Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Wirklich "Explodiert"?

    16.02.2013, Klaus Mellin
    Man liest überall "Meteoritenregen" und "Explosion".
    Soweit ich das auf den Filmen erkennen kann, gibt es aber bis zum Ende (auch noch hinter dem Ort wo er sehr hell aufleuchtete) nur eine Meteoritenspur. Wenn der wirklich in 50 km Höhe in mehrere Fragmente zerfallen wäre, dann müsste man doch eigentlich mehrere Spuren sehen können. Anscheinend ist aber eher nur ein Hauptkörper durch die Atmosphäre gerast.
    Das helle Aufleuchten kann doch auch einfach dadurch entstanden sein, dass der Meteoroid in dichtere Luftschichten eingetreten ist.
    Die heftige Druckwelle (der Knall) wird ja wohl einfach nur der Hyperschallknall dieses extrem schnellen Objekts gewesen sein. Auch die nach dem Hauptknall zu hörenden sekundären Knallgeräusche sind wohl eher durch heftige, turbulente Luftströmungen hinter dem Objekt verursacht als durch "Explosionen". (Wer schon einmal das auf- und abschwellende Fauchen, Rauschen und Zischen der Turbulenzen hinter einem landenden Großflugzeug gehört hat, kann sich das sicherlich gut vorstellen).

    Dazu passt auch, dass man nur einen Einschlagkrater gefunden hat.

    Also, ich vermute mal, dass wir es hier eigentlich nur mit einem Hauptkörper zu tun haben, der sicherlich unterwegs und noch einmal beim Einschlag einiges an Material lassen musste, aber nach einer "Explosion", also dem Zerfall in viele kleine im wesentlichen gleich große Teile in sehr großer Höhe sieht mir das ganze eher nicht aus. Und von einem "Meteoroidenschauer" sieht mir das auch ganz und gar nicht aus.

    Was meint ihr?
    Antwort der Redaktion:
    Dieser eine Hauptkörper ist tatsächlich in ca. 15 km Höhe vom Luftwiderstand zerrissen worden und hat dabei explosionsartig sehr viel Energie freigesetzt. Dies hat den sehr grellen Lichtblitz in den Filmen und nachfolgend die starke Druckwelle am Boden erzeugt.

    Das Teil, das in den See gefallen ist, kann nicht mehr als ein Promille des Hauptkörpers ausgemacht haben.

    U.B.
  • Warum akzeptieren wir die Allgemeine Relativitätstherorie nicht ?

    16.02.2013, Hans-Jürgen Schreyer, Kehlbach
    In der Ausgabe 12/2012 von Sterne und Weltraum im Artikel " Was ist Zeit " heißt es auf Seite 45:
    Damit entdeckte Einstein eine sehr elegante Beschreibung der Schwerkraft, in der er gar keine Kräfte mehr zu Grunde legte, sondern den Einfluss der Gravitation rein geometrisch erklärte.
    Wieso zählen wir dann die Gravitation immer noch zu den vier Grundkräften ?
    Antwort der Redaktion:
    Herr Schreyer beklagt hier eine der vielen Widersprüchlichkeiten und Unschärfen, die es im wissenschaftlichen Jargon gibt, und die den Profis oft gar nicht bewusst sind. Die Gravitation ist eine der vier "Grundkräfte", eine der vier grundlegenden Wechselwirkungen zwischen den Teilchen der Materie. Die anderen drei sind die elektromagnetische Wechselwirkung (die uns im Alltag überall begegnet, und die zum Beispiel die Eigenschaften von festen und flüssigen Körpern bestimmt), die Starke Wechselwirkung (d.h. die Kernkraft, von der insbesondere Atomkerne zusammengehalten werden), und die Schwache Wechselwirkung (die uns im normalen Leben eigentlich nur in Form von Radioaktivität begegnet).

    Während die moderne Physik die letzteren drei als Kräfte beschreibt, die im Raum der Allgemeinen Relativitätstheorie wirken und die Teilchen von ihren "geraden" Bahnen in diesem Raum ablenken, wird die Schwerkraft als eine Wirkung auf den Raum der Allgemeinen Relativitätstheorie dargestellt, die die Teilchen nicht von ihren "geraden" Bahnen ablenkt, sondern die Form dieser "geraden" Bahnen vorgibt und die Teilchen - in Abwesenheit anderer Kräfte - auf diesen "geraden" Bahnen laufen lässt.

    Das ist gemeint, wenn man sagt, die Schwerkraft sei keine Kraft. Dennoch ist sie eine der vier grundlegenden Wechselwirkungen zwischen Teilchen, und das Wort "Kraft" wird im Jargon oft verallgemeinernd für Wechselwirkung benutzt.
  • Eine Frage zu Asteroid 2012 DA14

    15.02.2013, Reinhard Brendel
    Der Asteroid, der in diesen Tagen in aller Munde ist, schrammt mit angeblichen 7,8 km/sek knapp an der Erde vorbei. Kann diese Geschwindigkeit richtig sein? Himmelskörper bzw. Satelitten, die in eine Umlaufbahn um die Erde einschwenken sollen, benötigen mind. 7,2 km/sek (1. kosmische Geschwindigkeit). Sollen sie die Schwerkraft der Erde überwinden, benötigen sie eine Geschwindigkeit von 11,2 km/sek (2. kosmische Geschwindigkeit). Wie kann der Asteroid mit 7,8 km/sek dem Schwerefeld der Erde wieder entfliehen und in eine Umlaufbahn um die Sonne einschwenken. Er müßte doch eigentlich - wenn die angegebene Geschwindigkeit korrekt ist - in eine Erumlaufbahn einschwenken und so etwas wie ein 2. Mond werden.
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Brendel,
    die 2. kosmische Geschwindigkeit hängt von der Entfernung ab. Bei 1 Erdradius (also hier unten) ist sie 11.2 km/s, bei 4 Erdradien (also bei seiner größten Annäherung an die Erde) nur noch die Hälfte. Deshalb kann er wieder entkommen.
    Herzliche Grüße,
    Ihr Leserbriefredakteur,
    Ulrich Bastian
  • Kleinplanet 2012 DA14: eine Animation des engen Vorbeiflugs an der Erde

    10.02.2013, Bombuzal
  • Stoßfront um Beteigeuze

    07.02.2013, Dr. Günther Schulz, Minden
    Zum o. g. Beitrag und den beigefügten Bildern habe ich folgende Frage: Warum steht Beteigeuze offensichtlich nicht im Zentrum der kreis- oder kugelförmigen Stoßfronten, wie es bei einer Bewegung im isotropen Raum zu erwarten wäre?
    Antwort der Redaktion:
    Die Fronten wären kugelförmig, und der Stern wäre in ihrem Zentrum, wenn sich der Sternwind im Vakuum ausbreiten würde, oder wenn Beteigeuze relativ zum umgebenden interstellaren Gas ruhen würde. Der Stern bewegt sich jedoch durch das Gas (nach links in den Bildern), wodurch der Sternwind in Luv-Richtung zusammengedrückt wird.

    Das umgebende Medium ist also keineswegs isotrop, sondern hat eine Vorzugsrichtung, nämlich die Strömungsrichtung des interstellaren Gases relativ zum Stern (nach rechts in den Bildern). In dieser Richtung, also nach der Leeseite, wird der Sternwind zu einem langen Schweif auseinandergezogen.
  • "Weißt du, wo die Sterne stehen?"

    03.02.2013, Erwin Gebauer, Marl
    Ich stimme der Rezension zu. Beachtlich ist bei dem Preis die gute Qualität des Einbandes, der Bindung und des verwendeten Papiers.
    Wirklich empfehlenswert.
  • Wie viele sogenannte Planetenkandidaten gibt es wirklich?

    29.01.2013, Julian Penzinger, Taufkirchen
    Wieder auf eine alte Frage aufmerksam gemacht wurde ich durch den online zugänglichen Artikel "Exoplaneten: Wie viele Sterne haben Planeten?" veröffentlicht am 10.01.2013:
    Dabei werden die KOIs erwähnt, also die Planetenkandidaten in der Datenbank des Kepler-Teleskops. Es gibt aber auch weitere, noch unbestätigte potentielle Planeten die u.a. von CoRoT und einigen erdgebundenen Teleskopen entdeckt wurden. Gibt es eine vollständige frei verfügbare Datenbank, die eine solche Liste führt?

    Antwort der Redaktion:
    Eine laufende öffentliche Liste wirklich aller Kandidaten (also nicht nur der von Kepler und CoRoT entdeckten) gibt es anscheinend nicht.

    Derzeit gibt es ca. 2500 Kandidaten bei Kepler. Die laufende Liste dieser "Kepler Objects of Interest" (KOI) ist öffentlich zugänglich, siehe http://archive.stsci.edu/kepler/koi/search.php. Außerdem gib es eine interne Liste von Kandidaten der "Planet Hunters", eines Freiwilligen-Projekts, das Kepler-Lichtkurven visuell inspiziert. Es hat schon zwei mittlerweile bestätigte Planeten entdeckt hat, die der Software des Profi-Teams von Kepler durch die Lappen gegangen waren. Die Kandidatenliste der "Planet Hunters" enthält derzeit, d.h. Ende Januar 2013, rund 150 Objekte. Man kann sie unter
    http://www.planethunters.org einsehen (Knopf "Candidates" oben rechts) und als Excel-Datei herunterladen, wenn man als Teilnehmer des Projekts angemeldet ist.

    Es gibt darüber hinaus eine öffentliche Liste aller bestätigten Exoplaneten: http://exoplanet.eu/

    U.B.
  • Jupitermonde und Kirche..., eine lange Geschichte

    28.01.2013, Franz Xaver Kohlhauf, Bad Tölz
    Herr Michael Ebert meint in seinem Leserbrief am 11.12.12, das Bild "Jupitermonde und Kirche" sei konstruiert. Das ist jedoch nicht so! Es handelt sich dabei um eine Originalaufnahme, an der ich lediglich aus ästhetischen Gründen etwas "gefeilt" habe. Wie Herr Ebert richtig anmerkt, wurden die Monde und die Planetenscheibe bei der Belichtungszeit von 1.3sec leicht länglich abgebildet. Dies habe ich mit dem Programm Fitswork korrigiert (aber nicht angegeben, mein Fehler). Die Abbildungsgröße des Planetenscheibchens ergibt sich daraus, dass es sich um einen Ausschnitt aus der mit einem 300mm Teleobjektiv gemachten Aufnahme handelt und zudem durch die Überbelichtung "aufgeblasen" wurde.
    Trotzdem finde ich es sehr gut, wenn man nicht alles glaubt was man täglich so auf Bildern zu sehen bekommt und man kritisch bleibt.
    Mit sternfreundlichen Grüßen an Herrn Ebert, Herrn Northoff und die Redaktion
  • Die größte Annäherung war wesentlich näher

    27.01.2013, Daniel Fischer, Königswinter
    Um das zu sehen, muss man bloß die Distanzen gegen die Zeit auftragen: es ergibt sich eine perfekte Gerade (mit einem Korrelationskoeffizienten von 0,9998), was beweist, dass der eigentliche Flyby - ca. 3 Sekunden vor der ersten Aufnahme in der Montage - noch dramatisch näher als 40 km erfolgt sein muss (ob es nun "3,2 km" waren, sei mal dahin gestellt). Auch ist besagtes Bild - das übrigens schon kurz nach dem Encounter im chinesischen TV vorgeführt worden war - nicht das erste der Sequenz: Li zeigte auch ein Video mit sämtlichen Aufnahmen, das noch ein bisschen früher einsetzt.
  • Korrektur zu SuW 2/2013 Seite 9: Was ist Eis-7?

    23.01.2013, Roman Jakob, Frankenthal
    Das Eis-Diagramm zeigt zwar die diversen Eiszustände ,aber
    die linksseitige Skala zeigt Eis bei Normaldruck bis 40 Grad
    Celsius anstatt bis 0 Grad. Die Skalierung ist einfach nur verrutscht.
    Antwort der Redaktion:
    Wir danken Herrn Jakob fuer den Hinweis. Wir werden eine Korrektur auch im nächstmöglichen Heft publizieren.

    Red.
  • Können Sterne schwindeln?

    19.01.2013, H.O. Wetzel, Guben
    Ich glaube eher nicht, aber es ist typisch Mensch, andere für seine Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen!
  • Einmaliger Kommunikationsversuch

    15.01.2013, Walter Eckert, Bayreuth
    Ich bin mir sicher, dass es sich bei dem
    "Wow-Signal", das damals empfangen wurde,
    um eine Botschaft einer Außerirdischen
    Zivilisation an andere Zivilisationen
    handelte. Die Frequenz und Bandbreite
    lassen darauf schließen, dass es keine
    natürliche Radioquelle war.
  • Jahresinhaltsverzeichnis 2012

    10.01.2013, Georg Rojek, Waldshut
    Die gesammelten Hefte eines Jahrgangs von Sterne und Weltraum lasse ich jedes Jahr zusammen mit dem Jahresinhaltsverzeichnis zu einem Buch zusammenbinden. Bis anhin war dabei das Jahresinhaltsverzeichnis als separater Druck dem Januarheft beigelegt. Seit Neuestem ist jedoch das Jahresinhaltsverzeichnis in das Januarheft integriert. Für die Einsendung beim Buchbinder muss ich deshalb das Januarheft auseinandertrennen und mit unzulänglichem Werkzeug die Jahresinhaltsseiten für den Buchbinder „zusammenbasteln“. Das Januarheft ist nun bei mir ein Jahr lang nur noch in zerlegtem Zustand mit Einzelseiten in einem Schnellhefter verfügbar.

    Könnten Sie diesem Problem bitte abhelfen und wieder zu Ihrer alten Handhabung, Jahresinhaltsverzeichnis als separater Druck, zurückkehren?

    Freundliche Grüße

    Antwort der Redaktion:
    Die Einbindung des Jahresinhaltsverzeichnisses am Ende des Januarhefts war nicht beabsichtigt - sie ist ein bedauerliches Versehen der Druckerei, das keineswegs zur Regel werden soll. Künftig wird das Jahresinhaltsverzeichnis wieder in der Heftmitte eingebunden sein, wo man es durch Anheben und wieder Schließen der beiden Heftklammern (mit einem Messerrücken, kleinen Schraubenzieher oder Fingernagel) leicht und beschädigungsfrei herausnehmen kann.

    Für Leser, die den Jahrgang 2012 binden lassen wollen ohne das Januarheft zu zerschneiden, haben wir 300 Sonderdrucke des Jahresinhaltsverzeichnis anfertigen lassen, die - so lange der Vorrat reicht - per Email beim Leserservice
    (service@spektrum.com) unter dem Stichwort "Jahresinhaltsverzeichnis 2012" angefordert werden können. Eine weitere
    mögliche Lösung des Problems besteht darin, Fotokopien der entsprechenden Seiten aus dem Januarheft anzufertigen und in den Jahrgang 2012 mit einzubinden.
  • von Puttkamers Werk und die Rezension in SuW

    06.01.2013, Wolfgang Albrecht, Slubice/Polen


    Vielleicht stimmt es, dass gegenwärtig eine geringere Zahl von Menschen sich für Raumfahrt und Marsprojekte interessiert als das vor einigen Jahren der Fall war. Schade. Um so wichtiger ist es, dass Wissenschaftler, Visionäre und kompetente Autoren vom Range von Puttkamers wieder von einer breiteren Leserschaft ernst genommen werden.
    Es geht um die Erde, den Mars, die Zukunft unseres Planeten, ja, um die Zukunft der ganzen Menschheit. Der Rezensent Tilman Althaus muss sich fragen lassen, woher und von wem Lösungen für die heraufdämmernden Probleme unseres Planeten und unserer Spezies gefunden werden sollen, wenn nicht von Wissenschaftsoptimisten vom Schlage von Puttkamers.

  • "Was ist Zeit?" - Anmerkungen zur Entropie

    02.01.2013, Wilhelm Eichner
    In der Antwort zur Leserfrage von Herrn Dr. F.P.Schmidt "Was ist Zeit" (SuW 1/2013, S. 12) spielt die Entropie eine wichtige Rolle. Zur Entropie einige ergänzende Bemerkungen:

    Entropie ist eine aus thermodynamischen Parametern abgeleitete Größe und daher nicht direkt messbar. Jede Wärmenergie, die eine von der Umgebungstemperatur abweichende Temperatur aufweist, gleichgültig, ob höher oder niedriger, wird ihre Temperatur unaufhaltsam in einer theoretisch unendlichen Zeit (Nernst: Nichterreichbarkeit des absoluten Nullpunkts) der Umgebungstemperatur anpassen. Dieser Prozess ist zwingend mit einer Zunahme der Entropie verbunden. Nun gibt es in der Tat in der Natur Prozesse, die scheinbar mit einer Entropieminderung verbunden sind. So trifft das z. B. auf Aufbau und (zeitlich begrenzten) Bestand belebter Materie, die aus unbelebter Materie besteht, zu. Diese Entropieabnahme wird aber durch Zuführung von äußerer Arbeit, d.h. von Energie, die auf einem Niveau liegt, das die notwendigen Prozesse antreibt und somit höher als die Umgebungstemperatur ist, verursacht. Diese Energie jedoch wird durch einen Prozess mit Entropiezunahme erzeugt, so dass die Entropiebilanz eines jeden Prozesses insgesamt doch immer positiv ist. Daraus folgt u.a., dass Energie mit Umgebungstemperatur thermodynamisch wertlos ist und jeder Prozess letztendlich irreversibel ist.