Lesermeinung - Sterne und Weltraum

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  • Eine besondere Doktorarbeit über das Zodiakallicht

    07.09.2014, Michael Opsölder
    Vielleicht ist es für manchen Leser interessant zu wissen, dass es eine Doktorarbeit über die Radialgeschwindigkeit des Zodiakalstaubs durch die Messung der Dopplerverschiebung der Fraunhoferlinien des von ihm reflektierten Lichts gibt, deren praktische Arbeit bereits Anfang der 1970er Jahre begann. Diese Arbeit mit dem Titel "Radial Velocities in the Zodiacal Dust Cloud" wurde dann 2006 nach mehr als 30 Jahren Pause wieder aufgegriffen und 2007 fertiggestellt. Der Grund dafür war, dass ihr Autor als Gitarrist der Band "Queen" einfach zu stark eingespannt war: Brian May.
  • Wie geht das?

    07.09.2014, Liane Mayer
    "In anderen Fällen würde es nie Nacht, weil stets eine Sonne scheint.": Also, das kann ich mir nicht vorstellen! Damit es "nie Nacht" würde, müsste ein Planet doch ständig zwischen zwei wenigstens annähernd scheinbar gleich hellen Sonnen sein. Wie soll das aber gehen? Umkreist er eine der beiden Sonnen, so gibt es sicher einen Zeitpunkt, wo vom Planeten aus gesehen die andere Sonne in Konjunktion mit der "Hauptsonne" steht, und dann wird es auch Nacht. Umkreist er beide, so stehen sie sowieso hauptsächlich gleichzeitig am Himmel (oder eben nicht). Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass er eine Achterbahn fährt und um beide Sonnen abwechselnd "kreist", gibt es immer wieder Situationen, wo beide gleichzeitig im Blickfeld sind und damit auch Nacht möglich wird.
    ich frage mich übrigens schon lange, wie das letztere Szenario sich auf den Planeten auswirken würde: Da müsste es ja z. B. krasse jahreszeitliche Unterschiede geben, da einmal beide Sonnen relativ nahe sind und dann wieder nur eine, während die andere weiter weg ist. Dazu kommen noch Gezeiteneffekte, die vermutlich auch stark spürbar wären und den Planeten vermutlich sogar aufheizen würden, oder?
  • Modell-(Un-)Abhängigkeit der Parallaxenmethode

    02.09.2014, Frank Wappler
    Adrian Kaminski schrieb (29.08.2014):
    > Für die Abstandsbestimmungen kam die Parallaxenmethode [
    http://www.spektrum.de/lexikon/physik/parallaxe/10888 ] zum Einsatz [... die] auf keinen physikalischen Modellen basiert, sondern lediglich einfachste trigonometrische Gesetzmäßigkeiten ausnutzt.


    Trifft das auch auf das physikalisch-geometrische Modell zu, dass sich die fraglichen Abstände (einschl. erforderlicher Abstände zwischen Enden von "Basislinien") ausgerechnet unter Ausnutzung der einfachsten trigonometrischen Gesetzmäßigkeiten (also wohl der ebenen bzw. Euklidisch-flachen Geometrie) ermitteln ließen?
    Antwort der Redaktion:

    Wenn man für die Hipparcos-Datenauswertung eine euklidisch-flache Geometrie benutzt hätte, dann wäre in der Tat etwas Falsches herausgekommen. Das war den beteiligten Astronomen aber schon im Vorfeld klar, und deshalb haben sie von vornherein die wohlbekannte nach der Allgemeinen Relativitätstheorie anzunehmende gekrümmte Geometrie des physikalischen Raums zur Anwendung gebracht.

    Und sie konnten den Spieß sogar umdrehen: Wenn diese Geometrie nicht korrekt wäre, dann hätten die Hipparcos-Rohmessungen in der Auswertung nicht richtig zusammengepasst. Anders gesagt: Es wären Widersprüche zwischen den Messungen aufgetreten. Das ist der Hintergrund der von Hipparcos vorgenommenen Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie. Siehe dazu auch den Leserbrief von Herrn Orlov vom 31.8. und meine Antwort dazu.

    Ulrich Bastian
  • Hipparcos und Allgemeine Relativitätstheorie

    31.08.2014, Walter Orlov
    Und nicht vergessen, noch die hochgenaue "Bestätigung" Allgemeiner Relativitätstheorie zu revidieren:

    "...Hipparcos . Dieser hatte die Aufgabe, die Position von 118’000 Sternen (bis zur Grössenklasse 12.5) hochgenau zu vermessen... Damit konnte er über den ganzen Himmel hinweg die Prognosen der ART mit einer Genauigkeit von etwa 0.3 % bestätigen"
    http://www.relativity.li/de/epstein/lesen/i0_de/i2_de/

    Nun darf jetzt diese Genauigkeit wohl von 0.3% auf 10% wachsen oder ;)
    Antwort der Redaktion:

    Nein, von der Debatte um die Parallaxe (Entfernung) der Plejaden ist der restliche Hipparcos-Katalog nicht betroffen. Insbesondere gilt das für die Bestätigung der Allgemeinen Relativitätstheorie durch die Hipparcos-Messung der relativistischen Lichtablenkung im Schwerefeld der Sonne.

    Für Einzelheiten siehe meine Antwort auf den Leserbrief von Herrn Weigelt vom Vortag (30.8.)

    Ulrich Bastian
  • Frage zu den anderen Sternen

    30.08.2014, Gert Weigelt, Dresden
    Haben nur die Plejaden den durch die Messung verursachten Entfernungsunterschied oder betrifft das womöglich den gesamten Sternenkatalog?
    Wenn man mit einem erdgroßen Radioteleskop die Entfernungen der Sterne so genau vermessen kann, wozu braucht man noch die Satelliten?
    Antwort der Redaktion:

    Zur ersten Frage:

    Der Hipparcos-Katalog hat kein generelles Problem bei den gemessenen Parallaxen. Das ist durch eine Vielzahl von Anwendungen bestätigt worden. Diese umfassen z.B. andere Sternhaufen, Cepheiden, RR-Lyrae-Sterne, die Hauptreihe der sonnennahen Sterne im Hertzprung-Russell-Diagramm, die wenigen Sterne der Magellanschen Wolken und so weiter.

    Insbesondere zeigen auch andere Sternhaufen (Hyaden, Coma-Haufen, UMa-Haufen, Praesepe) keine Diskrepanz zwischen Hipparcos und anderen Entfernungsbestimmungen. Diese anderen Haufen sind aber alle viel älter als die Plejaden. Also sind entweder die jungen Plejaden doch physikalisch nicht so gut verstanden wie man denkt, oder Hipparcos hat dort - und nur genau dort - ein Messproblem.

    Gaia wird die Frage nach der Ursache der Diskrepanz in der Plejaden-Distanz abschließend beantworten.

    Zur zweiten Frage:

    In mühsamer, sehr aufwendiger Messarbeit mit jeweils mehreren der richtig großen Radioteleskope der Welt sind vier Parallaxen gemessen worden. Hipparcos hat in einem vergleichbaren Zeitraum 120 000 Parallaxen gemessen, Gaia wird das selbe für hunderte von Millionen Sternen tun. Das ist der große Unterschied zur erdgebundenen Arbeit.

    Ulrich Bastian
  • Paarinstabilitätssupernova: Lustiger Effekt

    22.08.2014, Mathias Völlinger, Rastatt
    "Während der Endphase des Heliumbrennens in ihrem Kern führen hohe Dichten und Temperaturen zu Energien, bei denen sich Photonen, die zu einer gewissen Stabilisierung des Körpers beitragen, in Elektron-Positron-Paare umwandeln können. Wegen des fehlenden Strahlungsdrucks fällt dann der Stern unkontrolliert in sich zusammen."

    Licht kann also auch einem Phasenübergang unterliegen. Wenn Druck und Temperatur stimmen, "kondensiert" das Licht zu Materie. Der Druck ist dann plötzlich weg.
    Antwort der Redaktion:
    Ein richtiger Phasenübergang im Sinn der Thermodynamik ist das nicht, aber Herr Völlinger hat insofern Recht, dass sich ein solcher für den Stern ganz genauso "anfühlen" würde. Der Druck ist plötzlich weg. So, wie Wasserdampf bei Abkühlung zu Wasser kondensieren kann, und dann bei minimalem Druck auf einem Tausendstel des vorherigen Dampfvolumens aufbewahrt werden kann. Der Stern kollabiert tatsächlich wie eine dampfgefüllte heiße Plastikflasche oder Blechdose, die man abkühlt. Siehe z.B. https://www.youtube.com/watch?v=JsoE4F2Pb20

    Es handelt sich bei der Paarinstabilität nicht um einen richtigen Phasenübergang, weil das Ergebnis nicht ein neuer stabiler Zustand des Materials ist. Das Neue ist ein zusätzlicher Prozess - nämlich die Zerstrahlung und Wiedererzeugung von Elektron-Positron-Paaren, mit deren Hilfe sehr viel Energie direkt aus dem stellaren Kern entfernt werden kann. Die Energie wird von den dabei entstehenden Neutrinos weggetragen, und dieser Energieverlust - nicht ein neuer stabiler Zustand des Materials - ist es, was den Druckabfall und damit den Kollaps bewirkt.

    U.B.

  • Lagunennebel (Leserbild)

    21.08.2014, Richard Hellenthal, Weilerswist
    Spitzenmäßig!
  • Wow!

    21.08.2014, An Ra
    Einfach eine Super-Aufnahme!
  • NGC 4631 Fabian Neyer

    21.08.2014, Peter Riepe
    Fabian Neyer ist sicherlich einer der weltweit genauesten und gründlichsten Astrofotografen. Er liefert nicht nur "pretty pictures" (was im Prinzip mit guter Hard- und Software jeder könnte), sondern macht sich auch über die korrekt kalibrierte Darstellung des astronomischen Backgrounds intensive Gedanken. Daraus könnten viele andere lernen …
  • Rolle des zentralen Schwarzen Lochs (Sagittarius A*) bei der Entwicklung der Milchstraße

    20.08.2014, Michael Bartokos, Wien
    Im Artikel "Die Sternenscheibe unserer Milchstraße" aus SuW 9/2014 wird die Entwicklung unserer Galaxie durch Einteilung der Sterne in Untergruppen beschrieben. Was mich jedoch mehr interessiert ist, welche Rolle das Supermassereiche Schwarze Loch (Sagittarius A*) im Zentrum bei der Entstehung spielt.
    Antwort der Redaktion:
    Nach allgemeiner Auffassung spielt das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße für die Entstehung und Entwicklung der Milchstraßenscheibe keine Rolle: Sein direkter gravitativer Einfluss reicht nur wenige Lichtjahre weit, während die Scheibe mehr als hunderttausend Lichtjahre Durchmesser besitzt. Auch die Masse von 3-4 Millionen Sonnenmassen ist gegenüber den 60 Milliarden der Scheibe vernachlässigbar winzig, ebenso seine Energie-Erzeugung.

    Zwar versteht man die Entstehung der zentralen Schwarzen Löcher in den Galaxienzentren noch nicht wirklich, aber es ist ganz stark anzunehmen, dass deren Entstehung und Entwicklung eine Folge der Galaxienbildung und -entwicklung ist, und nicht umgekehrt.

    Das gilt grundsätzlich auch für Galaxien mit sehr viel massereicheren zentralen Schwarzen Löchern. Allerdings kann es in solchen Systemen zu späten Rückwirkungen des Schwarzen Lochs auf die Gesamtgalaxie kommen: Materie-Einfall kann dort zeitweise so viel Energie freisetzen, dass die resultierenden Strahlungen und Masseausströmungen die Galaxie teilweise "umrühren".
  • Das heiße Herz des alten Mondes: Und die Vergangenheit?

    18.08.2014, Heinrich Sauer, Wesel
    Der Mond entfernt sich ja sehr langsam von der Erde. Im Rückschluss heißt dies, dass er in der Vergangenheit der Erde näher war. Das hat(te) Auswirkungen auf Gezeitenkräfte und Rotationsdauer der Erde. Wie hoch war in der Vergangeheit die 'Walkarbeit' und wurde der Mond dann nicht stärker aufgeheizt? Muss die Geschichte des Mondes neu geschrieben werden (erkaltete Oberfläche 3 Milliarden Jahre alt)?
  • Ein sehr schönes Bild

    17.08.2014, Norbert
    Ein Lob an den Fotografen zum Bild vom Zirrusnebel.
  • Freeware "Das Planetarium 1900-2100", SuW Juli 2014, Seite 74

    17.08.2014, Thomas Bernhard Schwalke, Dudelange (Luxemburg)
    Ich habe das Programm, nachdem ich Ihren Bericht in der Zeitschrift gelesen habe, heruntergeladen und installiert. Da das Programm kostenlos ist, hatte ich keine großen Erwartungen. Ich war aber sehr überrascht, als ich bemerkte, wie einfach das Programm zu bedienen ist.
    Ich empfehle dieses wirklich interessante, bedienerfreundliche Programm jedem angehenden Amateurastronomen und besonders Kindern!
  • Erstaunlich tolle Farben

    17.08.2014, Swekat
    Es ist großartig, dass du mit deiner Ausrüstung solche detailreichen Fotos zustande bekommst - ich bin sehr beeindruckt. Die Farbexplosion ist genial.
  • Cirrus-Nebel.

    17.08.2014, Dieter Hundertmark, Zülpich
    Dieser Nebel ist die Krönung. Mit die beste Aufnahme, die ich von ihm gesehen habe.
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