Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • deutliche Abweichung im Selbstversuch

    19.05.2017, Horst Horstmann
    Also ich konnte in mehreren morgendlichen Versuchsreichen erhebliche Abweichungen, teilweise um den Faktor 20, selbst von der im Versuch genannten Obergrenze von 20sek beobachten. Ist hier eine Analogie zum Geburtsvorgang herstellbar, der im Tierreich i.d.R. auch deutlich schneller abläuft als beim Menschen? Ist in möglicherweise sogar die Ursache identisch, ein schneller Intelligenzzuwachs und damit eine zu schnelle Vergrößerung des Kopfes im Vergleich zum Geburtskanal? Möglicherweise sind aber auch unterschiedliche Definitionen für Beginn und Ende der Freisetzung des Bolus die Ursache. Auch machte die Größe des Bolus einen erheblichen Unterschied. So war der zweite Durchgang einer mit kurzen Abständen durchgeführten Versuchsreihe, der durch ein Bolusvolumen eines in etwa gestrichenen Esslöffels gekennzeichnet war, deutlich schneller abgeschlossen als der erste. Ich konnte zudem eine indirekte Proportionalität zwischen der Größe des Bolus und der Frequenz des mit dem Eintauchen ins Auffangbehältnis verbunden Tones feststellen.
  • Intelligenz versus Religiosität

    18.05.2017, Gerd Nothhaft
    Ein ganz schwieriges Thema, das sich m.E. so nicht erklären lässt. Viele herausragende Wissenschaftler der Antike, des MA und der Neuzeit waren tief religiöse Menschen Aber ein Punkt gibt mir immer wieder zu denken: Es waren in der Vergangenheit sehr häufig Unkenntnisse der physikalischen Gegebenheiten, die Menschen zu religiösen Vorstellungen und Glauben führten. Musste einst Thor für Blitz und Donner herhalten, Neptun für die Gezeiten und etwa Zeus für die Sache mit dem Schwan, so entfielen all diese "Götter" mit den Erkenntnissen der Wissenschaft. Nur so ist z.B. der Siegeszug des christlichen Glaubens zu erklären. Hinzu kommt eben immer die menschliche Bemühung, übergeordnete Wesen für Glück oder Unglück verantwortlich zu machen.
    Etwas anderes macht mich stutzig in diesem Zusammenhang: Da kommt aus Judäa eine neue Glaubensrichtung, die Gewaltlosigkeit propagiert, den Ärmsten und Schwächsten ein Paradies verspricht und dann unternehmen diese christlichen Länder und Regenten Kreuzzüge, brechen Weltkriege vom Zaum und beliefern die ungeeignetsten Potentaten mit Waffen neuester westlicher Bauart. Wo bleiben hier Intelligenz und wo Religiosität?
  • Nö. Schlicht und einfach: nö!

    18.05.2017, Pertti Valkonen
    Die meisten Staaten auf der Erde sind kulturell, zuweilen auch in ihrer staatstragenden Ideologie religiös dominiert. Atheisten leben in solchen Gesellschaften in einer Art Dauerschwimmen gegen den Strom. Sie müssen sich stets und ständig mit ihrem Anderssein auseinandersetzen. Jene Menschen, deren Weltsicht dem Mainstream ihrer Umgebung entspricht, sind hingegen nicht solcherart herausgefordert, sich gegenüber sich selbst und gegenüber der Mehrheit zu rechtfertigen. Wenn Intelligenz eine Sache des "mentalen Trainings" ist, dann sollten in den meisten Staaten Atheisten zu den im Durchschnitt intelligenteren Staatsbürgern gehören.

    In der DDR, in der ich bis zur Wiedervereinigung gelenbt habe - ungefähr die Hälfte meines bisherigen Lebens, sah das anders aus. Hier waren die religiösen Menschen die gesellschaftliche Randgruppe. Wie sah es dort aus? Waren dort die Atheisten im Schnitt die intelligenteren? Vielleicht auch die kinderärmeren? Hat das schon mal jemand untersucht?

    Ich habe es nicht untersucht. Persönlich stamme ich aus atheistischem Elternhaus, wurde atheistisch erzogen. Doch nachder Schule, mit 16 Jahren, lernte ich eine christliche Jugendgruppe kennen, wurde Christ. Interessanterweise war der Bildungsstand unter den jungen Christen, die ich dort und in anderen Jugendgruppen kennenlernte, deutlich höher als der meiner Klassenkameraden in der POS. Zufall? Individuelle Erfahrung, selektive gar?

    Die Bundesrepublik ist ein christlich geprägter Staat, ohne Zweifel, die Mehrheit der Bevölkerung gehört einer der beiden großen Konfessionen an, katholisch oder evangelisch. Doch diese Zahlen schwinden seit Jahrzehnten, kontinuierlich. Und ein Blick in die Medien, TV, Zeitschriften, Büchermarkt, und auch ins Internet zeigen eines ganz deutlich, es herrscht beim Thema Religion Kritik, Distanz, sogar Ablehnung vor. Es gehört zum guten Ton, den Religionen Dummheit nachzusagen, Verursachung von Entzweiung in der Welt, von Kriegen, Verfolgungen und Leid. Ketzerverfolgungen, Hexenverbrennungen, Heidenschlachtungen.

    Daß im 20.Jh. mehr Menschen durch "gottlose" Regime umgekommen sind als in 1900 Jahren Christentum - hier stellt keineDoku, kein wissenschaftlicher Artikel die Frage, ob dies am Atheismus liegt. Ob in einer atheistischen Weltsicht die Ethik schlechter ausfällt, wird nicht gefragt, allenfalls als These vorausgesetzt und dann schnell verneint. Thematisieren die beiden großen Kirchen bzw. ihre Vertreter diese These? Nein. Wenn, dann kommt so etwas von christlichen Gruppierungen am Rande, nennen wir sie mal mit dem obigen Artikel "Extreme, fundamentalistische religiöse Gruppen". Jene kirchenkritischen Äußerungen aber, die allerorten in den Medien und auf den Straßen, beim Kollegengespräch, in Forendiskussionen und auch unter dem Dach von Spektrum.de (Ostergruß & co.) zu hören/lesen sind - stammen die ihrerseits von "Extremen, fundamentalistischen atheistischen Gruppen"? Oder nicht doch vom Mainstream?

    Ist es ein Wunder, daß irgendwann in den Sechziger Jahren laut statistischem Bundesamt die Zahl der (Kinds)Taufen pro 1000 Kirchenangehörigen niedriger liegen als die Zahl der Geburten pro 1000 Bundesbürger? Daß also Deutschlands Christen weniger Kinder bekommen als der Bundesdurchschnitt? Bis heute ist das so, und das Verhältnis driftet auch immer weiter auseinander.

    Vor 500 Jahren stellte ein Kader der Mainstream-Weltsicht deren negative Auswüchse an den Pranger und zur Diskussion. Statt eines gelehrten, vor allem friedlichen Disputes, zu dem er einlud, schlug ihm starker Gegenwind ins Gesicht, ja er wurde sogar geächtet. Und dennoch reformierte er das Denken vieler Menschen, inspirierte zur Offenheit für neue Sichtweisen. Heute, 500 Jahre nach Luther bräuchte es eines neuen Reformatoren; diesmal aber für den atheistischen, zumindest religionskritischen "Mainstream" unserer Gesellschaft.

    Vielleicht laßt Ihr Euch ja mal reformieren zu neuer Denke, und Ihr fragt nicht, ob Religiöse dümmer und kinderreicher sind als Atheisten oder nicht, sondern Ihr fragt, ob Mainstream-Anhänger einer Gesellschaft dümmer sind als die "ideologischen Outlaws" dieser Gesellschaft. Den Anfang könnte ja eine Studie bilden, ob in der Türkei die muslimische Gruppe der Aleviten bei vergleichbarem Umfeld (dörflich bzw. großstädtisch) intelligenter oder kinderärmer ist als der sunnitische Mainstream. Da wäre die unsinnige Alternative "religiös-atheistisch" (die eher ein sauberes Vorurteil als eine schmutzige Vorauswahl ist) weg. Ginge ebenso mit SED-treuen und systemkritischen Atheisten in der DDR.
  • Wie interpretieren die Yanomami Flugzeuge?

    18.05.2017, Klaus Stampfer
    Ich frage mich, wie diese Yanomami die Flugzeuge (Kleinflugzeuge, Hubschrauber, Düsenjets mit Kondensstreifen) interpretieren, die über sie hinwegfliegen? Sie werden selbst keine Flugzeuge bauen und vermutlich niemand kennen, der Flugzeuge baut. Somit dürfte ihnen der Gedanke, dass Menschen fliegende Maschinen bauen, fremd sein. Betrachten sie die Flugzeuge als eine besondere Vogelart oder ignorieren sie die Flugzeuge, weil sie nicht einzuordnen sind?
    Es dürfte doch Yanomami -Gemeinschaften geben, die ebenfalls lange Zeit keinen Kontakt zur Außenwelt hatten und Flugzeuge gesehen haben. Hat schon jemand diese von mir gestellte Frage den Yanomami gestellt und welche Antwort hat er bekommen?
  • Eher nein

    18.05.2017, Werner Baumschlager
    Ich sehe keine besondere Intelligenz bei den Atheisten, seien es die Nazis, seien es die Sozialisten, seien es sonstige irdische Paradiesbauer. Ich erkenne da tendentiell sogar eher systematische Dummheit.
  • Widerlegungen sind schwierig- besonders wenn sie ( weit) Vergangenes betreffenen

    18.05.2017, L.Schaber
    ".............All das, schließen Dutton und Van der Linden an, "ist zugegebenermaßen natürlich spekulativ..........." (Zitatende)

    Was schon Karl Popper in der Hauptzeit seine Wirkens immer wieder betonte und deswegen vor den Schwierigkeiten in Bezug auf Falsikifationsmöglichkeiten von "Theorien" über weiter zurückliegende ( auch evolutionär- biologische) Vorgänge warnte.
  • Intelligente sterben aus?

    18.05.2017, Struppi
    Naja, ich finde auch, dass hier versucht wurde Grundverschiedene Aspekte zu vermischen. Beide Fragen hängen stark von ihrem jeweilgen sozialen Kontext ab (nicht umsonst ist der IQ eine relative Einheit) und gar auf einen wie auch immer gearteten Nutzen Rückschlüsse zu machen dazu dürften zuviele empirische Daten aus der Menschheitsgeschichte fehlen.

    Zum einen fehlt der These der intelligente Religiöse, da die Entwicklung des Konzept Religion in frühen Zeiten eine grosse Intelligenz erfordert hat. In früher Vorgeschichte also vermutlich eher von intelligenten Menschen entwickelt wurde.

    Was sich ja auch durch manche wissenschaftliche Entwicklungen trotz Religiösität (z.b. Mathematik) zeigt und meines Wissen waren die Römer durchaus Gottesgläubig.

    Und intelligenz dann vor allem, auf seine Fähigkeit der Reproduktion zu beschränken, bzw. aus der geringeren Anzahl von Kindern, heutiger Menschen, ein Aussterben zu postulieren, hat schon etwas trolliges.

    Es wäre natürlich interesssant zu erfahren, ob die Forscher so eine vermeintlich intelligenzgesteuerte Gesellschaft, die dann ausgestorben ist, bennen können?
  • MEDIEN verkaufen neuen Glauben

    18.05.2017, wolfgang
    An Demokratie muß man glauben
    Gleichberechtigung muss man glauben
    man muss an Freiheiten glauben
    Damit das geschieht wird der Glaube durch Medien multipliziert
    Sehen sie sich mal Serien aus den 70ern an
    Lesen sie mal Ken Follet
    Immer gut verpackt neues Denken.
    NEUER GLAUBE
    Intelligenz wird geschenkt
    Wer über die Pfarrer lacht, gilt als intelligent
    und bekommt bessere Jobs
    Alles Gaubenssache
  • Religion mit Intelligenz

    18.05.2017, Markus Hebel
    Religion erhöht sicher das Sicherheitsgefühl der diversen Gruppen, die sich leider oft im Wettstreit miteinander sehen, so dass die reale Sicherheitslage oft deswegen sogar schlechter ist als ganz ohne Religion.
    Intelligenz alleine kann ohne gesunde sprituelle Basis genauso, wenn nicht noch verheerender sein, nistet sich gerne auch als Anführer von religiösen Gruppen, besonders auch den gewalttätigen ein - es kann aber auch Staaten und andere Gruppierungen treffen.
    Gut oder schlecht diesen beiden Lagern sinnvoll zuzuordnen ist sehr widersprüchlich, greift also zu kurz:
    Die Zukunft sehe ich eher in Intelligenz basierend auf einer spirituellen Basis (Religion ohne kulturelle Bindung), die von allen Menschen gelebt werden kann. Dazu bedarf es einer neuen Bildung, die die alten Schablonen in für die diversen Gesellschaften vertretbaren Schritten verlässt.
    Die weltweite Vernetzung ist dafür sicher eine grosse Hilfe, da kulturelle Grenzen schon jetzt damit verringert werden, man sich der Essenz Mensch besser annähern kann.
    Leider wird weiterhin Intelligenz und Religion ohne spirituelle Basis ihr Unwesen als Krebs im Körper der Menschheit treiben. (Nazis, IS, Mafia, Finanzhaie, Diktatoren, etc.).
    Aber nur spirituelle Intelligenz kann diesen Krebs in die Bedeutungslosigkeit
    verbannen und dort eingrenzen.
  • Begriffsbestimmung

    18.05.2017, Christian Buehler
    Theisten sind Menschen, die zutiefst glauben, dass es einen Gott gibt.
    Atheisten sind Menschen, die zutiefst glauben, dass es keinen Gott gibt.
    Agnostiker aber sind Menschen, die keinen Gott benoetigen.
  • Vielen Dank für den tollen Fund!

    18.05.2017, Dr. Michael Blume
    Die Studie ist ja ganz neu erschienen und es spricht für spektrum.de und Jan Osterkamp, dass sie hier kompakt, interessant und sachrichtig zusammengefasst wurde. Dadurch habe ich sie auch entdeckt und bereits mit Genuss gelesen und ausgewertet. Das nenne ich digitalen Service, danke! :-)

    Mit blognachbarlich-religionswissenschaftlichen Grüßen!
  • "Ist zugegebenermaßen natürlich spekulativ ..."

    17.05.2017, Arno Nym
    Wo ist denn hier die Wissenschaft? Aus dem Bericht kann man jedenfalls nur gehobenes Herumspekulieren erkennen. Allerlei bunte Thesen, die schnell und bequem aus der Feder fließen.

    Die Mühsal empirischer Überprüfung? Ach, sollen das doch die Nachgeborenen tun.

    Sprach das Fabelwesen Zephyr und fuhr am Donnerstag um 14 Uhr ins Wochenende.
  • Angst gehabt? ;)

    17.05.2017, Erica
    Wenn ich den Artikel so lese, müsste die Überschrift eigentlich lauten "Warum korrelieren niedrigere Intelligenz und Religion?" - aber das hat man sich dann doch nicht getraut? ;)
  • Definitionsprobleme und ein plumper Dualismus

    17.05.2017, Emil Friedheim
    Was unter Religion und Religiosität zu verstehen ist, ist Gegenstand religionswissenschaftlicher Forschung seit Beginn dieser Disziplin. Die Definition der beiden Sozialwissenschaftler ist nur eine einzige (eine, die aufgeklärte religiöse Menschen nicht teilen), und zwar ausgerechnet eine, die sich bequem dem Konzept Intelligenz gegenüber stellen lässt. Was wiederum unter Intelligenz zu verstehen ist, ob die Fähigkeit rational zu denken oder doch nur die Fähigkeit sich an sich verändernde Umstände anzupassen, wird gar nicht erst geklärt. Am Ende haben wir zwei Schubladen und einen plumpen Dualismus. Wissenschaftlich ist das nicht. Das sind nur Pauschalisierungen. Gerade Sozialwissenschaftler müssten das doch sehen.
  • Evolution ist dynamisch

    17.05.2017, Andreas Halle
    Was die Evolution ausmacht ist doch gerade der Umstand, dass sich die Umwelt stetig verändert. Deshalb werden ja auch über Generationen (genetische) Eigenschaften mitgeschleppt, die im Moment völlig unbrauchbar, ja ggf. sogar hinderlich sind. Wenn aber plötzlich Fall X eintritt, dann ist dieses eine Merkmal plötzlich im Vorteil und so selten es auch sein mag, setzt es sich dann binnen wenigen Generationen in voller Breite durch.

    Außerdem ist die genetischen Disposition für Religion viel zu komplex, als dass man sie schlicht als Nachteil ansehen könnte. Ein Identitätsgefühl, dass den Zusammenhalt der Gruppe stärkt ist für alle Rudel- und Schwarmlebewesen von Vorteil. Genau so muss man Religion als biologischen Faktor aber interpretieren.

    Die moderne Gesellschaft, in der Religion zunehmend als evolutionärer, der Aufklärung entgegenstehender Nachteil gesehen wird ist erstens eine kulturelle Eigenart, die insbesondere bei westlichen Kulturen verbreitet ist und zweitens ist diese Sichtweise noch so jung, dass im evolutionären Sinne noch gar nicht ausgemacht ist, ob es langfristig wirklich ein Vorteil bleibt. Religion war jedenfalls so lange so erfolgreich, dass wir die Anlagen dafür noch lange mitschleppen werden. Insbesondere auch deshalb, weil es im Moment noch kein extrem gravierender Nachteil zu sein scheint, religiös zu sein.