Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • RE: Die Hatz auf den Kuchen

    09.11.2002, Thomas Schöne
    aht033 4 vm 400  lah 150

    Archäologie/KORR
    (Zusammenfassung 1500)
    Landesmuseum startet Vermarktung der «Himmelsscheibe von Nebra»
    Von Thomas Schöne, dpa =

       Halle (dpa/sa) - Das Land Sachsen-Anhalt will den archäologischen
    Ruhm der «Himmelsscheibe von Nebra» als Wirtschaftsfaktor nutzen und
    in «klingende Münze» verwandeln. Eine Produktlinie zur Vermarktung
    des Jahrhundertfundes wurde bereits vom Landesmuseum für
    Vorgeschichte in Halle erarbeitet. «Ab Mitte November wird es
    zunächst T-Shirts und ein Puzzle mit dem Bild der Scheibe zu kaufen
    geben. Weitere Artikel kommen in den nächsten Wochen schrittweise in
    den Handel», sagte Landesarchäologe Harald Meller am Freitag der dpa.
    Insgesamt solle die Produktfamilie 21 Artikel, vom Aufkleber bis zum
    Himmelsscheiben-Rucksack umfassen.

       Die grünlich schimmernde Bronzescheibe zeigt die älteste konkrete
    astronomische Sternenabbildung der Welt. Auf der fast kreisrunden
    Scheibe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern befinden sich
    Goldauflagen, die von den Archäologen als Schiff, dazu Mond, Sonne
    und Sterne oder vielleicht auch Mond und Vollmond gedeutet werden.
    Eine Ansammlung von sieben Goldpunkten wird als Sternenhaufen der
    Plejaden in einer Konstellation wie vor 3600 Jahren erkannt.

       Das dekorative Bild soll nun Postkarten, Notizbücher, Tassen,
    Schals, Krawatten und Tragetaschen zieren. «Die Ware ist im
    Vorgeschichtsmuseum in Halle, über das Internet oder über Händler in
    der Region um Nebra und Querfurt erhältlich», sagte Meller. Auch die
    Produktion der «Scheiben-Fan-Artikel» soll möglichst an einheimische
    Firmen vergeben werden. «Die Scheibe ist ein Glücksfall. «Als
    positives Aushängeschild kann der Fund Tourismus und Wirtschaft enorm
    beflügeln und auch das Image des Landes verbessern», erklärte der
    Archäologe.

       Raubgräber hatten das prähistorische Stück am 4. Juli 1999 auf dem
    252 Meter hohen Mittelberg im Ziegelrodaer Forst (Landkreis
    Merseburg-Querfurt) entdeckt. Die Polizei konnte die Scheibe am 23.
    Februar 2002 bei einer fingierten Verkaufsaktion in der Schweiz
    sicher stellen.

       Seither gibt es in Erwartung eines großen Geschäfts in der Region
    um Nebra erbitterten Streit zwischen Gemeinden und Geschäftsleuten um
    Namen und Vermarktung der Scheibe. So hat sich Hotelbesitzer Armin
    Loos aus Wickerode den Namen «Sternenscheibe» vom Patentamt München
    schützen lassen. Loos denkt sogar darüber nach, das Landesmuseum auf
    gerichtlichem Weg zu eine Namensänderung zu zwingen. Da macht ihm
    sein Patentanwalt Volkmar Kruspig aber wenig Hoffnung. «Die
    Archäologen im Landesamt können die Scheibe natürlich benennen wie
    sie wollen», sagt er.

       Für den Begriff «Himmelsscheibe» gibt es aus Sicht der
    Wissenschafter gute Gründe. «Der Begriff wurde von uns gewählt, weil
    Sternenscheibe in der Astronomie ein fester fachlicher Begriff für
    etwas ganz anderes ist», erklärte Meller. Der Zusatz Nebra ergebe
    sich aus der Lage des Fundorts. Ebenso klar ist für ihn auch, dass
    die Scheibe Eigentum des Landes ist. «Aber wir haben uns vorsorglich
    die Markenschutzrechte gesichert, um Streit mit möglichen
    Konkurrenten aus dem Weg zu gehen.»

    dpa/sa sö yysa vk
    011503 Nov 02


  • RE: Sorgen?

    09.11.2002, Thomas Schöne
    aht017 4 vm 243  lah 069

    Archäologie/
    (Zusammenfassung 1200)
    Archäo-Astronom: Sternenscheibe wird einer Klanganalyse unterzogen =

       Bochum/Halle (dpa/sa) - Die 3600 Jahre alte «Himmelsscheibe von
    Nebra» wird jetzt auf spezielle Klangmuster untersucht. «Wir
    erforschen das Gesamtbild der Scheibe, dazu gehört auch der Klang»,
    sagte Archäo-Astronom Wolfhard Schlosser von der Ruhr Universität in
    Bochum am Montag der dpa. Er wird die Arbeiten zur elektroakustischen
    Analyse mit anderen Wissenschaftlern in Halle leiten. «Mit einer
    speziellen Messstrecke wollen wir möglichen verborgenen akustischen
    Informationen auf die Spur kommen. Als Kultobjekt könnte die Scheibe
    auch ein Speicher besonderer Töne sein», sagte Schlosser

       Die Scheibe hat abgesehen von den verwendeten Materialien Gold und
    Bronze auch einen unschätzbaren praktischen Wert. «Die Scheibe war
    das Gerät im ältesten Observatorium der Menschheit», sagte Schlosser.
    Mit ihrer Hilfe hätten die prähistorischen Astronomen in einer Welt
    ohne Kalender den genauen Zeitpunkt der Sommer- und der
    Wintersonnenwende und so den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat
    bestimmen können.

       Ähnlich bedeutend wie die Himmelsscheibe vom Mittelberg bei Nebra
    ist laut Schlosser ein Fund aus dem Jahr 1920. Europäische
    Archäologen hatten damals im Hindukusch-Gebirge in Afghanistan etwas
    ähnliches Wertvolles entdeckt. «Dort ging die Sonne zu einem
    bestimmten Zeitpunkt genau zwischen zwei Säulen unter. Dann wussten
    die Bauern in der kargen Berglandschaft, es ist Zeit zur Aussaat»,
    sagte der Forscher.

       Die «Himmelsscheibe von Nebra» hatten illegale Schatzsucher am 4.
    Juli 1999 zusammen mit zwei Schwertern, zwei Randleistenbeilen, einen
    Meißel sowie mehreren Armringen ausgegraben. Nach einer krimireifen
    Odyssee des Schatzes konnte die Polizei am 23. Februar dieses Jahres
    bei einer fingierten Verkaufsaktion im Basler Hilton Hotel den Schatz
    sichern.

    dpa/sa sö yysa hö/bd
    041200 Nov 02






  • Möglich - habe aber Zweifel

    08.11.2002, Ross
    Die Ursache für Schmerzen liegen im Unterbewusstsein begraben,
    wenn keine organischen Gründe für einen Schmerz vorliegen. Hier
    ist m.E. erst zu prüfen ob der Schmerz als Warnsignal nicht ein
    anderes Organ betrifft. Die chinesische Medizin gibt da Aufschlüsse.
    Als letztes bleibt dann nur die Aufarbeitung dessen, was sich über
    Jahre auf der Seele abgelegt hat und nun nach aussen schmerzhaft
    drängt. Hier sollte des Schmerzes Übel auf den Grund gegangen werden.
    Ich bin überzeugt davon, dass eine "Seelsorge" in dieser Hinsicht den
    Betroffenen helfen wird.
  • Hintergründe

    07.11.2002, Jutta Paulus
    Leider kann man sich kaum eine konkrete Vorstellung von den Dimensionen
    des Damms sowie des entstehenden Binnenmeeres machen, wenn man
    nicht zufällig Leute kennt, die dort waren und Bilder gemacht haben.
    In den Medien wird das Thema auffällig zurückhaltend gehandhabt (ich
    wußte zum Beispiel nicht, dass wir Steuerzahler diese ökologische Fragwürdigkeit
    auch noch mit Hermes-Krediten absichern).
    Und ein befreundeter Geologe erklärte mir, dass das Gewicht des sich an dieser
    Stelle ansammelnden Wassers sogar Plattenverschiebungen zur Folge haben könne.
    Vielleicht nimmt sich ja die "Spektrum der Wissenschaft" demnächst mal dieses Themas an.
  • Uterus??

    07.11.2002, U.Hidding
    Soweit ich informiert bin, ist auch bei Ratten der Uterus kein Hormon-bildendes Organ, sondern wohl eher die Ovarien...
  • RE: RE: schöner quatsch

    07.11.2002, Christian Grupe
    Genau:

    Unter dem Eis auf Europa gibt es nämlich
    tausende anaerober Hypersaurier,
    die durch den Aufprall der Sonde
    aus ihrem Winterschlaf geweckt werden könnten und dann an die Regierung der USA
    eine 4.009.235.705-stellige Schadenersatzforderung stellen werden.
    Wer jetzt meint das sei Ironie....

    Ich denke man will verhindern daß die mit Plutonium betriebene Energieversorgung der Sonde auf der Oberfläche des Mondes Europa eine Schweinerei verursacht....
  • RE: Wird eigentlich alles bei den Messungen berücksichtigt

    07.11.2002, Ludmila Carone
    Lieber Herr Scharfenort, sie haben vollkommen recht, wenn es um die Gravitationskraft geht, die ist auf der Erde durchaus unterschiedlich und lässt sich auch sehr schwer berechnen.

    Aber: Bei dem Versuchsaufbau, so wie er hier vorgenommern wurde, wird nur die Gravitationskraft zwischen vier wohldefinierten Körpern gemessen. Der Einfluß der Gravitationskraft der und anderer Himmelskörper auf die Messung fällt bei der verwendeten Meßmethode heraus und spielt somit keine Rolle.
  • RE: Geldverschwendung

    07.11.2002, Matthias Paul Scholz
    Nun, ich denke nicht, dass diese Mission dem von Ihnen angedeuteten Ziel dient, nämlich die Frage nach "toter Gesteinsbrocken" oder nicht zu klären; das sollte eigentlich aus der Lektüre des Artikels eindeutig hervorgegangen sein...
  • Albedo

    07.11.2002, Nehonsky Manfred
    0,1 -0,2 % reflektiertes Sonnenlicht kann wohl nicht stimmen, die dunkelsten Körper haben meines Wissens ein Albedo von zumindest 3%.
  • Wird eigentlich alles bei den Messungen berücksichtigt

    07.11.2002, Ulrich Scharfenort
    Ich gebe ja zu das ich von der Gravitation keine so große Ahnung habe aber ich frage mich wirklich ob bei solchen Messungen wirklich sämtlich Faktoren berücksichtigt werden.
    Erstens wäre da das die Erde keine einheitliche Kugel ist sondern mehr eine platt gedrückte mit uneinheitlicher Zusammensetzung. Das heißt die Gravitation dürfte an jedem Punkt der Erde unterschiedlich sein einfach aufgrund der Zusammensetzung der Erde und dem Abstand zu einem Erdmittelpunkt.
    Dazu kommen dann auch noch die Magmaströmungen die ständig die Dichte der Erde und damit natürlich auch die Anziehung ändern.
    Zweitens sind die Mondpositionen mit in den Ergebnissen berücksichtigt. Beinahe jeder Mensch weiss das der Mond die Gezeiten über seine Gravitation beeinflusst. Deshalb muss auch die Mondposition während einer Messung berücksichtigt werden.
    Wenn zwei Gravitationskörper in entgegengesetzte Richtungen wirken senkt sich die relative Schwerkraft zwischen ihnen ab.
  • Geldverschwendung

    07.11.2002, Dr. Karl-Heinz Decker
    Ich bin tatsächlich begeistert!
    Vieviel Geld muss eigentlich noch verpulvert werden, bis man es endlich kapiert hat, dass alle Asteroiden tote Gesteinsbrocken sind? Der Eindruck verstärkt sich immer mehr, dass alle diese Projekte nichts anderes als eine gut durchgeführte Marketingmaßnahme sind, um öffentliche Gelder loszueisen.
    Haben wir wirklich keine anderen Probleme?
  • RE: Uterus??

    07.11.2002, C. D. Wetzler
    Sehr geehrter Leser,

    Vielen Dank für Ihren Hinweis. Natürlich handelt es sich bei dem Hormon-bildenden Organ um die Eierstöcke. Wir haben den Fehler korrigiert.

    Christian Dominik Wetzler, Redaktion wissenschaft-online
  • RE: RE: schöner quatsch

    06.11.2002, Adrian
    Ich haetts besser gefunden wennse die sonde haetten schwung holen lassen und nach voyager vorbild aus dem sonnensystem katapultieren lassen. aber naja man kann ja nicht alles haben. und so schrecklich viel hat man da ja auch net von.
  • RE: schöner quatsch

    06.11.2002, Christof Weiss
    Der Treibstoff für Bahn- und Lagekorrekturen geht aus. Und um zu verhindern, dass die Sonde auf einen der Jupitermonde stürzt (insbesondere Europa, bei dem ein flüssiger Ozean unter dem Eispanzer vermutet wird und der daher theoretisch Leben beherbergen könnte) und diesen kontaminiert wurde beschlossen, die Sonde in der Jupiteratmosphäre verglühen zu lassen.
  • RE: RE: PCB in Chipproduktion

    06.11.2002, --[]--
    Das sehe ich genauso. Außerdem können die Anlagen auch noch einen defekt bekommen und dann sieht es mit dem Verhältnis noch schlechter aus. Mit dem bisherigem System der Photovoltaik ist nichts gewonnen. Vielleicht entdeckt man ja noch bessere Verfahren, die einen höheren Wirkungsgrad haben.

    Ich frage mich nur, ob die Grünen & Co das aus Unwissenheit tun oder ob sie es nicht sehen wollen.