Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Anschlussfrage

    15.02.2016, Thomas Gebert
    Vielen Dank für Ihre freundliche Antwort. Ich schließe aus dem mir bekannten Artikel, dass sich möglicherweise ein "Fußabdruck" des Urknalls in der Hintergrundstrahlung finden lässt. Dass man aber quasi "live" über ein Echo mit Hilfe von Gravitationswellen dem Urknall zuhören können wird, wie es in den Medien (Welt, Zeit, Financial Times) berichtet wurde, scheint mir doch ausgeschlossen. Sind die Gravitationswellen übrigens rotverschoben? Wenn ja, woher weiß man das? Man hat doch keine Eichung über Wasserstofflinien. Woher weiß man dann, dass sie 1,2 Mrd Lichtjahre unterwegs sind?
    Antwort der Redaktion:

    Der "Fußabdruck" ist in dem Sinne live, dass er bereits mit der Hintergrundstrahlung entstanden und in deren Polarisation zu erkennen ist. Er wandert mit der Hintergrundstrahlung, die wir messen und muss sie nicht etwa überholen.

    Die Frage mit der Rotverschiebung hatte auch ein anderer Leser, Andreas Lenzing, Kommentar Nummer 4. Eine Antwort finden Sie dort. Die Kurzfassung: Eine Rotverschiebung spielt keine Rolle bei der Bestimmung der Distanz. Man schätzt über die Amplitude und die Frequenzänderung des "Chirps" die Entfernung der Quelle ab.

  • Kontrolle

    15.02.2016, M. Meyer
    Der Artikel spricht ganz richtig von der mangelhafte Kontrolle der Antibiotikavergabe. Es fehlt noch an konkreten Vorschlägen. Man muss sich jedoch auf harten Widerstand der Medikamentenindustrie einstellen, denn deren Absatz würde sinken. Deshalb ist die Kontrolle eine weltweite, zuerst politische Aufgabe.

    Ein Ansatz wäre, Antibiotika in der Mehrzahl der Fälle nur unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus zu verabreichen. Damit kann man das Problem bekämpfen, dass ein frühzeitiges Absetzen zu mehr Resistenzen führt. Das weltweit in allen Gesundheitssystemen zu verankern wäre ein erster Schritt.
  • Unsinnige Grafik

    15.02.2016, Dirk Becker
    Es ist sicher legitim, komplizierte Sachverhalte in einem Kurzartikel stark vereinfacht darzustellen. Anschauliche Grafiken können das Ihre dazu beitragen, sofern sie die wesentlichen physikalischen Verhältnisse korrekt abbilden und stimmige Schlussfolgerungen zulassen. Die Grafik im Heft auf S. 49 wird diesem Anspruch leider nicht im Entferntesten gerecht. Laut Bildunterschrift soll sie zeigen, dass "der helle Schnee einfallende Lichtstrahlen vorwiegend in die Mulde reflektiert".

    Selbst wenn man die Darstellung ansonsten unkritisch hinnimmt, stützt sie aber diese Schlussfolgerung nicht; der vordergründige Eindruck entsteht nur dadurch, dass der Zeichner sich auf ein Strahlenbündel am Rand der Mulde beschränkt hat. Ergänzt man die Zeichnung um die fehlenden Strahlen, dann sieht man, dass über die gesamte Mulde zirka 60 % der Strahlen direkt wieder aus der Mulde heraus reflektiert werden. Im Übrigen hängt dieser Wert offensichtlich stark von der Gestalt und der Tiefe der Mulde (im Verhältnis zu ihrem Durchmesser) ab.

    Noch schwerer als diese fehlerhafte Schlussfolgerung wiegt aber, dass die Grafik die tatsächlichen strahlenoptischen Verhältnisse nicht einmal annähernd korrekt wiedergibt. Zum einen fallen Lichtstrahlen nur in den seltensten Fällen senkrecht von oben auf eine Schneefläche. Sie kommen vielmehr aus der Richtung der naturgemäß meist tief stehenden Sonne, wodurch zum Beispiel Schattenwurfeffekte am Muldenrand eine Rolle spielen können, die im Text gar nicht erwähnt werden. Zum anderen werden Lichtstrahlen an einer makroskopischen Schneeoberfläche eben nicht, wie in der Grafik dargestellt, nach dem Prinzip "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel" reflektiert, sondern gleichmäßig in alle Richtungen gestreut. Genau das ist schließlich der Grund dafür, dass Schnee weiß erscheint und nicht spiegelt. Der weitere Weg eines auf die Muldenwand auftreffenden Lichtstrahls ist demnach prinzipiell nicht vorhersagbar.

    Die Behauptung, eine einmal vorhandene flache Mulde im Schnee würde das Sonnenlicht sozusagen einfangen und dadurch selbstverstärkend ihren eigenen Bildungsprozess antreiben, scheint mir zumindest fragwürdig, aus der grafischen Darstellung lässt sie sich jedenfalls nicht ableiten. Keine Grafik wäre hier besser gewesen als diese.
  • Die Erde eine Scheibe …

    15.02.2016, Olaf Schlüter, Baldham
    Die Legende der Neuzeit, im Mittelalter habe man die Erde für eine Scheibe gehalten, mag ich nicht auch noch in "Spektrum der Wissenschaft" lesen. Hier sollte man es doch eigentlich besser wissen. Dass die Erde eine Kugel ist, davon ging man schon in der Antike aus (das ptolemäische Weltbild hatte sogar den Segen der Kirche) ,- und hatte auch eine ziemlich gute Schätzung ihres Umfangs. Nur Kolumbus war davon überzeugt, dass die Erde kleiner war als bis dahin angenommen. Der bisher erfolgreichste Irrtum der Geschichte. Was den Wert von "Wahrheit" etwas relativiert.
  • Interessant

    15.02.2016, Achim Morina
    Äußerst aufschlußreich, vielen Dank für diesen Hilfreichen Artikel. Wissenschaft kann so aufregend, spannend und lehrreich zugleich sein. Unabhängig auch, welche Disziplin betroffen ist; wenngleich die (Natur-) Wissenschaften die tollste und schönste ist. Pure Poesie
  • Hanfsamen nur an andere Säugetiere, Fische, Vögel?

    14.02.2016, woewe
    Hanfsamen sind auch als Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel wertvoll.
    Sie enthalten die mehrfach ungesättigten Omega-3- und -6-Fettsäuren im optimalen Verhältnis, darunter die essentiellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure, enthalten ALLE 8 essentiellen Aminosäuren, Vitamine, Minerale und Balaststoffe.
  • Unsicherheit der Richtungs- und Entfernungsbestimmung

    14.02.2016, Rudolf Uebbing

    Dazu finde ich wichtige Detailerläuterungen unter:
    http://www.skyandtelescope.com/astronomy-news/gravitational-wave-detection-heralds-new-era-of-science-0211201644/?utm_source=newsletter&utm_campaign=sky-mya-nl-160212&utm_content=820338_SKY_HP_eNL_160212&utm_medium=email

    a)
    "The LIGO team claims a 5.1-sigma detection, meaning the odds of the signal occurring by chance are about one in 3.5 million."

    b)
    "Nor can they exactly pinpoint its distance, but measurements show the source lies between 700 million and 1.6 billion light-years away."

    c)
    "— it could come from anywhere within about 600 square degrees of sky, ..."

    d)
    A series of gravitational waves from a distant galaxy first passed through the Livingston detector,
    then just 7 milliseconds later it passed through the detector in Hanford."


    Die Diagrammdarstellung der beiden Signale (Liv. / Hanf.)
    in der heutigen FAZ unterscheidet sich auch von der Signaldarstellung
    auf der unten genannten Webseite, als das blaue gezeichnete Signalstärke
    etwa um 2 bis 3-Strichbreiten dort in den letzten Schwingungen nach
    links verschoben erscheint , sh. dazu

    http://www.skyandtelescope.com/astronomy-news/gravitational-wave-detection-heralds-new-era-of-science-0211201644/?utm_source=newsletter&utm_campaign=sky-mya-nl-160212&utm_content=820338_SKY_HP_eNL_160212&utm_medium=email

  • Tiere sind auch keine besseren Menschen

    14.02.2016, Micha Repiek
    "Aus evolutionärer Sicht sei dieses Verhalten jedenfalls sehr sinnvoll"

    Wenn man unsere derzeit leider noch salonfähige erzkapitalistische Gesinnung zum Maßstab macht, vielleicht. Jeder für sich, das ist auch in der Tierwelt so - ich war noch nie ein Freund von der Vorstellung dass alles was in der Natur passiert vorbildhaft sein soll. Es gibt zum Beispiel auch jede Menge sexuelle Gewalt unter Tieren.
  • Die letzte Sekunde

    14.02.2016, Hannes Partsch
    Sie schreiben, daß in der letzten Sekunde der Verschmelzung der Schwarzen Löcher 50 mal mehr Energie freigesetzt wurde als alle im Universum befindlichen Sterne im selben Moment abgegeben haben.
    Kann man das auch so ausdrücken: In dieser letzten Sekunde wurden ca. 5 Sonnenmassen in Form von Energie abgestrahlt?
  • Messmethode für Gravi.-wellen

    14.02.2016, Ralf Kudanek
    Bei allem auch mich ergreifenden Enthusiasmus stelle ich mir doch folgende Frage: Wenn Gravitationswellen das gesamte Raumzeitgefüge verändern, also eigentlich auch Licht-, Laserwellen ebenso wie den Erdboden samt den beiden Lasertunneln, würden sich die Laserstrahlen nicht ebenso verändern (Rot-, Blauverschiebung etwa), so dass eine auf Gravi.-wellen beruhende Differenz per Interferenz oder wie auch immer gar nicht auftreten kann? Wo liegt da ev. mein Verständnisproblem, was zeichnet die Messmethode so aus, das eben Gesagtes falsch wäre? Wenn sich Maßstab und zu Messendes gleichermaßen ändern, merken wir doch überhaupt nichts, oder?
  • Menschheit legt falsche Schwerpunkte

    13.02.2016, Nicolas
    Bis das Problem mit dem nötigen Druck angegangen wird muss es vielleicht leider erst zur Katastrophe kommen. Wieso sind die Zeitungen und die Politik voll mit abstrakten Ängsten vor Überfremdung und Staatspleiten während eine so konkrete Gefahr ignoriert wird? Wir sterben nicht an Flüchtlingen und Pleiten aber sehr wohl an Resistenzen.
    Wie wäre es mit einem psychologischen Artikel über die Neigungen der Menschen sich in abstrakten Ängsten zu verlieren wie z.B. Statusverlusten, während viele konkreten Gefahren ignoriert werden, Herr Fischer? Vielleicht blenden wir kollektiv diese konkrete Gefahr aus, weil unser Gehirn ein soziales Konstrukt ist und emotionale, soziale Risiken überschätzt während das Microbiom/Immunsystem nicht sichtbar ist und intuitiv unterschätzt wird?
    Antwort der Redaktion:
    Für Psychologie sind bei uns andere Redaktionsmitglieder zuständig. Aber tatsächlich gibt es bei uns bereits einige Artikel, die sich mit solchen Fragestellungen befassen, zum Beispiel bei GMO:
    http://www.spektrum.de/news/warum-diese-angst-vor-gentechnik-trotz-ihrer-unbedenklichkeit/1361504
  • 5,1 Sigma - Erkenntnisschwelle für eine Entdeckung

    13.02.2016, Rudolf Uebbing
    Bei der Bestimmung der Gravitationskonstante existieren immer noch erstaunliche Ungereimtheiten im Bereich von einigen Sigma - nahezu ähnliches gilt auch für die Bestimmung der Plejadendistanz - hier spielen sicherlich noch nicht erkannte, systematische Effekte eine Rolle - welche systematischen Effekte mögen im LIGO, in diesem "Neuland" noch nicht entdeckt worden sein, mag einmal gefragt werden. - Erst recht überzeugend wird die Entdeckung der Gravitationswellen durch unabhängig, räumlich deutlich getrennte Messsysteme, wie ich bitte meine.
  • Bevölkerungsexplosion ebenfalls ursächlich für den Klimawandel !

    13.02.2016, Nathanael W.
    Durchschnittstemperatur-Rekordjahre fallen besonders nach dem Jahr 2000.
    Die Wetterextreme und deren Auswirkungen nehmen ebenfalls zu.

    Welche Strategien kann jeder Einzelne, zusätzlich zu den
    politischen Maßnahmen ergreifen ?

    Wer der Möglichkeit hat, sollte möglichst zu Fuß gehen, Laufen, Radfahren,
    Lieferdienste, Bus & Bahn in Anspruch nehmen und auf Fahrzeuge mit
    Verbrennungsmotoren möglichst meiden.

    Wer fahren muss, sollte Fahrten nur noch sinnvoll miteinander verbinden, kürzste Wege fahren und dabei so wenig C02 wie möglich in die
    Atmosphäre freigeben. Elektrozweiräder & Elektomobile
    sind mittlerweile günstig zu erwerben.

    Der Klimwandel und die Bevölkerungsexpolsion und
    deren Auswirkungen lassen sich auch noch mit
    einem anderen Grundgedanken beeinflussen.

    Wenn theoretisch, ein Paar ab dem heutige Tage nur noch 1 Kind zeugen würde, wären die Bevölkerungsexplosion, die Völkerwanderungen, der Klimawandel, das Terraforming, der Rückgang der Artenvielfalt
    im Tierreich, nach und nach über die Jahre rückführbar.







  • Die Antibiotika-Revolution gibt es eigentlich schon ...

    13.02.2016, Werner Maritzen
    ... sie heißt (Bakterio-)Phagen, denn diese passen sich mittels Mutation schon seit Urzeiten an Bakterien an, werden somit nicht unwirksam. Weiterer Vorteil: ihre Menge passt sich an die Zahl ihrer Opfer an und reduziert sich gegen Null, wenn die betreffenden Bakterien vernichtet wurden.
    p.s. in Russland wurden sie vor dem Antibiotika-Zeitalter bereits gezielt genutzt
    Antwort der Redaktion:
    Ich habe hier mal ein paar Gründe zusammengetragen, weshalb Phagen in der Theorie besser funktionieren als in der Praxis.
  • Ist der Urknall damit beobachtbar?

    13.02.2016, Thomas Gebert
    Ich habe in einem Beitrag zur Entdeckung der Gravitationswellen gelesen, sie ermöglichen möglicherweise einen Blick auf den Urknall. Da sich das Universum aber seit Anbeginn überlichtschnell ausdehnt, wie kann uns da ein Signal vom Urknall erreichen, dass sich nur mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzt?
    Antwort der Redaktion:

    "Interessanterweise gibt es doch eine Möglichkeit, den Schleier der finalen Wand etwas zu lüften. Theoretischen Überlegungen zufolge könnten sich nämlich einige Vorgänge im frühesten Universum in Form bestimmter Strukturen der kosmischen Hintergrundstrahlung aufgeprägt haben." schreibt Uwe Reichert, Chefredakteur von "Sterne und Weltraum" in diesem Beitrag, dessen physikalischer Hintergrund nicht dadurch falsch wird, dass sich die Graviationswellen von BICEP2 in Staub aufgelöst haben.