Lesermeinung - Sterne und Weltraum

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  • Unvorstellbar

    15.09.2013, Bernd Parey
    Für mich ist und bleibt es nicht vorstellbar, das alles, was es im Universum gibt, aus einem einzigen kleinen Punkt gekommen sein soll.
    Bei dieser unendlichen Weite des Alls mit seinen unendlich vielen Sonnen, Galaxien u.s.w. - wie soll das möglich sein ?
    Antwort der Redaktion:
    Das ist genau die Frage, die die Physiker mit ihrem in dem Artikel beschriebenen Denk- und Rechenansatz zu beantworten suchen - auch die Frage, ob es denn im Widerspruch zur Quantenmechanik ein "Punkt" oder doch eher ein andersartiger, aber sehr kleiner Anfang gewesen ist.

    Auf jeden Fall besagt die heutige Expansion des von uns überschaubaren Universums, dass es früher kleiner war als jetzt. Aus der kosmischen Hintergrundstrahlung wissen wir, dass sein Volumen sogar einmal weniger als ein Milliardstel des heutigen betragen haben muss. Und aus der kosmischen Häufigkeit gewisser leichter Elemente können wir erschließen, dass es zur Zeit von deren Bildung sogar noch weitere unglaubliche 19 Zehnerpotenzen kleiner war.

    Was davor war, das ist weniger sicher. Aber wir würden es gerne wissen.

    U.B.
  • Gravitation

    13.09.2013, Mathias Völlinger
    Vom solaren Standpunkt aus wird für Voyager natürlich noch sehr lange das solare Gravitationspotenzial dominieren. Davon spürt Voyager in ihrem Bezugssystem allerdings nichts, da sie sich ja in freiem Fall befindet. Daher unterscheidet sich für Voyager die Sonne qualitativ in nichts mehr von anderen Sternen, wenn die Heliosphäre überwunden ist. So gesehen hat Voyager jetzt wohl wirklich das Sonnensystem verlassen.
  • Medialer Mechanismus - zu: „Exoplaneten – Eine Spurensuche“ von Lisa Kaltenegger SuW 9/2013

    12.09.2013, Norbert Gregor Günkel, Wartenberg
    Ich stimme Thomas Eversberg (Leserbrief vom 11.9.) in seiner kritischen Betrachtung zu. Die Medienwelt funktioniert seit etwa 30 Jahren nur noch mit vermeintlich populären Stichworten ("Leben im All", "zweite Erde"). Und Wissenschaft generell steht in der Versuchung, diese Stichworte mit mehr oder weniger zweifelhaften Inhalten zu füllen. Denn: Die Wissenschaft will (und sollte auch) in die Medien, aber die bestimmen zu sehr, mit welchen Inhalten. Aus vielerlei Gründen (zum Beispiel wegen der Finanzierung) braucht die Wissenschaft die Öffentlichkeit. Und der Weg dorthin führt über die stichwortgesteuerten Medien, die gar zu gerne auf grandiose Simplifizierungen zielen. Vielleicht auch deshalb, weil den Wissenschaftlern keine sach- und fachkundigen Redakteure mehr gegenübersitzen. Fachmagazine wie SuW sollten diese Mechanismen des Medienmarkts mit mehr Distanz sehen.
  • „Exoplaneten – Eine Spurensuche“ von Lisa Kaltenegger SuW 9/2013

    11.09.2013, Dr. Thomas Eversberg, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Bonn
    Dieser Artikel aus erster Hand über ein spannendes Forschungsfeld ist bezüglich der untersuchten Physik hochinteressant. Es lohnt sich, die wissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen zu verinnerlichen. In dieser Hinsicht bleibt dem Artikel nichts hinzuzufügen. Allerdings fällt auf, dass in beinahe allen entsprechenden populären Publikationen das Thema "zweite Erde", "Leben im All" etc. hervorgehoben wird. Warum ist das eigentlich so? Mir scheint, reine Untersuchungen der physikalischen Parameter von Exoplaneten reichen nicht aus, um das entsprechende Forschungsgebiet und dazu notwendigerweise riesige Teleskope in der Öffentlichkeit zu legitimieren. Man tut jedoch gut daran, der Öffentlichkeit auch die wahren Probleme solcher Untersuchungen zu präsentieren und nicht Erwartungen zu wecken, die kaum erfüllt werden können. Denn auch Riesenteleskope liefern zunächst keinen Quantensprung mehrerer Größenordnungen in der Datenqualität. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich halte solche Untersuchungen für erstrebenswert und wichtig. Wenn es jedoch vordergründig um die Entdeckung von Leben geht (der Laie erwartet ja gleich "Aliens", die uns besuchen), darf ich als Leser fragen, wie eine entsprechend sichere Bestätigung desselben denn letztendlich aussehen sollte.

    Ich gebe zu bedenken, dass sich die Astronomie völlig analog zur Hochenergiephysik auf den Pfad teurer Großforschung begeben hat und auch Astronomen wohl bald an ihre "natürlichen finanziellen Grenzen" stoßen. Noch einmal: Der Beitrag nutzt durchaus die Chance, dem entsprechend vorbelasteten und gebildeten Leser einen nüchternen Abriss zur Problematik zu liefern. Warum jedoch die höchst zweifelhafte Verifizierung außerirdischen Lebens mit außerordentlich teurer Technik auch hier wie ein Banner hervorgehoben wird, kann sich mir nur bedingt erschließen. Meine inhaltliche Skepsis wird angesichts der Anzahl an Konjunktiven in dem Artikel nicht reduziert. Mehr Bescheidenheit hätte dem Artikel gutgetan.
  • Gaia - Erbsenzähler im All - Respekt

    07.09.2013, Norbert Gregor Günkel, Wartenberg
    Man findet es leider nicht oft, dass Journalisten über "Sponsoring" informieren. Aber es stärkt das Vertrauen in die Berichterstatter, wenn sie dergleichen nicht verschweigen. Insofern schon mal: Respekt. Aber vielen Dank auch für den Bericht, der sehr anschaulich geschrieben und höchst informativ ist. Da weiß ich wieder, warum ich Fachmagazine wie Sterne und Weltraum lese.
  • Die Farbe der Sterne und die Masse

    06.09.2013, Peter Hofer
    "Mithilfe eines Fotometers lassen sich daraus ... Masse ermitteln". Wie funktioniert das?
    Antwort der Redaktion:
    Die Frage ist berechtigt. Direkt geht das nicht, sondern nur indirekt ueber unser Verstaendnis der Sternentwicklung. Direkte Massenbestimmungen sind nur bei Doppelsternen aufgrund der Keplerschen Gesetze moeglich. An diesen Bestimmungen muessen sich alle indirekten Methoden messen und eichen lassen.

    In der von Herrn Hofer zitierten Stelle ist Folgendes gemeint: Die Farbe und die absolute Helligkeit (fuer diese braucht man die scheinbare Helligkeit und die Entfernung) legen den Ort des Sterns im sogenannten Hertzsprung-Russell-Diagramm fest. Aus der Theorie der Sternentwicklung (und durch Vergleich mit direkten Massenbestimmungen, siehe oben!) koennen wir jedem Punkt in diesem Diagramm eine Masse zuordnen. Naja, nicht wirklich *jedem* Punkt, aber den meisten. Nur in einigen Bereichen des Diagramms gibt es Mehrdeutigkeiten.

    U.B.
  • Beschleunigte Expansion des Kosmos: sehr anschaulich

    01.09.2013, Jan Menzel, Frankfurt
    Der Artikel ist zwar schon von 2008, aber trotzdem: Danke für den knappen, aber sehr klaren Beitrag, der viel zum Verständnis des Themas "beschleunigte Expansion des Weltraums" beiträgt.
  • Kulturgut

    27.08.2013, Norbert Gregor Günkel, Wartenberg
    Wohin sind wir eigentlich gekommen, dass selbst der Nachthimmel in Euro und Cent bemessen werden muss? Was nicht quantifizierbar ist in Geld, das hat heute in der öffentlichen Diskussion offenbar keine Chance mehr. Das mag ja für Folge-Entscheidungen noch angehen. Aber für die grundsätzliche Frage darf es keine Rolle spielen: Der dunkle Nachthimmel ist ein Kulturgut. Er ist nicht mit Geld aufzuwiegen und nicht in Euro zu beziffern. Und es geht auch nicht um die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, sondern schlicht ums Abschalten der überflüssigen Beleuchtungen. Wie viele Bauwerke werden die ganze Nacht beleuchtet! Und es kostet NICHTS, die Lampen abzuschalten, sondern spart sogar noch Energie und damit Kosten. Es wäre ein Anfang.
  • Kepler, ein Risiko für neue Welten

    22.08.2013, Cleto Tolpeit, St Lorenzen
    Dennoch hat Kepler unseren Horizont merklich erweitert. Wir wissen nun, dass Exoplaneten eher die Norm als die Ausnahme sind. Zweifelhaft sind aber die habitablen Planeten geblieben, derer es wenige gibt. Im Grunde ist es schwer, Exoplaneten sicher nachzuweisen. Ich hoffe, dass noch Missionen folgen werden.

    Ruhe in Frieden, Kepler!
  • Erkenntnisgewinn ?

    18.08.2013, B. Neelen, Elze
    Die NASA erhält ca. 17 Mrd Dollar und die 11 Geheimdienste der USA bekommen ca. 30 Mrd Dollar pro Jahr. Solange uns das gegenseitige Ausspionieren wichtiger ist als wirklich neue Erkenntnisse bleibt alle Raumfahrt halbherzig.
  • Was passiert mit dem Gas

    13.08.2013, Michael
    Interessant wäre zu wissen, was mit dem Gas passiert, strömt es irgendwann zurück, und wird dadurch die Sternenentstehung nur verzögert?
    Antwort der Redaktion:
    Je nach Umgebung der Galaxie und Geschwindigkeit des Ausstroms kann dem Gas viererlei geschehen:
    - Es fällt ballistisch direkt in die Galaxie zurück (Größenordnung eine Milliarde Jahre).
    - Es wird durch schon vorhandenes zirkumgalaktisches Gas gebremst und kondensiert sich nach einer langen Abkühlzeit in dichte Klumpen, die dann in die Galaxie zurückfallen (Größenordnung 10 Milliarden Jahre).
    - Es trifft zufällig auf eine Nachbargalaxie und wird teilweise von dieser "verspeist".
    - Es zerstreut sich wirklich endgültig im intergalaktischen Raum.

    In den ersten beiden Fällen kann es also nach langer Zeit wieder zu einer Sternentstehung in der Galaxie beitragen.
  • Zuerst...

    12.08.2013, Mathias Völlinger
    ...dachte ich: Klar, keine Nachhaltigkeit beim Umgang mit den Rohstoffen...

    Hier gehts wohl aber in erster Linie um die uns jetzt zur Verfügung stehen Analysemethoden astronomischer Messdaten, und ich muss schon sagen, das gezeigte Bild hat mich sehr beeindruckt. Da kann man wirklich das Gasleck sehen. Vielen Dank für diesen Artikel.
  • Raumfahrt ?

    08.08.2013, Norbert Gregor Günkel
    Schon der Sprachgebrauch der NASA enthüllt, dass es um Beschäftigungsprogramme geht: Wir shippern gerade mal ein wenig im Orbit der Erde umher, und die NASA und alle Welt reden von Raumfahrt. Nichts könnte weniger wahr sein. Die Sonden Voyager 1 und 2, seit fast 40 Jahren unterwegs, sind an der Schwelle zur Raumfahrt, das war es aber auch schon. Mit immer neuen Projekten und Verheißungen sichert sich die NASA Aufmerksamkeit und Geld, um nicht nach Hause gehen zu müssen. Wer um die Dimensionen des Weltraums weiß, kann über die NASA-Raumfahrt nur lachen.
  • Supernova

    04.08.2013, Mathias Völlinger
    "Nach wenigen Millionen Jahren ist der zur Energiegewinnung nötige Wasserstoffvorrat im Inneren erschöpft. In seinem Todeskampf bläht sich der Stern zu einem Roten Überriesen auf, bevor er in einer gewaltigen Supernova-Explosion sein Leben aushaucht."

    Das kann ja bei der Größe auch noch schneller gehen, wenn es im Core zur Elektron-Positron-Paarbildung kommt. Dann ist der innere Strahlungsdruck vorzeitig plötzlich weg und das gesamte System kollabiert. War ein interessanter Artikel im Spektrum Spezial 2/13:

    http://spektrum.de/artikel/1155294
    http://www.nature.com/nature/journal/v494/n7435/full/nature11877.html
  • Der große Trost zum leider vorzeitig sterbenden Kepler-Teleskop, alternative erdgebundene adaptive Optik:

    01.08.2013, Andreas Faessler
    Liebe Mitinteressierte!

    Sehr wahrscheinlich wird das bislang so erfolgreiche Weltraumtelesop Kepler der NASA zur Suche und Beobachtung felsiger erdähnlicher Exoplaneten leider endgültig aufgegeben werden müssen. Aber glücklicherweise kann trotzdem zum sogar ganz großen und sehr glücklichen Trost ein alternativer und viel besserer, günstigerer und preiswerterer Umweg gefunden und begangen werden. Er wäre sogar unter Umständen noch viel besser als auch etwa das Weltraumteleskop Hubble, mit Hilfe von adaptiven optischen Hochleistungslasern von der Erde aus wie VLT, Keck,
    ALMA, et cetera Kepler und den Extraterrrestrial-Planet-Finder sogar um ganz ein Vielfaches noch zu übertreffen.

    Andreas Faessler
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