Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Zu genau? - Zur Definition des Parsec

    20.11.2014, Dr. Georg V. Zemanek, Schwäbisch Gmünd

    Leider ist das mit dem Parsec nicht so einfach wie Holger Nielsen es in SuW 12/2014 auf Seite 10 darstellt. Der von der IAU 2012 in Peking vereinbarte Wert beträgt AE = 149 597 870 700 Meter [2]. Herr Nielsen verwendet einen auf ganze km aufgerundeten Wert. Durch diese Rundung entsteht ein Fehler in der Größenordnung von 6*10E-11. Mit dem wird dann der Parsec-Vorschlag auf mm genau bestimmt. Das wäre auf jeden Fall zu verändern - wenn man denn keine weiteren Genauigkeitsüberlegungen anstellt.

    Der Wikipdia-Artikel zur Astronomischen Einheit erläutert sehr gut, dass die Astronomische Einheit gar kein so genauer Wert ist. Sie wurde mit unterschiedlichen Ephemeriden bestimmt und man muss auch noch darauf achten, welche Zeit man verwendet. Gegenüber der TDB (Baryzentrischen Dynamischen Zeit) hat die SI-basierte AE einen noch größeren Fehler von 10E-9. Alle von Holger Nielsen angeführten unterschiedlichen Rechenwege für das Parsec (Tangens, Sinus oder Winkelgröße direkt) haben untereinander Differenzen bei etwa 10E-11. Diese sind also kleiner als der Fehler, der beim Übergang von der TDB zur UTC (die man für SI verwenden müsste) entsteht.

    Das dürfte auch der Grund sein, weshalb die Astronomische Einheit und das Parsec nicht genauer bestimmt werden. Mit einem Parsec von 30,856776 Billionen Kilometer [1] dürfte der Genauigkeitsrahmen von Bestimmung und Messung für das Parsec bestens erfüllt sein. Wer ein Parsec genauer bestimmen will, muss erst noch dazu sagen, mit welcher Zeit er arbeiten will, sonst entsteht eine Scheingenauigkeit, und das kann nicht der Sinn einer Definition sein.

    Referenzen: [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Parsec;
    [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Einheit.
  • "Reality TV" - Rosetta und die "Privaten"

    15.11.2014, Thomas Bernhard Schwalke, Düdelingen (Luxemburg)
    Die Landung der Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, wurde, nachdem sie jahrelang durch unser Sonnensystem geflogen ist, zu meiner Freude live auf 3SAT ausgestrahlt. Dass eine Sonde in einer Entfernung des 3,5 fachen Sonnen-Erdabstandes, mit einer 'Verspätung' von vielleicht einigen MINUTEN! haargenau aufsetzt, ohne Schaden davon zu tragen, ist eine Meisterleistung der ESA!
    Während einiger Interviews im Laufe der Sendung, schaltete ich kurz auf andere Sender um. Weder wurden die "so wichtigen Koch-shows" oder andere "Reality TV" Sendungen unterbrochen, noch andersartige Mitteilungen, wie zum Beispiel Einblendungen eines Textes mit den Neuigkeiten, ohne Sendeunterbrechung gemacht!
    Auch wenn die Funksignale der Sonde uns erst nach 28 Minuten erreichten, war diese Darbietung doch mehr "Reality TV" als der Schmonzes den wir tagtäglich vorgesetzt bekommen!
    Man kann froh sein, überhaupt noch einige wissenschaftliche Sendungen im Fernseher zu Gesicht zu bekommen!
    Da hat die Privat-Fernsehlandschaft mal wieder eine gute Gelegenheit verschlafen, ihr triviales Programm zu verbessern.
  • Wie alt ist das Universum?

    15.11.2014, Gerhard Goßler, Teisnach
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    meine Frage an Sie lautet. Das heutige Universum ist 13,8 Milliarden Jahre alt. In der Sterne-und Weltraumzeitung Ausgabe 5/2014 steht bei Leser Fragen-Experten antworten (S.10) "Galaxien am Limit - diskrepante Entfernungen" dass die Galaxie (z8_GND_5296) eine Rotverschiebung von z=7.51 besitzt. Die heutige Entfernung wird mit rund 30 Milliarden Lichtjahren angegeben. Wie kann eine Galaxie 30 Milliarden Lichtjahre entfernt sein, wenn das Universum 13,82 Milliarden Jahre entfernt ist und nichts schneller als die Lichtgeschwindigkeit ist? Mir ist auch die Formel nicht bekannt wo die Entfernung der Galaxie von 30 Milliarden Lichtjahren auf 18 Milliarden Lichtjahre verkürzt wird.



    Gerhard Goßler, Teisnach

    Antwort der Redaktion:

    Die Antwort lautet sehr einfach und - besonders für physikalisch Vorgebildete! - zugleich sehr überraschend: Weil sich das Universum mit Überlichtgeschwindigkeit ausdehnt.

    Dieser scheinbare Widerspruch zur Speziellen Relativitätstheorie wird in den vier Artikeln aufgeklärt, die in der von Herrn Goßler angeführten "Expertenantwort" aus SuW 5/2014 zitiert werden. Eine noch schönere Darstellung des Sachverhalts "Expansion mit Überlichtgeschwindigkeit" findet sich in Spektrum der Wissenschaft, Mai 2005 (Artikel von Charles H. Lineweaver und Tamara M. Davis). Es wäre nicht sinnvoll, diese Erklärung in einer Leserbriefantwort zusammenfassen zu wollen.

    Eine geschlossene Formel, die den Unterschied zwischen den zitierten 30 Milliarden Lichtjahren und den zitierten 18 Milliarden Lichtjahren darstellt, gibt es leider nicht - wie in der "Expertenantwort" aus SuW 5/2014 bereits ausgeführt wird.
  • Ok Zeit fuer ein Crowdfounding

    10.11.2014, Michael Ortmann
    Ares Mining Corp. Wir brauchen Raumtransporter, ne Mine und nen Massebeschleuniger, dann kann in 60 Jahren der Herr Schwarzenegger vorbeikommen und alles kaputtmachen.
    Wer macht mit?
    Antwort der Redaktion:
    Ich fürchte, Herr Schwarzenegger wird nicht mehr in Person dort marodieren können, aber im Prinzip gefällt uns die Idee.
  • Gratulation

    01.11.2014, N. Rainer
    Super Foto! Toll erwischt die ISS vor dem Mond, noch dazu so schön gestochen scharf. Gefällt mir sehr gut!
  • Rotverschiebung / Entfernung

    16.10.2014, Andy Wilke

    Sehr geehrter Herr Kaminski,

    ersteinmal vielen Dank für die ausführliche Antwort weiter oben. Ich habe dazu noch eine Frage. Sie schreiben, das Universum war bei Aussendung des Lichtes drei Milliarden Jahre alt, die Entfernung zu dem Galaxienhaufen aber 5,7 Milliarden Lichtjahre. Bedeutet das, dass der Galaxienhaufen außerhalb der Hubblesphäre lag (aber noch innerhalb der Photonsphäre)?

    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Leser,

    ich bin mir nicht sicher, was Sie in dem Zusammenhang unter "Photonsphäre" verstehen, doch versuche ich, Ihre Frage zu beantworten.

    Ja; die Galaxie (der Haufen) bei z = 2,2 befand sich bei Aussendung des Lichts außerhalb der so genannten Hubble-Sphäre. Diese gibt zu einer gegebenen Zeit die Entfernung an, ab der sich Objekte wegen der Ausdehnung des Universums mit einer Geschwindigkeit von uns entfernen, die die Lichtgeschwindigkeit übersteigt. Das bedeutet aber nicht, dass das Licht uns nicht hätte erreichen können. Eine Grenze dafür ist in diesem Zusammenhang der so genannte Teilchenhorizont - und innerhalb diesem befand sich die Galaxie zur Zeit der Lichtaussendung noch.

    Wegen der Expansion des Raums rücken aber im Verlauf der Zeit alle Galaxien nach und nach hinter diesen Horizont, so dass wir ihre Entwicklung nach diesem Zeitpunkt niemals werden beobachten können.

    Adrian Kaminski

  • Kommafehler?

    16.10.2014, Thomas Pruß

    Sehr geehrter Herr Kaminski,

    ist Ihnen bei der Altersangabe des Galaxienhaufens ein Kommafehler unterlaufen? Sollte es sich bei der Entfernungsangabe um 1,8 Milliarden Lichtjahre statt 18 Milliarden Lichtjahre handeln? Denn das Weltalter selbst beträgt doch "nur" rund 14 Milliarden Jahre.

    Beste Grüße

    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Leser,

    vielen Dank für den Hinweis. Die Angabe von 18 Milliarden Lichtjahren als aktuelle Entfernung zur Galaxie ist jedoch wegen der Ausdehnung des Universums richtig.
    Siehe die Antwort der Redaktion auf den Leserbrief von F. Apfelbaum weiter oben.

    Adrian Kaminski

  • Spinnennetzgalaxie MRC 1138-262

    15.10.2014, Frank Apfelbaum
    Eine Entfernung von 18 Milliarden Lichtjahren für die Spinnennetzgalaxie muß ein Irtum sein, denn auf der selben Seite wird richtigerweise erwähnt: Nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren hatte es 400 bis 500 Millionen Jahre gedauert, bis die Bedingungen im Kosmos die Bildung der ersten Sterne zuließen.
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Leser,

    Ihr Einwand wirft ein interessantes Thema auf. Würden wir in einem statischen Universum leben, dann wäre der Sachverhalt einfach und Ihre Anmerkung korrekt. Allerdings dehnt sich unser Universum aus. Das heißt, dass sich die Spinnennetz-Galaxie, seit sie das Licht aussandte, das wir heute beobachten, weiter von uns entfernt hat.

    Im Rahmen des kosmologischen Standardmodells lassen sich die hier entscheidenden Größen berechnen. Eine Rotverschiebung von z = 2,2 impliziert eine Lichtlaufzeit von rund 10,7 Milliarden Jahren. Das bedeutet, dass das Universum zu jener Zeit 3 Milliarden Jahre alt war. Die damalige Entfernung zu der Galaxie entsprach rund 5,7 Milliarden Lichtjahren. Im Verlauf der letzten 10,7 Milliarden Jahre, als das Licht zu uns unterwegs war, vergrößerte sich der Abstand aber, so dass die heutige Distanz zu der Galaxie eben den im Artikel erwähnten 18 Milliarden Lichtjahren entspricht. Diese aktuelle Entfernung wird auch als "mitbewegte Distanz" bezeichnet.

    Tatsächlich wird die Expansion des Universums oft unterschlagen, wenn Entfernungsangaben im Kosmos gemacht werden. Daher ist es notwendig, immer klar zu definieren, auf welche zeitliche Epoche sich eine Distanzangabe bezieht.

    Die Ausdehnung des Universums zieht auch nach sich, dass der heutige Durchmesser des sichtbaren Kosmos etwas mehr als 90 Milliarden Lichtjahre beträgt. Das ergibt sich, wenn man die Rekombinationsphase im frühen Universum und die Abstrahlung der kosmischen Hintergrundstrahlung als beobachtbare Grenze annimmt. Die Hintergrundstrahlung weist eine Rotverschiebung von rund z = 1091 auf. Daraus ergibt sich wiederum eine mitbewegte Entfernung von rund 45,5 Milliarden Lichtjahren. Sie entspricht dem Radius des sichtbaren Universums.

    Adrian Kaminski

  • Pulsare als ultrahelle Röntgenstrahler: Funktioniert es vielleicht so?

    09.10.2014, Ulrich Heemann, Ronnenberg
    Es ist denkbar, dass sich Lasereffekte einstellen, wie sie schon in anderen Gaswolken gefunden wurden. Durch Stimulierte Emission stellt sich ein natürliches, mehr oder weniger einphasiges Strahlungsfeld ein. Ein solches Feld sollte nach meiner Erwartung beschleunigungsfrei oder zumindest beschleunigungsarm sein. In einer solchen Scheibe, die den Saturnringen vergleichbar wäre, sollte ein solches Strahlungsfeld gerade in radialer Richtung (einwärts wie auswärts) besonders intensiv sein, was im Gegensatz zur unterstellten Wirkungsweise nach Eddington wäre. Dass diese Strahlung dennoch nicht zwingend monochromatisch wäre, liegt daran, dass in hoch ionisierten Atomen viele und insbesondere auch sehr breite Strahlungsbänder vorliegen können. Aufgrund der eigenen Energieabstrahlung wäre damit sogar ein Rückstoß in Richtung auf den Pulsar gegeben. Die Eddington-Grenze wäre spielend zu überwinden.
    Antwort der Redaktion:
    Es ist denkbar. Jedoch müssten quantitative Untersuchungen konkrete Laseratome identifizieren - und dann nachrechnen, dass die unter diesen Bedingungen tatsächlich funktionieren.

    Herrn Heemanns Vorschlag geht in dieselbe Richtung wie die beiden im Artikel schon angedeuteten Ideen (die ebenfalls noch quantitativ ausgearbeitet werden müssen bevor man sie als Theorie zur Erklärung der Überleuchtkraft betrachten kann). Die einzigen wesentlichen Annahmen bei der Berechnung der Eddington-Grenze sind die (ungefähre) Kugelsymmetrie des Licht-emittierenden Systems und die Annahme, dass die Strahlung das System nicht auseinandertreibt - dass es also im Wesentlichen stationär ist. Generell ist deshalb die Annahme einer starken Abweichung von der sphärischen Symmetrie - z.B. Abplattung, Strahlbildung, kleinskalige Klumpigkeit des Mediums usw. - der einzige Ausweg aus einer Verletzung der Eddington-Grenze.

    Insbesondere ist der Vorschlag von Herrn Heemann eine Konkretisierung der zweiten Idee, nämlich einer Bündelung der Strahlung in Richtung zum Beobachter.

    Die andere Möglichkeit, die Eddington-Grenze unwirksam zu machen, nämlich dass ein System eben doch von der Strahlung auseinandergetrieben wird, kennt man z.B. aus Nova- und Supernova-Explosionen.

    U. Bastian
  • 10 Milliarden Jahre alte Weiße Zwerge?

    08.10.2014, Florian
    Sehr interessanter Artikel. Der letzte Absatz hat bei mir jedoch Fragen aufkommen lassen: Da Weiße Zwerge stellare Nachfolgeobjekte sind, müssten diese bereits zuvor einen rund acht bis zehn Milliarden Jahre – ungefähr der Lebenszyklus unserer Sonne, die auch eines Tages zu einem Weißen Zwerg werden wird – langen Lebenszyklus als "gewöhnliche" Sterne durchlebt haben. Somit können sie - wenn man das Alter des Universums von etwa 13,8 Milliarden Jahren berücksichtigt - höchstens rund 3,8 bis 5,8 Milliarden Jahre als Weißer Zwerg existiert haben. Jedoch werden in der Simulation etwa zehn Milliarden Jahre veranschlagt, damit ein Weißer Zwerg so viel Wasserstoff durch Kometeneinschläge ansammeln kann, dass es mit den beobachteten Mengen übereinstimmt. Kann es überhaupt schon zehn Milliarden Jahre alte Weiße Zwerge geben?
    Antwort der Redaktion:

    Sehr geehrter Leser,

    die Frage, die Sie aufwerfen, ist berechtigt und interessant zugleich. Mit dem Alter der Weißen Zwerge ist das so genannte Kühlalter gemeint – also die Zeit, die vergangen ist, seit der Stern seine Hülle abgeworfen hat und seinen Kern freigelegt hat. Somit ist es richtig, dass dieses Alter zusammen mit der Lebenszeit des Vorläufersterns nicht das Alter des Universums übersteigen kann. Nun ist es aber so, dass Sterne unterschiedlich lange ihre Zeit als "gewöhnliche" Hauptreihensterne im hydrostatischen Gleichgewicht, bei dem die Fusionsprozesse im Zentrum sie gegen einen Kollaps stabilisieren, verbringen. Mit höherer Masse steigt auch der Druck im Zentrum, und um dem entgegenzuwirken, verbraucht der Stern seinen Wasserstoffvorrat schneller. Diese Energie muss auch abgestrahlt werden, weswegen auch die Leuchtkraft von Sternen mit der Masse ansteigt. Da die Menge des Brennstoffs, der für die Fusionen genutzt werden kann, mit der Masse wächst, lässt sich auch die Lebenszeit von Sternen in Abhängigkeit ihrer Massen abschätzen. Näherungsweise lässt sich sagen, dass die Dauer des zentralen Wasserstoffbrennens umgekehrt proportional zur 2,5-ten Potenz der Sternmasse ist. Somit sinkt die Lebenszeit von Sternen mit steigenden Massen vergleichsweise schnell. Für einen Stern mit der doppelten Sonnenmasse ergibt sich bereits eine Lebensdauer, die nur noch rund 17 Prozent der Lebensdauer der Sonne entspricht. Veranschlagt man rund elf Milliarden Jahre für die Sonne, so sind das bereits weniger als zwei Milliarden Jahre. Bei Sternen mit der achtfachen Sonnenmasse sind das bereits nur noch rund 60 Millionen Jahre. Wie man daran sieht, können heute beobachtete Weiße Zwerge durchaus diese hohen Alter aufweisen, obwohl eine obere Massengrenze für ihre Vorläufersterne nicht ganz klar zu ziehen ist. Sie liegt wohl irgendwo zwischen acht und zehn Sonnenmassen.

    Des Weiteren sollte noch erwähnt werden, dass die Autoren der vorgestellten Studie nicht im Prinzip zehn Milliarden Jahre veranschlagt haben. Es ging ihnen darum, die Frage zu beantworten, ob der Mechanismus in der Lage ist, den mit dem Alter ansteigenden Wasserstoffgehalt zu erklären – also auch für deutlich jüngere Objekte. Die angesprochenen zehn Milliarden Jahre sollen dabei helfen, die Größenordnungen einzuordnen, und nähern sich hierbei sogar eher der oberen Grenze an.

    Adrian Kaminski
  • Netter Artikel :)

    20.09.2014, R. Poettmann
    ... auch da ich im Moment 3-fach an der Sonne interessiert bin.

    Zum ersten ist die Sonnenbeobachtung auch mit kleinen und also preiswerten Teleskopen möglich, die einzige vernünftige Astronomie die man hier im Großstadtbereich durchführen kann.
    Mit einem Fernglas mit selbstgebasteltem Sonnenfilter (Basis Baader Sonnenfolie zusammen mit einer stützenden Struktur aus einer Tiefkühlpackung Spinat, dazu einem selbst gebastelten Zitterreduzierer (Prinzip Erhöhung des Trägheitsmomentes) kann man schon sehr gut die vorhandene Fleckenaktivität beobachten.

    Zweitens denke ich über die Anschaffung eines 90mm-Refraktors nach, gedimmt mit der erwähnten Folie, der auch einen Binokularaufsatz bekommen soll (bin neben dem deutlich größeren Erlebnis beidäugigen Sehens auch ein Fan von menschlicher Benutzerfreundlichkeit).

    Drittens: nach dem Betrachten der superschönen Farben des Sonnenspektrums in einem aus Papier gefertigten Handspektroskop, von Astromedia für 9€ - man kann damit auch Fraunhofersche Linien erkennen und messen - will ich eine Lampe anfertigen, die dieses Spektrum im Großformat an die Wand oder Decke projiziert, auch z.B. als Antidepressionslampe. Schönheit ist ja eines der Kennzeichen der "Schöpfung".

    Das alles könnte auch diverse Jugendliche mal für die Natur interessieren.
  • Eine besondere Doktorarbeit über das Zodiakallicht

    07.09.2014, Michael Opsölder
    Vielleicht ist es für manchen Leser interessant zu wissen, dass es eine Doktorarbeit über die Radialgeschwindigkeit des Zodiakalstaubs durch die Messung der Dopplerverschiebung der Fraunhoferlinien des von ihm reflektierten Lichts gibt, deren praktische Arbeit bereits Anfang der 1970er Jahre begann. Diese Arbeit mit dem Titel "Radial Velocities in the Zodiacal Dust Cloud" wurde dann 2006 nach mehr als 30 Jahren Pause wieder aufgegriffen und 2007 fertiggestellt. Der Grund dafür war, dass ihr Autor als Gitarrist der Band "Queen" einfach zu stark eingespannt war: Brian May.
  • Wie geht das?

    07.09.2014, Liane Mayer
    "In anderen Fällen würde es nie Nacht, weil stets eine Sonne scheint.": Also, das kann ich mir nicht vorstellen! Damit es "nie Nacht" würde, müsste ein Planet doch ständig zwischen zwei wenigstens annähernd scheinbar gleich hellen Sonnen sein. Wie soll das aber gehen? Umkreist er eine der beiden Sonnen, so gibt es sicher einen Zeitpunkt, wo vom Planeten aus gesehen die andere Sonne in Konjunktion mit der "Hauptsonne" steht, und dann wird es auch Nacht. Umkreist er beide, so stehen sie sowieso hauptsächlich gleichzeitig am Himmel (oder eben nicht). Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass er eine Achterbahn fährt und um beide Sonnen abwechselnd "kreist", gibt es immer wieder Situationen, wo beide gleichzeitig im Blickfeld sind und damit auch Nacht möglich wird.
    ich frage mich übrigens schon lange, wie das letztere Szenario sich auf den Planeten auswirken würde: Da müsste es ja z. B. krasse jahreszeitliche Unterschiede geben, da einmal beide Sonnen relativ nahe sind und dann wieder nur eine, während die andere weiter weg ist. Dazu kommen noch Gezeiteneffekte, die vermutlich auch stark spürbar wären und den Planeten vermutlich sogar aufheizen würden, oder?
    Antwort der Redaktion:
    Frau Mayer hat vollkommen Recht.
    U.B.
  • Modell-(Un-)Abhängigkeit der Parallaxenmethode

    02.09.2014, Frank Wappler
    Adrian Kaminski schrieb (29.08.2014):
    > Für die Abstandsbestimmungen kam die Parallaxenmethode [
    http://www.spektrum.de/lexikon/physik/parallaxe/10888 ] zum Einsatz [... die] auf keinen physikalischen Modellen basiert, sondern lediglich einfachste trigonometrische Gesetzmäßigkeiten ausnutzt.


    Trifft das auch auf das physikalisch-geometrische Modell zu, dass sich die fraglichen Abstände (einschl. erforderlicher Abstände zwischen Enden von "Basislinien") ausgerechnet unter Ausnutzung der einfachsten trigonometrischen Gesetzmäßigkeiten (also wohl der ebenen bzw. Euklidisch-flachen Geometrie) ermitteln ließen?
    Antwort der Redaktion:

    Wenn man für die Hipparcos-Datenauswertung eine euklidisch-flache Geometrie benutzt hätte, dann wäre in der Tat etwas Falsches herausgekommen. Das war den beteiligten Astronomen aber schon im Vorfeld klar, und deshalb haben sie von vornherein die wohlbekannte nach der Allgemeinen Relativitätstheorie anzunehmende gekrümmte Geometrie des physikalischen Raums zur Anwendung gebracht.

    Und sie konnten den Spieß sogar umdrehen: Wenn diese Geometrie nicht korrekt wäre, dann hätten die Hipparcos-Rohmessungen in der Auswertung nicht richtig zusammengepasst. Anders gesagt: Es wären Widersprüche zwischen den Messungen aufgetreten. Das ist der Hintergrund der von Hipparcos vorgenommenen Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie. Siehe dazu auch den Leserbrief von Herrn Orlov vom 31.8. und meine Antwort dazu.

    Ulrich Bastian
  • Hipparcos und Allgemeine Relativitätstheorie

    31.08.2014, Walter Orlov
    Und nicht vergessen, noch die hochgenaue "Bestätigung" Allgemeiner Relativitätstheorie zu revidieren:

    "...Hipparcos . Dieser hatte die Aufgabe, die Position von 118’000 Sternen (bis zur Grössenklasse 12.5) hochgenau zu vermessen... Damit konnte er über den ganzen Himmel hinweg die Prognosen der ART mit einer Genauigkeit von etwa 0.3 % bestätigen"
    http://www.relativity.li/de/epstein/lesen/i0_de/i2_de/

    Nun darf jetzt diese Genauigkeit wohl von 0.3% auf 10% wachsen oder ;)
    Antwort der Redaktion:

    Nein, von der Debatte um die Parallaxe (Entfernung) der Plejaden ist der restliche Hipparcos-Katalog nicht betroffen. Insbesondere gilt das für die Bestätigung der Allgemeinen Relativitätstheorie durch die Hipparcos-Messung der relativistischen Lichtablenkung im Schwerefeld der Sonne.

    Für Einzelheiten siehe meine Antwort auf den Leserbrief von Herrn Weigelt vom Vortag (30.8.)

    Ulrich Bastian
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