Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Kinnwachstum

    15.04.2015, O. Meckes
    Ähm. Der Wissenschaftler hat selbst erklärt warum sich unser Kinn ausbildet:

    "Versuchspersonen, die die stärkste Belastung im Kieferbereich zeigten, hatten sogar tendenziell das kleinste Kinn."
    Seit sich homo sapiens domestiziert hat, muss er nicht mehr so viel kauen. Vielkäuer: Kleines Kinn, Gar-Essen- Käuer: Grosses Kinn wegen Nicht-belastung. Oder?
    Ich bin kein Anthropologe, versuche nur zu denken....

    An die Red: Überlegen Sie sich das mit den Freischaltungen der Leserbriefe mal. Wäre einfacher, der Text wurde gleich eingestellt! Dann wird hier vielleicht auch mal ein bisschen diskutiert!
    Antwort der Redaktion:

    Lieber Herr Meckes,

    danke für Ihre Zuschrift. Ihren Einwand halte ich aber für nicht berechtigt. Knochen wächst normalerweise, um einer Belastung zu begegnen - das heißt, an den Stellen, an denen höhere Kräfte auftreten, wird Material angelagert. Nach Ihrer Logik müsste man auch erwarten, dass Menschen ein knöchernes Horn auf der Stirn tragen, da dort ja ebenfalls eine "Horn-Nicht-Belastung" auftritt.

    Mit besten Grüßen, jd/Red

  • *seufz*

    15.04.2015, Ralf
    "Zuerst einmal schmeiße nicht nicht ich die synthetischen Cannabinoide mit klassischem Rauchkraut zusammen. Sie tauchen in meinem Artikel nicht auf."

    Doch, ganz genau das haben sie getan, nur eben unwissentlich. Zitat: "In den letzten fünf bis zehn Jahren haben schwere psychische Probleme und Sucht sehr stark zugenommen". Und genau in den dieser Aussage zugrunde liegende Zahlen tauchen RC auf, denn diese beinhalten eine unbekannte, weil nicht aufgeschlüsselte, Anzahl von Konsumenten von RC.

    Zum EMCDDA Bericht hinsichtlich der Verbreitung: Zunächst gibt er mir hinsichtlich der Relevanz ja gleich im ersten Satz recht: "Synthetic cannabinoids represent the largest group of compounds currently monitored in Europe by the EU Early warning system on new psychoactive substances." Dann umfasst er natürlich nur diejenigen Konsumenten, welche wissentlich RC konsumiert haben. Zunehmend ist minderwertiges (= von sich aus wenig potentes) Marijuana aus Süd-Osteuropan auf dem Markt, welches sich mittels ein paar Gramm pro Kg günstig eingekaufter RC in "Super Skunk" verwandelt und damit im Wert verdoppelt.

    Und selbst von diesen Zahlen ausgehend, sind es ja wohl immer noch unstrittig eine ganze Menge Leute, die dann RC konsumieren. Es gibt wie gesagt Gründe für die Annahme, dass sie sich gehäuft in Gruppen mit ohnehin riskantem Konsumverhalten finden. Diese Substanzen haben unbestritten im Vergleich zu natürlichem Cannabis schwer vorhersagbare und potenziell sehr bedenkliche Wirkungen auf die Psyche selbst gesunder Konsumenten. Das sollte Sie, meine ich, um einiges mehr zum Nachdenken darüber bringen, was nun wirklich den Anstieg der Fallzahlen verursacht hat.
  • Gut noch zu erwähnen

    14.04.2015, Flo
    Eine Studie aus dem Januar 2015 konnte geschrumpfte Hirnstrukturen bei täglichen Konsumenten von Cannabis (Jugendliche und Erwachsene) in früheren Studienergebnissen nicht nachvollziehen, wenn die Gruppe der Cannabiskonsumenten, die auch Alkohol konsumierten berücksichtigt wurde. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25632127

    Im letzten Absatz scheint kurz der Ideologienkampf auf, den man vielleicht etwas herunter brechen sollte.

    Cannabis hat eine Vielzahl von potentiell positiven Wirkmechanismen für Patienten. Dazu gehören nicht nur symptomreduzierende sondern auch zum Teil stressreduzierende Wirkungen.
    Der Alltag von Patienten, die am deutlichsten von Cannabis profitieren ist von ihrer Erkrankung bestimmt; auch eine kurze Phase von (beispielsweise) Schmerzfreiheit wird die Psyche nicht von der Belastung befreien, mit der Krankheit leben zu müssen. Je nach Krankheitsbild kann Stress neue Krankheitsschübe auslösen. Wenn so ein Patient nun in so einer schmerzfreien Phase zur Entspannung Cannabis konsumiert, kann sich das psoitiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Somit ist die "Grenze" für einige Patienten mit ernsten Erkrankungen eben tatsächlich "fließend" was den Gebrauch als symptomreduzierende Medizin und entspannungsfördernde Droge betrifft.

    Wenn man ausschließlich den Missbrauch im Blick hat: bei klassischen Schmerzmitteln wird der in Kauf genommen, und Cannabis ist vergleichsweise nicht als besonders gefährlich einzustufen. Warum also ist es für Schmerzpatienten einfacher an Opiate zu gelangen und diese von den Kassen erstattet zu bekommen?

    Es ist wohl eher so dass die kategorische Illegalität von Cannabis wissenschaftliche Forschungsarbeit weltweit erschwert und die Strafverfolgung neben den Gesunden vor allem diejenigen Menschen schwer trifft, deren Gesundheit wirklich davon profitiert.

    Gerade in Deutschland hat der Staat es dieser Patientengruppe immer schwer gemacht und versucht es heute noch. Erst Gerichtsurteile und Initiativen aus der "Legalisierungsbewegung" haben die Lage für manche Patienten verbessert, wobei sehr davon auszugehen ist, dass noch vielen mehr geholfen werden müsste.
  • Zielführender...???

    14.04.2015, H. Müller
    Zitat:"Weniger Provokation und mehr Realismus für das Machbare anstelle von utopischen Forderungen von wohlhabenden Minderheiten in unserer Gesellschaft halte ich für zielführender."

    Wo ist in Ihren Ausführungen ein Hinweis auf irgendein Ziel? Sie akzeptieren die Dinge so, wie sie sind und genauso, wie sich entwickelten...

    Ihr Einwand, nicht der Landwirt sei es, der die Flächen verkauft, mag ja richtig sein, aber von irgendeinem Landwirt, mtw. pleitegegangen, hat ja der Verpächter diese Flächen. Mag sein, das damit die Landwirte anders als ich es darstellte, raus sind aus der Verantwortung. Sie haben gewonnen.
    Ersatzmaßnahmen: Ja, müssen gemacht werden. Frage ist der ökologische Wert, hier in dem Zusammenhang mit Bestäuberinsekten. Bei mir hier wurden i. A. als Ersatzmaßnahmen Aufforstungen in Ungunstlagen getätigt, mag o.k. sein, fürs Thema Bestäuberinsekten ist es nicht besonders relevant. "An die Natur zurückgegeben" würde ich anders definieren als eine (weitere) Forstplantage, auch wenn sie nicht mehr monokulturell angelegt ist.

    Zitat:"Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt in Deutschland durch das Bundesamt für Verbraucherschutz u. Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Entscheidung zur Zulassung erfolgt nach eigenen Untersuchungen und nicht nach Untersuchungen durch die Pflanzenschutzmittelhersteller, und nur dann, wenn Pflanzenschutzmittel toxikologisch und gesundheitlich unbedenklich für Flora und Fauna sind. ....Übrigens, zuständig für die Bewertung von Pflanzenschutzmittel ist nicht das BVL sondern das Julius Kühn Institut (JKI). Herr Dr. Heimbach..."

    Wie hat man (BVL) die Gruppe der Neonikotinoide untersucht und bewertet?
    Wie ist der derzeitige Erkenntnisstand, auch abseits von BVL und JKI?
    Danke trotzdem für den Link am Ende.

    Auf der Seite des BVL übrigens finden Sie eine neue kurze Ausführung über die Risikobewertung von Pflanzenschutzmittel- Tankmischungen, bzw. darüber wie man gedenkt, irgendwann diese Risiken zu bewerten...

    Sie scheinen zu wissen, wie ich mir Landwirtschaft vorstelle... Ich komme quasi aus dieser und sehe zusätzlich das wirtschaftliche Dilemma von 30/40 ha- Betrieben in einer Gegend, wo die Bodenwertzahlen selbst auf günstigen Flächen kaum die 30 überschreiten. Romantik oder so hat da bei objektiver Betrachtung keinen Platz.

    Aber wenn Sie einen Brunnen hätten wie ich, der Wasser mit 110 mg/l Nitrat liefert und Sie wissen, dass es Anfang der neunziger 35 mg/l waren, dann muss man ganz einfach auf *dumme Gedanken* kommen...

    Wenn wirklich *ökonomische Prinzipien* auch in der Landwirtschaft gelten würden, würde hier in meiner Gegend der Ackerbau sehr viel weniger sein (in den letzten 10 Jahren ausschließlich W-Gerste, Triticale, Mais und Raps, ab und an Weissklee für die Stickstoffbindung, der dann lustigerweise mit Glyphosat abgetötet und eingegrubbert wird) und sich eine eher extensive Tierhaltung empfehlen.
    Warum also wirtschaftet man in quasi Ungunstlagen intensivst, wie ich es mir eigentlich nie vorstellen konnte? Die Subventioniererei in allen Ausprägungen bis hin zu *NAWARO*- Bonus für Biogasanlagen ist schuld. Wesentliche ökonomische Prinzipien sind dadurch einfach ausgehebelt. Für den Bauern/Agarbetrieb mag das gut sein. Für die Umwelt ist es das weniger.

    Der Agrarbetrieb im Ort hat einen Stalldurchschnitt bei Milch von über 10 000 litern/a (350 Kühe). Der Nachbar hat mittels allerlei Innovationen (Embryotransfer u.ä) seinen ø auf fast 12000 gebracht. Spitzenkühe mit über 16000l ... die dann aber auch schon mal zusammenbrechen in der Hinterhand. Einfach so.
    Langgras/heu fressen? Geht nicht bei solchen Tieren, sie würden zulang brauchen... alles häckseln damit die möglichst viel in der begrenzten Zeit fressen können und nur soviel Rauhfutter wie gerade nötig, sonst sinkt die Milchleistung, dafür möglichst viel preiswerten Sojaschrot, den uns letzlich auch die Veganer beschehren, weil er als Pressprodukt bei deren Sojaöl- geschichten überbleibt. (Pieckfeine Ställe, muss man sagen, sauber, luftig ausgeklügelt bis zur automatischen Fellbürste, Transponder zur Erkennung an der Melkanlage usw. ... )
    Aber wo soll das noch hingehen? Das ist doch letztlich auch nur ein *Schweinezyklus*.... Die fallenden Milchpreise scheinen es gerade zu bestätigen.
    Manchmal denke ich, weniger könnte mehr sein. Auch betriebswirtschaftlich.

    Ist aber nur so ein Gedanke. Wir können auch alles so lassen, wie es ist und sagen, wie Sie, das sei *alternativlos*.

    Selbstproduktion von Nahrungsmitteln: Den Luxus leiste ich mir tatsächlich. Fängt bei Bienen an, hört bei Highland- Cattle noch nicht auf...

    Danke für den Austausch.

  • Cannabis, Psychosen und synthetische Cannabinoide

    14.04.2015, Jochen
    Erst einmal möchte ich mich bedanken, dass hier versucht wird, das Thema Cannabis auf Basis wissenschaftlicher Einsichten zu behandeln. Ganz ohne gängige Klisches kommt der Artikel leider doch nicht aus, aber diese wurden in den vorherigen Kommentaren bereits erwähnt.

    Was mich im Zusammenhang mit Cannabis und Psychosen interessieren würde, ist die Prävalenzrate von Cannabiskonsumenten mit Psychosen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Bislang konnte ich nirgendwo eine solche entdecken (und als Wissenschaftler weiß ich eigentlich, wie und wo ich danach zu schauen habe). Einzig Prof. Stöver hat bei einem mündlichen Vortrag diese einmal erwähnt. Quellen konnte ich keine finden.

    Es wäre doch sinnvoll, im Rahmen der öffentlichen Aufklärung zu erfahren, wie hoch die Prävalenzrate von Cannabiskonsumenten mit Psychosen tatsächlich ist, wie sich diese von denen unterscheidet ohne Drogen und wie der Vergleich zu Psychosen durch Alkohol ausfällt. Einfach damit dieses Risiko des Cannabiskonsums auch richtig eingeordnet werden kann. Nach Prof. Stövers Vortrag in Frankfurt bei der Fachtagung zu Cannabis liegt nämlich die Prävalenzrate von Psychosen durch Cannabiskonsum nur geringfügig höher als bei Psychosen ohne irgendeine Substanz und deutlich niedriger als bei Psychosen durch Alkohol - nur, eine Audiodatei von dem Vortrag ist keine belastbare Quelle.

    Dann wäre noch der Unterschied von Psychosen durch natürliches Cannabis und durch syntethische Cannabinoide interessant. Natürliches Cannabis und syntethische Cannabinoide werden zumindest im Suchtbericht der Bundesregierung in einen Topf geworfen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies auch in den Suchtkliniken zu den Psychosen so gehandhabt wird - was wissenschaftlich gesehen, auch im Sinne der Bürgeraufklärung, unsinnig ist.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr gute Frage - wenn ich dazu eine belastbare Zahl hätte, hätte ich sie genannt. Gesucht habe ich.

    Die Diskussion über die synthetischen Cannabinoide hatte ich zwei Kommentare weiter oben schon. Meine These ist, dass die in Deutschland so selten sind, dass sie (noch) keine Rolle spielen. Ich hatte eine Quelle verlinkt, die entsprechende Zahlen enthält.
  • sachlich bleiben

    14.04.2015, alex
    mit flappsigen antworten wirds auch nicht besser.
  • Unwissenschaftlich

    14.04.2015, alex
    Als Uniarbeit haette dieser Text eine negative Benotung erhalten. Warum? Es werden zwar Quellen genannt und diese sind auch an sich OK, nur wird durch die Tendenzioese Formulierung einiger Passagen und Ueberleitungen der Text zu einem Feuilletonstueck. So wird zbbehauptet das Suchtbehandlungen ansteigen, dabei wird aber verschwiegen das viele Staaten heute "Behandlung statt Strafe" praktizieren was die Zahl der Behandlungswilligen beinflusst.

    Ich denke ueber die Passage mit den dummschwatzenden Kiffern muessen wir nicht reden, das war einfach nur BILD Niveau.
    Antwort der Redaktion:
    Uniarbeiten liest ja auch kein Schwein freiwillig.

    In einer Uniarbeit werden übrigens auch korrekte Zitate erwartet. Ich sage das hier völlig zusammenhanglos.
  • Gegenüberstellung

    14.04.2015, Paul
    Ich lese immer wieder Studien über Cannabis und die angebrachte Vorsicht, sowie mögliche Schäden etc.! Ich lese kaum irgendwelche Studien über die Gefahren der Gesellschaftsdroge Nr. 1 -Alkohol! Aber auch ohne Studien und nur aus persönlicher Erfahrung können wohl die meisten hier anmerken, dass Alkohol eine weit aus schlimmere Wirkung auf die Psyche und die fortwährende Gesundheit hat.
    Antwort der Redaktion:
    Natürlich gibt es bei uns auch immer wieder Artikel über die Folgen des Alkoholkonsums, zuletzt im Januar in Gehirn&Geist.
  • Wohlstand für alle?

    14.04.2015, Dominique Boursillon
    "(...) gefährdete Accounts genauer zu beobachten und zu sperren, sobald sich radikale Tendenzen abzeichnen." Nennt man das nicht Zensur? Wenn ich überlege wie sehr Zensurella angefeindet wurde, wegen ihres Vorstoßes Kinderpornographie schwer zugänglich zu machen - und jetzt das? Ist das Prostituieren von Kindern tatsächlich eine (wenn auch abartige) Art von Freiheit, das Abschlachten von Ungläubigen dagegen nicht? Das mag polemisch klingen. Aber in der Geschichte der Menschheit hat noch keine einzige Kultur überlegt, die anderen Menschen in Ihrem Wirkungskreis die elementarsten Grundrechte verwehrt hatte. Anstatt Computerprogramme zu schreiben, die fehlgeleitete Gruppen noch ärger ins Abseitz drängt, sollten wir Gesellschaftsprogramme entwickeln, die Menschen eine würdige Existenz sichern. Das wird gewiss nur auf Kosten unseres Wohlstandes gehen - aber es wird das Überleben unserer Kinder und Enkel sichern!
  • Ceres oder Dawn?

    14.04.2015, Dan
    Erste Daten aus der Nähe des Zwergplaneten Dawn zeigen die bewegte Vergangenheit des Gesteinsbrockens.

    Im Ersten Satz des Artikels ist Ihnen wohl eine Verwechslung unterlaufen, denn der Name des Zwergplaneten lautet Ceres und Dawn ist der Name der Raumsonde.
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank - und mea culpa: Da sind mir im Eifer des Schreibens tatsächlich die Namen durcheinander geraten. Ich bitte dies zu entschuldigen. Ich habe den Fehler verbessert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
  • Bitte mehr Recherche!

    14.04.2015, Ralf
    "Allerdings scheinen mir diese Substanzen im Vergleich zum Naturprodukt mengenmäßig eine nicht allzu große Bedeutung zu haben. Normales Dope ist ja nun nicht so wahnsinnig schwer zu beschaffen und in weiten Teilen Deutschlands für Konsumenten auch wenig riskant - insofern sehe ich nicht, weshalb ein nennenswerter Anteil der Konsumenten ausweichen sollte."

    Einmal ist es für die meisten Konsumenten sehr schwer geworden, ungestrecktes Material zu bekommen. Eine versiegelte Portionstüte mit Aufdruck erweckt da bei manchem Vertrauen. Weiter "punkten" die RC bei vielen erfahrenen Konsumenten auch dadurch, dass sie in Schnelltests nicht nachweisbar sind. Interessant bei gerichtlichen Auflagen (Bewährung z.B.), vor allem aber behördlichen, beim Thema Führerschein. Das sind sehr viele Betroffene, und wer angesichts einer solchen Auflage unter allen Umständen weiter konsumieren will, zeigt erfahrungsgemäß ein eher hochfrequentes und hochdosiertes Konsumverhalten, mindestens korrelierend mit psychischen Auffälligkeiten.

    Und "normales Dope" ist nach wie vor unstrittig illegal, während die Research Chemicals dem BtmG permanent davonlaufen. Kann man sich im Gegensatz zu Marijuana praktisch legal über das Internet bestellen, ein Paypal Account langt. Das macht sie auch interessant für den Neugierkonsumenten, der "sowas" gerne mal probieren möchte. Jemanden ohne jede psychonautische Erfahrung (Alkohol zählt da einfach nicht) auf den Spice Trip zu schicken, hat hoch riskante Potenziale. Alle RC kommen praktisch ungetestet in den Markt. Eine Überdosis mancher RC ist ein relativ sicherer Trip in klinischen Gewahrsam, nicht zuletzt, weil sich - anders als bei THC - die Wirkung praktisch unbegrenzt steigern lässt. Hint: Die üblichen Darreichungsformen begünstigen versehentliche Überdosierungen.

    Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Auftauchen in der populären Presse und den steigenden Fallzahlen... You do the math... Wieviel Evidenz braucht es denn noch, diese Gefahr einerseits ernst zu nehmen, und andererseits nicht dem sprichwörtlich seit Urzeiten bewährten Genussmittel Cannabis zuzurechnen?

    Davon mal abgesehen bittebittebitte endlich aufhören, den Herrn Thomasius als Wissenschaftler ernst zu nehmen. Der ist so eine Art deutsche Version eines Gabriel Nahas, und vertritt Positionen, die ihn einfach disqualifizieren. Ein klein wenig Recherche sollte das überdeutlich machen. Akademische Solidarität in allen Ehren, aber diese Person sollte unbedingt non grata sein.
    Antwort der Redaktion:
    Zuerst einmal schmeiße nicht nicht ich die synthetischen Cannabinoide mit klassischem Rauchkraut zusammen. Sie tauchen in meinem Artikel nicht auf.

    Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu, dass diese Substanzen ein wachsendes Problem darstellen (das man durch Legalisierung von Cannabis umstandslos in den Griff kriegen würde, aber das nur am Rande). Derzeit sind diese Stoffe aber weit seltener als Cannabis.

    Die neueste mir bekannte Quelle ist dieser Bericht des European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, aktualisiert im Mai 2014. Dort heißt es u.a.:

    "From the information that is currently available, it would appear that the prevalence of synthetic cannabinoids in the general population is very low.[...] In Germany, the city of Frankfurt has studied the use of herbal mixtures and ‘Spice’ among students aged 15 to 18 years. They reported lifetime levels of use at 7% in 2009, 9% in 2010, 7% in 2011 and 7% in 2012."

    Entsprechende Zahlen für Cannabis sind in solchen Gruppen weit über 50%.
  • Unterschiedliche Orgasmen bei Männern

    13.04.2015, Matthias Riek
    Bei Männern scheint die Sache einfach, er liefert seinen Samen ab und das war's, zumindest aus evolutionsbiologischer Sicht. Viele Männer sind von diesem Dogma so geprägt, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, etwas anderes für möglich zu halten oder gar es am eigenen Leib zu erforschen. Wenn Männer dies aber doch tun, so kommen sie zu ganz anderen Erfahrungen, wie die Umfrage für unser neues Buch "Lustvoll Mann sein - Expeditionen ins Reich männlicher Sexualität" ergab. 31% der 356 Umfrageteilnehmer geben an, sie kennen viele Arten von Orgasmen, mit und ohne Ejakulation. Im Tantra ist dies seit Jahrtausenden bekannt, wird von der modernen Sexualforschung aber nicht erforscht. Es werden noch nicht einmal die richtigen Fragen gestellt. Wenn Männer von der Pubertät an nichts anderes "trainieren" als Sex mit Ejakulation als Höhe- und Schlusspunkt, ist es allerdings nicht ganz leicht, umzulernen. Wie wir heute wissen: das Gehirn lernt mit, es kann auch in späteren Jahren noch neue Strukturen entwickeln. Warum sollte dies nicht auch für sexuelle Erregungsmuster gelten?
  • viel Wissenschaftliches

    13.04.2015, reini
    so manche Erkenntnis trifft auch den Kern der Sache,einiges aber eben nur auf Vermutungen
    Cannabis wirkt unmittelbar auf den Ist Zustand des Konsumenten,verstärkt meist dessen jeweilige Gefühlslage,löst also Psychosen bei Jenen aus,die schon aus anderen Gründen und Vorgeschichten ihr Seelenleben beinflussten und hier muss man auch zwischen männlichen und weiblichen Konsumenten unterscheiden,da bei weiblichen Konsumenten m.E..eine eher ängstliche herangehensweise eine Rolle spielt,was somit auch oft zu paranoiden Verhalten führt in Zusammenhang damit,dass es kriminalisiert wird
    so meine Erfahrung
  • Unterm Strich nicht hilfreich

    13.04.2015, Fredolin
    Ich schließe mich der Meinung der Vor-Kommentatoren.
    Vor allem möchte ich zu bedenken geben, dass sensationelle, bis zur direkten Falschdarstellung verzerrte Überschriften zwar kurzzeitig Klicks erzeugen (oft auf Kosten anderer Artikel mit seriöser Überschrift), aber mittel- und langfristig dem Journal insgesamt schaden könnten. Ich denke, dies gilt insbesondere für seriöse Zeitschriften.
    Dabei ist es durchaus interessant, dass Milch und Milchprodukte eine schlechtere Klimabilanz aufweisen (können?) als Hühnerfleisch. Dies gehört aber auch in korrekter Form in die Überschrift.

    Welches Futter erhalten Masthühner eigentlich, warum kann man dies nicht für die Mast von Schweinen verwenden, die ja oft als "Allesfresser" betitelt werden?
    Antwort der Redaktion:
    Liebe Kommentarschreiber,

    ich gebe zu, dass die Betitelung vielleicht doch etwas arg überspitzt und verkürzt ist und gelobe Besserung.

    Zu Ihrer Frage: Schweine und Hühner können beide mit Sojaschrot gefüttert werden. Hühnchen verwerten das Futter allerdings deutlich besser, weswegen sie insgesamt gesehen weniger Land für ihre Ernährung verbrauchen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Vom Spektrum bin ich besseres gewohnt...

    13.04.2015, Jöran Kortmann
    Der Autor dieses Artikels beruft sich u.a. auf die Einschätzung politischer Gremien. Er verallgemeinert Extremereignisse in einem Masse das einm guten Wisenschaftler unwürdig ist und ignoriert eine ganze Menge positive Aspekte während negative ausführlich behandelt werden. Der Artikel ist unausgewogen. Sehr Schade.