Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Die "unbeständige" Entropie Herrn Jakobs

    28.06.2017, Karl-Otto Eschrich
    Da scheint für Herrn Jakob das Wörtchen "abgeschlossen" schlichtweg überflüssig zu sein. Wie wird der 2. Hauptsatz der Thermodynamik in der einfachen Form beschrieben? Es gibt für ihn eine ganze Reihe unterschiedlicher Formulierungen, die ineinander überführt werden können – wie nicht anders zu erwarten ist. In "offenen" Systemen kann die Entropie abnehmen, aber die Komplexität des Systems bleibt erhalten oder nimmt sogar zu. Die negativ genommene Entropie, die Negentropie, nimmt folglich zu. Das hängt davon ab, in welchem Austausch das (offene) System mit der Umgebung steht. Kappt man den Austausch mit der Umgebung, nimmt die Negentropie wieder ab, die Entropie jedoch bis zu einem Grenzwert zu.
    Ein Glück, das wir Licht/Photonen von der Sonne erhalten, damit einige Entropie und Energie. Auf der Nachtseite strahlt die Erde alle Energie wieder ab, die wir nicht gebrauchen können, denn die Erde soll sich nicht aufheizen. Mit diesen Photonen aus niedrigerer Temperatur als die der Sonne wird viel mehr Entropie abgestrahlt als wir erhalten hatten. Entsprechend dieser Differenz können wir auf der Erde Prozesse in Gang setzen, die Entropie erzeugen.
  • @Hrimfaxi

    27.06.2017, Jakob
    Entropie wächst nicht beständig, sondern in der Tendenz. Entropie ist auch kein Naturgesetz in dem Sinne, sondern schlicht eine Frage der Wahrscheinlichkeit.
    Es ist viel wahrscheinlicher, dass ein Eiswürfel schmilzt, als dass er es nie tut, und noch wahrscheinlicher, als dass sich die geschmolzenen Wassermoleküle wieder zu einem Eiswürfel zusammenfinden. Aber unwahrscheinlich heißt nicht unmöglich, sondern nur dass es eher selten passiert.
    Im Einzelnen kann es also durchaus zu gegenteiligen Entwicklungen kommen, wie dem Universum mit seinen Sonnensystemen und der Erde, etc.
    Schrödinger bezeichnete das Leben auch passenderweise als "Negentropie", also "negative Entropie".
  • Negative Entropie?

    27.06.2017, Karl-Otto Eschrich
    In Ihren Beiträgen bin ich als Haarspalter verschrien (oder sie werden nicht verstanden und nicht beachtet). Hier ein weiteres Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit W in der kleinen Formel oben ist stets (abgesehen von Besetzungszahlen in Lasern und anderen offenen Systemen) kleiner als 1. Der Logarithmus einer Zahl zwischen 0 und 1 ist negativ, die Entropie S aber positiv. Deshalb muss in der Formel oben rechts vom Gleichheitszeichen ein Minuszeichen stehen, wie es auch aus der Theorie abgeleitet wird, S = – k*lnW (meinetwegen auch logW). Man verzeihe mir das Fehlen dieses unbedeutenden Strichelchens angemerkt zu haben.
  • Alles wie immer

    26.06.2017, Gertrud H.
    "In jüngster Zeit streiten Politiker und Ökologen zudem heftig über geplante Erdgasbohrungen im direkt Grenzbereich des Naturschutzgebietes."

    Genauer:

    https://twitter.com/Keblar65/status/879218126742839296

    1. Es wurde ein neues Gesetz erlassen, welches erlaubt abgebrannte Wälder zu requalifizieren, wenn die Regierung dies als "der Allgemeinheit nützlich" deklariert. (2014)
    2. Gas Natural Fenosa präsentiert ein Projekt namens Marisma, um Gasanlagen im (Naturschutzgebiet) Parque Doñana zu installieren. (2015)
    3. Die Regierung deklariert das Projekt Marisma als "der Allgemeinheit nützlich". (2016)
    4. Der Parque Doñana brennt ab. (2017)

    Also alles wie immer.
  • Schnitte

    26.06.2017, Markus Pössel
    Die Schnitte sind wohl wirklich sehr gut gemacht - im Making-Of-Video sieht man etwas mehr!
  • Der Knoten für die Hängematte

    26.06.2017, Klaus Gims
    Der Artikel ist informativ, kurios, aber leider unvollständig.

    Es fehlt der Rauschknoten. Während das untere Bild auf S. 71 eindeutig einen Altweiberknoten oder Großmutterstek darstellt, kann das obere Bild sowohl ein Rauschknoten, als auch ein echter Kreuzknoten sein. Beide unterscheiden sich nur an den so genannten losen Parten - also den Enden. Liegen beide Enden oben oder unten, so ist es ein echter Kreuzknoten. Ist jeweils eines der Enden oben, das andere aber unten, so handelt es sich um einen Rauschknoten.

    Der Rauschknoten springt nach wenigen ruckartigen Lastwechseln sofort auf. Er ist noch unsicherer als der Großmutterstek, sieht dem echten Kreuzknoten aber noch ähnlicher. Der Erzählung nach sollen die alten Fahrensleute auf den Großseglern die Hängematten der Seekadetten mit dem Rauschknoten an Stelle des Kreuzknotens angebunden haben. Wer dann einmal mit seiner Hängematte auf den harten Schiffsplanken gelandet ist, wird diese Knoten sein Leben lang sicher unterscheiden können. Eine etwas rüde Art, Knotenkunde zu vermitteln.

    Während der Schnürsenkel beidseitig auf Slip gesetzt wird, binden die Segler ihre Reffbändsel mit einem einseitig auf Slip gesetzten Kreuzknoten. Das erhöht dessen Festigkeit, ohne ein leichtes Öffnen zu erschweren.

    Die Festigkeit eines Kreuzknotens hängt übrigens nicht nur von der Glätte des Tauwerks ab, sondern auch von seine Biegsamkeit, der so genannten Lehnigkeit. Bei dicken, und dadurch steifen Tauen hält der Kreuzknoten trotz rauer Oberfläche nicht. Da hilft ein anderer Knoten - der Trossenstek. Auch wenn die beiden Leinen ungleich dick sind, hält ein Kreuzknoten nur schlecht. Dafür gibt es den Schotstek, bei dem das eine lose Ende anders geführt wird.
  • Entropie vs. Komplexität

    26.06.2017, Hrimfaxi
    Wenn die Entropie beständig wächst (und das ist wohl so), wie können dann komplexe Strukturen entstehen (Planeten, Planzen, Tiere, Zeit-Redakteure)?
    Mit wachsender Entropie müsste alles in einer Einheitsoße verschwimmen. Vielleicht passiert das auch irgendwann, aber in der Zwischenzeit gibt es zumindest stellenweise einen Trend hin zu mehr Ordnung.
    Wie erklären Sie das?
    Stellungnahme:
    Dass die Entropie nicht abnehmen kann und in der Regel zunimmt, gilt für geschlossene adiabate Systeme - nicht aber für offene Systeme, die mit ihrer Umgebung Energie und Materie austauschen können. Die Erde ist ein offenes System, das mit seiner kosmischen Umgebung sowohl Energie (etwa elektromagnetische Wellen von der Sonne) als auch Materie (etwa kosmische Strahlung) austauscht. Deshalb können auf der Erde komplexe Strukturen niedriger Entropie entstehen. Der Preis dafür ist eine Entropie-Erhöhung in der Umgebung der Erde (etwa in der Sonne).

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • Selbstkritik

    26.06.2017, Georgeee
    Sind Sie sicher, daß Sie nicht aufgrund unbewiesener Glaubensvorstellungen so schreiben? Haben Sie die Hypothesen überprüft.
    Bitte bedenken Sie, daß der männliche Autor ein profunder Kenner des Quantentheorie ist.
    Stellungnahme:
    Sehr geehrter Georgeee,

    der Rezensent stützt sich bei seiner Kritik auf (empirische) Erkenntnisse der Experimental- und theoretischen Physik, die in der Fachliteratur publiziert werden. Es liegt im Wesen solcher Erkenntnisse, dass sie permanent überprüft und hinterfragt werden, nicht nur beim Peer-Review und im kritischen Austausch unter Wissenschaftlern, sondern auch bei direkten, systematischen und konzeptionellen Reproduktionsversuchen, denen solche Erkenntnisse immer wieder unterworfen werden.

    Mit freundlichen Grüßen, d. Red.
  • Tipp

    25.06.2017, Dr.Werner Thurner
    meist sind von der Sonne aufgewärmte Steine in der Nähe.
    Diese für mindestens 5 Minuten aufgelegt lindern die Schmerzen erheblich und machen sie erträglich.
    Der Tipp mit dem Essig ist als Zusatz ist natürlich gut, aber den muß man am Strand erstmal haben.
  • Blümchenkaffee und Luftnummer

    24.06.2017, Eva
    Entgegen einer weit verbreiteten Meinung schmeckt Kaffee auch noch in starker Verdünnung sehr gut -- und wenn man das gewöhnt ist, trinkt man keinen Krankenschwesternkaffee mehr! Mein Kaffee sieht in der Tasse aus wie Tee, und ich finde ihn wunderbar. Auch in der Türkei erlebte ich, dass der Mokka nicht so stark angesetzt wurde wie bei uns.
    Eine sehr hilfreiche Rolle spielt mein Kaffee -- nicht ganz so dünn -- als Hilfsmittel gegen Asthma. Heiß und schwarz getrunken, ersetzt er sogar einen kleinen Stoß aus dem Inhalator.
  • Mathematik existiert

    24.06.2017, Gast
    Mathematik existiert zumindest seit das Universum entstand. Die Sprache der Mathematik (Zahlen, Symbole etc) ist menschengemacht. Nicht umsonst haben sich viele ( alle ?) der mathematischen Erkenntnisse auf Erscheinungen unserer Umwelt bezogen.
    H.K.
  • Ursache des Insektensterbens ist doch wohl bekannt?

    23.06.2017, Dr. Holger Casselmann
    Es ist sehr löblich, die Hilfemöglichkeiten für die Insektenwelt aufzuzeigen. Leider fehlt mir in dem Artikel die Auseinandersetzung mit den Ursachen. Mit dem Insektensterben werden auch die Singvögel zu großen Anteilen verschwinden.

    Es scheint doch ganz offensichtlich ein Zusammenbruch ganzer Nahrungsketten vorzuliegen. Hier sind die Landwirtschaft und das Verbraucherbewusstsein gefragt. Wir verzeichnen einen ungebremsten Anstieg der Einsatzes von Pestiziden: in Europa mindestens 200.000 t pro Jahr. Zum Beispiel ist die jährliche Produktion von Glyphosat nach Ablauf der Patente weltweit auf enorm angestiegen. Für 2017 wird ein weltweiter Verbrauch von 1,35 Millionen Tonnen erwartet (Global Industry Analysts). Während Insektizide die behandelten Pflanzen für Insekten tödlich machen und damit noch vergleichsweise gezielt und lokal wirken (Nutzpflanze - zugehöriger Schädling), sind Herbizide geradezu verheerend: unspezifisch wirkend und weitgehend "kahlschlagende" Effekte sind die Folge. Herbizid-tolerante Nutzpflanzen stehen auf völlig verödeten Flächen. Früher (während meiner Kindheit) waren die Getreidefelder bunt von Kornblumen, Klatschmohn, Kamille und sonstigen Wildkräutern. Wo findet man das noch heute?

    Wir haben es aber in der Hand - wie schon gesagt, kann jeder etwas tun, es ist aber auch die Politik gefragt. Leider wird erst aufgewacht, wenn der Schaden da ist - den haben wir aber bereits und es scheint immer noch nicht erkannt zu werden. Der Verbraucher kann aber sofort etwas tun und auf Produkte aus naturnahem Anbau zurückgreifen. Damit es aber in unserer eigenen Umgebung Wirkung zeigt, sollten diese unbedingt aus dem Inland, oder zumindest aus der EU stammen.
  • Musikwechel...

    23.06.2017, Ola
    Wenn Heavy Metal zum vertreiben nicht klappt, mal mit Helene Fischer versuchen...
  • ...und es saugt doch

    22.06.2017, Norbert Stelte
    wie es jede Masse in einem System bewegter Massen durch Abstrahlung von Gravitationswellen tut. Da man einem schwarzen Loch viel näher kommen kann als der Sonne, kann es auch viel stärker saugen als diese.

    In diesem Fall haben die Frager recht, nicht der Autor.
  • Präsidentin Dilma Rousseff wurde zurückgetreten

    22.06.2017, Gast
    Es ist sicherlich sehr schwierig, sich aus der Ferne zu den Vorgängen in Brasilien einen objektiven Überblick zu verschaffen, aber den "parlamentarischen Putsch" gegen Dilma Rousseff ganz lapidar und sachlich objektiv falsch als "Präsidentin Dilma Rousseff trat zurück" zu bezeichnen ist dann doch schon ein so starkes Stück, dass ich mich beim Rest des Artikels die ganze Zeit nur noch frage wie akkurat der wohl sein mag?

    > http://www.nachdenkseiten.de/?tag=rousseff-dilma