Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Cassini lebt!

    27.04.2017, Tilmann Denk
    Nachtrag vom 27. April 2017, 8:56:34 Uhr MESZ: Die Funkverbindung zu Cassini kam wie geplant zustande. Cassini hat den ersten Durchflug zwischen Saturn und seinen Ringen überstanden! Die Datenübertragung beginnt.
  • Mehr oder weniger postfaktisch: FAKE NEWS von Ernst Peter Fischer

    24.04.2017, Karl Mistelberger, Erlangen
    Der Essay von Ernst Peter Fischer erregte schon beim ersten diagonalen Überfliegen mein Misstrauen, was mich dazu veranlasste seine Anmerkungen zu Millikan genau zu lesen. Tatsächlich stellt Fischer sehr sportliche Behauptungen auf:

    - "Als sich im frühen 20. Jahrhundert der Physiker Millikan an seine erwähnten Messungen machte, da war die Elementarladung der Materie zunächst nur ein Wunschkind seiner Fantasie."

    Während meines Studiums der Physik von 1969 - 1974 lernte ich, dass Thomson 1897 die von Stoney bereits 1874 aufgestellte Hypothese der Existenz von Elementarladungen bestätigte und 1906 dafür den Nobelpreis für Physik erhielt. Anlässlich des Essays von Fischer habe ich mich der Mühe unterzogen, die beiden Originalveröffentlichungen von Millikan durchzulesen und finde bestätigt was ich seinerzeit gelernt habe: Millikan geht es nicht darum, die Existenz von Elementarladungen nachzuweisen, sondern deren Größe möglichst präzise zu bestimmen.

    - "Um daraus etwas Faktisches zu machen, publizierte Millikan nicht sämtliche Messungen, die er unternommen hatte. Er veröffentlichte nur, was ihm gepasst und gefallen hat ..."

    Diese Behauptung stellt Fischer ohne weitere Belege für deren Richtigkeit in den Raum. Tatsächlich hat sich David Goodstein in "In Defense of Robert Andrews Millikan" sehr ausführlich mit dieser Frage beschäftigt und kommt zu dem Ergebnis, dass Millikan sehr gute Gründe für das Weglassen von Punkten hatte ("Of the remaining 75 or so, he chose 58 for publication. Millikan’s standards for acceptability were exacting").

    - "Hätte Millikan tatsächlich all seine Daten präsentiert, hätten die Fakten nicht so schnell erkennen lassen, dass es eine Elementarladung gibt."

    Mit dieser Behauptung bestätigt Fischer, was er mit seinen ersten beiden
    Behauptungen sagen möchte. Tatsächlich gibt es aber wegen der Faktenlage
    keinen vernünftigen Grund für diese beiden Behauptungen.
  • Zu M78 und NGC 2017

    12.04.2017, Wolfgang Quester, Esslingen
    das Bild gefällt mir sehr gut. Besonders interessant finde ich auch die gute Wiedergabe von McNeils Nebel. Dieser kometarische veränderliche Nebel, entdecktvon Jay Mc Neil, einem Astroamateur, leuchtet im Licht eines jungen Sterns bei dessen Ausbrüchen und ist demzufolge nicht immer sichtbar.

    Beste Grüße

    Wolfgang Quester
  • VLBI bei Millimeter Wellenlängen, wissenschaftliches Auswertezentrum in Bonn

    08.04.2017, Thomas Krichbaum
    Seit Mitte der 1980er Jahre wird die Erforschung Schwarzer Löcher am Max- Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn betrieben. Das MPIfR betreibt das Global Millimeter mm-VLBI Array (http://www.mpifr-bonn.mpg.de/div/vlbi/globalmm/) und ist seit den ersten 1mm VLBI Test am Event Horizon Teleskopes (EHT) beteiligt. Nach den durchgeführten VLBI Beobachtungen werden die Daten des EHT an den VLBI Korrelatoren des MIT in Boston und des MPIfR in Bonn ausgewertet. Die beiden Korrelatoren in Boston und in Bonn teilen sich dabei die Arbeitslast. Die Daten des GMVA werden z.Z. ausschliesslich in Bonn korreliert.
  • Ende der Cassini Mission

    07.04.2017, Gerd Winkler, Cottbus
    Guten Tag

    Vielen Dank für den großartigen Beitrag zum Ende der Cassini Mission. Schade, dass es zu Ende geht. Eine Frage bleibt: Wäre es nicht möglich gewesen, die Sonde so zu lenken, dass sie ein Teil des Ringsystems wird? Dann hätte sie noch so lange Daten und Fotos schicken können, wie die Nuklearbatterien Energie liefern.
    Antwort der Redaktion:
    Auch in diesem Falle wäre es nicht auszuschließen gewesen, dass die Sonde langfristig durch gravitative Bahnstörungen oder die Kollision mit einem anderen Ringkörper oder Meteoriten auf einen der möglicherweise belebten Saturnmonde gestürzt wäre und diesen hätte biologisch verschmutzen können.

    U.B.
  • Abdrängen durch Gravitation?

    05.04.2017, Gerd Hoffmann, Halle
    Vielleicht habe ich ja ein falsches Verständnis für Gravitation, aber wie können bitte Gasriesen Objekte "abdrängen"? Sie müssten sie doch eigentlich eher anziehen bei geringerer Distanz.
    Antwort der Redaktion:
    Ganz richtig, sie ziehen diese Objekte an. Aber solche Anziehung kann durchaus zum Abdrängen nach außen im Sonnensystem führen. Dieser Effekt tritt nicht nur natürlicherweise auf, sondern wird in der wissenschaftlichen Raumfahrt sogar technisch genutzt: Durch nahe Vorbeiflüge an Erde oder Venus werden Raumsonden nach "draußen" zu Jupiter, Saturn oder Pluto "gekickt", die sonst mit heutigen Raketen gar nicht erreichbar wären.
    U.B.
  • Offene Frage

    04.04.2017, Ulrich Heemann, Ronnenberg
    Die genannten Ergebnisse sind keine wirkliche Überraschung, sondern werden schon lange vermutet. Wenn hier aber wirklich der Prozess nun besser verstanden sein sollte, so muss er auch erklären, warum die der Sonne doch viel näher stehende Erde davon nicht in diesem Ausmaß betroffen ist - und viel mehr noch die heiße Venus. Nicht der Prozess scheint mir das wissenschaftliche Problem, sondern der Unterschied für die genannten Planeten.
    Antwort der Redaktion:
    Es sind mindestens zwei wichtige Unterschiede: Die wesentlich geringere Masse, und das fehlende Magnetfeld.

    U.B.
  • Runaway Freezer mit Kipp-Punkt

    02.04.2017, Stefan Thiesen, Selm
    Eine Bestätigung des schon lange (z.B. von Tobias Owen) angenommenen "Runaway Freezer" Effektes, bei dem am Ende die wärmenden Rückkopplungen zusammenbrechen. Auch in der Atmosphäre bei gemäßigten Temperaturen vorhandene Wasserdampf, das stärkste aller Treibhausgase, unterliegt der Photodossoziation, und abgespaltener Wasserstoff entweicht schon aufgrund der geringen Schwerkraft des Mars ins All. Mehrere Effekte greifen ineinander: Photodissoziation durch solare UV Strahlung spaltet Moleküle in leichtere Moleküle auf. Da der Mars kein schützendes Magnetfeld besitzt "bläst" der Sonnenwind die Atmosphäre nach und nach davon. Die Atmosphäre kühlt aus, und kälteres Gas kann weniger Wasserdampf halten. Regen, womöglich stark kohlensäurehaltig, geht auf dem Planeten nieder. Sauerstoff und CO2 werden in Gestein gebunden. Irgendwann ist ein Kipp-Punkt erreicht, an dem die Temperaturen immer weiter abnehmen, bis schließlich ein Zustand erreicht ist, an dem praktisch kein Wasserdampf mehr in der Atmosphäre vorhanden ist und alles Wasser und CO2 nur noch chemisch gebunden und als ewiges Eis vorliegen. Das ist der heutige Zustand. Der Erde droht das Gegenteil: das Runaway Greenhouse.
  • Kann man Apollo Landemodule/Autos mit dem Deep Sky Network "sehen"?

    01.04.2017, Peter Gärtner, Duisburg
    Im Beitrag "Ein Weltensplitter, der Asteroid 2017 BQ6" wird erwähnt, dass auf den mit der 70-Meter-Antenne des Deep Sky Networks gemachten Bildern des o.g. Asteroiden Details mit 3,8 Metern zu erkennen sind. Die Entfernung betrug die 6,6-fache Distanz Erde-Mond.
    Wäre es so nicht möglich, die Apollo-Landemodule bzw. -Autos von der Erde aus zu "sehen", zumal diese sich wegen ihrer metallenen Beschaffenheit mit Radar gut vom Mondboden unterscheiden lassen sollten?
    Antwort der Redaktion:
    Ich denke nein, würde mich aber von Experten auf dem Felde durchaus korrigieren lassen. Die hohe Auflösung der Radar"bilder" von erdnahen Kleinplaneten ist keine Winkelauflösung im Sinne eines üblichen Bildes. Bei diesen "Bildern" ist die senkrechte Koordinate die Laufzeit der Radarwelle von der Antenne zum Objekt und zurück. In dieser Richtung wird tatsächlich eine räumliche Auflösung von wenigen Metern erreicht - aber nicht in einer üblichen Bildebene quer zur Blickrichtung, sondern parallel zu der Blickrichtung des Beobachters. Und es gibt nur Information von der "Vorderseite" eines reflektierenden Objekts. Eine Kugel wäre also zum Beispiel nicht von einer langen in Blickrichtung stehenden (und vorne abgerundeten) Stange unterscheidbar, auch nicht von einer Halbkugel.

    Die waagrechte Koordinate ist in Wahrheit keine räumliche, sondern eine Geschwindigkeits-Koordinate. Sie repräsentiert die Frequenzverschiebung durch den Dopplereffekt. Sie lässt sich bei einem rotierenden Körper grob in eine räumliche Querkoordinate übersetzen (nämlich orthogonal zur Blickrichtung und zur Projektion der Rotationsachse auf die Himmelskugel). Aber wirklich nur grob!

    Wenn der Körper rasch genug rotiert, dann kann in dieser seltsamen Koordinate tatsächlich eine Auflösung erreicht werden, deren räumliches Äquivalent einigen Metern entspricht. Wenn er dagegen nicht rotiert, oder die Richtung der Rotationsachse nahe der Blickrichtung des Radarsystems liegt, dann gibt es überhaupt keine räumliche Auflösung. Dann entartet das Radar"bild" zu einem ausdehnungslosen senkrechten Strich.

    Nun aber zum Mond:

    Zwei Punkte sprechen dagegen, dass Apollo-Objekte auf dem Mond mit Radar zu erkennen wären. Erstens rotiert der Mond vom Radarsystem aus gesehen nicht - wegen seines gebundenen Umlaufs. Damit bleibt nur die Tiefenauflösung (senkrechte Achse der Radar"bilder") um überhaupt Einzelheiten unterscheiden zu können. Und hierbei kommt der zweite Punkt in's Spiel: Bei der selben Entfernung (Tiefenkoordinate), in der die wenige Quadratmeter großen Apollo-Objekte von der Radarantenne stehen, liegen stets auch viele, viele Quadratkilometer der Mondoberfläche. Das Signal von dem winzigen technischen Objekt geht einfach in der Reflexion des riesigen natürlichen Himmelskörpers unter. Die Fläche, die ein Radioteleskop von der Erde aus mit einem optimal gebündelten Strahl auf dem Mond "ausleuchtet", liegt bei Hunderttausenden von Quadratkilometern!

    Dieses Problem gibt es bei dem einsam im Weltraum schwebenden winzigen Asteroiden 2017 BQ6 selbstverständlich nicht.

    U. Bastian
  • Dynamik der Dunklen Materie in der galaktischen Frühzeit

    30.03.2017, Gert Weigelt
    Vielen Dank für die Antwort. Diese beruht offenbar auf Erklärungen, wie man sie auch beim Bullet-Cluster antrifft und wodurch dieser als "Beweis" für Dunkle Materie herhalten muss. Es macht wenig Sinn, darüber zu streiten, solange die Natur der Dunklen Materie nicht aufgeklärt ist oder bis die der Dunklen Materie zugeordneten Phänomene anderen Ursachen zugeordnet worden sind.
    Eine ausführlichere Darstellung der Dynamik von Galaxien und Materieverhalten in galaktischer Frühzeit in einem der nächsten Spektrum-Hefte wäre sehr hilfreich.
    Vorerst freue ich mich, dass Spektrum der Wissenschaften zunehmend auch über alternative Ideen berichtet - wie in Heft 4 demnächst.
  • War die kleinere Galaxie vielleicht mal größer?

    29.03.2017, Friedrich Gebhardt, Bonn
    Könnte es sein, dass die kleinere Galaxie einst viel größer war und bei früheren beinahe-Begegnungen beider Galaxien ihre Scheibe verloren hat?
  • Sonnenbrand auf Pluto

    28.03.2017, MarcGyver
    "Dabei werden kurzwellige Spektralbereiche herausgefiltert und nur das langwelligere blaue Licht gestreut."
    Es kommt natürlich darauf an, mit was man vergleicht, aber in dem für solche Bilder relevanten Spektralbereich ist blau dann doch eher kurzwellig ; )
    Antwort der Redaktion:
    Vielen Dank für den Hinweis - Sie haben völlig recht. Und ich dachte eigentlich auch, dass ich das vor dem Publizieren noch korrigiert gehabt hätte. Aber das war wohl ein Vorfeierabendirrtum.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Lingenhöhl
    Redaktion Spektrum.de
  • Hier gibt es ein kurzes Video dazu:

    17.03.2017, Axel Krüger, Heidelberg
  • Unklares Mondphänomen (Heft 4/2017)

    17.03.2017, Egbert Romich, Geesthacht
    Bei dem Mondkrater mit dem dunklen Rechteck handelt es sich um den Krater Maurolycus und nicht, wie in der Antwort zum Artikel von Herrn Tietze, um Bailly.

    Viele Grüße
    Egbert Romich
    21502 Geesthacht
    Antwort der Redaktion:
    Herr Romich hat Recht. Bailly war ein Fehler von mir.
    U. Bastian
  • Kaum Dunkle Materie in frühen Galaxien: Was verstehe ich falsch?

    16.03.2017, Gert Weigelt, Dresden
    Ist die Dunkle Materie nicht zwingend in der Anfangsphase des Universums erforderlich? Die Galaxien konnten sich ohne Dunkle Materie nie so schnell und wahrscheinlich gar nicht herausbilden und und und ...
    Dass die Dunkle Energie ein Volumeneffekt ist und mit der Zeit erst eine bedeutende Größe erhält, die in Zukunft alle anderen Materieanteile gegen Null drücken wird, ist mir klar. Aber woher kommt die Dunkle Materie, wenn sie bei sehr frühen Galaxien noch nicht vorhanden war? Über eine Aufklärung würde ich mich freuen.
    Antwort der Redaktion:

    Zu Herrn Weigelts erster Frage: Ganz richtig, die Dunkle Materie muss von Anfang an dagewesen sein, sonst gäbe es Galaxien erst viel später (und und und ...)

    Zu Herrn Weigelts zweiter Frage: Der zitierte Artikel bedeutet nicht, dass die Dunkle Materie damals nicht vorhanden gewesen sei. Was er genau besagt: Die Dunkle Materie war zur damaligen Zeit in den Innenbereichen von Galaxien noch nicht so stark konzentriert wie heute. Anders gesagt: In der Frühzeit der Galaxienentwicklung ist die normale Materie offenbar schneller in die (von der Dunklen Materie erzeugten!) anfänglichen gravitativen Potentialmulden hineingefallen oder -gerieselt als die Dunkle Materie.

    Das ist angesichts der Eigenschaften der beiden Materialien auch durchaus plausibel: Reibung hilft bei der Kontraktion von gravitierenden Systemen ganz gewaltig, und die gibt es nach den gängigen physikalischen Vorstellungen bei der normalen Materie zwar in Hülle und Fülle, bei der Dunklen Materie aber so gut wie gar nicht.

    U.B.
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