Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Mehr als ein Schutzmechanismus

    14.05.2015, Robert Orso
    Das Ohr ist tatsächlich in der Lage, sich gegen zu hohe Schalldrücke in Grenzen aktiv zu wehren. Ein kleiner Muskel der am Steigbügel ansetzt kontrahiert reflexartig bei 70-95dB und verringert damit die mechanische Kopplung ans Innenohr (Stapediusreflex).

    Der am Trommelfell sitzende Musculus Tensor Timpani kann ebenfalls durch Anspannung die mechanische Aktivität des Trommelfells hemmen. Im Gegensatz zum vorgenannten gibt es jedoch offenbar keine reflektorische Signalschleife die bei zu lauten Geräuschen automatisch einsetzt.
  • Stapidusreflex?

    14.05.2015, Martin Bitter
    Sollte man an dieser Stelle nicht auch den Stapidusreflex erwähnen, der durch versteifen der Gehörknöchelchenkette (AFAIK durch den kleinsten Muskel im menschlichen Körper) ebenfalls die Signalstärke dämpft?
  • Tinitus

    13.05.2015, Josef
    Ja und wann gibt es was gegen den Nerv tötenden Tinitus.
  • Danke schön für diesen Beitrag!

    13.05.2015, Mario Jahnert
    Sie sprechen mir aus der Seele. Schön, hier mal etwas zum Thema "Tiere" zu lesen, das diese nicht bloß als gefühllose Forschungsgegenstände und Mittel zum Zweck sieht. Sehr regelmäßig führt die Lektüre von Artikeln über nichtmenschliches Leben auf den Seiten von Spektrum der Wissenschaft (oder wo auch immer sonst) zu einer weiteren Vertiefung eines über mittlerweile fast ein halbes Jahrhundert gewachsenen Gefühls von Trauer und Resignation angesichts der grenzenlosen Arroganz, mit der sich die Art Mensch weit über alle anderen Arten stellt, und dessen, was wir uns auf Grundlage dieser Haltung letzteren gegenüber an Grausamkeiten herausnehmen.
    Vielen Dank dafür, dass Sie mit Ihrem Beitrag diese Resignation nicht vertiefen, sondern ein Beispiel für eine Einstellung aufzeigen, die man meiner Meinung nach gut teilen kann, und zu der ich mich an dieser Stelle gern bekenne.
  • Hätte ich anders interpretiert.

    13.05.2015, quickkick
    Wird das Gehör dadurch tatsächlich geschützt? Beschädigungen des Gehörs treten doch bei zu hohem Schalldruck und dadurch abknickende Härchen im Ohr auf. Im Artikel wird aber die Studie so beschrieben, dass hier ausschließlich die Signalleitung von den Haarzellen zum Hirn beeinflusst wird. Also eine Art von Filter des Signals, aber kein Schutz für den Sensor. Das Gehör wird also nicht vor Lärm geschützt, wie das z.B. durch Gehörschutz erfolgt.
    Antwort der Redaktion:

    Liebe(r) quickkick

    die Möglichkeiten des in der Studie beschriebenen Mechanismus sind natürlich begrenzt. Eine extrem hohe Lautstärke und/oder extrem lange Dauer des Lärms können zu einer unmittelbaren Schädigung der äußeren Haarzellen führen. Doch bis dahin greift der beschriebene Mechanismus, indem er die Aktivität der äußeren Haarzellen beeinflusst und damit die Sensitivität des Gehörs herabsetzt. Dadurch werden Geräusche leiser wahrgenommen und das Gehör geschützt. Wie Kopfhörer, die als Gehörschutz dienen, funktioniert dieser Mechanismus also nicht. Bis zu einer gewissen Lautstärke ist das Gehör in der Lage, sich selbst zu schützen. Die Toleranzgrenze ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    Beste Grüße, Franziska Müschenich, Redaktion

  • klüger als gedacht

    13.05.2015, Dirk P.
    Ja, so ist es. Die Tiere sind klüger als gedacht, aber ich würde die Vermutung wagen, dass die Hauptproblematik in der Kommunikation liegt. Der Mensch bewertet Intelligenz an Ergebnissen und an der Kommunikation. Die Motivation des Tieres ist eine Andere, und eventuell sogar die Wahrnehmung der Zufriedenheit. Ist das Huhn satt und vermehrt, so sinkt die Motivation. Ohne Motivation sinkt aber auch die Möglichkeit Probleme itelligent zu lösen und auf Dauer die Intelligenz zu stärken. Ganz zu schweigen, dass die Forscher es dann solange nicht mitkriegen, bis das Huhn im Labor quadratische Gleichungen löst. Ebenso erschwert die Kommunikationsbarriere das Feststellen der Intelligenz, hier müsste die Kommunikations beidseitig gewollt sein, die Möglichkeit muss bestehen (Auch Hawkins oder Einstein würden solange in China dumm wirken, bis sie sich mit der Sprache der Mathematik outen) und dann noch grundsätzlich möglich sein. In dieser Hinsicht, forscht weiter! Vielleicht stellen wir sogar irgendwann fest, dass Trolle in Internetforen intelligent sind. ;)
  • Tiere sind nicht doof.

    13.05.2015, Alma Flamenca
    Immer wieder verblüffen mich "neue Erkenntnisse" der tierforschung, die heraus gefunden haben wollen, dass Tiere doch nicht so doof sind, wie man landläufig denkt.

    Mich verblüffen dabei weniger die Forschungsergebnisse, sondern vielmehr die Ignoranz, mit welcher an dieses Thema heran gegangen wird.

    Fische fühlen keinen Schmerz? Hühner sind doof?

    Man könte die Liste der unterschätzten Tierarten beliebig erweitern - vielleicht sollten wir einmal darüber nachdenken, ob der Forschungsansatz an sich falsch ist?

    Vielleicht sollten wir von Vorneherein einfach annehmen, dass Tiere intelligent sind, Gefühle haben?!

    Aber dann wären die tollen "Forschungsergebnisse" auf einmal keine solchen mehr - sondern nur noch die Bestätigung dessen, was jeder Imker schon lange weiß: Egal wie klein und "unbedeutend" Tiere zu sein scheinen: Sie haben ihren verdienten Platz im Ganzen! Sie sind intelligent, fühlen.

    Und sie planen ihre Aktionen, organisieren Staaten, entwickeln Angriffs- und Abwehrstrategien...

    Wer sich als Mensch als die Krönung der Schöpfung empfindet, tut sich selbst und all den Tieren um sich herum keinen Gefallen - er outet sich lediglich als unwissenden Ignoranten!

    Honig, Marmelade etc ohne Bienen, Hummeln, Schmetterlinge etc.?

    Geht nicht. Kurz und bündig.
  • Kommentar

    13.05.2015, Torsten Wurm
    Eine weitere Ursache dafür das die Publikation in "Vergessenheit" geriet dürfte sein das Ebola bis 2014 in Westafrika keine größere Epidemie verursacht hat - auch Anfang 2014 ist man zunächst von Malaria, Cholera, oder Lassafieber ausgegangen bevor Ebola diagnostiziert wurde. Die Symptome sind in der Tat ähnlich oder zumindest ähnlich genug das ein Arzt welcher die Unterschiede nicht kennt eine falsche Diagnose stellt. Zudem ist Ebola keine Infektionskrankheit welche endemisch ist, weder in Westafrika noch in Zentralafrika, sondern eher sporadisch auftritt (im Gegensatz zu Malaria etwa). Für die Diagnose sind Labore nötig welche entsprechend ausgerüstet sein müssen, sowohl mit Geräten als auch mit Reagenzien wie DNA Primer bzw. ELISA spezifisch für Ebola. Theoretisch wäre es auch möglich das die positiven Patienten von 1978/1979 sich nicht in Westafrika angesteckt haben sondern in Zentralafrika und dann nach Liberia gereist sind.
    Die ersten HIV Infektionen lassen sich übrigens auf die 1930er Jahre datieren - auch hier wurde eine neue Krankheit zunächst nicht erkannt.
    Es kommt immer wieder vor das alte Publikationen übersehen werden, insbesondere solche aus den 1970er und 1980er Jahren. Teilweise liegt es daran das die Journals nicht in Pubmed indiziert sind oder das Artikel nicht digital vorliegen. Teilweise liegt es aber auch daran das die Artikel nicht zitiert wurden/werden. Diese Probleme hat es in der Wissenschaft historisch schon immer gegeben. Das betreffende Journal hat keinen hohen Impact Factor und wird daher auch relativ wenig beachtet. Es ist also eine Kombination verschiedener Faktoren und ich bin skeptisch das die Kenntnis eines Papers von 1982 einen entscheidenen Unterschied gemacht hätte.
  • Internet und Wissen

    12.05.2015, Stefan Trapp
    "Aber Anfang der 1980er Jahre war das Internet eben noch nicht weit verbreitet."

    Genaugenommen haben wir es erst Ende der 80er Jahre erstmals genutzt.

    Hilferuf: Wenn unsere jungen Wissenschaftler und Studenten weiterhin alleine auf das Internet setzen und Bibliotheken und Bücher meiden dann geht ein Grossteil unseres Wissens verloren! stt
  • Problematischer Forschungsansatz

    12.05.2015, Eduard Kirschmann, Hannover
    Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe dem Forschungsansatz&nbap;– und noch mehr den Interpretationen&nbap;- von Michael Tomasello mit Skepsis zu begegnen.
    Kinder sind am wenigsten geeignet um die charakteristischen Eigenschaften einer Spezies zu identifizieren, weil sich die Angehörigen verwandter Arten umso mehr ähneln, je jünger sie sind. Die verlängerte Kindheit mit einer ausgeprägten Wachstumsverzögerung weist beim Menschen darauf hin, dass sein Gehirn eine längere Lernphase benötigt um den artspezifischen Anforderungen im Erwachsenenalter genügen zu können. Es ist denkbar, dass die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale des menschlichen Gehirns bei 2,5 Jahre alten Kindern noch völlig unauffällig sind. Dass Kinder im Alter von 2,5 Jahren zum Beispiel noch nicht mit einer höheren allgemeinen Intelligenz (im Vergleich zu erwachsenen Menschenaffen) ausgestattet sind ist kein Befund, der die Bedeutung der allgemeinen Intelligenz für den Verlauf der menschlichen Evolution in Frage stellt. Entscheidend ist, was am Ende des Entwicklungsprozesses herauskommt. Ich bin sogar überrascht, dass bereits kleine Kinder es bei Tests zum räumlichen Denken mit erwachsenen Schimpansen aufnehmen können, ein gutes Jahrzehnt bevor sie selbst in dieser Hinsicht voll ausgereift sind. Als ausgesprochen dynamische Kletterer sind Schimpansen auf ein hohes Leistungsniveau der räumlichen Wahrnehmung angewiesen. Da der Einfluss der Kultur auf das Leistungsniveau bei der räumlichen Wahrnehmung gering ist, sollte man auf jeden Fall die gleichen Experimente an erwachsenen Menschen durchführen, um die Ergebnisse bei Kindern und Menschenaffen besser einordnen zu können.

    Die Arbeit mit Kindern bringt also gravierende Nachteile mit sich, gleichzeitig ist es fraglich ob die Vorteile so groß sind wie erhofft. Der Einfluss der Kultur auf die kindliche Entwicklung geht weit über das hinaus, was Kindern erzählt wird. Die Welt, in die Kinder heute hineingeboren werden, ist kulturell völlig verfremdet. Dies erhöht die Bedeutung der Eltern beim Versuch sich darin zurechtzufinden. Und die Eltern haben ihrerseits eigene, kulturell geprägte Vorstellungen wie sich ein Kind zu entwickeln hat und womit sich die Entwicklung fördern lässt. Nehmen wir mein Lieblingsbeispiel, das Werfen. Ebenso wie der aufrechte Gang und die Sprache ist das Werfen ein evolviertes Alleinstellungsmerkmal des Menschen. In motorischer Hinsicht ist es die bei Weitem anspruchsvollste dieser drei Tätigkeiten, und wenn man meiner Annahme folgt, dass eine Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung zu den Anpassungen an das Werfen zu zählen ist, dann stellt das Werfen auch die höchsten kognitiven Anforderungen. Der Erwerb der drei Kernkompetenzen Laufen, Sprechen und Werfen beginnt etwa zur gleichen Zeit, irgendwann um das erste Lebensjahr. Die ersten Wurfversuche werden schon unternommen, wenn das Kind sitzen kann. Und das natürliche Belohnungssystem ist gut etabliert&nbap;– kaum etwas anderes macht dem Kind mehr Freude, als das teure Spielzeug durch die Gegend zu pfeffern. Während die Eltern jeden Fortschritt bei der Sprachentwicklung oder beim Laufen fördern und begrüßen, ist beim Werfen in der Regel sehr bald Schluss mit lustig. Das Werfen ist als gefährliche und unzivilisierte Verhaltensweise dermaßen verpönt, dass es in Spielkreisen sogar von anderen Müttern unterbunden wird, die sich ansonsten davor hüten, in die Erziehung eines fremden Kindes einzugreifen. Ausgerechnet die Tätigkeit, bei der das Kind von Natur aus am meisten zu lernen hätte, wird unterdrückt. Bestenfalls darf ein Ball zu Papa hinübergerollt werden. Anstatt dem angeborenen Lernprogramm folgend an der Entwicklung seiner allgemeinen Intelligenz zu arbeiten, lernt das Kind dass es am besten zurechtkommt, wenn es darauf achtet, was die Eltern wollen. Im Alter von 2,5 Jahren hat es bereits anderthalb Jahre kultureller Indoktrination hinter sich und zeigt sich lernwillig und Kooperationsbereit (was bleibt ihm auch anderes übrig?).
    Nebenbei bemerkt werden Steine beim Werfen zwischen Daumen und Mittelfinger eingeklemmt und mit dem Zeigefinger in Richtung Ziel beschleunigt. Daraus ergibt sich ganz natürlich die menschliche Eigenart mit dem Zeigefinger auf Gegenstände oder Personen hinzuweisen. Weiter gehende Spekulationen erübrigen sich.

    Zum Leserbrief von Joseph Bülhoff möchte ich zweierlei anmerken.
    Erstens ging die Entwicklung des aufrechten Gangs dem Vorstoß in die Savannen anscheinend voraus. Ich sehe zwar auch einen Zusammenhang zur Nutzung handgeführter Waffen, den Anlass für die Entwicklung gab aber wohl bereits das Verlassen der Bäume. Zweitens ist eine Kooperation in der Art, wie sie Herrn Bülhoff vorschwebt, zwar nahe liegend, geht aber keineswegs über das hinaus, was auch schon bei Affen beobachtet wurde. So sind Paviane dafür bekannt, sich in offenem Gelände in wehrhafter Formation zu bewegen.
    Das Ausmaß der beim Menschen beobachteten Kooperation geht weit darüber hinaus und wird bisher am besten durch kulturelle Anpassungen erklärt.
  • Braver Kinder sind kooperativ

    12.05.2015, Christian Amling, Quedlinburg
    Die beiden ersten Artikel von Gary Stix präsentierten Bilder zweier Menschen- beziehungsweise Schimpansenkinder überzeugen aus meiner Sicht nicht von der Allgemeingültigkeit eines bei Menschen stärker ausgeprägten Prinzips der Zusammenarbeit. Zwei ganz offensichtlich aus gut situierten Verhältnissen kommende (brave) Kinder angeln kooperativ ein Gummibärchen gegenüber zwei Versuchstier-Schimpansen in Käfigen aus bruchsicherem Glas, die eine ähnliche Leistung vollbringen können. Hier liegt einfach ein Ungleichgewicht vor. Man kann sich ohne Mühe das Experiment mit Menschenkindern aus einem anderen soziokulturellen Umfeld vorstellen, bei denen es vielleicht nicht so problemlos gelingt!
    Tiefer gehend sehe ich das Problem im zweiten Artikel behandelt, insbesondere auch den kurzen Hinweis auf weitere Formen "nichtmenschlicher irdischer Intelligenz", zum Beispiel bei Hunden. Nach intensiver Beschäftigung mit Hunden halte ich ihre "präintelligenten" Leistungen für wesentlich gehaltvoller als die von uns genetisch am nächsten stehenden Affen. Man stelle sich nur einmal eine Horde Affen beim Schafehüten, beim Schlittenrennen, als Blindenführer oder beim Zoll vor! Das evolutionäre Zusammenspiel Mensch und Domestikation fehlt übrigens in der Artikelserie. Aus meiner Sicht besitzt der Hund ein wesentliches "Handikap", ihm fehlt die Greifhand. Ansonsten würde er jetzt möglicherweise die Zeitung lesen.
  • Lachen und Weinen

    12.05.2015, Harald Effenberg, Kleinmachnow
    Eine entscheidende Antwort auf die im Artikel gestellte Frage "Welche geistigen Prozesse ermöglichten derartige Entwicklungen, also vor allem die Weitergabe von Wissen?" lautet sicherlich: Lachen und Weinen.
    Wir Menschen scheinen die Einzigen zu sein, die diese Strategie nutzen (und zwar seit mindestens 40 000 Jahren, denn auch die Aborigines lachen und weinen). Zwar scheinen Delfine permanent zu grinsen und auch das Zähneblecken der Schimpansen wirkt oberflächlich wie ein Lachen, doch die entscheidenden Verhaltensweisen findet man meines Wissens nur beim Menschen: Die sich uns gegenüber lachenden oder weinenden "Stammesangehörigen" (Nahestehenden) unwillkürlich aufdrängende Frage "Worüber lachst du?" beziehungsweise "Warum weinst du?" und das anschließende ebenso unwillkürliche Mitteilungsbedürfnis "Kennt ihr den?" beziehungsweise "Habt ihr schon gehört, was x trauriges passiert ist?"
    Wie tief der einst so erfolgreiche Trieb, durch gemeinsames Lachen oder Weinen originelles Wissen auszutauschen, immer noch in uns steckt, mag man daran ermessen, dass allein in Deutschland 18 Millionen Menschen "Titanic" gesehen haben und 116 498 Besucher zu Mario Barth ins Olympiastadion gingen - obwohl man sowohl über die Originalität wie über den Wert des dabei weitergegebenen Wissens für das Überleben unserer Art geteilter Ansicht sein kann.
  • Das Gehirn

    12.05.2015, Stefan Räbiger
    benutzen wäre mein Vorschlag. Offen und kritisch analysieren was einem täglich von sozialen Netzwerken und anderen Medie vorgesetzt wird. Nicht nur einer Meinung vertrauen. Das erfordet natürlich klares über einen kritischen Verstand gelebtes Bewußtsein. Auch sich selbst immer wieder hinterfragen was das eigene Verhalten und Wirken betrifft.
  • Dysfunktion in der diskreten Mathematik?

    12.05.2015, Daniel Schiller, Köln
    "In den hier beschriebenen Bereichen der diskreten Mathematik gilt das Prinzip »Alles hängt mit allem zusammen«."

    Erlauben Sie mir einen leicht pointierten Kommentar zu dieser Faszination über die Strukturen in der diskreten Mathematik und die vielen Wege hindurch. "Nomen est omen", könnte man sagen, wenn die Vielfalt der Beziehungen hier schon eine Grundqualität ist. Wer viel sucht, wird viel finden. Hier ein wenig schütteln, dort ein wenig schielen ... et voilà ... noch eine Strukturbeziehung gefunden ... und noch eine ... und noch eine ... Am Ende hängt es nur von der Suchdisziplin und dem Durchhaltewillen ab, wann man noch etwas findet. Immer neue Strukturen zu finden, sollte offenbar nicht überraschen ... und am Ende auch nicht (übermäßig) faszinieren.
    Überall Beziehungen zu sehen, quasi ungefiltert in ihrer Fülle gefangen zu sein, das betrifft auch autistische Menschen, bzw. Savants. Ihnen fehlt (nach heutigem Kenntnisstand) quasi ein Filter, um das Relevante vom Rauschen zu scheiden.
    Braucht die diskrete Mathematik vielleicht funktionale Filter, um "sinnvolle" Ergebnisse herauszulesen, anstatt in der Fülle der Beziehungen gefangen zu bleiben? (Am Ende landen wir dann aber vielleicht bei der Fülle der Filter, anstatt der Fülle der Strukturen ...)
    Antwort der Redaktion:
    Die Krankheit, die Sie beschreiben, kennen die Fachleute der diskreten Mathematik nicht als "Autismus", sondern als "starkes Gesetz der kleinen Zahlen". "Es gibt gar nicht genug kleine Zahlen, um alle Ansprüche zu erfüllen, die an sie gestellt werden", schreibt Richard K. Guy, der Urheber dieses populär gewordenen Spruchs, mit der Folge, dass die Leute Zusammenhänge sehen, wo es keine gibt (Näheres hier oder hier). Das hat zu den kuriosesten Fehlschlüssen geführt, ganz zu schweigen von den esoterischen Versuchen, hinter Drei- oder Vierheiten die tiefsten Zusammenhänge zu finden.

    Natürlich erhebt Jean-Paul Delahaye den Anspruch, dass die Erforscher der Stern-Brocot-Folge an genau dieser Krankheit nicht leiden. Was zu beweisen ist, indem ein übergreifender Zusammenhang zwischen diesen Einzelergebnissen aufgedeckt wird.

    Christoph Pöppe, Redaktion
  • Jungen oder Mädchen benachteiligt?

    12.05.2015, HH
    Laut der letzten Pisa Studie sind Mädchen den Jungen in Mathematik ca 3. Monate hinterher. Jungen den Mädchen im Lesen aber ein ganzes Jahr. Und um was geht es im Artikel - quasi nichts anderes als wie man Mädchen besser fördern kann und was ihnen am meisten hilft. Und das obwohl sie schon jetzt in allen Statistiken in der Schule und zunehmend auch in der Uni die besseren Noten aufweisen. Was soll das?