Inzwischen ist aber auch klar geworden, dass das menschliche Genom keineswegs eine schlichte Bauanleitung für unseren Körper ist, die es nur zu entziffern gilt, um sie zu verstehen. Die Analyse erfordert eine Menge an unerwartetem zusätzlichem Forschungsaufwand.
In der Humangenetik herrscht also keine Mangel an spannenden neuen Erkenntnissen und Herausforderung, deren Bedeutung von der Medizin über die Anthropologie bis hin zur Archäologie reicht und potenziell jeden von uns betrifft. Das vorliegende Spezialheft vermittelt einen facettenreichen aktuellen Einblick in dieses höchst lebendige Forschungsgebiet.
Inhaltsverzeichnis
Das Innenleben des Genoms
Im Zellkern wechseln Chromosomen wie auch einzelne Gene ständig ihren Ort. Dieses Umräumen der DNA ist an der Differenzierung von Stamm- in Gewebezellen, aber auch am Entstehen von Krankheiten wie Krebs beteiligt.
Das heimliche Wirken der Pseudogene
Nicht mehr funktionsfähige Genrelikte erzählen von der Vergangenheit. Dabei sind nicht alle wertlose Wracks. Manche scheinen beispielsweise über ihre Zwillingsgene zu wachen.
Schrott-DNA – Mitspieler der Evolution
Mobile DNA-Elemente galten lange als unnütz. Doch nach jüngsten Erkenntnissen beeinflussen sie im Zusammenspiel mit der Umwelt, wie Gene in physische Merkmale umgesetzt werden.
Die Macht der stummen Mutationen
Bisher für belanglos gehaltene "synonyme" DNA-Änderungen entpuppen sich als Auslöser vieler Erbleiden. Damit haben sie große Bedeutung für die Evolution sowie für Medizin und Biotechnologie.
Ererbte Trunksucht
Gene leisten einen wesentlichen Beitrag zum Alkoholismus. Diese Erkenntnis verspricht nicht nur wirksamere Therapien, sondern erlaubt auch gezieltere Vorsorgemaßnahmen.
Der modellierte Patient
Menschen reagieren je nach Veranlagung höchst unterschiedlich auf ein und dasselbe Medikament. Ein persönlicher genetischer Steckbrief wäre für die optimale Therapie daher ideal. Doch welche Risiken und ethischen Probleme birgt er? Um Antworten ringen die beiden Kontrahenten dieses Streitgesprächs.
Die vertagte Revolution
Die Entzifferung des menschlichen Genoms brachte nicht die erhofften raschen Fortschritte bei der Behandlung häufiger Krankheiten. Nun geht es darum, die überraschend komplexe Funktionsweise des Erbguts zu ergründen.
Was macht(e) den Menschen zum Menschen?
Mit der Sequenzierung ganzer Genome erschließen sich einzigartige Möglichkeiten, mehr über den Menschen und seine Stellung in der Natur zu erfahren. Zugleich winkt die Chance – oder Versuchung – zu künstlichen Verbesserungen unseres genetischen Erbes.
Genspuren der Menschheitsgeschichte
Potenziell krank machende Mutationen, die der Mehrzahl ihrer Träger Vorteile bringen, ermöglichen Rückschlüsse auf die Herkunft und einstige Wanderung von Bevölkerungsgruppen.
Evolution auf der Kriechspur
Viele neu wirkende genetische Varianten in einzelnen Populationen sind in Wahrheit schon ziemlich alt. Offenbar passt sich unser Erbgut in der Regel nur sehr langsam an veränderte Umweltbedingungen an.
Im Dickicht der Stammbäume
Modelle zur Vererbung kultureller und familiärer Merkmale enthüllen, wie eng wir Menschen miteinander verwandt sind. Herkömmliche Ansichten über Abstammungslinien erweisen sich als überholt.
90 Seiten, ISBN 978-3-943702-05-7, € 8,90




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