Lesermeinung - Sterne und Weltraum

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  • Ein trauriges Eingeständnis

    29.04.2011, Dipl.-Ing. Jörg Woker
    Ist es nicht ein trauriges Eingeständnis des eigenen Unvermögens? Man veranstaltet eine internationale Tagung zur Förderung eines dunklen Nachthimmels. Die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung zeigt in meinen Augen, wie weit wir uns in den Prozessen der Meinungsbildung in Sachen "Bewahrung der Schöpfung" von der Erfahrungsebene des Alltagslebens weg bewegen müssen, um Foren für solche eigentlichen Selbstverständlichkeiten zu finden.
    Nicht dass es nicht notwendig und sinnvoll wäre, sich für den dunklen Nachthimmel, also die Abwesenheit fremder Einflüsse darauf, einzusetzen. Nein - die Notwendigkeit solche Veranstaltungen als Initialinstrumente für Veränderungen zu schaffen, die aus reiner Vernunft - auch lokal - eigentlich heute schon auf der Hand liegen, sei es zur Energieersparnis und nachhaltigen Energiewirtschaft, sei es wegen des Artenschutzes, sei es wegen der Zersiedlung der Landschaft und dem Schutz der Landschaft, weitere Gründe können angefügt werden, jeder Gemeinderat bzw. Bürgermeister müsste doch schon längst durchs drückende Stadt- oder Gemeindesäckel den Griff zum Lichtschalter gesucht haben.
    Aber nein, da werden Gestaltungsaspekte und (vermeintliche oder wahre) Sicherheitsaspekte zitiert, Denkmäler müssen Identität stiften oder Besucher locken, oder schlichtweg gezeigt werden, wer man ist. Und dass man sich sowas nicht vorschreiben lässt. Denn letztlich entscheidet wieder das individuelle Interesse der einzelnen was geschieht - und das gesamtgesellschaftlich wie technisch sinnvolle muss mühsam erkämpft werden.
    In diesem Sinne wünsche ich der Veranstaltung in Catalonien viel Erfolg und einen guten Verlauf.
  • Wie weiß man das?

    23.04.2011, Liane Mayer, Wien
    Da sind also "100 Protosterne, die kurz davor stehen, die Wasserstofffusion in ihren Kernen zu zünden". Wenn ich so etwas lese, frage ich mich sofort, woher man wissen kann, dass die Zündung nicht bereits erfolgt ist. Dem Vernehmen nach dauert es ja eine Weile, bis die Strahlung, die bei der Wasserstoff - Fusion entsteht, aus dem Sterninneren nach außen dringt.
    Überhaupt wüsste ich gern, in welchen Zeitskalen man sich die Zündung eines Sterns vorstellen muss: Gibt es da irgendwann einen plötzlichen Helligkeitsanstieg zu beobachten? Ist es wie bei einer Glühlampe, wenn man den Strom einschaltet? Oder ist es eher ein unmerklicher Übergang, der sich über Jahrhunderte bis Jahrtausende hinzieht? Oder irgendwas dazwischen?
    Hat schon einmal jemand beobachtet, wie ein Stern "zündet"?
    Vielleicht dauert die eigentliche Zündung im Inneren ja nur kurz, während der beobachtbare Effekt nach außen durch die Staubmassen so lange verschleiert wird, bis dieselben weggeblasen sind (was dann doch Jahrtausende dauert).

    Danke im Voraus für die Mühe, mir zu antworten und liebe Grüße aus Wien!

    Antwort der Redaktion:
    Die "Zündung" der Kernreaktionen ist (außer bei den extrem seltenen Sternen mit ganz hohen Massen, um die es hier aber nicht geht) ein sehr allmählicher Vorgang, der sich über viele Jahrtausende hinzieht. Bei massearmen Sternen - deutlich unterhalb der Sonnenmasse - sind es sogar viele Millionen Jahre.



    Nach dem anfänglichen schnellen Kollaps einer Staub- und Gaswolke zu einem Protostern zieht dieser sich durch Wärmeabstrahlung ganz allmählich weiter zusammen. Dabei setzt er Gravitationsenergie teilweise zum Leuchten und teilweise zur weiteren Aufheizung seines Inneren ein. Anfangs sind die Dichte und Temperatur in seinem Kern noch zu gering für Kernreaktionen. Wenn die Temperatur hoch genug wird, beginnt "ein bisschen" Kernenergie-Erzeugung, und die Schrumpfung und innere Temperatur-Erhöhung verlangsamen sich. Sie setzen sich aber - immer langsamer - so lange fort, bis die innere Temperatur hoch genug ist, um durch Kernprozesse die gesamte Abstrahlung von der Oberfläche auszugleichen.



    Dann ist der Stern auf der Hauptreihe angekommen und leuchtet für sehr lange Zeit im Licht seiner Kernreaktionen. Die "Zündung" ist damit abgeschlossen.



    Woran erkennt man nun, dass er auf dem Weg zur "Zündung" ist? Am sichersten daran, dass er im Hertzsprung-Russell-Diagramm noch oberhalb der Hauptreihe liegt. Da man streng genommen seine genaue Oberflächentemperatur und Entfernung kennen muss, um dies zu beurteilen, schließt man öfters aus indirekten Anzeichen, die darauf hindeuten, dass er noch gar nicht alt genug ist, um auf der Hauptreihe angekommen zu sein. Dazu gehören die Existenz von Akkretionsscheiben aus noch einfallendem Material, weiters die von diesen Scheiben (auf immer noch geheimnisvolle Weise) erzeugten Gas-"Jets", oder kurzlebige Reste der Gaswolke, die zur Sternbildung kollabiert ist. Und so weiter.



    Zusammenfassend: Das Aufleuchten eines Sterns wird durch Gravitationsenergie und Kompressionserhitzung verursacht. Die "Zündung" der Kernreaktionen beendet später nur die allmähliche Schrumpfung des Protosterns zur Hauptreihe hin.
  • Unverhofft kommt oft

    08.04.2011, Dipl.-Ing. J. Woker
    Herrlich! Was sonst als "herrlich" kann die Reaktion auf diese Nachricht sein. Nicht wegen der in diese Reaktion interpretierbare Schadenfreude, keineswegs, denn die gibt es beim Verfasser an dieser Stelle nicht. Nein, exakt ein solches Ergebnis rechtfertigt Forschung. Neues zu finden, neue Fragestellungen und entsprechend neue Pfade zu neuen Antworten.
    Das ist etwas, das ich heute leider oft vermisse, die reine Neugierde, sich daran zu freuen, dass etwas nicht so einfach und klar in erwartete Schemata passt. Denn es stellt uns an die Position im Universum, an die wir gehören: die Lernenden und die Staunenden.
    Nur wenn wir uns das erhalten, können wir erkennen, dass uns all das, was wir da draußen sehen und erleben nicht gehört. Und vielleicht gehen wir dann auch so damit um.
    Ich wünsche den Forschern, die nun das erste Element einer neuen Frage vor sich sehen, bei der Suche nach den Antworten danach viel Erfolg - und viel Neugierde!
  • Ein Mitglied der Familie fehlt: CoRoT-7b

    08.04.2011, Dr. Ruth Titz-Weider
    In dem Artikel zu Kepler-10b in SuW 4/2011 (S. 26) und der Darstellung der terrestrischen Planeten fehlt ein wichtiger Planet in der Familie der terrestrischen Planeten: CoRoT-7b. CoRoT-7b war der erste terrestrische Planet, dessen Radius und Masse relativ genau angegeben werden konnte: seine Masse ist ungefähr das 4,8-fache der Erdmasse, sein Radius entspricht dem 1,7 fachen Erdradius. CoRoT-7b würde in der Grafik zwischen Kepler 7b und Kepler 10b liegen. CoRoT-7b hat eine Dichte von rund 5,6 g/cm³, sehr nahe bei der Dichte der Erde. Als ältestes Familienmitglied sollte er eine gebührende Erwähnung in Text und Grafik finden. CoRoT-7b wurde wurde 2009 entdeckt beruhend auf Messungen mit dem Satelliten CoRoT. In SuW wurde darüber im Dezember 2009 berichtet.
  • Klare Darstellung kosmologischer Zusammenhänge

    03.04.2011, Dr. Timm Deeg, Wachenheim an der Weinstraße
    Unter dem Titel "Horizonte" erläutert Herr Dr. Gottfried Beyvers auf der Leserbriefseite von SuW 4/2011 den Teilchen- und Ereignishorizont, gefolgt von einem Verweis auf einen Fachartikel. Auch laut Redaktion ist dieser Artikel mit dem Titel "Expanding Confusion: Common Misconceptions of Cosmological Horizons and the Superluminal Expansion of the Universe" empfehlenswert.

    Ganz besonders empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang das Kapitel "Das Weltall als Raum-Zeit-Diagramm" in dem Buch "Kleines 1x1 der Relativitätstheorie", dessen Co-Autor Herr Beyvers ist. Denn hier finden sich für das Verständnis wertvolle Ergänzungen, die in dem englischsprachigen Fachartikel fehlen. Ich kenne keine klarere und gleichzeitig allgemeinverständliche Darstellung kosmologischer Zusammenhänge.

    Dr. Timm Deeg, Wachenheim
  • Kosmische Hintergrundstrahlung: Der Sunjajew-Seldowitsch-Effekt (Sunyaev-Zel'dovich effect)

    16.03.2011, Dr. Robert H. Schertler, A-5280 Braunau am Inn
    Mich würde interessieren, warum im Infokasten auf S. 19 von SuW 3/2011 als Bezugsfrequenz der Verschiebung des Spektrums 218 GHz angeführt ist. Mit T = 2,725 K ergibt sich nach dem wienschen Gesetz: lambda(max) = 1,06 mm und daraus eine Frequenz der maximalen Strahldichte von 281,9 GHz.
    Übrigens ein großes Lob, dass in SuW auch schwierige Zusammenhänge kurz und prägnant erklärt werden, die man ansonsten wohl oft nicht kennen oder verstehen würde.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Dr. Schertler hat richtig gerechnet.
    Der Übergang zwischen den Wellenlängenbereichen, in denen der
    Sunjajew-Seldowitsch-Effekt eine Verminderung bzw. Erhöhung der Dichte eines ursprünglich Planck-förmigen Strahlungsfeldes bewirkt, liegt jedoch nicht beim Maximum der Planck-Kurve. Das ist in einer Leserbrief-Antwort in SuW 4/2005 sehr ausführlich erklärt worden. Die Frequenzangabe in dem Infokasten ist korrekt.



    Wegen weiterer möglicher Komplikationen und Missverständnisse zum Thema wiensches Verschiebungsgesetz sei zudem auf Leserbriefe in SuW 11/2008 und 1/2009 verwiesen.
  • Beginn der Abendsichtbarkeit

    15.03.2011, Stefan Krause, Bonn
    Hallo,

    mit dem Fernglas und auch fotografisch war Merkur hier in Bonn bereits am 7. und 8. März problemlos auszumachen. Ich konnte ihn für jeweils 15 Minuten beobachten; Berichte und Fotos unter http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?t=8308 .

    Mit freundlichen Grüßen,

    Stefan Krause
  • Wie weit ist es tatsächlich bis zum Mikrowellenhintergrund?

    13.03.2011, Peter Wüst, Überlingen
    Auf Seite 52 wird die tatsächliche Entfernung angesprochen, auf die wir zurückblicken, wenn wir Strahlung des Mikrowellenhintergrundes empfangen. Da ich wissen wollte, wie groß diese Entfernung zahlenmäßig ist, habe ich dazu den "Kosmologie-Rechner" auf der Internetseite von Ned Wright befragt (http://www.astro.ucla.edu/~wright/CosmoCalc.html), der nach Vorgabe des Rotverschiebungsparameters z für das derzeit akzeptierte Modell des expandierenden Universums die interessierenden Größen ausspuckt.
    Für z des Mikrowellenhintergrundes findet man in der Literatur den Wert 1089 angegeben.
    Damit ergibt sich für den Zeitpunkt der Rekombination 378 000 Jahre nach dem ANFANG (age at redshift) und für die "Emissionsentfernung" (angular size distance) 42 Millionen Lichtjahre.
    Man ist verblüfft angesichts der "Nähe", aus der diese Strahlung stammt. Ich glaube aber, verblüfft ist man nur, wenn man den Vorgang der Ausbreitung von Licht im expandierenden Universum sich nicht klar macht oder nicht ausreichend klar gemacht bekommt.
  • Zur Vorgeschichte des Effelsberger 100 Meter Teleskops

    11.03.2011, Prof.Dr. Kristen Rohlfs
    Zur Vorgeschichte des Effelsberger 100 Meter Teleskops sind vielleicht einige Ergänzungen von Interesse. Ich war während der ganzen Planungs- und Bauphase des Telerskops und auch danach Mitglied der radioastronomischen Abeilung des Astronomischen Instituts in Bonn. Aufbauend auf seine Erfahrungen mit dem 35 Meter Teleskop in Berlin Adlershof erkannte O. Hachenberg, daß es wichtig ist, daß alle Unterstützungspunkte des Spiegels möglichst gleich "weich" sein müssten und daß es nicht nur auf die Steifigkeit der Konstruktion ankommt. Durch die Unterstützung der VW-Stiftung wurde es möglich , Studien für ein 80 Meter Teleskop in Auftrag zu geben, die diese Überlegungen berücksichtigten.
    Das Ergebnis waren zwei Entwürfe, einer von MAN Gustavsburg, der eine Weiterentwicklung des von MAN gebauten 64-m Teleskops in Parkes/Australien war und ein zweiter neuartiger Entwurf der Firma Krupp Stahlbau. Nach langen Diskussionen, an denen auch der holländische Ingenieur B.Hooghoudt maßgeblich beteiligt war, wurde der Krupp´sche Entwurf ausgewählt.
    Zur gleichen Zeit verfolgte auch Sebastian von Hoerner im Zuge von Berufungsverhandlungen mit der Universität Tübingen Pläne für ein 160 Meter Teleskop, dessen Reflektorfläche aus Seilen gebildet wurde, die in einem Ring augespannt wurden.
    Versuche, die beiden Konzepte und ihre Vertreter auf ein Projekt zu einigen waren nicht erfolgreich, und so entschied sich die Max-Planck-Gesellschaft schliesslich für das Hachenberg´sche Projekt und gründete das MPI für Radioastronomie in Bonn mit Hachenberg als Gründungsdirektor.
    Da aber MAN durch den Bau des 64 Meter Teleskops unschätzbare Erfahrungen im Bau großer Teleskope hatte, ging der Bau Auftrag an die Arbeitsgemeinschaft Stahlbau Radioteleskop "Arge Star", die von den beiden Firmen zu diesem Zweck gegründet worden war. Die Kosten für den Bau des Teleskops in Höhe von 18 Mill. DM wurden durch die VW Stiftung getragen.
    Inzwischen waren leistungsfähige Rechenprogramme zur "finiten Element Analyse" entwickelt worden, die es erlaubten, die durch die Schwerkraft verursachten Verformungen räumlicher Fachwerke zu berechnen. Damit wurde es möglich nachzuprüfen, ob die gewählte Konstruktion die Kriterien einer "homologen Verformung" erfüllten, die inzwischen von v.Hoerner entwickelt worden waren. Seine theoretischen Überlegungen zu homolog verformbaren Strukturen konnten allerdings nicht einbezogen werden.
    Wie erfolgreich die Homologie im 100 Meter Teleskop realisiert wurde, kann man daraus entnehmen, daß die absoluten Verformungen des Spiegels durch die Schwerkraft von etwa 70 mm nur zu Fehlern in der Reflektorfläche von ca. 0.1 mm führt, wenn man das Teleskop um 90 Grad kippt.
  • Die Rakete "Liberty" - Warum entwickeln, was schon da ist?

    11.02.2011, Mark Korn, Neese
    Hier und in anderen Puplikationen wird das Libertykonzept als "genial" und "originell" bezeichnet. Von außen betrachtet, frage ich mich jedoch, ob es diese Adjektive wirklich verdient?
    Diese Technik ist doch längst vorhanden, sie heißt Ariane 5ECA (Beschreibung siehe z.B. bei Wikipedia) und kann sogar noch eine Tonne mehr in den LEO (erdnahen Orbit, z.B. zur ISS) bringen.

    Als "crew transportation vehicle" wäre es sicher nötig, die derzeitige Oberstufe zu modifizieren. Jedoch ist das beim Liberty-Konzept ebenso nötig.

    Warum 200 Mio$ für etwas ausgegeben werden sollen, das schon fast vollständig existiert ist mir schleierhaft. Oder geht es hier doch eher wieder mal um nationale Interessen? Auch wenn es dann ein Gemeinschaftsprojekt wäre, die Booster kämen bei Liberty ja zumindest aus den USA, und mit dem Zusammenbau in jenem Land wäre es dann schon eine "fast US amerikanische Transportlösung".
  • Exoplaneten auf schiefen Bahnen

    24.01.2011, Liane Mayer, Wien
    Der Rossiter-McLaughlin-Effekt, wie auf der Zeichnung gezeigt, scheint mir nur zu funktionieren, wenn die Linie, entlang der die Bedeckung erfolgt, nicht durch das Zentrum der Sternscheibe geht. Wie weiß man das aber? Je exzentrischer diese gedachte Linie ist, desto stärker müsste sich doch die Bahnneigung auswirken, sodass es mir unmöglich scheint, ohne Information über die Geometrie der Bedeckungslinie zu quantitativ zuverlässigen Ergebnissen zu kommen.
    Und was tut man, wenn der Planet genau vor der Mitte des Sterns vorbeizieht? Dann sollte die Geschwindigkeitskurve auf jeden Fall symmetrisch sein, egal, wie der Stern geneigt ist!
    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Antwort der Redaktion:
    Richtig, mit dem Effekt kann man eine Bahnneigung nicht ausschließen. Eine symmetrische Radialgeschwindigkeitskurve kann entweder bedeuten, dass die Bahnneigung null ist, oder aber dass die Bahn zwar geneigt, aber der Transit genau zentral verlaufen ist.



    Aber: Wenn die Kurve unsymmetrisch ist, dann ist die Bahn auf jeden Fall geneigt. Und aus dem Grad der Unsymmetrie lässt sich zumindest eine untere Grenze fuer die Größe der Bahnneigung ableiten. Unter günstigen Umständen kann man auch einen tatsächlichen Messwert für die Bahnneigung gewinnen.



    Als Rossiter-McLaughlin-Effekt wird übrigens der gesamte "Ausschlag" der Radialgeschwindigkeit beim Transit bezeichnet, nicht dessen Unsymmetrie durch eine Bahnneigung.
    Der Effekt tritt bei allen Transits vor rotierenden Sternen auf, gleichgültig ob die Bahn geneigt ist oder nicht. Der Effekt verschwindet lediglich in zwei sehr speziellen Fällen:


    a) Der Stern zeigt mit seinem Pol genau zur Erde.


    b) Der Planet läuft mit Bahnneigung 90 Grad genau zentral über die Sternscheibe.
  • Originale kosmische Klänge - nicht wirklich neu

    24.01.2011, Frank Specht
    Ich beziehe mich auf ein Zitat von Herrn Israelian: "erstmals werden die originalen kosmischen Klänge von Himmelskörpern in der Öffentlichkeit zu hören sein."

    Das stimmt so nicht. Bereits 1984 hat der japanische Musiker Isao Tomita Radiostrahlung verschiedener Sterne (AD Leo, V371 Orionis, etc.) in sein Album "Dawn Chorus" eingebaut.

    Des weiteren gibt es eine 5 CDs umfassende Veröffentlichung von 1993 namens "Symphonies Of The Planets - NASA Voyager Recordings", auf denen die von den Voyager-Sonden besuchten Planeten im Radiobereich zu hören sind.

    Und nicht zuletzt haben Rainbow Serpent, eine deutsche Elektronikformation, der ich angehöre, auf dem 2001 erschienenem Album "Voices of the first day" Radiorauschen von Jupiter, aufgenommen von der Raumsonde CASSINI im Dez. 2000, eingemischt.

    Am weitesten trieb es wohl Prof. Stroh von der Universität Oldenburg, der (Zitat) "aus den Positionen von bis zu 15 Gestirnen an der Ekliptik eine zeitliche Abfolge von MIDI-Daten nach einer holographischen Kompositionsmethode erzeugt." (Quelle: http://www.musik-for.uni-oldenburg.de/planet/index1.html)

    Das, was Tangerine Dream also angeblich erstmals vorführen werden, gibt es nach meiner Ansicht seit mindestens drei Jahrzehnten.

    Mit freundlichem Gruß
  • Leben trotz Riesen-Flares möglich

    19.01.2011, Heilsbronn
    Selbst starke Flares müssten nicht zwingend lebensfeindliche Bedingungen schaffen, denn das Leben könnte sich dann auf einem Planenten um diesen Stern in tiefen Ozeanen befinden.
    Das Leben hätte lediglich schlechte Karten, diese Ozeane zu verlassen und würde sich an Land dann ausschließlich unter dem Boden oder aber mit dicken reflektierenden Panzerungen (ähnlich der Schildkröte) entwickeln.

    M. Hänle, Heilsbronn
  • Lichtsäulen mit Trichtern

    15.01.2011, Alexander Haußmann, Dresden
    Ich habe mich sehr gefreut, dass in der Januar-Ausgabe auch wieder einige Bilder atmosphärischer Erscheinungen enthalten waren. Besonders gefallen hat mir das Bild der Lichtsäulen mit Trichter von Christof Wiedemair auf Seite 94. Bei den rätselhaften Trichtern handelt es sich übrigens um den oberen 22°-Berührungsbogen, welcher durch Lichtbrechung in horizontal ausgerichteten, säulenförmigen Eiskristalle hervorgerufen wird. Diese Erscheinung überlagert sich mit den Lichtsäulen, die durch Reflexion entstehen. Mehr zu den Besonderheiten von Halos an irdischen Lichtquellen findet sich im Manuskript "Streetlight Halos" von Walter Tape (sites.google.com/a/alaska.edu/walt-tape) sowie den Seiten der deutschsprachigen (www.meteoros.de) und finnischen Beobachternetzwerke (www.ursa.fi/blogit/ice_crystal_halos). Berichte über winterliche Haloerscheinungen an irdischen Lichtquellen finden sich auch in den VdS-Journalen Nr. 19 und 34.
  • Ballonteleskope

    10.01.2011, Dr. Helmut Steinle
    In dem Artikel steht auf Seite 19 "Das Sonnenteleskop
    SUNRISE hat einen Spiegeldurchmesser von einem Meter
    und ist damit das größte Ballon-Instrument, das jemals
    den Erdboden verlassen hat".
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch schon groessere Ballon-Teleskope gestartet wurden, aber mit Sicherheit weiss ich, dass am Max-Planck-Institut fuer extraterrestrische Physik anfang der 1980-er Jahre das Infrarot-Teleskop "Goldener Drache" einen Spiegelduchmesser von 1 m hatte und mehrfach von Palestine in Texas aus geflogen ist. (s. "The 1m Balloon-Borne Telescope "GOLDEN DRAGON" for Far-Infrared Astronomy.
    Autoren: S. Drapatz, L. Haser, R. Hofmann, R. et al.
    Mitteilungen der Astronomischen Gesellschaft, Vol. 54, p.91).