Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Erfreulich

    05.03.2006, Kronberg
    Na das ist doch einmal ein erfreulicher Artikel zu dem Thema.
  • Fadenwickel!

    02.03.2006, H. Schiller / Hannover
    Es mag in einem Wissenschaftsjournal ja (selbst-)schmeichelhaft und daher verlockend sein, schon unseren Altvorderen mathematisches Verständnis an-zu-vermuten.

    Aber vielleicht hat ja irgendein Minoer nur entdeckt, dass es "nett" aussieht, wenn man einen Zeichenstift an einem Faden im Kreise führt, und sich der Faden währenddessen um den Stift aufwickelt...

    Warum denn in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah!
  • Archimedische Vorläufer

    02.03.2006, Horst Wetzel
    Liebe Redaktion,
    was ist so schwer an einer archimedischen Spirale?
    Bis auf den Innenbereich lässt sie sich ähnlich wie ein Kreis mit einem Fadenzirkel zeichen. Wird bei einem Kreis in der Mitte eine dünne Nadel verwendet, ist es bei der Spirale ein Stab, dessen Umfang der Abstand der Spiralenlinien ist. Auf den Stab wird bei jeder Umdrehung eine Umfanglänge Faden auf- bzw. abgewickelt. Die Mitte wird besser, wenn sich der Faden auf den Stift aufwickelt, mit dem man zeichnet. Dann bleibt das Zentrum weiter eine dünne Nadel. Der Umfang des Stiftes ist dann das Maß für den Abstand. Herr Papaodysseus glaubt doch nicht, dass mir das als ersten aufgefallen sein sollte!
    Mit dem Teppich ist auch eine Konstruktionsmethode angedeutet. Schon als Kind habe ich dünne Würste aus Plasteline gerollt und zur Spirale gewickelt. Damals kannte ich den Herrn Archimedes noch nicht!
    Freundliche Grüße
  • Archimedische Vorläufer

    02.03.2006, Dr.med.Dipl.Ing. J. Reinhardt
    So kompliziert, dass man Schablonen bräuchte, ist die Konstuktion einer Spirale welche r=at heißt, nun auch wieder nicht.
    Man nehme einen Stab mit gewünschtem Durchmesser und wickle davon eine Schnur ab, an deren Ende der Schreibstift befestigt ist.

    Mit dem Durchmesser des Stabes wird natürlich a festgelegt.
  • West-Nil-Virus

    01.03.2006, Dr. Berthold Häßlin
    Hallo Herr Osterkamp,

    meines Erachtens hat Ihr Artikel die Frage nicht beantwortet, weshalb das West-Nil-Virus in Europa sich unter Menschen weit langsamer ausbreitet als in Amerika. Welche Vögel sind in Europa davon befallen? Hat die Culex-pipiens-Mücke in Europa andere Präferenzen als den Menschen und als vom Virus befallene Vögel?

    Mit freundlichen Grüßen

    Antwort der Redaktion:
    Hallo Herr Häßlin,



    die wahrscheinlichste Antwort: Sicher ist sich niemand, warum das Virus in Europa nicht so recht zum Zuge kommt - das Forschungsfeld scheint derzeit sehr im Fluss. Die Autoren des vorliegenden Artikels halten wie viele Kollegen eine Mischung verschiedener Faktoren für entscheidend - denken aber, dass die drei bislang am häufigsten angeführten und diskutierten Hypothesen weniger bedeutsam sind als vermutet.



    Man beobachtete etwa zum ersten, dass in Nordamerika verbreitete Stämme des Virus in amerikanischen Corvus-brachyrhynos-Krähen virulenter sind als europäische Viren und zog daraus den Schluss, dass die Viren auch für Menschen gefährlicher sein könnten. In wichtigen Überträgerarten wie Passer domesticus, dem Haussperling, stimmt dies so aber nicht, bemäkeln die Autoren.



    Zum Zweiten scheinen amerikanische Vogelarten eine geringere Immunität gegenüber den Viren zu haben. Damit vergrößert sich vielleicht der Pool infektiöser Virenreservoirs des Kontinents gegenüber Europa. Hier merken die Autoren aber an, dass große Populationen junger Vögel, die noch keine Immunität erworben haben dürften, sowohl in Europa als auch in Amerika auftreten.



    Zum Dritten gibt es Indizien dafür, dass die nordamerikanische Überträgermücken-Version von Culex pipiens eine Hybridform aus europäischen C. pipiens (die häufiger Vögel sticht) und C. molestus (die häufiger an Menschen saugt) ist - und dann vielleicht häufiger zwischen den Wirten wechselt und dabei Viren überträgt. Die Autoren führen aber an, dass dann nur in Gebieten, in denen die mögliche Hybrid-C.-pipiens auch wirklich der Überträger ist, eine höhere Gefährdung der Menschen zu beobachten sein sollte. Tatsächlich sorgen im Westen Amerikas West-Nil-Viren, die dort durch die nicht hybridisierte Culex tarsalis übertragen werden, auch für Sorgenfalten bei Epidemiologen.



    Bei C. tarsalis und amerikanischer C. pipiens korrelieren aber der sommerliche Blut-Vorliebenwechsel und die in ihren Verbreitungsgebieten größere Epidemiegefahr - in Europa ist beides nicht zu beobachten. Die Forscher vermuten dennoch einen bislang unterschätzten Hintergrund und spekulieren (ohne einen echten Kausalzusammenhang durch Experimente herausarbeiten zu können), dass der zeitlich koordinierte, kontinentweite Wirtswechsel zu der höheren Intensität der Epidemie beitragen muss.



    Ganz befriedigend und mit letzter Sicherheit können demnach die von ihnen gestellten Fragen also derzeit wohl nicht beantwortet werden - sodass ein wenig Rätsel bleibt.



    Mit freundlichen Grüßen

    Jan Osterkamp
  • Vogelgrippe

    22.02.2006, Martina Haiden
    Die ganze weltweite Grobfahrlässigkeit betreffend dieser völlig falsch verstandenen Vogelgrippe ist grundsätzlich ein Thema für den globalen Tierschutz und dessen Organisationen und hat mit Killerviren oder Viren als solches NICHTS zu tun.
    Massentier- und Menschenhaltung muss jetzt weltweit verboten werden! Die "Jagd nach dem Killervirus" gibt dem noch dumm gehaltenen, angsterzogenen und unaufgeklärten Menschen automatisch die Erlaubnis, Tiere ohne Regel und Recht kaltblütig umzubringen. Und alles nur deshalb, damit die Geflügelfleischpreise wieder in die Höhe kommen.
  • Methode?

    21.02.2006, J. Paulus
    Angesichts der heutigen Möglichkeiten (Mitochondrien-DNA-Analyse, linguistische Forschung) erscheint es mir überholt, bei solchen Fragen allein kunstgeschichtliche Merkmale heranzuziehen, zumal auch die innerhalb Europas geborgenen Funde aus der gleichen Epoche große Unterschiede aufweisen. Eine "wissenschaftlichere" Herangehensweise ist mir daher deutlich lieber.
  • Beunruhigende Infolücken der Ämter!

    20.02.2006, Barbara Freitag
    Unsere zwei Kinder von toten Vögeln oder gefundenen Federn fernzuhalten, ist ja schon schwierig genug, aber über ein Amt verlässliche Infos zu bekommen, grenzt an ein schier unlösliches Problem!

    Heute Morgen habe ich beim Veterinäramt in Gotha angerufen, um mich über eventuelle Gefahren über unseren Kater und Hund zu informieren.

    Keine panische Aktion - lediglich fachliche Informationen wollte ich bekommen.

    Die erste Aussage der Beamtin, der Kater sei ja schließlich kein Vogel und könne sich nicht anstecken, erschien mir schon - gelinde gesagt - merkwürdig! Ich hatte mich stets über die fehlenden Flügel gewundert ...

    Außerdem sei nur ein direkter Kontakt für eine Übertragung gefährlich. Dass sich unser Kater recht gerne über Geflügel hermacht, schien der guten Frau nicht im Rahmen der Möglichkeiten zu liegen.

    Ich mag mir nicht gerne ausmalen, dass diese Menschen mit der Aufgabe betraut sind, uns zu schützen und informieren.

    Herzliche Grüße
  • Augen/Augenbrauenabstand (im Forum)

    20.02.2006, Julia
    Ich bin auf der Suche nach der Antwort auf folgende Frage:
    Ist der Abstand zwischen Auge und Augenbraue bei Südeuropäern anders als bei Mitteleuropäern?

    Gibt es Studien über die Augen bzw. deren Sitz im Gesicht? Es geht explizit um Unterschiede innerhalb Europas.

    Vielen Dank für Tipps und Hinweise!
  • Vogelgrippe

    17.02.2006, H. Schiller / Hannover
    "EU-weites Einfuhrverbot für Geflügel aus den von der Vogelgrippe betroffenen Ländern" dies zusammen mit der Tatsache, dass ja nun auch Deutschland zu den "von der Vogelgrippe betroffenen Ländern" gehört - müsste ja bedeuten, dass Deutschland kein Geflügel mehr exportieren darf.

    Oder gilt das Einfuhrverbot nur bezüglich der EU-Außengrenze; und innerhalb kann Risikomaterial munter hin und her ge-Schengen-t werden?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Schiller,



    in der Tat beschränkt sich ein EU-weites Einfuhrverbot zunächst auf die Außengrenzen der Europäischen Union. Die Europäische Kommission hat jedoch bereits am 15. Februar auf die Vogelgrippefälle in Deutschland reagiert und Vorsichtsmaßnahmen erlassen. Darunter fällt zum Beispiel die Errichtung einer Schutzzone von drei Kilometern um die toten Tiere sowie einer Überwachungszone von zehn Kilometern. In der Schutzzone ist jeder Geflügeltransport mit Ausnahme zu den Schlachthöfen verboten, in der Überwachungszone dürfen Wildvögel nicht mehr gejagt werden.



    Mit freundlichen Grüßen



    Andreas Jahn


    Redaktion spektrumdirekt
  • Leonardo Da Vinci

    15.02.2006, Beck
    Sehr geeehrte Damen und Herren,
    der Artikel ist super.
    Weiter so,
    wünscht Ihnen
    Herr Beck (Klasse 9).
  • Infra- Ultra- und anderer Schall

    13.02.2006, Reto E. Koenig
    Sehr geehrter Herr Jan Osterkamp,

    Sicherlich bin ich der n-te, der Sie auf diesen 'Fehler' hinweisen will...

    Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Fledermaus (außer beim Flügelflattern) keinen Infraschall, sondern Ultraschall erzeugt, um ihre Beute aufzu'hören'.

    Oder hör ich um 03:00 Uhr morgens nur meinen Tinitus um den Lampenpfahl flattern?


    Liebe Grüße

    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Koenig,



    hoppla. Offenbar habe ich beim Schreiben entweder an Infrarotlicht gedacht (schließlich fliegen die Fledertierchen ja unsichtbar im Dunkeln) oder an Elefanten (immerhin die größten landlebenden Infraschall-Kommunikatoren). Oder ich habe kurzzeitig gar nichts gedacht, sondern Lampenpfähle vor den Augen gehabt. Die zutreffende der drei Varianten bitte ich jedenfalls zu entschuldigen, den Lapsus habe ich getilgt ...



    Liebe Grüße zurück

    Jan Osterkamp
  • Bestätigung!

    11.02.2006, Dr. H. Ullrich
    Die neuen Beispiele der sympatrischen Artbildung belegen eine erstaunliche hohe Plastizität, welche den biologischen Arten innewohnt. Von deren Grundlagen wissen wir noch relativ wenig -
    insbesondere, wann sie und wie sie abgerufen werden können.
    Auf Gene allein sollte man nicht schauen, um diese spannenden Rätsel zu lösen.
    Wichtig an dieser Stelle bleibt jedoch festzuhalten: Bestätigt wird durch solche Befunde die Mikroevolution in "innerartlichen" Grenzen, keine Makroevolution.
    Das Grundtypkonzept (Scherer 1993) bestätigt sich also aufs Neue. Und damit der Ansatz, auch ohne Voraussetzung von "Evolution" die Vielfalt innerartlicher Varianz zu verstehen und vorher zu sagen.
  • Neu-Guinea 08. Febr. 2006

    08.02.2006, Paul R. Woods
    Zwei kleine Anmerkungen:

    'Irian Jaya' heißt heute 'Papua' - der Name der Provinz wurde geändert.

    Die Insel Neu-Guinea mag politisch zur Hälfte zu Indonesien gehören, geographisch und biotop-mäßig gehört sie zum australisch/pazifischen Bereich.
  • Was deutet jetzt auf Unfruchtbarkeit hin ?

    07.02.2006, Holger Schoening
    Leider steht im Text nicht, was für Anzeichen für Unfruchtbarkeit in der Studie gefunden wurden. Schade.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Schoening,



    die Anzeichen für "Ötzis" mögliche Unfruchtbarkeit sind rein statistisch und genetisch. Bei der Analyse der Mitochondrien-DNA der Similaun-Mumie wurde nach Mutationen gesucht, die schließlich zur Charakterisierung des Gletschermannes als Sonderform des so genannten K-Haplotypen führten - einer von neun Untergruppen der Europäer. Bei der Auswertung fielen den Forschern auch zwei Mutationen ins Auge, die nach früheren Studien beide gemeinsam häufiger bei solchen Männern auftreten, die unter eingeschränkter Spermienqualität leiden.



    Die Forscher weisen allerdings auch explizit darauf hin, dass dies nur eine (zudem recht vage) statistische Korrelation, nicht aber ein wissenschaftlicher Beweis für die Sterilität von Ötzi ist.



    Mit freundlichen Grüßen

    Jan Osterkamp (Redaktion)
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