglich 1 Million Vögel von Katzen getötet werden. Diese nehmen ,wie auch die Rabenvögel in Deutschland überhand. Rabenvögel sind nunmal Raubvögel und begeisterte Nesträuber. Nicht zu vergessen, das viele Vögel auch von Windrädern erschlagen werden. Dies betrifft viele Zugvögel, welche auf den Weg in ihre Winterquartiere an diesen Windrädern vorbei müssen. Viele schaffen dies nicht.
    Hier stehen die Grünen in einer für mich bedeutsamen Verantwortung, welche u.a. die Reduzierung von Rabenvögeln verhindern, aber den Abschuss von Wölfen in D befürworten. Ich finde eine bessere Recherche zu diesem Thema wäre angebracht gewesen und sich nicht nur auf die Aussage von sogenannten Tierfreunden zu verlassen.
    Ein beständiger Leser von Spektrum ( kein Landwirt)
    Stellungnahme:
    Sehr geehrter Herr Hirsch,

    zum Thema "Katzen und Vögel" finden Sie sicher einige Artikel von mir auf der Seite - z.B.:

    http://www.spektrum.de/wissen/schaden-katzen-unserer-vogelwelt/1356773

    Und zum Thema Windräder:

    http://www.spektrum.de/kolumne/windkraft-im-wald-mehr-schaden-als-nutzen/1392939

    Das nur in aller Kürze ;-)

    Viele Grüße
    Daniel Lingenhöhl
    Red. Spektrum.de
  • Nahrungsindustrie vielleicht.

    20.10.2017, Ben Bracht
    Es ist gut und schoen, dass hier Ernaehrungswissenschaftler forschen und zu neuen Erkenntnissen kommen und diese dann wissenschaftlich untermauern.
    Aber wer sich einfach nur die Veraenderungen bezueglich des Ernaehrungserwerbs und Einflussnahme von Grosskonzernen auf die Nahrungserzeugung in den letzten 30 Jahren anguckt, kann doch selbst sehr schnell darauf kommen, wie eine 'gesunde' Ernaehrung aussieht.
    1. Vermeidung aller industriell erzeugten Nahrung > processed food. [Diese ist hochgradig minderwertig und heutzutage mit Zucker angereichert, usw.]. Don't do it.
    2. Verfuegbarkeit der Nahrung 24/7/365 macht es halt einfach mal eben schnell was zu sich zu nehmen. Don't do it.
    3. Die immer noch propagierte Nahrungspyramide ist falsch. Zu viele Kohlenhydrate, Verunglimpfung von Fetten. Don't believe it.
    4. Eine Zuckerindustrie die mit Methoden der Zigarettenindustrie Menschen zu Zuckerjunkies macht. Kick their asses.
    5. Kein Esssen aus der Mikrowelle. Don't do it.

    Nur was man langfristig richtig macht fuehrt zum Erfolg.

  • Jetzt /= Jetzt?

    20.10.2017, Berniyh
    "Abstrakter formuliert: Es existiert keine Hyperfläche der Gleichzeitigkeit in der Raumzeit, auf die sich alle Beobachter einigen könnten. Beharrten wir auf unserer Intuition, dass tatsächlich nur das "Jetzt" real ist, dann gäbe es keine eindeutige Realität – weil das "Jetzt" des einen Beobachters möglicherweise nicht das "Jetzt" des anderen ist."

    Ich sehe eigentlich keinen Widerspruch darin ein allgemeingültiges "Jetzt" im Rahmen der Relativitätstheorie zu definieren, auch nicht zu zwei Zeitpunkten.
    Was man hingegen relativ betrachten muss sind die Zeitabstände bzw. Zeitmessungen zwischen diesen beiden Zeitpunkten. Diese können natürlich unterschiedlich sein.

    Unter Strich wäre ein allgemeines "Jetzt" aber natürlich ein sehr abstraktes Gebilde.