Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Schwarmintelligenz ist ein wenig zutreffender Begriff

    03.04.2017, Walter Weiss, Kassel
    Da gefällt mir leider grundsätzlich Verschiedenes nicht:

    (1) "Schwarmintelligenz" hat mit Intelligenz gar nichts zu tun. Gibt man einer Mehrheit von Entscheidern eine Frage zur Beantwortung, so wird sich keineswegs das Mitglied durchsetzen, das die beste Kenntnis von der Materie hat - warum auch immer? Die Antwort der Mehrheit wird also immer SCHLECHTER sein als die bestmögliche. Warum sollte sich schließlich der Bestunterrichtete bei den Beratungen der Mehrheit durchsetzen? ALLENFALLS könnte, wenn er das tatsächlich schaffen sollte, die Entscheidung der Mehrheit seiner Antwort entsprechen.

    (2) Demokratie hat mit "Schwarmintelligenz" überhaupt nichts zu tun. In der Demokratie entscheidet über wesentliche Staatsfragen niemals das Volk im ganzen oder auch nur die Mehrheit der Bürger, die die Regierungspartei gewählt hat, sondern die Regierung, d.h. ein Personenkreis, im allgemeinen sogar der Chef dieses Personenkreises allein (bei uns die Kanzlerin) über die Antwort auf eine für den Staat wesentliche Frage. Dafür ist dieser Chef im Zweifel absolut nicht speziell vorgebildet - weshalb er sich im Idealfall sachkundiger neutraler Berater bedient. Im Idealfall, denn meistens erliegt er stattdessen dem unausweichlichen Einfluß extrem starker Lobbyisten.
    >
    > (3) Trotzdem ist die Demokratie als die "beste aller schlechten Staatsformen" jeder Alleinherrschaft oder auch Oligarchie vorzuziehen, und zwar ganz einfach deswegen, weil Perversionen bei der Staatsführung, wie sie sonst nach aller Erfahrung ständig vorkommen, bei dieser Staatsform minimiert oder doch minimierbar sind. Und das insbesondere deswegen, weil die Staatsführung immer nur auf Zeit bestellt ist, also - wenigstens theoretisch und nach der Idee - immer nur auf Abruf Macht hat.
  • Herrlich die Vergleiche

    03.04.2017, Tomasz
    "Gottesanbeterinnen fressen die Männchen während der Paarung sogar auf. Eine Praktik, die selbst Alice Schwarzer nicht gutheißt. "

    Ich schmeiße mich weg :D
  • Fleischlos ist übertrieben

    03.04.2017, Klaus Deistung
    Es mag Leute geben, die das brauchen! Für die Masse hat das J. Rott begründet und ich schließe mich im Grunde seiner Meinung an. Der Mensch hat vergleichsweise keinen langen Darm wie die nur Pflanzenfresser – aber auch nicht den kurzen Darm wie die Fleischfresser. Der Homo sapiens liegt da in einem Mittelbereich.
    Mittlerweile hält man nicht nur Tiere in – oft zu engen – Ställen, sondern auch die Fische in entsprechenden Becken. Auch hier wird durch Umweltschützer… gekämpft, um den Tieren ein tierwürdiges Leben zu ermöglichen.
    Religionen und ihre Vertreter sind stolz, wenn religiöse Eltern mehr Kinder haben als nicht religiöse. Das drückte sich auf der einen Seite in Kondomverbote aus, und die andere Seite meidet die Aufklärung. Das ist ein fataler Irrtum das zu würdigen. Dieses Tabuthema(?) sollte man auch bedenken!
    Die Welt kann nur mit immer mehr Einschränkungen für die Natur – Rodung großer Flächen, Überfischung der Meere… auch durch Ignorierung von Verboten, die Versorgung für immer mehr Menschen sicher stellen.
  • Ursprung der Argumentationskette

    03.04.2017, Judith Meinke
    Religion ist doch nicht etwas, das erst zum Dasein irgendwann dazukommt, wie etwa ein Person, die zu irgend einem Zeitpunkt in einen Verein eintritt, und sich dann fragt, wie wäre es ohne die Mitgliedschaft.
    Religion steht über dem Dasein der Geschöpfe. Jeder Mensch ist ja gerade geschaffen, dass er nach Religion verlangt, und Tiere sind ebenso vom Schöpfer inklusive ihres Verhaltens erschaffen worden.
  • wie es sein sollte

    03.04.2017, Gordon3113
    man achtet auf sich selbst und andere. Es gibt nur dieses eine Leben.

    Die geistig Schwächeren bekommen ein paar Glücksbringer gebastelt.
  • Herrliche Satire ...

    03.04.2017, kafka
    Zitat: "Doch Vorsicht. Der Umkehrschluss gilt natürlich nicht. Nicht jeder rücksichtslose Mensch hat automatisch auch einen Dachschaden. Sonst wären die Psychiatrien voll mit Scheidungsanwälten, Hedgefonds-Managern und Spielerfrauen."
    Einfach köstlich ...
  • Tierheimkatzen sind nicht repräsentativ

    03.04.2017, Birgit Rödder
    Nun ja, ich habe nur den abstract des Originalartikels gelesen, aber man kann wohl folgern, dass Katzen in Tierheimen nicht glücklich sind - und diese Erkenntnis ist alles andere als neu. Unter optimalen Lebensbedingungen steigt die Chance, auch Freude zu beobachten, deutlich an, wie die Forscherinnen immerhin schon vermuten.
    Die hier beschriebenen Elemente der Mimik wurden übrigens schon von anderen, anerkannten Forschern wesentlich differenzierter und damit aussagekräftiger interpretiert, z.B. Blinzeln und Miauen. Kein Anlass also, diesen Artikel zu kaufen.
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Frau Rödder,

    unser Artikel ist frei zugänglich ;-)

    Mit freundlichen Grüßen
    Die Redaktion
  • Wunderbar

    03.04.2017, Ernstl
    Das man diese wunderbaren Tiere retten konnte.
  • sine religio

    03.04.2017, kaki
    Hallo, ich habe schon oft über den Spruch nachgedacht, dass die Welt nur aufgrund von Religion viele Kriege führt.

    Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, ist Religion nur einer von vielen Gründen, warum Menschen Krieg führen oder andere Konflikte austragen.
    Selbst wenn wir "nur" verschiedene Kulturen hätten, würden wir aufgrund dieser Konflikte auslösen können.

    Lassen wir aber auch dieses außer acht, gibt es etwas dass um einiges schwerwiegender ist, nämlich eine extreme Ideologie.
    Diese ist auch der Hauptgrund, warum Religion überhaupt zu etwas negativen wird.
    Nazis werden von ihr getrieben, Islamisten und ähnliche.
    Am liebsten verweise ich hier auf South Park oder das Leben des Bryan.
    In ersterem gab es eine Episode, in der es auf der Welt keine Religion mehr gibt, jedoch trotzdem ein globaler Krieg geführt wird zwischen drei Parteien.
    Diese streiten darum, wie denn der korrekte Name lautet, (ich habe vergessen wie sie waren, es war aber immer etwas mit Atheismus) : Freie Atheistische Vereingung, Atheistische Freie Vereinigung, Vereinigung freier Atheisten.

    Also recht ähnlich der judäischen Volksfront.

    Es zeigt eigentlich nur auf, dass jegliche Individualität, am Ende zu einer extremistischen Ansicht führen kann und diese zu Konflikten führt.
    Heisst, so lange Menschen eben Individuen sind, verschiedene Meinungen und Ansichten haben, werden sich Konflikte entwickeln können.
    Und die Individualität aufgeben, wäre ein zu großer Verlust :)
  • Ist das Satire?

    03.04.2017, Rappelkopf
    Die Fledermäuse leben nach dem Motto „Eine Hand wäscht die andere“ und das soll als „Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten können“? Das klingt eher wie das Gesetz des Neoliberalismus, besser bekannt unter dem „Recht des Stärkeren“.

    Meine Religion sagt da etwas anderes. Die Schwachen, die Ausgegrenzten, die, die sich nicht selbst helfen können und die nichts zurückgeben können, gerade die sollen Hilfe bekommen. Weil auch in ihnen ein göttlicher Funken leuchtet. Kann man glauben, muss man nicht. Die Wissenschaft kann weder Beweis noch Gegenbeweis liefern. Gefällt mir trotzdem besser als der kategorische Imperativ der Vampire.

    War vielleicht doch Satire?
    Antwort der Redaktion:
    Ja, Vince Ebert ist ja Satiriker ;-)
  • Keine Religion

    03.04.2017, Margit Alm
    In was fuer einer wunderbaren Welt koennten wir leben, wenn Vernunft, Realitaet, wissenschaftliche Erkenntnis und erneute Erkenntnis die Welt regieren wuerden, und wir den metaphysischen Glauben an etwas, das gar nicht existiert, aufgeben wuerden.
    Natuerlich sehen einige Menschen in ihrem Glauben einen Anker, sie brauchen einen moralischen Wegweiser von 'oben'. Der Atheist - wie ich - setzt sich seinen eigenen moralischen Wegweiser und haelt daran fest bzw .revidiert, wo im Interesse neuer Erkenntnisse es notwendig wird.
    Wir koennten eine Welt ohne Krieg, ohne Gewalt, ohne Neid haben.
  • Buddhismus ist eine Wissenschaft

    02.04.2017, Martin Wienand
    Es gibt glaubensorientierte Religionen wie das Christentum, das Judentum oder der Islam.

    Und es gibt erfahrungsorientierte Religionen wie der Buddhismus oder Taoismus. Meditation ist hier das Stichwort. Die Essenz von jeder Meditation ist das Beobachten. Das Beobachten von Gedanken und Gefühlen. Die Nicht-Identifikation. Die von Buddha erfundene Vipassana ist hier so eine Art Prototyp. Im Zen-Buddhismus Za-Zen. Hier praktiziere ich und erfahre Ergebnisse. Ist daher im Grunde eine Wissenschaft.

    Natürlich gibt es auch immer Menschen, die in Buddha eine Art Gott sehen. Ist dann aber eher folkloristisch.
  • Höhere Macht

    02.04.2017, Peter Beile
    Beachtenswert ist die Rolle, die >Gott< dabei spielt.Interessant wäre eine Untersuchung, inwieweit Fairness, Empathie, Verantwortung zusammenhängen mit der Vorstellung von einer höheren Macht - ohne Bindung an Kirche und Gläubigkeit.
  • "Guten Morgen" wäre man versucht zu sagen, aber das wäre nicht ganz fair.

    02.04.2017, Hans-Jürgen Steffens
    Denn es ist erfreulich zu sehen, dass gewisse Erkenntnisse sich langsam doch Bahn brechen (auch wenn Wolfgang Wicklers "Die Biologie der 10 Gebote" schon vierzig Jahre als ist). Ich persönlich formuliere es gerne in Anlehnung an Clausewitz: "Moral ist die Fortsetzung der Evolution mit anderen Mittel." Dorthin lässt sich auch die Entstehung von Religionen auf natürliche Weise einbetten: Auch sie können die Fitness einer Großgruppe erhöhen. Ein Gefühl dafür liefert das (lesenswerte) Buch des ehem. israel. Staatspräsidenten Chaim Herzog, das er zusammen mit dem Archäologen Mordechai Gichon geschrieben hat: "Die biblichen Kriege". Gott auf der eigenen Seite zu haben ist eben wie ein Heimspiel auf dem Betzenberg (ähem, räusper, zumindest war es das mal....). Und so verlieh auch die Lehre Mohammeds vom Kismet ("Die Pfeil, die Kugel, die dich treffen wird, ist dir bestimmt, du wirst ihr nicht ausweichen können.") den moslemischen Heeren in kritischen Zeiten einen "leading edge".

    Natürlich zerplatzt jede Offenbarungsreligion irgendwann an der Realität, so dass die evolutionären Vorteile immer nur - wie auch in anderen Bereichen - temporär wirken und schließlich vergehen. Waren Religionen deshalb sinnlos? Nicht ganz. ich vergleiche sie gerne mit den Feststoffboostern der Raumfähre. So wie jene ebnen sie den "Weg zum Himmel", werden aber zum passenden Zeitpunkt abgestossen, da sie ansonsten unnötigen Ballast darstellten. (In seinem Tractatus hat Wittgenstein für seine Philisophie btw ein analoges Bild gebracht.)

    MfG H.-J. S.
  • Religion ist nicht das Problem..

    02.04.2017, Joachim Clauß
    Sondern wie bierernst" man das nimmt..

    Und ausserden hat Religion NICHTS mit Glaube zu tun! Das verwechselt man anscheinend ständig.. Glauben ist nämlich ein evolutionärer Prozess, der dem Gehirn höherstehenden Lebewesen hilft, all seine Erfahrungen zu verwalten, sich daran zu erinnern, und bei häufig sich wiederholenden Prozederes ihnen auch zu Vertrauen.

    Daher wäre mir recht, das man statt Religion immer auf den "Sündenbock" zu stellen, man lieber mal danach schaut, wie ERNST immer all der ganze Kram genommen wird. (sehe man sich doch all die inzwischen inflationäre Werbung z.B. an.. Da wird das Hirn so lange "zu geschissen" bis man den ganzen Quatsch glaubt..

    Es kommt also letztlich immer auf die MASSE und die Hefitgkeit drauf an, mit der die jeweilige "Religion so durch das "Dorf" getragen wird.

    Unsere gesamte Gesellschaft ist doch schon völlig verseucht, ob man schon aus dem Begriff "öko" eine Religfion macht, oder dem Begriff "Vegan" oder der "Tierliebe" aoder eben all der ganze andere Quatsch..

    Was soll das?

    Zuerst sollte man mal tief in sein eigenes INNERES gehen und erst mal DORT die "Leichen" aus dem Keller holen!!