Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Jan-Martin Wierdas Pseudoklärung des Problems

    12.10.2017, roswitha
    Der Artikel beantwortet seine eigene Fragestellung nicht einmal annähernd. An keiner Stelle wird in der Sache argumentiert, also definiert, was denn eine Wissenschaft ausmacht und inwiefern die Genderforschung diesen Anspruch erfüllt. Der Text war offenkundig von vornherein als Verteidigungsschrift angelegt. Er zitiert allein Autoritäten, um diese Position zu untermauern – ironisch genug, wenn es um eine Disziplin geht, die selbst als diskursanalytisch versteht, also Machtstrukturen unter die Lupe nehmen will.
    By the way, wer ernsthaft glaubt, dass in der DFG nur nach wissenschaftlicher Qualität entschieden wird (Hat Gott die Kriterien dafür eigentlich persönlich festgelegt? Dazu sagt der Artikel nichts.), ist vermutlich auch davon überzeugt, dass Posten in der Politik allein nach persönlicher Eignung vergeben werden. Der Weihnachtsmann lässt grüßen.
    Leider verzerrt der Beitrag von Jan-Martin Wierda die berechtigte Debatte um den politischen Machtanspruch der Genderstudies zu einem Kasperletheater, das an die Nachmittagstalkshows der Neunziger Jahre erinnert. Stets werden die polemischen Positionen der fundamentalistischen Biologisten als Folie gewählt, vor der die Gendertheoretikerinnen umso heller erstrahlen können. Dabei gibt es sehr wohl auch differenzierte und gut begründete Kritik jenseits von naturwissenschaftlicher Perspektivverengung und reaktionärer Ideologie. Vukadinović etwa argumentiert durchaus differenziert und kenntnisreich, Wierda greift sich aber lieber die paar polemischen Zitate raus. Dabei war die Replik auf die geäußerte Kritik, die Judith Butler und Sabine Hark gemeinsam für die "Zeit" schrieben, eine Demonstration der Defizite der Genderforschung: Sie strotzte vor Jargon, verweigerte ansonsten – explizit! – den Diskurs, war in einem Beleidigte-Leberwurst-Ton gehalten und von einem rechthaberischen, hochmütigen Duktus geprägt. Sachargumente fehlten weitgehend.
    Den Genderstudies die Wissenschaftlichkeit pauschal abzusprechen ist sicher zu einfach. Aber eine Grundvoraussetzung für Wissenschaft ist fairer Streit. Butler, Hark und hier auch Wierda verweigern sich der Auseinandersetzung. Kein Ruhmesblatt für eine Zeitschrift, die sich "Spektrum der Wissenschaft" nennt.
  • aufwand der rotwildjagd

    12.10.2017, truth
    Wolf ersetzt jäger. Schützt vor rotwild. Spart unmengen geld im wald. vermutlich mehr als die schafe kosten. Punkt.
    Die koexistenz zwischen Kühen und menschen ist da fraglicher, da Kühe den menschen ihre nahrungsgrundlage wegfuttern und das klima vergiften.
  • Nutztierhaltung - Bio

    12.10.2017, lanzu
    "Und gerade die ökologische Landwirtschaft wird durch den Wolf in besonderem Maße bedroht, da für sie die Weidehaltung von Nutztieren vorgeschrieben ist."
    Das ist in der Allgemeinheit falsch. Das gilt meines Wissens nach nur für den Abauverband Demeter.
  • Ralph-Ole scheint auf einem anderen Planeten zu leben

    12.10.2017, Stephan S.
    Ralph-Ole Fannkuck...wenn ich ihren Kommentar lese, weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Bei der Panik, die sie hier verbreiten möchten, können sie eigentlich nur im Interessenskonflikt mit dem Wolf stehen. Ich lebe auf dem Land und ich brauche sicherlich keine Überwindung in den Wald zu gehen. Ich gehe es jetzt sogar erst recht. Für Ihre Aussagen gibt es keinerlei Grundlage und das wissen sie auch selbst.

  • Neutralität der Genderforschung

    12.10.2017, WolfgangL.
    Ich glaube nicht, dass eine Forschungsrichtung, die praktisch ausschließlich von Frauen und transgeschlechtlichen Menschen besetzt ist, eine objektive Perspektive auf ein Thema haben kann, welches beide Geschlechter in gleichem Maße betrifft.
    Wenn ich Artikel zu diesen Themen in den klassischen Medien lese sind die Perspektiven auf jeden Fall ausschließlich heterosexuell oder homosexuell weiblich (deutlich überproportional die lesbische Perspektive). Männliche Perspektiven fehlen praktisch vollständig.

    Eine Studienrichtung die die Unterschiede zwischen genetischem und sozialem Geschlecht untersuchen möchte de legitimiert dies für mich zwar nicht zwar per se wissenschaftlich, aber auf jeden Fall politisch. Denn die Konsequenz einer so einseitigen Forschung können erhebliche Nachteile für das männliche Geschlecht sein.

    Und dies ist nicht vergleichbar mit Studienrichtungen in denen vor allem Männer forschen, wie z.B. Mathematik. Da ändern sich die Ergebnisse nicht, nur weil jetzt die Perspektive weiblich wird. Genau so wenig in der Physik.

    Bei der Frage, ob es ein größeres Problem ist, dass 20 mal mehr Männer in deutschen Gefängnissen sitzen, als das Frauen im Schnitt 22% weniger Lohnbezüge (unbereinigter GPG) haben als Männer, ist es durchaus relevant, ob man mit einem Mann oder mit einer Frau über das Thema spricht.

    Auch bei Fragen dazu, wie man mit dem Thema Kuckuckskinder umgeht, oder die rechtliche Etablierung des sozialen Vater (und damit Entrechtung des biologischen) hängt sehr stark von der Perspektive ab.

    Die Genderforschung wird auch deshalb angegriffen, weil ihre Vertreter mit dieser einseitigen Perspektive politisch gestalten wollen. Und dies weckt selbstverständlich Widerstand bei denen, die von dieser Forschungsrichtung nicht vertreten werden: Bei den Männern.

    Daher sehe ich für die Genderforschung eher schwarz, solange sie es nicht schafft auch für männliche Studenten deutlich attraktiver zu werden. Und dazu gehört auch deren Perspektive zu respektieren.
  • Aus der Geschichte lernen

    12.10.2017, Simon
    Wenn man mit einer bestimmten Problematik konfrontiert ist, sollte man versuchen, sich ähnliche, historische Konstellationen zu vergegenwärtigen, um daraus Handlungsoptionen für die Zukunft zu gewinnen.
    Der Wolf war über ein Jahrhundert in Deutschland ausgerottet. Wie sah die Situation vor seiner Ausrottung aus? In jedem Fall war der Wolf ein Nahrungskonkurrent des Menschen. Er riß zum einen die Wildtiere, die auch der Mensch bejagte, zum anderen eben auch Herdentiere, vor allem Schafe. Die Menschen hatten sich auf diese Gefahr eingestellt, Schäfer und Bauern waren in der Regel bewaffnet und die Hunde auf Wolfsabwehr abgerichtet. Dennoch entstanden auch damals erhebliche Verluste durch Wölfe.
    Der entscheidende Unterschied zwischen heute und damals ist wohl die deutlich gestiegene Bevölkerungsdichte. Wo es Anfang des 19. Jahrhunderts noch ausgedehnte ländliche Gebiete in Deutschland gab, erstrecken sich nun überwiegend zersiedelte Landschaften.
    Nun muß man sich fragen, wie eine Koexistenz von Raubtier und Mensch in einer deutlich ungünstigeren räumlichen Konstellation gelingen soll, wenn dies schon unter den deutlich besseren Bedingungen des 19. Jahrhunderts nicht gelang.
    Wir sollten uns daher die Erfahrungen unserer Vorfahren zu eigen machen, die aus guten Gründen entschieden, den Wolf scharf zu bejagen und die Menschen dieses Landes für über ein Jahrhundert von dieser Gefahr für die Herden befreiten. Für den Wolf ist kein Platz in einer eng besiedelten Kulturlandschaft. Ignoriert man die Lehren der Vergangenheit, wird es früher oder später zu so hohen Schäden kommen, daß die Stimmung in der Bevölkerung kippt. Dies wird spätestens der Fall sein, wenn Wölfe sich einmal ein kleines Kind schnappen und auffressen.
  • Danke!

    12.10.2017, Cornelius
    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Es wird so viel unerträglicher Unsinn verbreitet zu diesem Thema, es hat sehr gut getan, diesen sachlichen Beitrag dazu zu lesen.
  • Welche Bedeutung für die Gravitation der Galaxien hätte das?

    12.10.2017, Gert Weigelt
    Braucht man damit noch Dunkle Materie zur Erklärung des Bewegungsverhalten von Galaxien?
    Stellungnahme:
    Ja, das kosmologische Standardmodell braucht weiterhin einen großen Anteil an dunkler Materie.

    Viele Grüße
    Janosch Deeg
  • Es gibt noch tausende andere schutzbedürftige Arten

    12.10.2017, Harald von Canstein
    Was ist die Ursache für den Rückgang wild lebender Arten? Der Mensch und seine immer größer werdenden Siedlungsflächen, die den Lebensraum wild lebender Tiere reduzieren und zerschneiden. Folge: wo Menschen sind, ist wenig Platz für wilde Tiere.
    Außer im Zoo. Zoo heißt, wilde und für den Menschen potenziell gefährliche Tiere in die Welt der Menschen zu holen – unter kontrollierten Bedingungen. Holen wir Wölfe in besiedelte Gebiete, so entspräche dies einer Art Zoo – aber nicht einem Mehr an Natur. Wir wollen aber nicht mehr Zoo, sondern mehr Natur.
    Stattdessen sollten wir die menschlichen Siedlungsflächen eindämmen und mehr Korridore zwischen natürlichen Gebieten sowie eine Artenvielfalt fördern.
    Naturschutz kostet Geld und ist kein Selbstläufer. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden, also sollte mit dem vorhandenen Budget ein maximaler Nutzen erzielt werden. Millionen Euros für Schutzzäune sind kontraproduktiv, wenn damit eine einzige Art neu angesiedelt wird. Zudem zerschneiden sie noch mehr die Landschaft; die Ansiedlung des Wolfs könnte sich also negativ auf andere wild lebende Arten auswirken.
    Besser sind Prämien für Flächenstilllegungen oder diverseren Anbau. Ankauf von Flächen, Bau von grünen Brücken für Korridore. Wiederherstellung diverser Lebensräume, denn die Ansiedlung funktioniert nur für Arten in den dazu passenden Lebensräumen.
    Es gibt tausende von tierischen, pflanzlichen oder pilzlichen Arten, die für den Menschen harmlos sind und daher mit einem geringeren Kostenbedarf angesiedelt werden können als die eine tierische Art „Wolf“. Der Wolf – wahrlich ein Prestigeobjekt. Ähnlich wie der Erhalt der Pandas. Statt Milliarden in Zucht und Zoos zu stecken, hätte China mit dem Geld hunderte Quadratkilometer unter Schutz stellen können. Vielleicht wäre der Panda dennoch ausgestorben – aber in den Schutzgebieten hätten tausende andere Arten überlebt, die zwar keinem Kindchenschema entsprechen, aber genauso einzigartig und wertvoll sind.
  • Die Wiederbesiedlung durch den Wolf entfernt die Bevölkerung weiter von der Natur.

    12.10.2017, Ralph-Ole Fannkuck
    Die Wölfe in Italien leben in sehr dünn besiedelten Gebieten wie den Abruzzen. Und ohne Bewaffnung geht dort niemand in den Wald.

    Dazu wird es auch in Deutschland kommen, und das vergisst der Artikel zu erwähnen. Unsere Vorfahren waren nicht dumm sondern haben ihre Lebenswelt sehr genau gekannt. Sie haben sie kennen müssen, um einzig mit dem, was die häufig karge eigene Scholle hergab, überleben zu können. Der Wald wird wieder zu dem unheimlichen Schreckensraum werden, der er vor der Ausrottung des Wolfes jahrundertelang war. Er ist es schon jetzt wieder geworden für die Bewohner von Wolfsgebieten. Ihr Leben ist schwieriger geworden, die Freude am Aufenthalt in der Natur ist Beklommenheit gewichen. Es braucht Überwindung, in den Wald zu gehen, und immer weniger machen es. Freies Spiel gar und Entdecken der Natur durch den Nachwuchs ist undenkbar geworden.

    Die Attraktivität des ländlichen Lebensraumes wird so geschwächt und damit eines der grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft, die Landflucht mit der einhergehenden Verödung ganzer Regionen, weiter verstärkt.

    Und gerade die ökologische Landwirtschaft wird durch den Wolf in besonderem Maße bedroht, da für sie die Weidehaltung von Nutztieren vorgeschrieben ist.

    Im Übrigen hat die Ausbreitung des Wolfes in Deutschland nichts mit Naturschutz im Sinne von Erhaltung oder Reaktivierung naturnaher Lebensräume zu tun. Wölfe sind hoch anpassungsfähig, keineswegs in ihrem Artbestand gefährdet und weltweit überall dort verbreitet, wo sie nicht konsequent bejagt werden.
  • Eukalyptus als Option?

    12.10.2017, WolfgangL.
    Ich erinnere mich an einen Bericht ich glaube auf ARTE, in dem Ökologen in Südost Afrika die Verdrängung von Teilen der einheimischen Flora durch Eukalyptusbäume beklagten. Auch saugten diese das Grundwasser sehr viel schneller auf als andere Arten und förderten dadurch die Aridisierung.

    Weiß da jemand mehr zu?
  • Wann lernen wir endlich?

    12.10.2017, Joeg B.
    Ich werde sicher keine Partei wählen, die nur für einen kleinen Vorteil bereit ist, den Abschuß einer so schönen Tierart freizugeben. In anderen Ländern scheint es auch zu gehen, dass man sich mit den Wildtieren arrangiert. Warum hier nicht?
  • Schön! Und vielleicht ein angenehmer Nebeneffekt der Wirtschaftskrise.

    12.10.2017, Konrad Lehmann
    "Ist aber in unserer kurzlebigen Zeit langweilig, weil die Erfoge Zeit brauchen", schrieb Herr Rott.
    Das bringt mich auf den Gedanken, dass der zunehmende Erfolg von Aufforstungsbemühungen (über den ich als Wald-Mensch mich sehr freue) vielleicht auch eine Folge des seit Jahren niedrigen Wirtschaftswachstums und Zinsniveaus ist.
    Jede Investition wird stets dort getätigt, wo sie die höchste Rendite verspricht. Daher schneiden Investitionen in die Umwelt meistens schlecht ab, weil etwa das Wachstum eines Waldes recht langsam ist und hundert Jahre braucht, ehe man ernten kann. Bei gut laufender Wirtschaft kann man auf andere Weise mehr Profit erwirtschaften - nicht zuletzt, indem man vorhandenen Wald rodet.
    Wenn aber Zinsen und damit Renditemöglichkeiten sich unterhalb der Wachstumsrate des Waldes bewegen - dann lohnt es sich, Bäume zu pflanzen. Es könnte sein, dass wir das gerade erleben.
    Und wenn es endlich gelänge, ein Geld- und Wirtschaftssystem zu etablieren, dass von Wachstumszwang frei ist und auch bei Nullwachstum alle Bedürfnisse erfüllt, dann könnte die kurzsichtige Ausbeutung der Umwelt ganz enden.
  • Ergebnis für Deutschland

    12.10.2017, Christian
    Ich habe mir mal die zur Studie gehörende Excel Datei runtergeladen, um sich die Daten pro Land anzuschauen. Das "Maximum Residue Level (MRL) authorised in the EU" ist unter allen über 200 Werten - neben einmal für Polen - nur für Deutschland (von zwei Proben) über 100% (genauer 104,59%)! Schade... Die Probe kam aus Bayern, soweit ich es sehen kann.
    Stellungnahme:

    Hallo Christian,

    das ist korrekt, die auffälligen Proben stammen aus Deutschland und Polen. Allerdings lassen sich aus der Studie keine Aussagen über die Belastung deutscher Honige ziehen, das war nicht das Ziel der Autoren, dafür hätten sie deutlich mehr Proben pro Region ziehen müssen. Dieses Ergebnis kann also auch zufallsbedingt sein. Vor allem aber haben die Forscher ihre Proben ab dem Jahr 2012 gesammelt, diese beiden Honige könnten also noch aus einer Zeit stammen, als die Benutzung von Neonikotinoiden in der EU noch weniger stark eingeschränkt war. In der Studie fehlen, soweit ich das erkennen kann, Angaben darüber, welche Probe aus welchem Jahr stammt.

    Beste Grüße (und sorry für die späte Antwort)

    jd/Redaktion


  • Tendenziöser Artikel

    12.10.2017, Matthias
    Guten Tag,
    wenn hier noch einmal solch ein tendenziöser Artikel erscheint, der nur die Absicht hat, die AfD in den Dreck zu ziehen, bin ich als Leser von spektrum.de weg.

    Weder in den USA haben „Internet-Bots“ die Wahl entschieden, noch in DE war das der Fall. Niemand wählt eine Partei, weil irgendwo "Internet-Bots aktiv sind", solch ein hirnrissiger Zusammenhang ist doch an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu überbieten.

    Viele Menschen wollen keine Masseneinwanderung von muslimischen Sozialfällen aus aller Welt und die wählen dann AfD, weil das die einzige Partei ist, die das verhindern und auch wieder rückgängig machen will, so einfach ist das.

    Wer da etwas von „Internet-Bots“ faselt, weiß nicht wovon er redet oder derjenige betreibt gezielte Propaganda, mit dem Ziel seine Leser für dumm zu verkaufen.