Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Butter bei die Fische!

    19.02.2014, Frank
    Akademikerin, nun mal Butter bei die Fische und konkrete Beispiele genannt. Wo genau bekommen Frauen "20-25%" weniger bei "gleicher Leistung"? Welche Firma, welche Abteilung, welche (gleiche) Tätigkeit? Dieses Märchen hält sich schon so lange, und dabei ist doch schon genauso lange bekannt, dass der Unterschied in der Statistik hauptsächlich von der unterschiedlichen Berufswahl und von Männern und Frauen kommt. Ein Ingenieur mit 40-Stunden-Woche verdient halt typischerweise mehr als eine Pädagogin mit 40-Stunden-Woche. Ob das fair ist, sei dahingestellt - es liegt aber nicht am Geschlecht.
    Rechnet man diese Faktoren raus, bleiben je nach Studie und Branche 0-8% Unterschied im Gehalt übrig, und die lassen sich durchaus damit erklären, dass Männer tendenziell öfter verhandeln und kämpfen - also zum Chef gehen und mehr Geld fordern. Siehe auch http://dilbert.com/strips/comic/2007-10-17/ ... ;-)
  • Es waren sogar zehn Tage

    19.02.2014, Prof. Hans-Ulrich Keller
    Auf Seite 53, linke Spalte wird die gregorianische Kalender-Reform erwähnt. Im Jahre 1582 wurden zur Korrektur des aufgelaufenen Fehlers zehn und nicht neun Tage aus dem julianischen Kalender gestrichen. Daher muss es heißen: Auf Donnerstag, 4. Okt. (und nicht 5. Okt.) folgte Freitag, 15. Oktober 1582. Dann sind zehn Tage übersprungen.
  • Inertial- und Tunnelfusion

    19.02.2014, Dr. Lothar Steinbock
    1. Beachtlich ist, das erstmals die per Kernfusion erzeugte Wärmeenergie größer als die eingestrahlte Laserenergie ist. Davon ist JET+ITER noch weit entfernt.
    2. Nach der H-Bombe ist NIF die erste Fusionsmaschine, die mehr als 1x funktioniert ;-)
    3. Allerdings sind die Wiederholfrequenzen beim NIF mit 6x pro Tag noch weit entfernt von einer kontinuierlich arbeitenden Maschine wie ein Verbrennungsmotor und die "wall-plug-efficiency" (WPE) liegt noch weit unter 1.
    4. Die Tunnelfusion mit Müonen hat eine WPE von 0,4.
    Wer mehr über den aktuellen Stand von Trägheitsfusion wissen will, besuche www.dd-fusion.de
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Herr Steinbock,

    Sie schreiben: "Beachtlich ist, das erstmals die per Kernfusion erzeugte Wärmeenergie größer als die eingestrahlte Laserenergie ist."

    Genau das stimmt leider so nicht. Es handelt sich um ein schöngerechnetes Ergebnis. Tatsächlich muss man nach wie vor weit mehr Energie einstrahlen als man herausbekommt. Und das ist eben das Problem.

    Herzliche Grüße,

    L.F.

  • Ob Mann oder Frau, Weltformel ist Weltformel

    18.02.2014, Arthur Büttgen
    Liebe Leute, die Weltformel und die Physik, die Herr Unzicker sucht, gibt es bereits.
    Wobei es die Weltformel bereits seit etwa 1870 gibt.
    Der Physiker, der sie gefunden hat, war kein geringerer als Hermann von Helmholtz.
    Sie ist in dem folgenden Buch, welches allen ernsthaften Physikern ans Herz gelegt sei, gelöst worden:

    PHILOSOPHIAE NATURALIS PRINCIPIA MATHEMATICA II
    Die Fortschreibung der Physik

    ISBN 978-3-8442-7106-5
    Autor: Arthur Büttgen
  • Bitte die Verlinkung kontrollieren!

    18.02.2014, Liane Mayer
    " Und letztlich spielen sogar ethische und ästhetische Fragen eine Rolle – etwa dass der Himmel nicht mehr blau wäre. " heißt es im Text, der Link führt aber zu einem Artikel, in dem von der Farbe des Himmels überhaupt nicht die Rede ist. Vielleicht ist es möglich, doch noch zu erfahren, wieso der Himmel nicht mehr blau wäre, wenn wir einen "Sonnenschirm" aus Schwefel etc. aufspannen?
    Mit gespannten Grüßen aus Wien
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Frau Mayer,

    vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Link ausgetauscht.

    Beste Grüße
    Daniel Lingenhöhl
  • Tolles Tattoo

    18.02.2014, Jean-paul Deliet
    Na, das wäre doch mal eine tolle Tattoo-Idee mit vielen Variationsmöglichkeiten.
  • Rezeptpflicht auch in Ungarn

    17.02.2014, K.
    Leider ist Levonorgestrel auch in Ungarn rezeptpflichtig, mit genau demselben Problem: ausserhalb größerer Städte besteht keine Chance, am Wochenende einen Arzt zu finden, der sie verschreibt...
    Daher: jede Frau sollte eine Pille danach auf Vorrat in der Hausapotheke haben!
  • Kleiner Fehler im Text

    17.02.2014, Julius
    Es ist nicht zutreffend, dass die Pille danach, für die die Forderung der rezeptfreien Vergabe besteht, weniger wirksam ist. Die wissenschaftlichen Studien werden unterschiedlich gedeutet und zum Beispiel von der Cochrane Library, die sehr strenge Auflagen an die Qualität von Studien vornimmt, nicht mitgetragen. Sie sagen, möglicherweise ist die Wirksamkeit geringfügig höher unter ellaOne aber es gibt bisher keine Wirksamkeitsstudie, die eine klare erhöhte Wirksamkeit von Ulipristal (EllaOne) belegt. So sollte man das auch beschreiben.
  • Fehlerteufeufel

    17.02.2014, Walther Mathieu
    Wenn mich meine Sprachkenntnisse nicht trügen, so bezeichnet man eine Anpassung als "Adaption" (eine Gerätschaft, mit deren Hilfe nicht unmittelbar Passendes verbunden werden kann, ist ein "Adapter").

    Ob Herr Meyer mit "Adaptation" einen mir bisher nicht geläufigen, exotischen Begriff aus der Evolutionslehre ins Feld führt oder nur einen Tippfehler, entzieht sich augenblicklich meiner Kenntnis.

    Spätestens bei "Adadaptation" scheint mir jedoch dem Lektor beziehungsweise der Rechtschreibprüfung der Fehlerteufeufel entwischt zu sein.
  • What Lansa said ...

    17.02.2014, HK
    ... ist sicher richtig. Hinzu kommt, dass es natürlich auch viele "Akademikerpaare" gibt, bei denen beide an der Uni arbeiten (wollen). Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es hier nur sehr begrenzte "dual career"-Möglichkeiten, was es fast unmöglich macht, eine gemeinsame Familie zu gründen, wenn jeder Partner alle 2-3 Jahre die Stelle und die Stadt, wenn nicht sogar das Land wechselt.
  • Kinder in DIESE Welt bringen?

    17.02.2014, Akademikerin
    An meine Vorrednerin angeschlossen - wenn Gesellschaft sich kein Deut um die Eltern kümmert - Renten immer kleiner, Frauen auch mit Vollzeitarbeit bekommen schon 20-25% weniger als Männer bei gleicher Leistung und dann noch als Mütter werden sie WEITER EXTREM benachteiligt - Dafür noch eigene Gesundheit, Nerven; Geld investieren, um Kinder in DIESE Welt zu bringen? Damit diese sich in kommenden Jahren als (Zucht-)Sklaven (auch als "Weißkragen"-Sklaven der Wissenschaft) der Finanzelite zur Verfügung stellen könnten?
    Wird eine gute Mutter oder guter Vater das ihrem Nachwuch antun?
  • Frage schlecht ausformuliert

    17.02.2014, Daniel
    Ich finde, die Frage ist schlecht fomuliert. Das Signal einer Mondsonde endet ja nicht an der Empfangsantenne, sondern pflanzt sich weiter fort. Insbesondere die Teile des Signals, die nicht auf die Antenne treffen.
  • Warum fehlen denn Nahrungsmittel?

    16.02.2014, Christian Krippenstapel
    Weil die Produktion nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann und weil Nahrungsmittel deswegen knapp und teuer wären? Weit gefehlt! Nach wie vor werden weltweit tonnenweise Agrarüberschüsse zur "Marktregulierung" vernichtet. Wenn der Hunger in der Welt aber gar nicht auf einen Mangel an Nahrungsmittel zurückgeht, was soll es da nützen, die Erzeugung von Energiepflanzen zu drosseln, um die Nahrungsmittelproduktion hoch zu halten?

    Der Hunger in der Welt ist nicht erst mit der Erfindung der Biotreibstoffe in die Welt gekommen. Darum wird er auch kaum zu besiegen sein, wenn Biokraftstoffe verboten bzw. verteufelt werden. Wer hier eine Verbesserung erzielen will muß den Hebel da ansetzen, wo er auch was bewegen kann: Es gibt nicht zu wenig Nahrungsmittel auf der Welt, sondern zu wenig Menschen, die sich diese Nahrungsmittel leisten können! Wer den Hunger besiegen will muß also nicht mehr Nahrungsmittel, sondern mehr Existenzen mit gesichertem Einkommen schaffen, damit sich die Menschen die reichlich vorhandenen Nahrungsmittel endlich kaufen können! Die Ernährngslage in China und Indien hat sich auch nicht dadurch bedeutend verbessert, daß dort plötzlich mehr Nahrungsmittel produziert wurden, sondern durch den wirtschaftlichen Aufschwung, der Arbeitsplätze in der Industrieproduktion brachte und die dort arbeitenden Menschen in die Lage versetzte, sich Nahrungsmittel zu kaufen.

    Einer der Hauptgründe für den Verlust wirtschaftlich tragfähiger Existenzen in den Entwicklungsländern ist, daß sich die traditionelle, kleinbäuerliche Nahringsmittelproduktion einfach nicht mehr lohnt, weil industriell erzeugte Nahrungsmittel praktisch überall zur Verfügung stehen, die vergleichsweise spottbillig sind. Dadurch ist mit dem Verkauf der (bescheidenen) Überschüsse vom eigenen, kleinen Hof nichts mehr zu verdienen. Die Folge ist Landflucht mit massivem Anwachsen der Elendsviertel im urbanen Raum. In vielen von Hunger geplagten Ländern stehen weite Flächen zur Verfügung, die einstmals beackert, aber aufgegeben wurden, weil es einfach nicht mehr lohnt. Konkurrenzfähige Nahrungsmittelproduktion ist nur mit intensiver Wirtschaftsweise auf großen Flächen mit einem hohen Mechanisierungsgrad möglich. Das ist für die allermeisten Kleinbauern in den Entwicklungsländern aber völlig utopisch und schafft auch nur wenig Arbeitsplätze! So ist das Problem also nicht zu lösen.

    Dagegen eröffnet "Energy Farming" gerade in den Entwicklungsländern echte Chancen: da die Erzeugung viel Handarbeit erfordert werden viele Arbeitsplätze geschaffen, die durch die vergleichsweise hohen Preise, die "Energy Crops" erzielen, auch finanziert werden können. So können auch kleine Höfe wieder existenzfähig werden, wo neben den Energiepflanzen natürlich trotzdem Nahrungsmittel für den Eigenbedarf angebaut werden können. Da diese Höfe in aller Regel nicht intensiv witschaften, belasten sie auch die Umwelt viel weniger als industriell arbeitende Großfarmen. Naturzerstörung ist jedenfalls nicht auf den Anbau von Energiepflanzen beschränkt, sondern tritt bei rücksichtsloser, intensiver Nahrungsmittelproduktion genau so auf - auch und gerade in den Tropen.

    Fazit: bevor man das Kind mit dem Bade ausschüttet, indem man mit Tatarenmeldungen wie: "Biosprit verusacht Hunger!" die Biotreibstoffe pauschal verteufelt sollte man erstmal prüfen, welche Chancen dieser Weg eröffnet! "Energy Farming" ist sicher kein Allheilmittel ohne Nebenwirkungen und völlig neue Konzepte schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel, aber es gibt in diesem Bereich viele vielversprechende Ansätze, die es wert sind eingehend geprüft und weiter entwickelt zu werden. Also nicht ablehnen, sondern richtig machen!
  • Dass Akademiker/innen keine Kinder bekommen ...

    16.02.2014, Lansa
    ... liegt auch daran, dass die prekären Arbeitsverhältnisse, vor allem in der Wissenschaft, es unmöglich machen, Kinder zu bekommen. Die meisten Stellen des "Mittelbaus" (z.B. Promovierte) sind "projektgebunden", d.h. sie sind von ihrem Charakter her zeitlich begrenzt. Die "Lust am Forschen" hat dadurch einen hohen Preis, nämlich permanente Existenzängste, in der Regel alle 2-3 Jahre, wenn nämlich die Bewilligung eines weiteren Antrags ansteht. "Geht der nicht durch", war's das. Und dann noch Kinder? Sehr witzig.
  • von Markus Gabriel zu Leibniz und Schelling gehen

    16.02.2014, Alfred Helmut Dürr
    spektrum.de möchte ich über den Bericht zu Gabriels Buch danken. Nach 38 Jahren Naturwissenschaft (Physik,Chemie, Mathematik) kam ich über astrophysikalische
    Probleme zu den "Philosophen" Leibniz und Schelling. Das Anführungszeichen bedeutet, dass beide neben der Philosophie genauso gut als Mathematiker und Physiker bezeichnet werden können. Damals war die Naturwissenschaft noch nicht von der Geisteswissenschaft getrennt! Es gibt Ausführungen in Schellings Werken, die es mit unseren heutigen Experten leicht aufnehmen können. Wir alle, Naturwissenschaftler und Technikfreaks, sollten uns also mit dem anderen Bezugssystem der Erkenntnis, der Philosophie, beschäftigen: Welch ein Gefühl, wenn die alten "Scheuklappen" herunterfallen: "Warum es eine Welt gibt!"