Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Und was war vor 1850?

    31.05.2017, Sebastian Lüning
    Ein Hauptproblem solcher regionaler Zusammenfassungen ist, dass sie sich nahezu ausschließlich mit den letzten zwei Jahrhunderten befassen. Dies ist klimahistorisch kurzsichtig, denn es gab bekanntlich auch vor 1850 wichtige Klimaschwankungen. Was sagt das 450-seitige Werk zum Beispiel zur Mittelalterlichen Wärmeperiode, die in der Schweiz stark ausgeprägt war und während der es dort ähnlich warm wie heute war?
    Antwort der Redaktion:
    Eine Leseprobe des Werks inkl. Inhaltsverzeichnis finden Sie hier:
    https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Erde-Klima-Wasser/Wald-im-Klimawandel.html
    Demnach geht das Werk nicht auf die Mittelalterliche Warmzeit ein. Über sie ist aber bekannt, dass ihre regionalen Wärmeperioden nicht vergleichbar waren der globalen Erwärmung seit dem zurückliegenden Jahrhundert. Insbesondere die Temperaturen seit Ende des 20. Jh. sind sehr wahrscheinlich höher, als es die im Mittelalter waren (http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/wg1/WG1AR5_Chapter05_FINAL.pdf , S. 409 ff.)

    Einen Eindruck vom Ausmaß klimatischer Veränderungen und regionaler Trends auf die globale Mitteltemperatur in den zurückliegenden 20.000 Jahren verschafft übrigens diese Grafik: https://xkcd.com/1732/

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • "Radeln"

    31.05.2017, Felix Schulte
    Mag ein inhaltlich ein brauchbarer Artikel sein. Aber Radfahrender als Radeln (= nette Freizeitbeschäftigung) zu bezeichnen ist Teil des Problems. Bitte ändern.
  • Mit Verlaub, aber

    31.05.2017, Lutz Jansen
    was soll das ?
    Bisher war Spektrum.de immer ein Ort im WWW, an dem man sich über neue Entwicklungen und Erkenntnisse auf wissenschaftlichem Gebiet informieren konnte und das zumeist in allgemein verständlicher Form.
    Dieser Beitrag ist jedoch nichts davon. Es handelt sich nur um einen weiteren ideologisch motivierten Versuch, den Menschen eine Verzichtsideologie nahezubringen.
    Dabei will ich ja gar nicht bestreiten, daß Radfahren durchaus zahlreiche Vorteile hat. Aber hier wird nur ein weiteres mal versucht, die Radfahrer als Bessermenschen und die Autofahrer als rückswärts gewandte Dinosaurier zu definieren, wobei letztere es natürlich verdienen auszusterben.
    Dabei wird geflissentlich ignoriert, daß viele Menschen gar keine Alternative zu ihrem Auto haben, sei aus beruflichen, familiären oder sonstigen Gründen.
    Der obige Artikel liest sich wie eine Propagandabroschüre des ADFC bzw. Der Grünen.
    Die Inhalte sind weder wissenschaftlich noch neu. So etwas möchte ich bei Spektrum nicht sehen. Dafür gibt es andere Orte.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Jansen,

    Ihr Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit überrascht mich - schließlich liegen diesem Text ausschließlich seriöse wissenschaftliche Quellen zugrunde, darunter auch aktuelle Studien: so viel zu Ihrer Meinung, die Inhalte seien nicht neu. Wenn man Verkehrsexperten befragt, bestreitet keiner, dass eine zentrale Lösung des Verkehrsproblems weniger Autoverkehr in Großstädten ist. Deshalb weise ich auch den Vorwurf der Propaganda zurück: die Fachwelt ist sich da weitgehend einig. Die Frage ist nur, wie man das erreicht: wie man mehr Menschen dazu bringt, über Alternativen nachzudenken. Davon handelt dieser Text - auf wissenschaftlichem Niveau. Er verurteilt Autofahrer nicht, wie Sie behaupten. Natürlich gibt es Menschen, die auf das Auto angewiesen sind - und das will diesen niemand streitig machen. Aber seien wir ehrlich: das sind die wenigsten. Für die meisten ist es schlicht Gewohnheit. Und das ist die Herausforderung für die Wissenschaft.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Eva Wolfangel
  • Von 50% Radanteil lernen (Dk, NL) - nicht von 1-3% (USA)

    31.05.2017, Vorstadt Strizzi
    "Sollte ein Planer in einer dänischen Stadt tatsächlich vorschlagen, Fahrräder auf der falschen Seite geparkter Autos fahren zu lassen – also zwischen der Fahrertür und dem rasenden Verkehr –, würden wir ihn auslachen. Und das solltet ihr in Deutschland auch tun. Lacht sie aus: diese faulen Politiker, diese ignoranten Verkehrsplaner und diese testosterongesteuerten Hardcoreradler, die meinen, dass Radwege auf die Straße gehören. Denn ihre Dummheit ist gefährlich!" (Copenhagenize-Gründer Mikael Colville-Andersen.)

    Randelhoffs Behauptung, dass es in Münster trotz eines Netzes vor dem Kfz-Verkehr geschützter Radinfrastruktur und daraus resultierenden hohen Radlerzahlen keinen Safety in Numbers Effekt gebe, irritiert einigermaßen.

    Ist er etwa, statt sich auf Forschungsergebnisse zu beziehen, Einflüsterungen der nach wie vor virulenten VC ('Vehicular Cycling) - Fraktion erlegen?

    Aus der von der aus der KFZ-Lobby finanzierten UDV (Unfallforschung der Versicherer, "Radwege zurückbauen!") 6/2013 erstellten Studie "Abbiegeunfälle Radfahrer vs Kfz/LKW":

    “5.6 Präferierte Radführungsformen
    Für die untersuchten Radführungsformen [Hochbord, Radstreifen, Mischverkehr] war kein Unterschied im objektiven Risiko (Konfliktrate) nachweisbar."


    Der Unterschied im objektiven Risiko ist vielmehr aus dem Radverkehrsanteil der untersuchten Städte ersichtlich. Dort, wo ein vor dem Kfz-Verkehr baulich geschütztes Radwegenetz zum Radeln einlädt, dort sind die Unfallzahlen hoch signifikant niedriger. So weist Münster in Bezug auf Abbiegeunfälle eine um mehr als 50% niedrigere Konfliktrate auf als die Vergleichsstädte:

    Münster Konfliktrate 5,8% / UKR 27,6
    Magdeb. Konfliktrate 11,5%/ UKR 33,9
    Darmst. Konfliktrate 13,9%/ UKR 39,1
    Erfurt Konfliktrate 13,2%/ UKR 72,1

    UKR: Unfallkostenrate. Die Konfliktrate ist sehr hoch signifikant mit dem tatsächlichen Unfallgeschehen korreliert.

    Sprich: In Münster mit seinen vielen Radwegen ist der Radler mehr als doppelt so sicher vor den gefährlichen Abbiegeunfällen wie in den 3 Vergleichsstädten.
    Und obendrein ist die Unfallkostenrate, d.h. die Schäden für die Radfahrer, in Münster 40% unter dem Schnitt.
  • Warum von 8 bis 80?

    30.05.2017, Zahlen und Zeit
    Wir brauchen eine Verkehrsinfrastruktur von 0 bis 120. Auch die U1 und die Ü90 haben Mobilitätsbedürfnisse. Und die sind die stärkste Rechtfertigung in Städten nicht ganze Bereiche für Autos zu sperren.

    Wenn eine Stadt einen guten ÖPNV anbietet, der auch gut mit dem Fahrrad kombinierbar ist, dann brauchen in der Altersgruppe 8 bis 80 die wenigsten ein Auto in der Stadt.

    Grundsätzlich könnten also viel mehr Leute, wenn sie nur wollten. Und da sollte man sich wirklich vergegenwärtigen, wie untauglich das Automobil ist überall da wo alle 50 Meter eine Ampel steht (d.h. in der Stadt): https://www.youtube.com/watch?v=06IjfbqdnNM
  • Lage des Urwaldes und Abflußsysteme

    30.05.2017, Rolf Krieg
    Wie kann Wasser von Bialowieza quer über die Weichsel zur Oder fließen? Bei Ökosystem in Gefahr. Ein Blick auf die Karte wäre nötig!
  • Erdbeben in Aceh (Sumatra/Indonesien)

    30.05.2017, Paul R. Woods
    Erklärt diese Theorie auch die Beben, die ich mehrmals pro Monat (Februar - Mai 2005) erlebte, einschließlich des Bebens Ende März 2005 (Stärke 8,7 - kein Tsunami) sowie die fast wöchentlichen Beben, die ich in der Zeit vom Juli 2007 bis Februar 2008 in Banda Aceh (Provinzhauptstadt von Aceh) mitmachen durfte? Die meisten dieser Beben lagen irgendwo zwischen 5,5 und 6,7.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Woods,

    in der Region bebt es regelmäßig, weil hier beständig Subduktion stattfindet. Ein großer Teil der Spannung wurde 2004 abgebaut, aber nicht alles. Deshalb sind weitere Beben möglich - und die Sedimentauflage besteht ebenfalls weiterhin, so dass sie verstärkend wirken kann. Die Frage ist nur, wann es erneut so heftig beben kann wie 2004. Die Entwicklung eines Seebebens und wann sie Tsunamis auslösen können, ist leider noch nicht in allen Details verstanden.

    Beste Grüße
    Daniel Lingenhöhl
  • Gelungener Artikel, Danke!

    30.05.2017, Nozomi07
    Als Münchner Radler spricht mir der Artikel aus der Seele!

    Wir können die Verkehrsprobleme nur lösen, wenn wir den Verkehrsrraum umverteilen: Autospuren zu Radspuren, weil die eine sehr viel höhere Verkehrsleistung haben. Dazu muss aber auch der Journalismus umdenken: In München sind es immer noch die Lokalzeitungen, die das Lied vom armen, leidenden Autofahrer singen. Dass die Autofahrer es selber sind, die die Staus verursachen, gilt immer noch als Denkverbot.

    So trifft der letzte Satz den Nagel auf den Kopf: Einmal im Monat leihen wir uns alle Autos und fahren in die Stadt! Dann merkt auch der letzte, wo das Problem liegt. Und wie die Lösung heißt.

  • "Autofahren muss unattraktiv werden"

    30.05.2017, SM
    Das sieht die Autolobby anders und somit wird dies nicht passieren. ; )
  • Nur 0.20 IQ Punkte Unterschied

    30.05.2017, Peter
    Da schreien die Religiösen auf. Völlig grundlos. Denn ich habe das original Paper gelesen. Es werden Paper von Zuckermann und Dutton zitiert die auf einen signifikanten unterschied von -0.20 beschreiben.
    -0.2 IQ Punkte wohlgemerkt. Das ist doch kaum eines Aufschreis würdig.
  • Interstellare Reisen sind nicht nur ein technisches Problem

    30.05.2017, Henning Papendorf

    "Und eine andere Frage bleibt auch dann natürlich offen, nämlich ob fremde Lebewesen eines Tages die Erde besuchen und uns friedlich gesonnen sein werden, beziehungsweise ob wir vielleicht auf andere Planeten gelangen und wie wir uns dann benehmen werden – aber das ist eine andere Geschichte."

    Nicht nur nach meiner Meinung ist die technische und logistische Fähigkeit zu interstellaren Reisen, wovon wir noch weit entfernt sind, abhängig von der Entwicklung der emotionalen und geistigen Reife der Menschheit. Unsere globale Gesellschaft befindet sich z.Z. in einer sehr ernsten Existenzkrise - seit meiner Geburt und bis Mitte des 21. Jahrhunderts wird sich die Anzahl der Menschen um 400% erhöht haben. Wir verbrauchen etwa das 2,5 fache dessen, was uns Biosphäre und Erdkruste zum Überleben zur Verfügung stellen können. Solange wir nicht einen Paradigmenwechsel im sozialen Verhalten herbeiführen - hin zu sehr viel mehr sozialer Gerechtigkeit, der Fähigkeit, Interessenkonfllikte friedlich zu lösen, dafür Abbau von Gier, Abbau von Stress, Spannungen, Beherrschung von Gewalttätigkeit, den Einsatz alles zerstörender Waffensysteme verhindern, werden wir in der Evolution sehr bald an unser Ende angelangt sein.
    Anders ausgedrückt: Nur eine Spezies, die deutlich friedfertige Mittel zu Lösung von Interessenkonflikten untereinander und mit der Biosphäre ihres Planeten entwickelt, kann m.E. die Techniken interstellarer Raumfahrt entwickeln, andernfalls sie sich vorher selbst auslöscht. Dazu bedarf es eines großen, fundamentalen Wechsels im Gebrauch der neuronalen Fähigkeiten (neuronale Kohärenz), was sich u.a. im sozialen Verhalten ausdrückt. Kurz gesagt: Nur sehr friedfertige Rassen werden andere intelligente Spezies im Weltall aufspüren, besuchen und friedlich und erfolgreich mit Ihnen interagieren können. Alle anderen Arten teil-intelligenten Lebens werden vorher selbstverschuldet und für alle Zeiten von der Bühne der Evolution abtreten. Osterinseleffekt.
  • Mehr Selbstverantwortung bitte

    30.05.2017, Jörg Michael, Hannover
    Wenn es nur darum ginge, "soziale Ungleichheit" zu beseitigen, bräuchte man nur den Sozialismus wieder einführen, und alle Probleme wären gelöst. So einfach ist das leider nicht. Sozialistische Gleichmacherei will fast keiner, und nicht nur deshalb, weil der Sozialismus schlichtweg nicht funktioniert.

    1.
    Der Autor schreibt: "Bei stagnierendem Wachstum entstehen Gruppen, die ihre Mitglieder auf Kosten der Gesamtbevölkerung bereichern."

    Es ist doch eher andersherum: In vielen Ländern Afrikas und auch anderswo sorgt die allgegenwärtige Korruption und Selbstbedienungsmentalität dafür, dass jedweder Fortschritt unmöglich wird.

    Es bringt auch nichts, wie es in Thailand alle zwei bis drei Jahre passiert, die Regierung wegen Korruption zu stürzen - wenn die nächste Regierung und die zugehörigen Beamten aus neuen Leuten bestehen, die genauso korrupt sind wie ihre Vorgänger.

    Bevor sich da etwas zum Besseren wenden kann, müsste erst einmal ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden. Wie die Geschichte zeigt, dauert dies in der Regel mehrere Jahrzehnte - wenn es überhaupt klappt. So hat es in Großbritannien im 19. Jahrhundert mehrere Jahrzehnte gedauert, bis es gesellschaftlich inakzeptabel wurde, Sklaven zu haben.

    Vor der Finanzkrise gab es einen Bericht über das Finanzgebahren der Griechen. Griechenland stand jahrhundertelang unter türkischer Regierung. Während dieser
    Zeit hat es jeder Grieche als vaterländische Pflicht angesehen, möglichst viele Steuern zu hinterziehen. Das tun sie heute noch. Griechenland ist seit bald 200 Jahren unabhängig, und ein Staatsbankrott ungefähr alle 60 Jahre ist normal. Politiker bauen ohne Baugenehmigung mitten im Naturschutzgebiet. Hier kann man im Grunde nur sagen: "Liebe Griechen, das ist euer Problem.
    Die Grundidee einer Demokratie besteht darin, dass ein Volk seine Probleme selber löst."
  • Abgrund des Materialismus

    29.05.2017, Jochen Fischer
    Dieser Artikel zeigt, zu welchen Abgründen die materialistische Prämisse führen kann, die Ihre Zeitschrift offenbar als selbstverständlich voraussetzt. Mit einigen einfachen Betrachtungen wird das sofort klar.
    Wenn es möglich wäre, den kompletten Gehirninhalt auf ein physisches Medium "hochzuladen", dann könnte das auch viele Male mit demselben Gehirn geschehen. Würde sich damit das individuelle Bewußtsein auf wundersame Weise identisch vervielfältigen, oder würden dann zahllose Varianten entstehen?
    Das hochgeladene "Bewußtsein" (h. B.) wäre auch nur eine Momentaufnahme, während das ursprüngliche natürliche Bewußtsein sich ständig verändert durch die Aufnahme neuer Informationen, durch die Entwicklung neuer Gedanken, durch wechselnde psychische Zustände und Intentionen. Wenn das h. B. sich ebenfalls weiterentwickeln soll, müßte das mit den Algorithmen der künstlichen Intelligenz geschehen, von deren Konstruktion (die ja nie ganz fehlerfrei sein kann) diese Entwicklung abhinge, anders gesagt: das h. B. hätte keine Willensfreiheit.
    Das h. B. wäre abhängig von einem physischen Träger (Computer/Festplatte), auf dem allein es existieren würde. Was geschähe, wenn dieser einen Tag oder ein Jahr lang nicht eingeschaltet würde, oder bei Ausfall der Energieversorgung oder bei böswilliger Zerstörung? Bewußtlosigkeit? Es wäre auch abhängig davon, daß das System von mindestens einem natürlichen Menschen bewahrt und gewartet wird und daß dieser nicht irgendwann einfach die Lust dazu verliert.
    Es könnte sich nur um eine überaus grobe, seelenlose Simulation von Bewußtsein handeln. Sie wäre unfähig zu wirklichem Leben, d. h. sich zu freuen, zu trauern, zu staunen, etwas zu glauben, zu hoffen und zu lieben, Empathie zu empfinden und sich für irgendwetwas zu begeistern. Das alles mag sich in gigantische Mengen von Bitmustern vage abbilden lassen, aber glaubt wirklich jemand, diese könnten das wahre Leben ersetzen? Das wäre so, als verzichtete ein Touristikfreund auf seine Reisen, weil er ja das Kartenmaterial oder die Bilder des Navigationsgerätes besitzt oder ein Musikliebhaber auf Konzertbesuche, weil er alles Notenmaterial zu Hause hat.
    Matthias Claudius wußte es besser: "...wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel."
    Wie herrlich weit sind wir gekommen!
  • Sind Jupiter und die Erde auch keine Planeten?

    29.05.2017, Dr. Peter Rottengatter
    Ich stimme zu, dass der Status "Planet" nicht an der Form und dem Material festgemacht werden sollte. Die offizielle Definition ist besser, jedoch leider auch nicht unproblematisch.

    Das Problem hängt an "alles Material eingesammelt hat". Natürlich muss Material, das auf das OuT (Object under Test :-) ) fällt, als eingesammelt gelten, aber für das Material der Monde muss man das Wort "eingesammelt" schon etwas dehnen. Was aber ist mit Objekten wie Jupiters Trojanern, oder im Falle der Erde mit Cruithne? In beiden Fällen, handelt es sich um "Material", für das die Gravitation der Sonne die des Planeten überwiegt, und das daher koorbital, und damit in der Umgebung des Planeten, die Sonne umläuft (Ich kenne die genaue Wortwahl der offiziellen Definition nicht, aber ich las überwiegend die Formulierung "hat seine Umlaufbahn freigeräumt"). Ich kann in diesen Fällen nicht mehr von "eingesammelt" sprechen, demnach dürften Jupiter und die Erde keine Planeten mehr sein! Dass z. B. Jupiters Gravitation die Trojanerbahn beeinflusst, darf keine Rolle spielen, denn das tut sie auch etwa mit der Saturnbahn (und umgekehrt natürlich).

    Herr Freistetter hat korrekt erkannt: "Eine klare Trennlinie gibt es nicht. Die Übergänge sind fließend." Konsequenterweise muss man dann eine zugegebenermaßen künstliche Grenze ziehen. Mein Vorschlag liefe etwa so:

    Ein OuT darf sich Planet nennen, wenn es von der Gesamtmasse aller Objekte, deren Umlaufperiode um die Sonne weniger als 10% von der des OuT abweicht, mehr als 90% auf sich konzentriert.

    Mit dieser Definition hat das Sonnensystem ohne Diskussion die bekannten 8 Planeten, nicht weniger und nicht mehr.

  • Wo bleibt die Software des menschlichen Gehirns?

    29.05.2017, Paul Kalbhen
    Wenn es auf Seite 66 heißt: „Dem Bauchgefühl widerspricht die Vorstellung, dass ich ich selbst bleiben würde, wenn mein Gehirn auf einen Computer übertragen wird – sogar wenn dies wirklich Neuron für Neuron geschieht …“, so frage ich mich: nur dem „Bauchgefühl“? Die vollständige Übertragung neuronaler Verschaltungen des Gehirns entspricht doch nur der Hardware menschlichen Bewusstseins, aber doch nicht der identischen Abbildung der Software wahrscheinlichkeitsgeprägter Hirnprozesse und -programme – von einer möglichen Willensfreiheit ganz zu schweigen. Das ist für mich eine zu irrationale, materialistische Betrachtung.