In Krisenregionen werden immer öfter ferngesteuerte Flugkörper eingesetzt. Solche Drohnen können Gegner nicht nur aufspüren, sondern auch mehr oder weniger gezielt umbringen. Nach Schätzungen der New America Foundation, einer regierungsnahen US-Denkfabrik, haben allein in Pakistan rund 300 Drohneneinsätze seit 2004 zwischen 1785 und 2771 Menschen getötet. Die meisten seien militante Aufständische gewesen, heißt es. Wie die "Kollateralschäden" erfasst wurden, bleibt allerdings zweifelhaft (Science 336, S. 842 – 843, 2012).

Für die angreifende Seite hat die ferngesteuerte Kriegführung nichts als Vorteile. Die Piloten sitzen ungefährdet in der Nähe ihres Wohnorts, lenken eine tausende Kilometer entfernt operierende Drohne per Satellit vom bodengestützten Cockpit aus und kehren nach getaner Arbeit heim zu Frau und Kindern. Militärpsychologen zufolge leiden sie – ganz anders als Veteranen des Afghanistan- und Irakkriegs – nicht häufiger an posttraumatischem Stress als die Zivilbevölkerung.

Doch wie erlebt die andere Seite den Drohnenkrieg? Offenbar gibt es darüber noch keinerlei Forschung. Das scheint mir – ganz abgesehen von den humanitären Aspekten – schon unter rein konflikttheoretischen Gesichtspunkten ein Manko zu sein, das den Sinn solcher Robotereinsätze in Zweifel zieht…