Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Klimawirkung von CO2

    20.11.2013, Jürgen
    @Horst

    Natürlich hatte CO2 auch schon damals einen Einfluss. Nur ist es beileibe nicht der einzige Faktor, der das Klima bestimmt. Zumal die Proxies, je länger in die Vergangenheit geschaut werden soll, immer ungenauer werden, da immer weniger Daten bereit stehen. Eine recht genaue Rekonstruktion des Klimas ist nur so für ca. die letzten 1200 - 2000 Jahre möglich, da für diesen Zeitraum entsprechend viel Datenmaterial vorhanden ist.
  • Pilzresistente Weizensorten

    20.11.2013, Dr. rer. nat. Wolfgang Lehmann
    Ein Pilz bedroht die Weizenpflanzen und damit die Ernährungssituation der Menschheit. Abhilfe wird
    gesucht in der Form, dass nach resistenten Sorten geforscht wird, die dann gezüchtet
    werden sollen. Das erfordert Zeit, viel Zeit. Wir müssen damit rechnen, dass
    in der Zwischenzeit fleißig Mykozide auf die Felder gespritzt werden. Mit
    Pestiziden haben wir allerdings schlechte Erfahrungen gemacht. Man denke nur an
    das Auftreten pestizidrestenter Unkräuter oder
    das Bienensterben.
  • Bildung. Noch mehr Bildung. Bildung für ALLE!

    20.11.2013, Ausländerin
    Nein, lieber Herr Wolf!
    Die Überbevölkerung ist auch nur die Folge!
    Das Wirtschaftssystem ist nicht Tragbar.
    DAS Wirtschaftssystem, welches nur DIE Anstrengungen finanziert, die sich von heute auf morgen RENTIEREN.
    DAS Wirtschaftssystem, welches der Verdummung der Menschen beihilft und diese in Verstand-reduzierte Konsumsüchtige Lebensformen verwandelt.
    Das Wirtschaftssystem, welches der schnellsten Profite wegen die Bildung für jüngere Menschen nur auf verträgliches Minimum an einem eng spezialisierten in "Produktion" benötigten Wissen reduziert - wer sorgt sich von jüngeren schon um die Zukunft? Nur Karriere und persönlicher Erfolg sind wichtig! Finanziell - Top, moralisch - Flop!

    Und noch Religionen - solange die Mehrheit der Menschen in einer blauäugigen Vorstellung lebt, Gott habe die Erde erschaffen, damit der Mensch sich mit Freude vermehrt, solange es geht - ändert Ihre Petition nichts!

    WIR - gebildeten europäischen Menschen, die schon seit langem mit der Tatsache umgehen lernen, der Platzt ist äußerst begrenzt - haben das Überbevölkerungsproblem nicht. Die Länder, die aber wirklich etwas dringend unternehmen müssen, machen sich keine Sorgen um die Zukunft der Erde! Solche große Zusammenhänge sind für die nicht verständlich - das Bildungsniveau ist einfach noch nicht da! Die glauben - jemand anders löst Ihre Probleme, man soll nur fleißig beten und/oder um Asyl bieten. Und auch die europäischen Länder bekräftigen diese Verhaltensweise - Jahr für Jahr!
    Und suchen sich den Feind sonst wo - z Bsp in Kommunisten, anstatt dessen Errungenschaften (auch zum Bsp. in dem sonst zur Überbevölkerung neigenden asiatischem Raum) zu untersuchen und evtl. Schlüsse zu ziehen!
    Solche Selbsttäuschung kann nicht gut gehen. Petition statt Bildung hilft NICHT! Man wird zu gefühllosen Nationalisten gekürt, die den Frauen die Freude der Mutterschaft rauben etc. Man wird zum Monster, und als Folge - es wird eine Niederlage. Im Endeffekt für alle.
    Nur Bildung und Aufklärung im Verbund mit Verzicht auf veraltete Dogmen kann uns alle retten!
  • Es ist leider schon 5 nach 12!

    20.11.2013, Achim Wolf
    Der ursächliche Grund für immer mehr verheerende Naturkatastrophen und das Elend der davon betroffenen Menschen ist die weltweit exponentiell ansteigende Überbevölkerung. Zu viele Menschen verursachen den enormen CO2-Ausstoss, der die Klimakatastrophe verursacht. Zudem werden weiterhin zu viele Menschen geboren, denen dann die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben fehlen. Wir sollten daher endlich nachdenken und weltweit nicht noch mehr Kinder in die Welt setzen, die dann hungern oder aus ihren Heimatländern flüchten müssen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Auch in Europa wird es künftig solche Monsterstürme geben und die Hochhäuser werden wie Kartenhäuser zusammenbrechen. Der Mensch sollte endlich vernünftig genug sein, sein Bevölkerungswachstum einzudämmen, sonst wird er die Natur und sich selbst zerstören. In den letzten 44 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt. Bleibt es so, dann werden im Jahr 2050 bereits 15 Milliarden Menschen auf der Erde leben – das ist die eigentliche Katastrophe, die verhindert werden muss. Bitte informieren Sie die Öffentlichkeit über unsere Petition für weltweite Geburtenregelungen bei der weltgrössten Plattform change.org: http://chn.ge/1bSmBDH

    Mit freundlichen Grüßen
    Achim Wolf, Mannheim
  • Aber es wird nicht wärmer

    20.11.2013, B. Neelen
    Sie sagen viel über den steigenden C02 Wert und über pessimistischste Szenarien des IPCC aber warum sagen Sie nichts über die seit 17 Jahren nicht mehr ansteigenden Temperaturen?
    Antwort der Redaktion:
    Einerseits haben das andere bereits hinlänglich getan. Zum Beispiel Mojib Latif und Hans von Storch im Spektrum.de-Interview und Stefan Rahmstorf in seinem Blog.

    Andererseits können Sie auch einfach dieser kleinen Illustration entnehmen, warum ich mit derlei Nebelkerzen nicht meine Zeit verschwende.

    Herzliche Grüße,

    Lars Fischer
  • Wie Lemminge...

    20.11.2013, Martin Nischang
    "Für einige der einfacheren Varianten dieser Theorie [der Supersymmetrie] sieht es angesichts der ACME-Resultate nun tatsächlich schwarz aus. Das gilt jedoch nicht zwangsläufig für komplexere Versionen, die ein Dipolmoment noch unterhalb der derzeitigen Nachweisgrenze vorhersagen."

    Man flüchtet sich also in noch komplexere Theorien, statt nach einfacheren Erklärungen zu suchen.

    "Ein guter Theoretiker kann sich innerhalb von einer halben Stunde ein neues Modell ausdenken, und den Experimentator kostet es dann 20 Jahre, es wieder abzuschießen."

    Was für eine Binsenweisheit ! Vor allem, wenn der gute Theoretiker noch einen zusätzlichen Parameter einführt...

    Sollte ein wirklich guter Theoretiker nicht mal die Ergebnisse der Messungen akzeptieren ? Und dann endlich mal über Alternativen nachdenken, statt wie ein einäugig Blinder nur das zu sehen, was er sehen will ?
  • Japan

    19.11.2013, Winfrid Stotz
    Könnte Geothermie nicht das Problem in Japan lösen, die Atomkraft abzulösen? Japan ist doch geologisch sehr aktiv.
  • Vielen Dank

    19.11.2013, Thomas Pruß
    Lieber Herr Fischer,
    vielen Dank für die Umformulierung. Jetzt habe ich es verstanden! ;-)
    Beste Grüße
    Thomas Pruß
  • Keine Nöte

    18.11.2013, Mathias Völlinger
    "Seine nahezu perfekte Kugelgestalt bringt jetzt die Physik in Nöte"

    Der Physik kanns nur gut tun. Einige Spekulationsblasen weniger. Und das Elektron ist trotzdem nicht kugelsymmetrisch, alleine wegen dessen Spin.
  • Kugellager mit Gleichdicken?

    18.11.2013, Bernhard Strauß
    Wenn man zwischen zwei parallelen Geraden Gleichdicke einpasst, so bleiben bei einer Abwälzbewegung Parallelität und Abstand erhalten ("antike Steintransporteure"). Wie aber verhält es sich bei Einpassung zwischen zwei konzentrischen Kreisen: Gibt es (außer kreisförmigen Gleichdicken) Möglichkeiten für eine Abwälzbewegung ohne Mittelpunktsverschiebung?
    Antwort der Redaktion:

    Ich erinnere mich nicht, zu dieser Frage etwas gelesen zu haben. Aber ich glaube, ich kann sie mit etwas Überlegen beantworten. Wenn ich mich nicht sehr vertan habe, läuft ein klassisches Kugel- oder besser Rollenlager (Kreis innen, konzentrischer Kreis außen, Spalt konstanter Breite dazwischen) auch mit den üblichen Gleichdicken, also Reuleaux-Dreiecken oder deren ungeradzahlig-eckigen Verallgemeinerungen.

    Begründung: Wenn das Reuleaux-Dreieck (die Verallgemeinerungen gehen genauso) zwischen zwei Geraden eingeklemmt ist, liegt es an der einen Geraden mit einer Ecke und an der anderen mit einem Punkt der gegenüberliegenden krummen Seite. (Die Ecken eingeschlossen; Berührung mit zwei Ecken ist der Grenzfall, bei dem eine Seite die Rolle einer anderen Seite übernimmt.) Das funktioniert zwischen zwei konzentrischen Kreisen genauso. Der innere Kreis stört die Bewegung des Gleichdicks sowieso nicht. Der äußere könnte es stören, weil er ja verglichen mit der Gerade dem Gleichdick Platz zum Sichbewegen wegnimmt. Das Gleichdick nutzt diesen Platz aber gar nicht. Jede seiner Seiten ist stärker gekrümmt als der Außenkreis, denn jeder Radius des Gleichdicks ist gleich der Breite des Spalts, und der ist kleiner als der Radius des Außenkreises.

    Wie geht die Konstruktion? Setze das Gleichdick mit irgendeinem seiner Punkte an den Innenkreis. Ziehe in diesem Punkt die Tangente an den Innenkreis und die dazu parallele Tangente an den Außenkreis. Zwischen beide Tangenten passt das Gleichdick stramm; es sind ja zwei Geraden im richtigen Abstand. Insbesondere berührt es den Außenkreis im Berührpunkt unserer Tangente; so ist es ja auch bei den Geraden. Es berührt ihn aber auch in keinem anderen Punkt, denn (s. o.) es ist überall krummer als der Außenkreis.

    Christoph Pöppe, Redaktion

  • Schöne Wunschvorstellung

    17.11.2013, Edgar R.
    Ich kann meinem Vorkommentator nur beipflichten. Auch wenn man in sichere - also schwer hackbare - Systeme investiert und forscht, das am wenigstens knackbare System ist immer noch der Mensch. Auch scheitert die hier geradezu malerisch beschriebene Wunschvorstellung schlicht an der Realität: wo sind bitteschön zu 100% perfekte Fahrbahnmarkierungen vorhanden? Heutige Einparkassistenten erkennen nicht etwa diese Markierungen, sondern befolgen schlicht eine einprogrammiert Abfolge von Lenkbefehlen - dummerweise haben wir aber nicht nur perfekte Längs- und Querparkflächen. Lassen Sie ein autonomes Fahrzeug bei verschiedenen kurvigen Fahrbahnrändern parken und es wird scheitern, sofern Sie nicht jeden einzelnen Fall einprogrammieren.

    Ebenso sind Fahrbahnen nicht das ganze Jahr über im perfekten Zustand; um die Sache wirklich abzurunden, müssten die Fahrzeuge den Fahrbahnzustand erkennen können. Ich rede hierbei nicht einfach nur von Schlaglöchern, denen ausgewichen werden soll, sondern billige Ausbesserungen, die in schlechten Kombinationen bspw. die Bremswirkung an den Rädern unterschiedlich stark beeinflussen. Kann ein Rad fühlen? Ich glaube kaum. Kann eine Kamera erkennen, aus welchem Material die Fahrbahn hier und dort besteht? Nur grob.

    Auch der Wunsch nach einem Butler-Auto oder autonomen Taxi wird schlicht an den Versicherungen scheitern. Schon heute ist genau dies das Problem beim Carsharing. Ich habe interessehalber ein solches, durchaus ansprechendes Angebot studiert. Die Sorgfaltspflicht behindert uns hierbei schon: geteilte Fahrzeuge müssen vorab und hinterher auf Schäden kontrolliert werden, weil in unserer kapitalistischen und zunehmend egoistischen Welt niemand für den nächsten eintreten möchte. Es muss also in jedem erdenklichen Szenario die Schuldfrage geklärt werden - soll das autonome Auto schuld sein? Derjenige, der es zur Verfügung stellt? Ein teures unterfangen und mitnichten mit den Kosten einer heutigen ÖPNV- Monatskarte finanzierbar; ca. 40€ (ÖPNV im Monat) stehen 140€ (pro Woche für Carsharing) gegenüber (das sind keine erfundenen, sondern reale Zahlen).

    Auch können Computer, wie Sie richtig erkannt haben, eins nicht: spontane Entscheidungen treffen. Ich meine dabei keine Gefahrsituationen, sondern kleine Änderungen in der Route. Da 'mal schnell das Kind abgeholt oder abgesetzt, hier noch schnell etwas aus dem Supermarkt geholt. Nach Ihrem Szenario würden die autonomen Fahrzeuge trotz aller Verbesserungen in der Technik doch um ein Vielfaches starrer agieren als menschliche Fahrer.

    Und zuletzt möchte ich den Fahrspaß einfach nicht missen. Sie können das als trivial und verzichtbar ansehen, aber genauso erscheint umgekehrt Ihre Vorstellung als langweilig und auf schärfste wissenschaftlich-optimiert. Ich möchte mit der Aussage meiner Schwester zu diesem Thema schließen: "Assistenzssysteme sind ok, aber vollkommen selbstständig ist übertrieben". Sie hat recht.

    P.S und betrachten Sie mich bitte auch nicht als einen shit storm- artigen Skeptiker - ich bin sehr wohl offen für Neues, es sollte aber auch sinnvoll sein.
  • Dunkle Energie in Quarks?

    16.11.2013, Dr. Mario Hoverath, Brühl
    Der Artikel "Das Innenleben der Quarks" mutet dem Leser viel aus der Welt der Hypothesen und Spekulationen zu. Also, warum dann nicht noch einen Schritt weiter gehen: Der Autor beschreibt ein scheinbar grundsätzliches Problem beim Aufstellen einer Preonentheorie: Preonen, die auf den unvorstellbar kleinen Raum eine Quarks beschränkt sind sollten eine sehr große Energie und damit Masse besitzen, was aber tatsächlich nicht der Fall ist.

    Der beschriebene Widerspruch löst sich sofort auf, wenn man die Summe aus einer positiven und einer negativen Energie und entsprechend einer positiven und negativen Masse bildet. Beide können vom Betrag wesentlich größer sein als die Energie beziehungsweise Masse eines Quarks. Es gäbe dann also eine subatomare, dunkle Energie. Spricht etwas dagegen?
  • 10 %?

    16.11.2013, Thomas Pruß
    Lieber Herr Lingenhöhl,
    "Aber auch in der frühen Kreidezeit war der Nordatlantik wohl nicht mit dem Weltmeer verbunden, wie der hohe Salzgehalt des Grundwassers zeigt: Heute ist das Mittelmeer mit dem Atlantik nur durch die schmale, flache Straße von Gibraltar verbunden – dennoch liegt der Salzgehalt dort nur zehn Prozent über dem des Atlantiks. Erst am Ende der frühen Kreidezeit, vor etwa 100 Millionen Jahren, öffnete sich auch der Südatlantik: Meerwasser strömte in das Becken des Nordatlantiks und reduzierte den Salzgehalt dort auf normale Werte."
    Diesen Teil des Artikels verstehe ich nicht:
    Der Salzgehalt des Mittelmeeres liegt doch eher um 10 Promille höher als der des Atlantiks. Und: Was hat in diesem Zusammmenhang das Mittelmeer mit dem Atlantik zu tun?
    Ist hier irgendein Textabschnitt beim Kürzen des Artikels verloren gegangen?
    Beste Grüße
    Thomas Pruß
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Pruß,

    der Salzgehalt im Atlantik liegt bei ungefähr 3,5 Prozent, im Mittelmeer dagegen ungefähr bei 3,8 Prozent. Das ist ein relativer Unterschied von grob zehn Prozent. Eine absolute Differenz anzugeben, wäre unglücklich, weil es hier ja um den Vergleich zum doppelt so salzigen Grundwasser geht. Ich habe die Formulierung angepasst, um die Argumentation verständlicher zu machen.

    Herzliche Grüße,

    Lars Fischer
  • Lehrmeister Ratte und Tierstudien

    15.11.2013, Naturfreund und Wissenschaftler
    Ich finde es sehr aufmerksam, dass über die Ratte einmal nicht schlecht berichtet wird. Dennoch kann ich an dieser Stelle ihre Bedeutung im Tierversuch nicht unkommentiert lassen.

    Hier wird der Eindruck erweckt, dass es völlig legitim und gut zu heissen ist, die Ratte im Tierversuch einzusetzen.

    Heutzutage werden Ratten nicht eingesetzt, weil es die besten und zutreffendsten Versuchstiere sind, die man einsetzen kann, sondern, weil sie preiswert und leicht zu züchten ist, ein Weibchen bringt bis zu 14 Nachkommen auf die Welt. Vor allem setzen die Forscher Ratten im Tierversuch ein, damit sie danach anhand von Vergleichsstudien ihre Ergebnisse diskutieren können. Und die sind häufig unsicher und müssen ja irgendwo eingeordnet werden. Da wo viele ähnliches interpretieren, kann das ja nicht falsch sein oder? Das sagt allerdings nichts darüber aus, welche Relevanz die Ergebnisse z. B. für den Menschen haben.

    Jeder kennt heutzutage den Begriff "Speziesunterschied": Jede Tierart und auch der Mensch haben Unterschiede im Stoffwechsel, in der Genregulation, beim Hormonhaushalt und auch im Bereich der Immunabwehr. Wissenschaftler wissen das genau und viele halten die Ratte auch nicht für ein gut geeignetes Versuchstier. Es kommt immer auf die Fragestellung an.

    Gerade im Bereich der Kognitionswissenschaften bedanken wir uns gerne bei der Ratte und die Leistungen, die sie uns im Tierversuch erbracht hat. Gerade in der Psychologie ist die Ratte eher nicht geeignet, da sie viel kleiner ist als der Mensch, im Gegensatz zum Menschen ein Fluchttier und die Welt durch einen anderen Lebensraum ganz anders wahrnimmt. Die Ratte hat einen ganz anderen Sichtwinkel und nimmt zudem über Vibrissen (dämmerungsaktiv) ihre Umwelt ganz anders wahr. Auch beeinflusst ein Leben auf vier Pfoten die Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit ganz außerordentlich.

    Außerdem ist es nicht mehr nötig, Ratten in solcher Art Versuchen einzusetzen, denn es gibt inzwischen leistungsfähige bildgebende Verfahren, mit denen nichtinvasiv im Menschen detektiert werden kann, wenn/was er gerade liest oder rechnet. Das Prinzip basiert auf Sauerstoffunterschieden in einzelnen Zellen, ist inzwischen sehr präzise. Die Geräte werden auch immer leistungsfähiger. Auch sprechen europäische Projekte wie das Human Brain Project und das amerikanische Forschungscluster Connextomics eine eindeutige Sprache: der Weg geht weg vom Tier hin zur Simulation mit höchst-leistungsfähigen Rechnern. Also humanspezifische Methoden und humanspezifische Belange.

    Ich habe mir das Buch auch gekauft, natürlich wegen des Titels und der Frage, was ich von der Ratte lernen kann und freue mich auf die Erkenntnisse.

    In diesem Sinne
  • Missverständnis der Standardinterpretation

    15.11.2013, Robert Riedel, Grafing
    Anders als in Ihrer Titelgeschichte behauptet ist der Ansatz des so genannten QBismus weder neu noch das erste Modell, das Bohrs Aussage, die Wellenfuktion sei nicht real, mathematisch untermauert: Carl Friedrich von Weizsäcker, berühmter Schüler Bohrs und Heisenbergs, hat bereits 1985 in seinem Buch "Aufbau der Physik" – neu veröffentlicht 2006 als "The Structure of Physics" – die Quantenmechanik mathematisch aus der Wahrscheinlichkeitstheorie (und zeitlicher Logik) hergeleitet. Aber statt die Wellenfunktion Ψ wie der QBismus als rein "subjektive Befindlichkeit" aufzufassen, beschreibt er diese als Wissen, das von der Information abhängt, die das wisssende Subjekt besitzt: "Wissen ist aber natürlich nicht Träumerei, nicht bloß subjektiv ... Alle Paradoxien entstehen nur, wenn man Ψ noch in irgendeinem anderen Sinn selbst als ein objektives Faktum ansieht." (S. 519)
    Genau dies ist auch der Kern der "Kopenhagener Deutung" der Quantentheorie, die eben gerade keine materielle Realität von Quantenzuständen mit sich überlagernden Ereignissen behauptet. Dass Schrödingers Katze gleichzeitig tot und lebendig sei, käme keinem ernsthaften Anhänger dieser Interpretation in den Sinn, sondern nur, dass sich unser Wissen bis zum Beobachtungszakt in einer derartigen Superposition befindet.
    Schrödinger hat sein Katzenparadoxon einst als Einwand gegen die Kopenhagener Deutung formuliert, die er nicht verstand und von der er fälschlich glaubte, sie würde so offensichtlich absurde Zustände wie eine gleichzeitig lebende und tote Katze erlauben. Als "Standardinterpretation" der Quantentheorie hat sich leider, anders als immer zu lesen ist, gerade nicht die eigentliche Kopenhagener Deutung durchgesetzt, sondern (vor allem im englischen Sprachraum) die von Schrödinger den Kopenhagenern unterstellte Behauptung, Quantenzustände seien real.
    Leider verschweigt Ihr Artikel diese Zusammenhänge und stellt dem QBismus eine falsch verstandene Deutung als Gegensatz gegenüber, wo diese richtig aufgefasst, doch seine engste Verbündete wäre! Bleibt zu hoffen, dass die neue Begeisterung für den QBismus letztlich auch zu einer Rückbesinnung auf Physiker wie Bohr, Heisenberg und Weizsäcker führt und die seit Jahrzehnten auf einem Missverständnis beruhende Standardinterpretation künftig endlich überwunden werden kann.
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