Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Wagenschieber

    29.07.2017, Anja Völlert
    Zugegeben, ein Gegenbeispiel hat in diesem Fall keine allgemeine Aussagekraft, aber: In meinem Heimatort haben die Supermärkte sehr wohl Leute abgestellt, die nicht nur auf dem Parkplatz, sondern im ganzen Stadtteil herumliefen und Einkaufswagen einsammelten. Sie wurden sogar anders bezahlt als die anderen Hilfskräfte, und wer schon einmal eine meterlange Schlage eineinandergesteckter Wagen vor sich her bugsiert hat, weiß auch warum. Mit der Einführung der Pfandmünze ist dieser Schülerjob größtenteils weggefallen. Der volkswirtschaftliche Schaden wird sich in Grenzen halten, aber die Behauptung, es habe nicht den Beruf des Wagenschiebers gegeben, kann ich nicht bestätigen.
  • "Netter Gott"

    29.07.2017, Stefan Räbiger
    der seinen Anhängern befiehlt die vom anderen Stamm umzubringen, oder gibt es den garnicht und diese kranke Erfindung Gott, wurde dazu benutzt das eigene menschlich verwerfliche Handeln zu bemänteln.
    Was ein Glück das dieses Abschlachten nicht gelungen ist. Dem Wahn der kranken Erfindung eines Allmächtigen sind ja auch heute noch viel zu viele Menschen verfallen und rechtfertigen mit dieser Illusion Mord und Totschlag.
  • Noch eine aufmerksame Leserin

    29.07.2017, Svenna Triebler
    … (und großer Numberphile-Fan) weist euch darauf hin, dass die beiden Herrschaften nicht Mathematiker, sondern Physiker sind. Was erklären dürfte, warum sie so "hemdsärmelig" mit der Sache umgehen. ;)
  • @Krüger: Probleme der Knicklandschaft?

    28.07.2017, SM
    Lieber Herr Krüger, Sie schreiben

    "Ich kenne auch die Knick-Situation in Schleswig-Holstein. Was dort gemacht wurde, das werden die Enkel ihren Großvätern nochmal ganz groß ankreiden. Die Groß- und Urgroßväter waren früher klüger.".

    Könnten Sie das noch einmal genauer ausführen, welche Probleme die Knicklandschaft mit sich bringt?

    Laut einem Bericht [1] des NDR, scheint die Knicklandschaft doch sehr sinnvoll zu sein oder habe ich Sie falsch verstanden?

    [1] http://www.ndr.de/ratgeber/reise/46000-Kilometer-Knicks-in-Schleswig-Holstein,knicklandschaften101.html
  • Traurig

    28.07.2017, Lothar Busold
    Dass wir alle, inklusive der Kanzlerin, von der NSA pausenlos abgehört und überwavcht werden, steht seit Snowden fest. Darüber macht sich kein Mensch mehr Gedanken. Nein, die Russen sind die Übeltäter, auch wenn man ihnen keinen einzigen der Vorwürfe nachweisen kann. Es ist traurig, dass die Spektrum-Redaktion hier nicht ein kritisches Wort fand.
  • 1+2+3+4+5+.... ungleich -1/12 = Zeta(-1)

    28.07.2017, J. Brehe
    Ich halte folgendes Video von MrYouMath zu diesem Thema für sinnvoller als oben gezeigtes.
    https://www.youtube.com/watch?v=wt6ngy6pDws

  • Euler...

    28.07.2017, Henrik
    ... lebte von 1707 bis 1783, also nicht im 19. Jahrhundert.
  • Leaks

    28.07.2017, MarcGyver
    Gerade das Beispiel von Debbie Wasserman Schultz zeigt für mich, dass ein Leak nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Wenn solche Machenschaften wie die gezielte Benachteiligung von Bernie Sanders dadurch aufgedeckt werden, ist das für mich etwas Positives. Der deutschen Regierung ist ja die Privatsphäre der Bürger zugunsten vermeintlicher Sicherheit zunehmend egal (siehe Bundestrojaner, welcher eben nur dadurch funktioniert, dass er Sicherheitslücken offen lässt, aber der und die Gesetze dazu sind ohnehin ein großes Thema für sich), aber da die Politiker ja durch den Steuerzahler bezahlt werden, ist jedes Plus an Transparenz darüber, wie sie ihren Job ausüben, zu begrüßen. Dass sich durch mögliche Leaks das Wahlergebnis merklich beeinflusst, kann ich mir nicht vorstellen, weil die CDU trotz ihrer Handlungen immer wieder so viele Stimmen bekommt. Da scheinen die meisten Leute also vorher eine festgefahrene Meinung zu haben, bei wem das Kreuz am besten aufgehoben zu sein scheint.

    Außerdem hoffe (aber bezweifle) ich, dass die untersuchenden Behörden und Unternehmen vor ihren Äußerungen dazu, von wem die IT-Angriffe vermutlich kommen, die notwendige Sorgfalt haben walten lassen. Ich habe auch keine Ahnung, aus welcher Richtung das vor allem in den letzten 2 Jahren kam, aber bin mir ziemlich sicher, dass verschiedene Hackergruppierungen untereinander schon ganz gut darüber Bescheid wissen, wie die anderen Gruppen agieren und womöglich freiwillig oder unfreiwillig auch Tools der anderen kennen. Deshalb ist es durchaus plausibel, dass da (wie im Artikel auch ganz kurz erwähnt) auch falsche Fährten gelegt werden. Durch mehrfaches Routen etc. sind Sachen wie IPs auch kaum mehr als Kaffeesatzleserei.

    Der Artikel hat auch schon angedeutet, dass das schwächste Glied der Sicherheitskette oft vor dem Rechner sitzt. Bei Sachen wie Spear Fishing will ich gar nicht die "die klicken blöd alles an"-Keule schwingen, weil das teilweise wirklich raffiniert gemacht ist, aber bei Politikern ist es (falls die Sachen, die man an einschlägigen Stellen immer mal liest, nicht alle frei erfunden sind) leider teilweise so, dass sie die durchaus gutmeinenden Admins den Bequemlichkeitswünschen der Benutzer beugen müssen ("Ich will mein Tablet nicht jedes mal mit einem Passwort entsperren müssen!"). Aus genannten einschlägigen Stellen bekommt man übrigens nicht den Eindruck, dass das BSI der Gipfel der Kompetenz in Sachen IT-Sicherheit ist, aber die allgemeinen Sicherheitsunterweisungen für Politiker sind vermutlich sinnvoll. Wie ganz oben erwähnt nicht unbedingt sinnvoll für die gebotene Transparenz ihrer Berufsausübung, aber sinnvoll dafür, dass der Politker als Privatperson seine Privatsphäre besser schützen kann ; )
  • Nicht einverstanden!

    27.07.2017, Sebastian Dilcher, Freiburg
    Dass die Modelle, mit denen wir die Natur beschreiben, zunächst mal Konstruktionen unseres Geistes sind, wird wohl niemand bestreiten. Wenn man darüber hinaus glauben will, dass die Welt wirklich so ist, kann man das ja tun – aber dies als "Realismus" zu bezeichnen und als eine dem Konstruktivismus überlegene Haltung, erscheint mir reichlich abenteuerlich.
    Auch dass es durchaus nicht einfach ist, die Quantenmechanik auf eine reine Teilchenontologie zu gründen, hätte man erwähnen können. Allgemein scheint mir die Haltung des Strukturenrealismus eher zur Vernebelung als zur Erkenntnis beizutragen.
    Stellungnahme:
    Wenn es nicht wahr wäre, dass die Atome gemäß den Gesetzen der Quantenphysik zerfallen, dann würden Atombomben nicht die Wirkung haben, die sie nun einmal haben. Die Bomben hat jemand konstruiert, aber sicher nicht deren Wirkungsweise.

    Michael Esfeld

  • Herrlich diese Amateure als Kommentatoren

    27.07.2017, Biobauer
    1. Wenn man alle Ölheizungen innerhalb eines Jahres verbieten würde und durch Elektroheizungen ersetzen würde, könnte man sich viel Infrastruktur sparen und das Heizöl für Mobilität verwenden. Warum beschließt man das nicht? Ein modernes Haus verursacht vielleicht noch 3 kW Wärmeabgabeleistung. Das wären 2 Heizlüfter aus dem Baumarkt für je 10 Euro. Man macht es nicht, weil dann genau das eintreten würde, was man heuer im Januar 2017 gerade noch so mal abwenden hat können: Europaweite Stromausfälle. Mal googeln.
    2. "Schnelle 11 kW" über Nacht in der Garage würde mit Sicherheit keine Verteilung eines Einfamilienhauses aushalten. Und 20 solcher 11 kW in einem Strang, auch nur für kurze Zeit zusätzlich, und das ist durchaus möglich, verträgt auch kein installierter Trafo.
    3. begreift Herr Müller-Eberstein anscheinend kleine Zahlen schon nicht. 2.000 MW sind mehr als das größte KKW in D mit 1410 MW Nettoleistung. Es geht aber hier nicht um 100.000 KFZ, sondern um 60Mio, also dem 600-fachen.
    4. Herr Delius, es ist in der Tat so, dass z.B. der erste Weihnachtsfeiertag regelmäßig die Netzstabilität herausfordert mit seinen unzähligen Weihnachtsgänsen in den Backröhren. Wenn nun viele E-Mobilbesitzer nach dem Festgottesdienst ihre E-Mobile an die Steckdosen hängen, dürfte sich die Sache mit dem Festtagbraten erledigt haben. Und beten sie beim Gottesdienst, dass es keine -10° C hat, denn dann drehen die Franzosen ihre Eletroheizungen auf und halb Europa versinkt in der Dunkelheit.
    5. Wird immer verschwiegen, wie das Transportgewerbe diese Strommengen händeln soll. 500 Liter Diesel sind keine Seltenheit, was ein LKW am Tag verbraucht. Entspricht ca. 5000 kWh gehen wir davon aus dass el. dafür ca 2.000 kWh benötigt werden und diese innerhalb von 10 Stunden geladen werden sollen, dann muß die Steckdose eine Leistung von 200 kW liefern. Fragen sie mal an bei einem EVU für 5 LKWs. Dann sind sie bereit, ein großes BHKW ins Haus zu stellen, welches mit Diesel läuft. Übrigens: Eine Biogasanlage mit 1MW el. benötigt 500 ha Maisfläche zur Fütterung. Würde im obigen Falle für 10 LKWs reichen!
    6. Wie geht es eigentlich mit der Elektrifizierung der Bahn voran? Dieselloks sind ja dann auch verboten.
    7. Die Atomuboote sind ja auch schon alle ausgemustert, Hype sind ja jetzt LithiumIonen packs zum austauschen. Ist ein Witz! Mich wundert es eh, warum es nach 100 Jahren intensiver Rüstungsforschung bezüglich Unterwasserschleichfahrt keine effektiveren Stromspeicher gibt. Da war ja die Raumfahrt erfolgreicher mit Innovationen.
    8. Ladezeiten werden bei LKWs und Bussen überwiegend nachts durchgeführt, optimal zur Auslastung der Photovoltaik. Da ca. 2/3 der PKW-Neuwagen auf Betriebe zugelassen werden, dürfte sich auch dort die Ladezeit auf die arbeitsfreie Zeit konzentrieren mit überdurchnittlichem Bedarf, wohl wie auch bei der arbeitenden Bevölkerung, die nach getaner Arbeit ihr Auto an die Steckdose der Garage hängen. Meine Schätzung ist dahingehend, dass ca 70% des Stromes über Nacht abgerufen wird. Atomkraft hat eine Wiederbelebung vor sich.
    9. Kupfer wird für eine Elektrifizierung der Welt und für die Elektrifizierung der Mobilität nicht ausreichen. Man wird Kupfer mit Gold aufwiegen.
  • Insektensterben - Ein Thema das doch viele Leute inzwischen interessiert

    27.07.2017, Eckard Krüger
    Hallo Herr Lingenhöhl,

    Ihr Beitrag ist nicht nur für mich interessant gewesen. Inzwischen habe ich von anderen entomologisch interessierten Mitmenschen einige weitere Meldungen und Links auf solche erhalten, die letztlich alle darauf hinauslaufen, dass ETWAS getan werden müsse. Im übrigen schließe ich mich hier den Worten meiner Vorschreiber an. - Ich kenne auch die Knick-Situation in Schleswig-Holstein. Was dort gemacht wurde, das werden die Enkel ihren Großvätern nochmal ganz groß ankreiden. Die Groß- und Urgroßväter waren früher klüger.

    Die Folgen werden speziell auch für die Vogelwelt verheerend sein, und es kann durchaus zu dem kommen, was viele schon länger befürchten: Ein stiller Frühling, oder auf Neudeutsch: A silent spring. - Ich lebe hier seit mehr als 40 Jahren und kenne auch die Vögel, die hier früher kamen. Heute: Wenn der Buchfink (kein Insektenfresser, trotzdem abhängig) auch noch ausbleibt, dann - - - .

    Zu dem Hinweis auf die aerodynamische Form heutiger Fahrzeuge möchte ich nur sagen: Das ist absoluter Blödsinn. Als Fahrer sehe ich doch, wie viel bzw. wie wenig nachts in der Luft fliegt; und ich kann mich erinnern, wie es vor Jahren war.

    Ich bin seit 35 Jahren entomologisch tätig (nur als Hobby, vor allem Nachtfalter) und beobachte m. E. recht gut. Das entomologische Jahr fängt am 1. Januar an und endet am 31. Dezember. Ich glaube, dass ich aufgrund meiner Beobachtungen durchaus in der Lage bin, einen extremen Rückgang (Arten und Individuen) im gesamten Zeitraum feststellen zu können.

    Einen nachdenklichen Gruß
    Eckard Krüger
  • Volle Zustimmung

    27.07.2017, Pollo Asado
    Vielen Dank dem Autoren, Dr. Lingenhöhl.
    Jedem, der mit offenen Augen durch die Natur geht, konnte der Rückgang der Insektenpopulationen auffallen. Die Reaktionstypen sind voraussehbar: die Leugner, die bei der Gelegenheit gleich alles Wissenschaftliche in Zweifel ziehen, und die "Innovativen", für die alles eine Marktlücke ist: in den USA kommen zum Bestäuben teure reisende Sattelauflieger-Trucks voller Bienenstöcke, weil die natürlich vorkommenden Bienen vernichtet wurden, und in Japan entwickelt man Drohnen als Bestäuber ( http://www.zeit.de/digital/mobil/2017-02/bienensterben-drohne-blueten-bestaeuben ). Die "unnützen", weil für Menschen nicht bei erster Ansicht notwendigen Insekten dürfen aussterben, weil es genug Populisten gibt, die die Erforschung von natürlichen Zusammenhängen nicht für nötig halten, da sie ja ohnehin schon aus anekdotischer Anschauung alles wissen.

    Zu Ihrem Beispiel von der nachträglichen Bewertung der Waldsterben-Warnung als Hysterie, weil jenes ja nicht stattgefunden habe, kann ich aus eigener beruflicher Erfahrung ein weiteres beitragen. Genau so wurde nämlich nachträglich die Warnung vor Schäden durch EDV-Fehler beim Jahr-2000-Wechsel als Hysterie abgetan, weil ja kaum solche Schäden eingetroffen seien. Übersehen wurde aber, dass viele Unternehmen Millionen aufgewendet haben, um die Software-Fehler aufzuspüren und rechtzeitig zu beseitigen. Ich selbst habe in Konzernen einige aufwendige Projekte über die gesamten Prozessketten hinweg durchgeführt, in denen wir Datums-bezogene Schwachstellen (nicht nur für den Jahrtausendwechsel) aufgedeckt haben, die die Produktion stillgelegt und/oder eine Fakturierung verhindert hätten. Die Schwachstellen wurden dann beseitigt, so dass die befürchteten Effekte eben nicht mehr auftreten konnten. Die Einen haben sich Neujahr den Schweiß von der Stirn gewischt, während die Anderen posaunten: sehr ihr, es ist nichts passiert, wir haben es ja gewusst, dass das Jahrtausendwechsel-Problem nur ein Fake war.
  • Menge der Pflanzenschutzmittel als Indikator?

    26.07.2017, Harald Müller
    Hallo Herr Lingenhöhl! Sie schreiben:

    "Zuerst wird natürlich auf die Landwirtschaft gedeutet – und das durchaus zu Recht. Zwischen 1995 und 2005 lag der Absatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland konstant bei rund 35 000 Tonnen jährlich – bis 2015 ist er auf 49 000 Tonnen im Jahr angestiegen. Die Mittel werden direkt gegen Schadinsekten eingesetzt oder gegen Unkräuter. "

    Wenn man die Statistik im verlinkten Artikel des Umweltbundesamtes näher betrachtet, fällt auf, dass der mengenmäßige Zuwachs fast ausschließlich auf die "inerten Gase im Vorratsschutz" zurückzuführen ist.
    Welche Auswirkungen diese auf die Biodiversität von Insekten (mal abgesehen von Kornkäfern in Getreidesilos) haben soll, erschließt sich mir nicht.

    Auch sonst ist die Seite des UBA bzw. die Menge der eingesetzten PSM in t keine geeignete Argumentation für die These, die Landwirte seien Mitverursacher. Zu unterschiedlich sind die eingesetzten PSM heute und vor 20..30 Jahren; zu unterschiedlich die Toxizität, die Dosierung und eventuelle Nebenwirkungen. Nur wenige der vor 30 Jahren üblichen PSM sind heute aufgrund ihrer Nebenwirkungen noch erlaubt.


    Übrigens hätte auch ein Hinweis gut getan, dass der Einsatz von Neonicotinoiden in honigenden Beständen - darunter die Hauptanwendungen als Beizmittel in Mais und Raps - seit 2013 nicht mehr zulässig ist. Man sollte meinen, dass dies positive Auswirkungen auf die Insektenwelt haben dürfte?! https://www.agrarheute.com/news/zehn-fakten-neonicotinoiden

  • Schutz der Nacht

    26.07.2017, Sabine Frank
    Vielen Dank für den guten Artikel. Es muss halt auch die Frage gestellt werden, warum denn überhaupt so viele Pestizide ausgebracht werden (müssen). Daneben aber noch folgende Anmerkung. Natürliche Dunkelheit ist ein wesentliches Element funktionierender Ökosysteme. Oft wird vergessen, dass die Gärten sowohl Schlafzimmer als auch Aktionsraum der Natur sind. LEDs in allen Ausführungen erhellen die Gärten auf billige Weise. Auch im öffentlichen Raum kommen zunehmend LEDs mit viel zu hohen Lichtmengen und zu grellen Lichtfarben zum Einsatz. Dass es auch anders geht und damit der Link zu Augsburg ergänzt werden kann, zeigen der Sternenpark Rhön und die Modellregion für nachhaltige moderne (LED) Beleuchtung Fulda. Dort werden sog. amber-LED (bernsteinfarben) in der Straßenbeleuchtung eingesetzt, die dank guter Steuerung bedarfsorientiert geschaltet sind. Das ist ein aktiver Beitrag zum Schutz des nächtlichen Lebensraums. Eigentlich sollte dies flächendeckend geschehen. Nicht auszudenken, wenn all die guten orangen Natriumleuchten (wie in Augsburg) einem Effizienzglauben zum Opfer fallen, der die Siedlungen mit grellen LED noch heller macht. Licht darf nur nach unten strahlen, die Menge sollte gering sein und die Farbtemperatur max. warm-weiß. Weitere Infos und gutes Material zum Verteilen an Entscheidungsträger: www.sternenpark-rhoen.de
  • Ergebnisse nicht schöndeuten

    26.07.2017, Stephan Sandhaeger, Germering
    Die Güte einer Theorie liegt vor allem in ihrer Fähigkeit, überprüfbare Voraussagen zu machen, während die Realität der Terme in dieser Theorie – z. B. die Wellenfunktion eines Elektrons oder die "Person" in der Psychologie – nicht notwendig eindeutig ist und eher für den vereinfachenden Sprachgebrauch oder einen metaphysischen Überbau interessant ist, um den viele Wissenschaftler einen großen Bogen machen – zu Recht, wie ich meine.

    Esfeld nennt mit Objektivität, Einfachheit und und Überprüfbarkeit drei wichtige Eigenschaften von Wissenschaft, idealerweise gehört auch Ergebnisoffenheit dazu. Also Ergebnisse mutig zu ertragen und nicht in eine erwünschte Richtung schönzudeuten. Dagegen verstößt Esfeld leider selbst beim Versuch, den "freien Willen" zu retten: Seine Behauptung, aus einer komplett deterministischen (unitär zeitentwickelnden) atomaren Welt folge keine Determiniertheit unserer Handlungen, ist unbegründet und nicht nachvollziehbar. Aber natürlich kann man sich den Begriff "freier Wille" so zurechtdefinieren, dass er unwiderlegbar wird, etwa als die Tatsache, dass wir zuweilen gemäß unseren Präferenzen handeln oder dass Entscheidungsprozesse im Individuum ablaufen. Wissenschaftlich ehrlicher wäre jedoch, einen weniger narzisstischen oder pastoral verschleiernden Begriff zu verwenden.
    Stellungnahme:
    Die experimentelle Überprüfung einer naturwissenschaftlichen Theorie beruht darauf, dass der Experimentator frei wählen kann, was er misst (seine Fragen an die Natur frei wählen kann) und diese Wahl nicht durch die Vergangenheit des beobachteten Systems bestimmt ist. In dem Artikel wollte ich nur den Punkt herausstellen, dass Gesetze Vorgänge in der Natur repräsentieren (beschreiben), aber nicht diese Vorgänge bestimmen.

    Michael Esfeld