Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Wirklich habitabel?

    08.02.2012, Gero Rupprecht
    Super Entdeckung! Eine Supererde in der habitablen Zone? Und wenn dann dort "jemand" oder "etwas" Lebendiges entdeckt wird - ist der Planet dann habitiert? Oder inhabitiert, um korrekt vom Englischen ins Deutsche zu übertragen? In meinen Vorträgen befinden sich die Planeten immer in der "bewohnbaren" oder "Lebenszone", und ich habe den Eindruck, die Leute verstehen das ausgezeichnet! Warum also nicht bei normalen, gebräuchlichen Begriffen bleiben? Ich sehe keinen Bedarf, einen Anglizismus zu schaffen, für den bereits ein gleichwertiges Wort im Deutschen vorhanden ist!

    Gero Rupprecht
  • Gutes Grundverständnis

    06.02.2012, Kathleen Palnau
    Der Artikel ist leicht verständlich geschrieben und die mittleren zwei Absätze könnte man auch in einem allgmeinen Text über Neutronensterne finden. Lediglich der letzte Absatz bezieht sich konkret auf die Artikelüberschrift. Das ist etwas schade, aber trotzdem ist es ein interessanter Artikel.

    Kathleen Palnau
  • Nichts als Sciencefiction

    03.02.2012, Maximilian Bahnmüller
    Jeder, der von Astrophysik etwas versteht, weiß, dass für bewohnbare Bedingungen auf einem Planeten eine fast kreisrunde Umlaufbahn des Planeten um die jeweilige Sonne notwendig ist. Dies ist nur in einem Einzel-Sonnensystem möglich. In Doppel- oder Dreifachsonnensystemen ist das praktisch unmöglich. Was ist los? Entartet jetzt die Astrophysik zur Sciencefiction?

    Maximilian Bahnmüller
  • Wirklich vom Mars?

    31.01.2012, Jürgen Barsuhn
    Soweit es mir bekannt ist, stützte man sich vor einigen Jahren noch auf Isotopenverhältnisse in Gasbläschen, die im Meteoriten eingeschlossen waren. Ihre Zahlenwerte entsprachen den Messungen der Marsatmosphäre der Viking-Lander. Inzwischen dürften aber die Rover Spirit und Opportunity so viele Daten geliefert haben, dass auch mineralische Isotopenverhältnisse oder andere Daten zur Sicherung der Herkunft der Meteoriten herangezogen werden könnten. Wie läuft die Herkunftsbestimmung heute ab? Mussten irgendwann frühere Zuordnungen revidiert werden?
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Barsuhn,

    Nach wie vor erfolgt die Zuordnung der Marsmeteoriten durch den Vergleich der Isotopenverhältnisse von in den Gesteinen eingeschlossenen geringen Mengen an Gasen mit denjenigen der Marsatmosphäre. Tatsächlich gelten dabei die eher ungenauen Angaben der beiden Viking-Lander aus dem Jahr 1976 immer noch als Referenzstandard. Die genaueren Analysen der Marslandesonde Phoenix sind noch nicht endgültig ausgewertet und veröffentlicht. Die beiden Marsrover Spirit und Opportunity sind nicht mit Massenspektrometern ausgerüstet und können somit keine Angaben über die isotopische und chemische Zusammensetzung der Marsatmosphäre oder der Marsgesteine liefern.

    Im August 2012 soll der neue Marsrover "Curiosity" auf dem Roten Planeten landen, der unter anderem mit einem hochpräzisen Massenspektrometer auch zur Analyse der Atmosphäre ausgestattet ist. Seine Messungen werden sehr viel genauer sein als die Angaben von Viking.

    Bislang musste noch keine Zuordnung eines Marsmeteoriten revidiert werden. Neben den Isotopenverhältnissen der Gase, sprechen auch andere Indikatoren für eine Herkunft vom Mars. Viele der meist aus Basalt oder anderen vulkanischen Gesteinen bestehenden Marsmeteoriten weisen Erstarrungsalter von wenigen hundert Millionen Jahren auf. Sie traten somit zu dieser Zeit als flüssige, bis zu 1100 Grad Celsius heiße Laven aus Vulkanen auf die Oberfläche, wo sie dann rasch erkalteten und erstarrten.

    Vulkanismus gab es zu dieser Zeit aber nur auf größeren Himmelskörpern wie dem Mars, der Erdmond war zu dieser Zeit schon lange erkaltet. Seine Gesteine sind zudem sehr gut bekannt. Es wurden auch einige Dutzend Mondmeteorite auf der Erde entdeckt, nach dem die Bodenproben der Apollo-Mondlandungen als Vergleichsmaterial zur Verfügung standen. Auf dem Mars dagegen waren die Vulkane auch noch vor wenigen hundert Millionen Jahren aktiv, dies lässt sich aus Oberflächendatierungen mittels der Bilder von Raumsonden bestimmen. Es gibt sogar Hinweise, dass Vulkane auf dem Mars noch vor einigen wenigen Millionen Jahren ausbrachen und jederzeit mit Eruptionen zu rechnen ist.

    Dr. Tilmann Althaus, Redaktion "Sterne und Weltraum"
  • Titelseite Sterne und Weltraum 02.2012 Die Geburt der Riesen

    26.01.2012, Staub Bernhard

    Wie jeden Monat freue ich mich über Ihre sehr gute Astronomie-Zeitschrift "Sterne und Weltraum". Ich freue ich mich wie immer über Ihre Titelseite, doch diesen Monat war ich besonders überrascht, dass es dieselbe Aufnahme ist wie vom Hubble-Newscenter vom 15. Dezember 2011, "Hubble serves up a Holiday Angel", worüber ich mich ganz besonders freue. Star-Forming Region S106. Ich interessiere mich besonders für Sternentstehungsgebiete, die Geburtstätte neu geborener Sterne.

    Zum 50. Jahrestag von Sterne und Weltraum gratuliere ich Ihnen recht herzlich und bedanke mich mit dem "Gebet zum Geburtstage" von Schwingshackl, Joh. Ev.: Die heiligen Schutzengel Brixen 1883:

    Mein heiliger Schutzengel, du mein gütiger Lehrmeister, mein weiser Rathgeber und mein treuester Freund! Deiner Güte hat mich der Herr am Tage, an dem ich geboren worden, anvertraut, bis zur letzen Stunde meines Lebens. Welche Verehrung schulde ich dir nun nicht, indem du überall gegenwärtig bist, wo ich bin?

    Mit welcher Andacht muss ich dir dienen für die Liebe, mit der du über mich wachst? Mit welchem Vertrauen dir entgegenkommen, da du stets zu meiner Vertheidigung am meiner Seite bist. O so belehre mich denn, heiliger Engel mein, beschütze mich, leite mich, führe mich den geraden Weg zur ewigen Stadt Gottes; lass nicht zu, dass ich etwas tue in deiner Gegenwart, was dich beleidigen würde. Trage meine Wünsche und meine Nöthen dem Herrn jederzeit vor und erlange mir Abhilfe dagegen von seiner Güte. Halte mich aufrecht, wenn ich wanke, ermuthige mich, wenn ich verzage, erleuchte mich im Finstern, vertheidige mich in des Kampfes Hitze, zügele den Anprall des listigen Höllenfeindes und befreie mich in der Stunde des Todes aus seiner Gewalt, damit ich an deiner leitenden und führenden Hand an den Ort deiner Glorie gelange, wo Du über mich, und ich über dich mich freuen werde. und dein und mein Herr, der König der Glorie, in mir und in dir und in uns allen verherrlicht sein wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

    Hinweis: M. Elucidarius von allerhand geschöpffen Gottes, den Engeln, den Himeln, Gestirns, Planeten, und wie alle Creaturn…

    Ihnen alles Gute mit den besten Wünschen, Bernhard Staub aus CH-8404 Winterthur

  • Einstein@home - machen Sie mit!

    10.01.2012, Stefan Taube
    Schade, dass der Artikel die einzig wirklich interessante Information nicht vermittelt: Wie findet denn nun das Programm, das ich auf meinen Rechner installieren kann, in den Daten einen Pulsar? Was sind das für Daten und wie funktioniert der Suchalgorithmus? Das hätte mich interessiert.
    Antwort der Redaktion:
    Näheres zu Einstein@home siehe auch in SuW 11/2011. S. 54-57.

    Eine genaue Beschreibung der Funktionsweise und möglicher Ergebnisse findet sich auf der Website http://einsteinathome.org im Bereich "Science information and progress reports". Besonders ausführlich und gut erklärend ist dort der Beitrag "Final report on the S3 analysis".

    Einfach ausgedrückt, versucht das Gravitationswellenteam in einer gewaltigen Menge Messdaten, die fast ausschließlich aus Rauschen und Störsignalen bestehen, einige schwache, charakteristische Signalwellen zu finden. Hierzu werden die Daten in einem ersten Schritt mit einer mathematischen Operation (Short Fourier Transformation) aufbereitet. Solche Fouriertransformationen sind besonders geeignet, von Rauschen gestörte Signale zu rekonstruieren.

    Anschließend werden die Messdaten in Pakte aufgeteilt, die im zweiten Schritt jeweils mit 1200 verschiedenen, rechenintensiven Fouriertransformationen genauer untersucht werden sollen. Diese Datenpakete und Transformationsberechnungen werden nun auf die Computer der vielen Seti@home-Teilnehmer verteilt. Deren Rechenergebnisse werden abschließend zur Analyse wieder an Einstein@home übertragen.

    Bernd Weisheit

  • Supererden machen Superprobleme

    06.01.2012, Siggi Exner
    Das Supererden die häufigsten Planetentypen sind, könnte sich als Trugschluss herausstellen. Kepler kann aufgrund seiner Art der Messungen diesen Planetentyp besonders gut entdecken. Die Bedeckung eines Sterns durch einen Planeten kann ja nur dann beobachtet werden, wenn der Planet sich zwischen Kepler und dem Stern auf einer Sichtlinie befindet. Da Kepler erst seit rund anderthalb Jahren seine Arbeit verrichtet, kann er zwangsläufig nur Planeten entdecken die eine weit kürzere Umlaufzeit haben. Alle anderen Planeten eines Systems sind wenn überhaupt erst einmal vor ihre Sonne gezogen. Um ein Planetensystem auf dieser Art und Weise zu erfassen, muss daher weit über 100 Jahre beobachtet werden.
  • Meinen Glückwunsch!

    18.12.2011, Winfried Berberich
    Seit Anbeginn der Planung waren wir sehr interessiert am Fortgang dieses einmaligen Projekts.
    Im vergangenen Herbst konnten wir unter der Führung von Herrn Pössel und Frau Liefke den Rohbau bewundern, der schon damals durch seine futuristische und trotzdem zweckmäßige Planung beeindruckte.
    Wir wünschen dem Haus viel Erfolg und ein Weitertragen der Astronomie in das Denken der Menschen, damit die Astronomie wieder einen größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft erhält.

    Siegfried-Berberich-Sternwarte, Gerchsheim
  • Wo ist die dunkle Materie in unserem Sonnensystem?

    09.12.2011, Peter Wanner, CH-8355 Aadorf
    Zum Aufsatz "Heiße Diskussion über dunkle Teilchen"in SuW 12/2011:

    Die Existenz Dunkler Materie wird benötigt, um zahlreiche Beobachtungen im Kosmos zufriedenstellend zu erklären. Als Laie frage ich mich, weshalb sie ausgerechnet in unserem Sonnensystem nicht vorhanden zu sein scheint, indem hier die Keplerschen Gesetze ohne Postulierung von Dunkler Materie mit hoher Genauigkeit gelten.

    Antwort der Redaktion:


    Sie ist vorhanden! Allerdings ist ihre Dichte derart gering, dass sie im wortwörtlichen Sinn einfach nicht in's Gewicht fällt. Anders herum gesagt: Die Dichte der normalen Materie ist im Sonnensystem derart hoch, dass sie die Massendichte der ziemlich gleichmäßig in der Milchstra"ße verteilten Dunklen Materie um viele Zehnerpotenzen übersteigt.



    Ich habe eine kleine Überschlagsrechnung gemacht: Innerhalb der Kugel um die Sonne mit dem Radius der Erdbahn befinden sich eine Sonnenmasse an normaler Materie (nämlich die Sonne selbst), und sowas wie 10-15 Sonnenmassen
    an Dunkler Materie. Zu diesem wahrlich phantastischen Massenverhältnis kommt verschärfend hinzu, dass eine gleichmäßig verteilte Masse bei der Erzeugung von dynamischen Effekten (oder in schlichterem Deutsch: von Kräften) viel uneffektiver ist als eine konzentrierte Masse.



    Die unfassbare Winzigkeit des Sonnensystems im Vergleich zur Größe der Milchstraße ist ausschlaggebend dafür, dass die Kräfteverhältnisse hier durch die normale Materie (durch "unseren" Stern) und dort durch die Dunkle Materie (und eben nicht durch die Sterne) dominiert werden.



    Ihr Leserbriefredakteur,

    Ulrich Bastian
  • Es darf geholfen werden

    06.12.2011, Stefan Taube
    Wer helfen will die Daten des Satelliten auszuwerten, kann dies unter http://www.planethunters.org/ tun. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das viel Spaß macht.
  • 19-Zoll-Teleskop in Neumünster

    06.12.2011, Marco Ludwig
    Hallo SuW,

    vielen Dank für den schönen Artikel. Bei der besonderen Farbgebung handelt es sich übrigens um ein Airbrush. Auf der einen Seite der Pferdekopfnebel und auf dem Foto nicht sichtbar der Cirrusnebel. Somit können wir in Neumünster nun auch bei schlechtem Wetter Deep-Sky Objekte beobachten.

    clear skies

    Marco Ludwig
  • Neue Neutrinos ?

    01.12.2011, Andreas Wörner, Gernsbach
    Eine Frage:
    In Nature Vol. 478 S. 328 werden Hinweise auf neue Neutrino-Sorte(n), die nur gravitativ wechselwirken, beschrieben.
    Wie wahrscheinlich schätzen Sie die Existenz neuer Neutrino-Sorte(n) ein?

    Währen diese mögliche Kandidaten für "Dunkle Materie", falls ihre Masse größer ist als die bisherigen Neutrinos?

    Vielen Dank für ihre Zeit und ihr Fachwissen.

    PS: SuW ist eine super Zeitschrift. Weiter so!

    Antwort der Redaktion:


    Der erwähnte Artikel in Nature kommentiert eine Arbeit von Joachim Kopp und Mitarbeitern (darunter Thomas Schwetz vom MPI für Kernphysik in Heidelberg) in der Zeitschrift Physical Review Letters. Diese Arbeit versucht, gewisse bisher unverstandene Mess-Ergebnisse an Neutrinos aus Kernreaktoren durch die Annahme von zwei zusätzlichen Neutrino-Sorten (zusätzlich zu den drei bekannten)zu erklären.



    Da sich nicht einmal der Elementarteilchen-Experte William C. Louis vom Los Alamos National Laboratory (der den kommentierenden Artikel in Nature geschrieben hat) eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit zutraut, dass diese Neutrinos tatsächlich existieren,
    trauen sich die Astronomen der SuW-Redaktion erst recht nicht, sich hierüber eine schnelle Meinung zu bilden.



    Ob die hypothetischen weiteren Neutrino-Sorten als Kandidaten für die Dunkle Materie in Frage kommen, hängt neben ihrer schieren Existenz auch noch von ihrer Masse ab. Und die ist ebenfalls noch ziemlich unklar, wenn ich die beiden Aufsätze in Nature und Physical Review Letters richtig verstanden habe. Wenn ihre Masse groß genug ist, dass sie im Universum typischerweise nur maximal mit einigen hundert bis einigen tausend km/s unterwegs sind (statt mit nahezu Lichtgeschwindigkeit wie die drei bekannten Sorten), dann würden sie im Prinzip als Dunkle Materie taugen.



    Ihr Leserbriefredakteur,

    Ulrich Bastian
  • Ist Krater Gale möglicherweise ein Doppelkrater?

    25.11.2011, Arthur Gülzow, 23795 Bad Segeberg
    Schon beim oberflächlichen Betrachten des Kraters ist mir die leicht ovale Form des Kraterrandes aufgefallen. Darüberhinaus scheint die obere Hälfte gegenüber der unteren leicht nach rechts versetzt zu sein. Könnte es sich hier um einen Einschlag zweier etwa gleichgroßer Körper gehandelt haben? Dabei wäre der obere, nördliche unter einem sehr spitzen Winkel von Norden her in den bereits bestehenden Krater geprallt und hätte den oberen, nördlichen Zentralberg quasi vor sich her und über das umgebende Geländeniveau hinaus geschoben, weil der Zentralberg des ersten Kraters ein starkes Hindernis darstellte. Die Farbe Dunkelblau kennzeichnet die tiefste Region im Krater, deshalb könnte dieses Szenario auch diese Eigenschaft erklären, denn die größte Wucht des Aufpralls hätte sich hier entladen und die meiste Energie freigesetzt.
    Gibt es bereits Überlegungen zu dieser Darstellung? Vielleicht helfen meine.
    Antwort der Redaktion:

    Beim Krater Gale muss man bei der Interpretation der Bilder und Karten berücksichtigen, dass er eine sehr alte Struktur aus der Frühzeit des Mars vor rund vier Milliarden Jahren ist. Er wurde somit von geologischen Prozessen wie Verschiebungen der Krusten und Erosion stark geprägt und präsentiert sich nicht mehr in seiner ursprünglichen Form. Insbesondere der jetzige Zentralberg, der höher ist als der Kraterrand, ist eine spätere Bildung. Er besteht aus geschichteten Ablagerungen, die nach der Kraterbildung in diesem abgelagert wurden. Spätere Abtragungen durch Wind und möglicherweise fließendes Wasser gaben dann dem Zentralberg und dem Krater Gale seine heutige Form.

    Bei einem späteren Einschlag müssten sich noch Spuren der Auswurfmassen finden und auch die geschichteten Ablagerungen im Zentralberg wären dann deutlich durch die gewaltigen Kräfte beim Einschlag gestört und zerrüttet worden. Die leicht elliptische Form von Gale lässt sich am leichtetesten durch einen relativ flachen Einfallswinkel des einschlagenden Himmelskörpers erklären. Ein andere Möglichkeit wäre, dass sich durch Kräfte aus dem Marsinneren die Kruste durch tektonische Bewegungen verformte und somit auch der Krater Gale in Mitleidenschaft gezogen wurde.

    Red.
  • Windkraftnutzung und Erdrotation

    18.11.2011, Martin Huber, Oppenau
    Eine Windkraftanlage nutzt die Luftströmung die durch Temperaturunterschiede in der Atmosphäre hervorgerufen werden. Die Temperaturunterschiede werden z.B. durch unterschiedliche Sonneneinstrahlung in den Polregionen und am Äquator, unterschiedliche Absorptionsvermögen von Landmassen und Meer, Tag und Nacht usw. hervorgerufen. Eine Windkraftanlage nutzt also letztlich Sonnenenergie. Dies kann man auch überall so lesen. Mir stellen sich nun folgende Fragen:

    Da die großräumigen Luftströmungen durch die Corioliskraft abgelenkt werden, ergibt sich z.B in unseren Breiten hauptsächlich Westwind. Die Corioliskraft ist eine „Scheinkraft“ die durch die Erdrotation hervorgerufen wird. Somit müsste im Westwind nicht nur Sonnenenergie enthalten sein, sondern auch Drehimpuls aus der Erdrotation? Wie groß ist der Anteil der Sonnenenergie und dem Drehimpuls im Wind in unseren Breiten und global gesehen? Wie groß ist der Verlust an Drehimpuls durch die natürliche Luftreibung an der Erdoberfläche? Kommt es durch die Nutzung der Windkraft zu einem zusätzlichen Verlust an Drehimpuls oder nutzt die Windkraftanlage nur Drehimpuls der durch die natürliche Reibung sowieso verloren wäre?
    Antwort der Redaktion:


    Herrn Hubers Analyse ist richtig. Die Antwort auf seine abschließende Frage lautet, dass die Windkraftanlage tatsächlich nur Drehimpuls nutzt, der durch die natürliche Reibung sowieso verloren gegangen wäre.



    Die Fragen nach der Größenordnung der beteiligten Energien, Drehimpulse und Reibungskräfte geben wir hiermit ich an die Lesergemeinde zurück: Die Westwindzone ist größenordnungsmäßig 30000 km lang, größenordnungsmäßig 2000 km breit und umfasst präzise 1kg Luft pro Quadratzentimeter. Diese bewegt sich im Mittel mit 10 km/h, und sie würde in größenordnungsmäßig einem Monat zum Stillstand kommen, wenn sie nicht ständig angetrieben würde. Aus diesen Angaben lässt sich mit ganz wenig Physik alles ausrechnen.



    Viel Spass beim Knobeln!
  • Stern hat einen weiteren Planeten?

    13.11.2011, Rainer Kruse
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    als Anlage zu dieser Mail habe ich eine Kopie der Abbildung mit der Lichtkurve auf S. 85 von Sterne und Weltraum 10/2011 beigefügt. Mir fallen da Wiederholungen auf, die ich in der Anlage markiert habe. Meines Erachtens ist das ein Hinweis auf einen weiteren Planeten mit zwei relativ zum Planeten ziemlich großen Monden. Dieser Planet befindet sich viel näher am Stern als der im Artikel erwähnte Planet. Dreimal erscheint der Planet mit seinen Monden vor dem Stern. Die Monde haben sich in der Zeit relativ zum Planeten nur geringfügig bewegt.
    Antwort der Redaktion:


    Lieber Herr Kruse,



    ich sehe und verstehe, was Sie meinen. Aber diese Schwankungen liegen ganz klar innerhalb der Streuung der Messungen, das heißt innerhalb der Messunsicherheit. Sie können keineswegs als sichere Anzeichen für echte Helligkeitsänderungen gedeutet werden. Man kann in der Lichtkurve auch gegenteilige "Ausschläge" von gleicher Größe erkennen. Diese sind ebensowenig als Strahlungsausbrüche des Sterns anzusehen, wie die von Ihnen markierten "Ausschläge" als Helligkeitseinbrüche durch weitere Bedeckungen. Man muss jedwede Einzelheiten einer Messkurve stets in Beziehung zur Messgenauigkeit setzen, wenn man ihre Realität beurteilen will.



    Die Fehlerbalken in der gezeigten Lichtkurve geben die mittleren Fehler der Einzelmessungen an, wie sie sich aus der mathematischen Analyse der Einzelbilder ergeben. Die tatsächliche Streuung der Messpunkte um die eingezeichnete rote Interpretationskurve passt sehr gut zur Größe dieser Fehlerbalken. Außer dem einen kräftigen Bedeckungsminimum sind deshalb keinerlei weitere "echte" Einzelheiten aus der Lichtkurve ableitbar.



    Außerdem wäre ein Planet mit einer Umlaufzeit von nur eineinhalb Stunden um einen G-Stern astrophysikalisch und himmelsmechanisch unmöglich: Sein Bahnradius läge nur in der Gegend von 400 000 Kilometern, das heißt er müsste innerhalb des Sterns umlaufen.



    Herzliche Grüße,

    Ihr Leserbriefredakteur,

    Ulrich Bastian