Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

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  • etwas kurz gegriffen

    07.12.2016, Chrëscht
    liebe Eva Wolfangel,
    dankenswerterweise haben Sie den ganzen Hype um cambridge analytica etwas gestutzt und die Aussagen von Herrn Nix als erst einmal Marketingsprech relativiert. Natürlich gibt es dabei die zielgruppenspezifische Ansprache von möglichen Wählern schon längst; die Wahlkampfreden der Politiker unterscheiden sich seit jeher je nach ihrem Publikum. Neu und überaus beunruhigend ist für mich jedoch die -recht plausibel behauptete und zumindest mit entsprechenden Algorithmen immer leichter ausführbare- Manipulation etlicher Wähler, indem man nach einer engen Persönlichkeitsdefinition die Reaktion auf bestimmte Botschaften mit nennenswerter Wahrscheinlichkeit vorhersagen kann. Und so die entsprechende Botschaft wählen kann, damit halbwegs unentschlossene Wähler etwa Trump unterstützen ODER zumindest Clinton nicht.
  • Luwische Kultur

    07.12.2016, Serdal Mutlu, Basel
    Als Koautor der massgeblichen Arbeit zur Einführung des Begriffs "luwische Kultur" stelle ich fest, dass sowohl der Artikel in “Spektrum”, wie auch die Antwort der Redaktion zum Online-Kommentar von Walter Weiss nahelegen, dass Sie Zanggers Buch und die entsprechende wissenschaftliche Publikation gar nicht kennen. Sie sagen: "Aus dem Verbreitungsgebiet einer Sprache folgt nicht, dass dort eine diese sprechende Ethnie lebte, also auch kein entsprechendes Staatsgebilde” bestand. Genau das sagen Zangger und ich in einem eigens der Begriffsdefinition gewidmeten Abschnitt:
    “Wir verwenden ‘luwisch’ jedoch als geografisch und chronologisch begrenzten Begriff für die Menschen, die im 2. Jt. v. Chr. in Westkleinasien lebten. Die Bezeichnung ist also weder sprachlich noch ethnologisch, noch durch Keramiktypologien definiert. Sie ist in dieser Hinsicht durchaus mit der Definition der mykenischen, minoischen und hethitischen Kulturkreise vergleichbar. ”
    Antwort der Redaktion:
    Dass Eberhard Zangger den Begriff "luwisch" nicht als Ethnie versteht, wurde im Kommentar deutlich gesagt. Was ich kritisiere ist vielmehr: Es gilt heutzutage als wissenschaftlich unsauber, eine Kultur nicht nach ihrem Verbreitungsgebiet, sondern einer Sprache zu benennen. Denn letzteres unterstellt beispielsweise, dass die Sprecher der Sprache mit den Trägern der Kultur deckungsgleich seien. Diese Identifikation kann zu falschen Schlussfolgerungen und Assoziationen verleiten."
  • Bitte nicht unterschätzen!

    07.12.2016, Al_Capwnage
    Den Artikel als "reisserisch" zu beschreiben und dazu noch zu sagen "na und, dann eben jemand ein paar Daten, das macht den Braten nicht fett", scheint nicht zu verstehen, was daraus werden kann.
    1. Es geht NICHT darum, dass jemand schlau war und eine bestimmte Technologie als Wahlwerbung genutzt hat, sondern jemand hat eine Technologie genutzt, um potentielle Wähler gezielt mit auf sie zugeschnittenen Informationen zu füttern und so, ohne diese direkt die Wahl anzusprechen als Wähler zu gewinnen. Dabei sind diese Informationen, die sich dann besonders auf Twitter und Co. rasant verteilen oft manipuliert, verzerrt oder schlicht erlogen, während die Zielpersonen diese für bare Münze nehmen und diese dann weiter verteilen.
    Am Ende sitzen die Empfänger dann in ihrer Meinungsbubble, unerreichbar für Realität und Vernunft.
    "Böse Zungen" würden das Volksverdummung nennen.
    2. Wer keinen Zusammenhang oder Gefahr sieht zwischen einer Technologie zur Meinungsmanipulation und der Aussage von Cambridge Analytics, dass bereits Anfragen aus Deutschland und Frankreich erfolgten (kurz vor Parlamentswahlen, wenn das nicht verdächtig ist), wo FN und AfD im Aufwind sind, muss blind sein.
    3. Übrigens: Vorstandsmitglied von Cambridge Analytics ist Steve Bannon, Eigentümer von Breitbart News und Trumps Sonderberater im Weissen Haus, dessen rechtspopulistische Webseite in der US-Wahl durchaus Einfluss gehabt hat. Coincidence? I think not.
  • Herzlichen Glückwunsch!

    07.12.2016, Me
    Ich freue mich sehr für Prof. Dr. Schäffer, er hat es wirklich verdient! Habe selbst bei ihm Nano Science studiert, er hat immer ein offenes Ohr, viele Ideen, extrem viel Kompetenz und Weitblick. Eine Bereicherung für die Uni Tübingen :)
  • Die Apollo-Mondlandefähren...

    07.12.2016, Markus Kraffczyk
    ... hatten 3-4 schlichte Kontaktschalter an den Landetellern, die auch in diesem Fall ein zu frühes Abschalten verhindert hätten. Diese einfache und funktionssichere Technik wäre Schiaparelli wohl besser bekommen.
  • Ohne Pestizide --> Hungersnot

    06.12.2016, Bacchus
    Die Frage nach der Notwendigkeit von Pestiziden wird schnell beantwortet wenn man die Weinernte 2016 ansieht. Einfach "wein totalausfall schweiz" in die Suchmaschine eingeben und die Frage ist beantwortet. Vor allem Biobetriebe konnten wegen Pilzbefalls mehrfach eine 100%ige (!!) Ausfallquote melden und stehen jetzt vor dem Ruin.
  • Zu kurz gedacht

    06.12.2016, Bluto Blutarski
    Auf molekularer Ebene enthält jedes Stückchen Schokolade höchstwahrscheinlich auch einen Anteil Dschingis-Khan-Kot.
    "Und man hört ihn lachen (Ho, Ho, Ho, Ho, Ho)"
    Antwort der Redaktion:
    Ganz abwegig ist das nicht, schließlich hat er auch angeblich 16 Millionen lebende Nachfahren. Mag jemand ausrechnen, wie hoch der Anteil Dschingis-Kot im Durchschnitt ist?
  • ESA und Politik

    06.12.2016, Walt Linde
    Dieses Ergebnis macht natürlich traurig! Aber was darf man sich schon von heutigen Politikern erwarten, wenn es darum geht, die Erde erst "nach" Ablauf ihrer gegenwärtigen Amtsperiode zu retten (AIM)...?

    Und ganz unschuldig daran dürfte ESA selbst auch nicht sein! Wenn die Kosten für Exomars sich um das läppische 2,5-fache erhöhen, nur um dann eine Bauchlandung zu produzieren (weil ein essentieller, aber offenbar nicht doppelt abgesicherter Sensor eine "negative Höhe" gemessen hat), dann sollte dieses Ergebnis auch nicht verwundern. Und das mediale Auftreten des ESA-Managements bei der Mars-Bauchlandung war auch eher keine Offenbarung...
  • #Klaus Schulz: Merkur hat keine gebundene Rotation...

    06.12.2016, Martina Ebben
    ...sondern eine sog. gebrochen gebundene Rotation. Während zweier Sonnenumläufe rotiert er drei Mal um seine Rotationsachse.
  • Habitable Zonen

    06.12.2016, Klaus Schulz
    Sehr interessanter Beitrag. Meine Vermutung, dass es mehr habitable Zonen gibt, als bisher diskutiert wird, bestaetigen Sie damit! Uebrigens, ich glaube, dass es z.B. auf dem Merkur - wegen der gebundenen Rotation - durchaus sehr "gemuetliche" Ecken gibt. Und zwar an den Raendern/Grenzen der Tag- und Nachthaelften. Da dort permanent die gleichen angenehmen Bedingungen herschen, wuerde ich mich nicht wundern, wenn das Leben dort auch eine Chance haette.
  • Selbstverständlich ist die Evolutionstheorie falsifizierbar!

    05.12.2016, K. Teubert
    "Antwort der Redaktion: ... Würden Primatenfossilien auftauchen, die unzweifelhaft ins Ediacarium datieren, wäre die Evolutionstheorie auf einen Schlag passé."
    Wirklich?? Ich meine, wir müssten in so einem Fall die Datierung nochmal genauer ansehen oder aber die Evolution war ganz anders, als wie bisher dachten.
  • abstrakt - konkret

    05.12.2016, langslib
    Chemische Formlen als abstrakter zu bezeichnen, fällt mir schwer zu verstehen.

    "Die chemische Symbolik und die Formeln der Chemie sind abstrakter als die der reinen Mathematik. Sie sind nicht allein aus der formalen Logik ihrer internen Beziehungen verständlich, sondern benötigen auch naturwissenschaftliches Hintergrundwissen, um korrekt interpretiert zu werden."

    Die chemischen Formeln sind konkreter nicht abstrakter, da sie bestimmtes Wissen voraussetzen und damit auf einen bestimmten Gegenstandsbereich eingeschränkt sind. Das macht sie natürlich nicht weniger interessant.
  • Antwort

    04.12.2016, Andreas Neuthe
    "Aber das geht eigentlich nur, wenn der liebe Gott die Naturgesetze nach jeder durchzechten Nacht aus einer Katerlaune heraus jeweils neu auswürfelt. (-: (-
    "

    wenn er das machte, dürfte das weltall in urknallgeschwindigkeit implodieren
  • Nur die halbe Wahrheit

    04.12.2016, Stefan
    Die Geschichte der "Wasservergiftung", die in so manchen MTB Magazinen derzeit gern diskutiert wird, hat nun auch den Weg in andere Sparten gefunden.
    Dabei ist aber nicht das viel trinken, sondern in Wirklichkeit das "falsch trinken" das Problem. Denn im Krankheitsfall scheidet man, ebenso wie beim Sport, viele Lebensnotwendige Mineralien aus, im ersten Fall über Darm und erbrechen, im zweiten durch schwitzen.
    Wenn ich dann reines Wasser ohne Mineralien trinke, kann dies zu einem gefährlichen absinken der Konzentration letzterer führen. Kalium z. B. ist für die Steuerung des Herzrhythmus notwendig. Fehlt es, kann sogar Herzstillstand auftreten mit tödlichen Folgen. Zu wenig Magnesium führt zu fehlender Muskelsteuerung, Krämpfe sind die Folge. Auch das Herz ist ein Muskel...
    Das Problem lasst sich leicht lösen, in dem man dem, was man trinkt, Mineralien hinzusetzt. Ich verstehe nicht, warum das hier nicht erwähnt wird? Das ist nicht gerade besonders wissenschaftlich hier, eher um Aufmerksamkeit heischend..
  • Ein bisschen üben?

    03.12.2016, Frank Svoboda
    Der Text:
    Na ja. Immerhin hat die KI den Weihnachtsbaum und Geschenke erkannt.

    Und die Musik:
    1000 Stunden sind eine ganze Menge. Allem Anschein nach hat die KI daraus allerdings die falschen Schlüsse gezogen. Sie setzt zwar Akkorde harmonisch einigermaßen passend zusammen - mehr aber auch nicht. Eine Melodie kann ich eigentlich nicht erkennen. Oder ist Ihnen irgendetwas davon im Ohr geblieben, während Sie das lesen? Auf den strukturellen Aufbau eines Liedes scheint es hier jedenfalls auch noch nicht anzukommen.

    An der Musikhochschule Köln haben wir bereits 1988 mit einem Kompositionsprogramm gearbeitet, das im Wesentlichen der Komponist (und unser Prof) Clarence Barlow entwickelt hat. Dabei sind bessere Ergebnisse heraus gekommen. Allerdings enthielt das Programm eine ausgefeilte Harmonie- und Melodielehre. Die Struktur eines Stückes - wie Strophe, Refrain usw. - konnte und musste man vorgeben. Das Programm komponierte z.B. bei der »International Computer Music Conference« (Köln 1988) die komplette Begleitung zu dem Vortrag einer Chellistin - in Echtzeit!

    Das hat aber nichts mit KI zu tun. Die KI muss die Musiktheorie selbst lernen. Und dazu gehört anscheinend mehr als 1000 Stunden Musikgenuss. Rein technisch macht die KI ja schon einiges richtig. Aber sie hat noch keinerlei Verständnis dafür, wie Musik auf den Menschen wirkt und was eingängig ist. Ich glaube, dafür braucht auch die KI noch einen Lehrer, der ihr das notwendige qualifizierte Feedback gibt.

    Musik ist hochkomplex - eine Sprache für die Seele. Man kann nicht erwarten, dass eine KI das so schnell hinkriegt. Wenn ich darüber nachdenke, dass man sie möglicherweise mit dem Einheitsbrei füttern könne, den wir aus dem TV kennen, hoffe ich, dass es auch noch lange nicht soweit ist.