Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • Tarnung erschwert Seti

    09.03.2016, Max Kobbert
    Wir können nicht davon ausgehen, dass alle außerirdischen Zivilisationen so unvorsichtig sind, ihre Radiosignale in naiver Unbekümmertheit ins All hinaus zu senden. Allein die Möglichkeit, damit eventuell feindliche Zivilisationen anzulocken, müsste dazu geführt haben, sich zu tarnen. Das ist in der Evolution sowohl bei Räubern wie bei Beutetieren ein bewährtes Erfolgsrezept. Nur solche Zivilisationen, die von der prinzipiellen Freundlichkeit etwaiger Aliens überzeugt sind, werden mit elektromagnetischen Signalen fröhlich in die Welt winken. Das trifft auf die irdische Zivilisation zu, und es wird vielleicht einige Gleichgesinnte geben. Aber vielleicht sind die meisten der Unvorsichtigen aus eben diesem Grunde ausgestorben.
  • das kommt davon..

    09.03.2016, Robert Orso
    .. wenn man "schlaue Behauptungen" immer nur wiederholt, aber nie hinterfragt.

    Nach der Definition dürfte es uns Menschen auch nicht geben, weil wir ganz offensichtlich die Milchstraße nicht vollständig besiedelt haben. Die Behauptung träfe ja überhaupt nur zu, wenn man einen Zeitpunkt in unendlich weiter Zukunft heran zieht, damit die Kolonialisierung auch wirklich voranschreiten kann. Zusätzlich setzt es voraus, dass die Idee, sich als Kultur über die eigene Heimat hinaus zu verbreiten, abgesehen von unserem Planete auch anderswo ein Erfolgsrezept wurde. Das könnte genauso gut eine Kuriosität sein.

    @Paul L. Grey
    Niemand muss beweisen, dass Außerirdische uns NICHT besucht haben. Das umgekehrte ist richtig. Diejenigen die behaupten, dass sie es doch taten stehen in der Pflicht, dafür Beweise vorzulegen.

    Die Vorgehensweise, einer Gruppe bestimmte Fähigkeiten von vornherein abzusprechen und anschließend "O Wunder, Außerirdische!" zu rufen, wenn die Leistung ganz offenbar doch vollbracht wurde, halte ich für äußerst fragwürdig – wenn auch in diesem Umfeld immer wieder gerne verwendet.

    Auch lange vergangene Kulturen bestanden nicht zwangsläufig aus primitiven Wilden, die kaum aufrecht gehen und nur grunzen konnten, unfähig einen wichtigen Gedanken zu fassen. Wir überschätzen unsere eigene Überlegenheit im Allgemeinen deutlich.
  • Welche These @Paul Grey

    09.03.2016, Tom Bargo
    Der Artikel postuliert meines Erachtens die von Ihnen dargestellte These nicht; er braucht das auch gar nicht. Sie haben natürlich recht, dass es keinen Beweis gibt und wohl auch nicht geben kann, dass noch nie ein Ausserirdischer auf der Erde gelandet ist. Im Artikel heisst es "vielleicht wurden wir aber auch schon vor langer Zeit besucht, und die Beweise dafür sind mit den Überresten der Dinosaurier im Erdboden verschwunden."

    Für die logische Widerlegung des Hart-Tipler Arguments sind empirische Beweise einer Anwesenheit allerdings auch gar nicht nötig: Nur weil Ihre Tante Sie nie besuchen kommt heisst das nicht, dass sie nicht existiert.
  • Wenn sie nun doch schon hier sind oder waren?

    09.03.2016, Bruni Krüger
    Wäre es so undenkbar, dass wir Menschen selbst diese "Außerirdischen" sind? Von intelligenten Lebewesen hier "ausgesetzt" und an die vorgefundene hiesige biologische Evolution entsprechend angepasst?
    Man muss nur einmal die SF-Literatur durchsehen, welche Versionen es gibt, z. B. auch die der ethischen Verantwortung von Intelligenz auf kosmischer Ebene, beginnendes Leben in anderen Regionen nicht zu stören, sondern nur langfristig in seiner Entwicklung zu beobachten.
    Andererseits könnten sie hier gewesen sein und z. B. per Genmanipulation "irdische" (irdisch wirkende) biologische Objekte (das müssen nicht einmal Tiere wie z. B. Fliegen sein, es können auch Bäume usw. sein) da gelassen haben, die als Informationssammler dienen bis zu ihrer Wiederkehr.
    Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • erfreulich

    09.03.2016, Fritz Kronberg
    Dieser Artikel ist erfreulich sachlich, verglichen mit dem, was in Deutschland so üblicherweise zum Thema Kernenergie publiziert wird. Trotzdem hat der Autor an einer Stelle den Lieblingsfehler der üblichen Veröffentlichungen nicht vermeiden können, indem er von "freigesetzter Radioaktivität" schrieb. Der folgende Text vermeidet diesen Fehler, aber ich möchte trotzdem noch einmal darauf hinweisen, daß Radioaktivität eine Eigenschaft und keine Substanz ist. Sie kann deshalb auch nicht freigesetzt werden. Das geht nur mit radioaktiven Substanzen. Leider hält er offenbar die Organisation IPPNW für eine, die man ernst nehmen muß, obwohl deren Verlautbarungen üblicherweise eine kaum begründete Panikmache sind. Er weist allerdings zu Recht darauf hin, daß es nicht möglich ist, einer bestimmten Krebserkrankung eine eindeutige Ursache zuzuordnen. Was er leider nicht erwähnt, ist die Tatsache, daß der Begriff "natürliche Radioaktivität" keineswegs so eindeutig ist, wie er klingt, weil deren Stärke ortsabhängig ist. Würden geringe Dosen an Strahlung das Risiko an Krebs zu erkranken meßbar erhöhen, müßte sich das in meßbaren Unterschieden der Erkrankungsraten an unterschiedlichen Orten der Erde niederschlagen. Mir ist davon allerdings nichts bekannt. Bekannt ist mir aber, daß das Immunsystem Anreize braucht, um gut zu funktionieren, weshalb sich begründet vermuten läßt, daß es für jeden Organismus eine optimale Strahlungsdosis gibt mit der leben kann. Absolut strahlungsfreie Räume gibt es in diesem Universum nicht. Das Leben hat sich dem im Laufe der Evolution angepaßt.
  • Artikel enthält fragwürdige These

    09.03.2016, Paul L. Grey
    Der Artikel postuliert, dass es keine außerirdischen Besucher auf der Erde gab und gibt. Diese These lässt sich nicht hinreichend belegen. Zum einen gibt es sehr wohl prehistorische Artefakte, die nicht allein durch "menschliches" Zutun erklärt werden können. Zum anderen bedeutet die derzeitige Unsichtbarkeit nicht, dass sie nicht da sein könnten. Unsere technologischen Möglichkeiten sind wahrscheinlich nur zu begrenzt, um sie zu entdecken. Dies gilt sowohl für unser unmittelbares Umfeld (Erde), als auch das erweiterte (Weltraum).
  • Dramatische Folgen?

    08.03.2016, Jutta Paulus
    Die vielleicht weitreichendsten Konsequenzen der blinden Signifikanz-Gläubigkeit könnte die Menschheit erleben, wenn es uns nicht gelingt, den immer rascher fortschreitenden Klimawandel abzumildern. Viel zu lange wurden die Beobachtungen der Klimaforscher mit dem harschen Urteil "kein signifikanter Effekt" abgetan - es war ja auch viel bequemer, die einschlägigen Beobachtungen als "zufällig" zu klassifizieren.
  • So einfach nicht

    08.03.2016, Artjom
    >Der p-Wert beim Vergleich der beiden Gruppen lag mit p = 0,2 deutlich über der Signifikanzgrenze von 0,05", sagt Ziliak, "p = 0,2 bedeutet aber auch eine Wahrscheinlichkeit von 0,8, dass vermehrte Herzinfarkte tatsächlich durch Vioxx ausgelöst wurden!"

    Ich glaube diese Aussage von Herr Ziliak ist falsch. So einfach kann man diesen Umkehrschluss nicht ziehen, denn wenn man die Wahrscheinlichkeit berechnen könnte, dass Vioxx mehr Herzinfarkte auslöst, würde man dies tun und nicht den unintuitiven (aber richtigen) Ansatz verfolgen, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen ein solch extremes Ereignis zu beobachten unter der Hypothese, das Vioxx keinen Effekt auf das Krebsrisiko hat.

    Wollte man tatsächlich eine Ausssage treffen über die Wahrscheinlichkteit für eine bestimmte Effektgröße von Vioxx, würde man stattdessen einen Prior aufstellen (was für einen Effek auf das Krebsrisiko erwarte ich von einem mir unbekannten Präparat) und diesen durch den Satz von Bayes updaten und hätte dann eine Posterior Verteilung, die beschreibt welche Wahrscheinlichkeit man welcher Effektgröße nach dem Experiment zuordnet.
  • Erdbeben oder Tsunami als Ursache für die Kernschmelze?

    08.03.2016, Peter Silberg
    Sehr geehrter Herr Eidemüller,

    Sie schreiben "Trotz der heftigen Erdstöße hatten die sechs Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi das Beben dank ihrer erdbebensicheren Bauweise gut überstanden."
    Ist das eine gesicherte Erkenntnis?
    Von Seiten der Atomindustrie wurde immer großen Wert darauf gelegt, dass die Reaktorblöcke das eigentliche Beben gut überstanden hatten. Wenn das nicht so gewesen wäre, hätte dies die Sicherheit aller Reaktoren weltweit in Frage gestellt.
    Doch sind Zweifel an dieser Darstellung angebracht (s. a. http://www.sinn-schaffen.de/kolumnejl/was-war-die-ursache-des-reaktorungluecks-in-fukushima/)

    Fakt ist, dass
    "am Standort Fukushima I Erdbebenbeschleunigungen von maximal 5,50 m/s2 gemessen worden sind. Das sind 125 Prozent der Auslegungswerte. Ob die Überschreitung der Auslegungswerte am Standort Fukushima I zu Schäden an sicherheitsrelevanten Teilen geführt hat, ist im Nachhinein kaum mehr festzustellen – wegen der Überlagerung mit den nachfolgenden Ereignissen, dem Tsunami und dann den Kernschmelzen.
    Da in Fukushima I die externe Stromversorgung bereits durch das Erdbeben zusammengebrochen war, fiel dort von Anfang an auch die Hauptwärmesenke aus. Das beim Erdbeben schnellabgeschaltete Kraftwerk produzierte so Nachzerfallswärme, die nirgendwohin abgeführt werden konnte.
    Durch den Ausfall der Notstromversorgung bis hin zu den Batterien an den Mess-, Überwachungs- und Steuerungssystemen waren in Fukushima I die für die weitere Ergebnisbeherrschung relevanten Einrichtungen nicht durchgängig mit elektrischer Energie versorgt, am Anfang waren sie es gar nicht. So kam es in dieser für Eingriffe knapp bemessenen Zeit im Block 1 frühzeitig zu einer über viele Stunden nicht erkannten Nichtverfügbarkeit des Notkondensationssystems. Die Folge war, dass die Niederdruck-Einspeisung zur Kühlung nicht funktionsfähig gehalten wurde (an den Blöcken 2 und 3 war das später, aus anderen Gründen, ebenso). Das brachte die frühe Kernschmelze in diesem Block, und das wiederum zeitigte eine Pandora von Folgen, welche die Handhabung am gesamten Standort Fukushima I äußerst schwierig und aufwändig machte. Die Notwendigkeit des Druckablassens, die Kernschmelzen in den Blöcken 2 und 3 sowie die Wasserstoff-Explosion im Gebäude von Block 4 waren letztlich Konsequenzen dieser durch das frühe Durchgehen von Block 1 herbeigeführten Situation."
  • Erneuerbare Energien in Japan

    08.03.2016, Peter Silberg
    Sehr geehrter Herr Eidemüller,

    der Ausbau Erneuerbarer Energien ist in Japan in den letzten Jahren stark vorangekommen.
    http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/aktuelles/2015/kw51/mercom-rechnet-2016-mit-einem-photovoltaik-zubau-von-rund-65-gigawatt-usa-ueberholen-japan-beim-solar-zubau.html
    Zitat:
    "In Japan rechnen die Marktforscher 2016 mit einem Photovoltaik-Zubau von 9 Gigawatt. Bisher wurden im japanischen FiT-Programm Solar-Projekte mit knapp über 80 GW genehmigt, davon ist rund ein Viertel bereits installiert. Japans Energiesektor verändert sich derzeit: Erneuerbare Energien erhalten mehr Gewicht, während die Atomenergie rückläufig ist."
  • LIGO und die Tests der Psychologen und Mediziner

    08.03.2016, Friedrich Gebhardt
    LIGO und die Tests der Psychologen und Mediziner in einen Topf zu werfen ist äußerst unfair. Natürlich wissen die Physiker, dass ihre Grenze willkürlich ist; es geht hier aber nicht um Ereignisse, die in einem von 20 Fällen zufällig auftreten könnten, sondern in einem von einer Million. Und da kann man das (teure!) Experiment bestimmt nicht mehr oft genug stillschweigend wiederholen, bis man dieses Ergebnis mal erreicht hat. Auf diese (willkürliche, wenn auch winzige) Irrtumswahrscheinlichkeit haben sich die Physiker aus praktischen Gründen geeinigt: Wer hat als erster den allseits anerkannten Nachweis (z.B. von Gravitationswellen) erbracht? Wann soll man aufhören mit dem (kostspieligen) Experiment? Wann kann man praktisch alle Zweifler überzeugen? Zur Offenlegung etwaiger Gewissenskonflikte: Ich bin kein Physiker (sondern ein Statistiker).
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Gebhardt,
    es ging uns gar nicht darum, das LIGO-Ergebnis als statistisch schwach abgesichert darzustellen. Das ist es nicht. Dieser Einstieg ins Thema diente lediglich dazu, ein dem Leser vertrautes Beispiel für das Auftauchen des Signifikanzsbegriffs zu liefern.

    Beste Grüße, jd/Red

  • Frag ja nur

    08.03.2016, Wolf Niese
    Vielleicht doch besser aufhören zu kokeln mit Erdöl und Kohle relativ hurtig, liebe Klimaskeptiker?
  • Falsche Verallgemeinerung

    08.03.2016, Werner Kohl
    "Während des Maunder-Minimums sank die Zahl schwerer Stürme um drei Viertel"

    Das stimmt aber so nicht. Die dem Artikel zugrunde liegende Untersuchung bezog sich auf tropische Wirbelstürme und nicht auf schwere Stürme allgemein.

    Der "Bildungsserver"
    http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Au%C3%9Fertropische_St%C3%BCrme
    berichtet darüber, dass es keine allgemeine Abnahme der Sturmaktivität gab:
    "So ist etwa im Späten Maunder Minimum (1675-1710), der kältesten Phase der Kleinen Eiszeit, keine Reduktion der Sturmaktivität feststellbar."

    In dem Buch "Stürme über Europa"
    https://books.google.de/books?id=sPtEBAAAQBAJ&pg=PA57#v=onepage&q&f=false
    findet man einen Hinweis auf die schweren Überlandstürme von 1660 und 1674.

    Also sollte man das Ergebnis der Studie nicht verallgemeinern.

    Überhaupt verwundert mich die oft geäußerte Behauptung, dass eine globale Temperaturerhöhung zu einer erhöhten Sturmaktivität führen würde. Abgesehen davon, dass es keine Belege dafür gibt (siehe u.a. IPCC-Bericht AR5), würde ich vom physikalischen Standpunkt her das Gegenteil erwarten.

    Stürme entstehen durch Temperatur- bzw. Druckdifferenzen zwischen voneinander getrennten Regionen. Je größer die Differenzen, desto stärker die Stürme. Wohlbekannt ist die sog. "polare Verstärkung":
    https://de.wikipedia.org/wiki/Polare_Verst%C3%A4rkung
    Diese besagt, dass der Klimawandel an den Polen stärker als in gemäßigten Regionen oder gar den tropischen Regionen auftritt.
    Bei einer Klimaerwärmung erwärmen sich die - viel kälteren - polaren Regionen stärker, wodurch der Temperaturunterschied zu den anderen Regionen GERINGER wird. Damit erwarte ich bei weiterer globaler Erwärmung geringere Sturmaktivitäten.

    Dieses Prinzip wird ja bei allen thermischen Kraftwerken angewandt. Schon vor 2 Jahrhunderten wusste Carnot, dass der Wirkungsgrad umso größer wird, je größer der Temperaturunterschied ist:
    n = 1 - Tkalt / Twarm
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Kohl,

    der Artikel beginnt nach dem Teaser mit den Worten "Die wenig aktive Sonne am Ende des 17. Jahrhunderts reduzierte die Anzahl tropischer Wirbelstürme um drei Viertel."

    Mit freundlichen Grüßen
    Die Redaktion
  • Druckfehler bei "Gravitationslinsen"

    07.03.2016, Immo Diener
    Auf Seite 44 sind in dem Bild "Gravitationslinsen" die Beschriftungen "wahre Position des Sterns" und "beobachtete Position des Sterns" vertauscht. Bei den Galaxien ist die Bezeichnung richtig.
  • Bilanzbetrug bei Eon, RWE, EnBW - verhindert ?

    07.03.2016, Falken
    Neue Kernkraftwerke (KKW) benötigen enorme Subventionen - siehe das britische Projekt in KKW Hinckley Point. Wenn man aber neue KKW einsetzt, um das Plutonium aus den alten KKW loszuwerden, gehört das Defizit aus den neuen MOX-KKW zu den notwendigen Betriebskosten der alten KKW. Entsprechend müssten Rücklagen gebildet werden. Soweit kein sicheres Endlager zur Verfügung steht, hätte für diese Kosten eigentlich eine Rückstellung gebildet werden müssen. Hat nun der Grüne Trittin die Versorger vor diesem Schicksal bewahrt ?