Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Galileo Galilei war kein Märtyrer, er schützte seine Augen

    20.07.2009, Prof. Dr. Franz Daxecker, 6020 Innsbruck, Gufeltalweg 9a
    Dafür gibt es klare historische und medizinische Belege.

    Antwort der Redaktion:
    Die von Herrn Prof. Daxecker aufgeführten Gründe werden in einem der nächsten SuW-Hefte auf der Leserbriefseite zu finden sein.
  • Apollo-Mondpanoramen

    05.07.2009, Holger Marten Wächtersbach
    Als begeisterter Leser von Sterne und Weltraum habe ich mit sehr großem Interesse ihren Beitrag zur Landung von Apollo 11 gelesen. Hier haben sie auf Seite 35 und 36 ein Panoramabild der Apollo 11 Landestelle abgebildet. Woher kann ich dieses Panoramabild, als Poster oder Fotografie, beziehen?

    MfG H. Marten
    Antwort der Redaktion:
    Sie können die Panoramabilder von den Landeplätzen der verschiedenen Missionen auf der Website des Lunar & Planetary Institute der NASA herunterladen, auf CD brennen und von einem kommerziellen Fotolabor ausgeben lassen. Sie finden die Bilder in sehr hoher Auflösung hier.


    Tilmann Althaus / Redaktion "Sterne und Weltraum"
  • Kreisförmige Planetenbahnen

    25.06.2009, Heiner Kemmann, Genklerhardt 13, 51647 Gummersbach
    Ich hörte einmal, dass das Sonnensystem mit mehreren Planeten ein chaotisches System bildet, das sich zukünftig noch wesentlich weiter von kreisförmigen Planetenbahnen wegentwickelt. Bei der Erde soll es vor allem der Einfluss von Jupiter, danach Venus sein, der die Erdumlaufbahn "verbeult".
    Gibt es eine "maximale Exzentrität"? In welchen Zeiträumen finden solche Verformungen statt? Kann man das heute auf Rechnern simulieren? Hat das schon mal jemand gemacht?

    Freundliche Grüße

    Antwort der Redaktion:
    Herr Kemmann hat richtig gehört. Antworten auf alle seine Fragen findet man in den beiden schönen Aufsätzen von Günther Wuchterl in SuW 6/2002, S. 24-33 und SuW 12/2002, S. 32-41. Das Fazit im Dezemberheft lautet: "Das Sonnensystem ist nicht stabil, es ist nur alt". Drastische Änderungen der Planetenbahnen sind auf lange Sicht zu erwarten. Die zeitlich nächstgelegene ist wahrscheinlich ein kompletter Rauswurf des Merkur aus dem Sonnensystem innerhalb einiger Milliarden Jahre.



    Es handelt sich hierbei um ein noch sehr aktives Forschungsfeld, in dem viele Antworten derzeit als vorläufig angesehen werden müssen. Nach 2002 ist auf dem Gebiet weiter gearbeitet worden. Neben den bereits von Wuchterl zitierten Originalarbeiten sind zum Beispiel die folgenden neueren als Einstieg in die Literatur geeignet:



    Kholshevnikov, K. V.; Kuznetsov, E. D.:
    Review of the works on the orbital evolution of solar system major planets, 2007, in SolSystRes, Bd. 41, S. 265, und



    Ito, Takashi; Tanikawa, Kiyotaka:
    Long-term integrations and stability of planetary orbits in our Solar system, 2002, in MonNotRoyAstronSoc, Bd. 336, S. 483
  • Mondsonde als Müll, Teil 2

    23.06.2009, Michael Khan, Darmstadt
    Dies ist ein Kommentar zum Leserbrief "Mondsonde als Müll" von Frank Reinshagen vom 13.06.2009

    Die Mondoberfläche hat eine Ausdehnung von 38 Millionen Quadratkilometern. Das ist mehr als der ganze Kontinent Afrika (30 Millionen qkm) und etwas weniger als Nord- und Südamerika zusammen (42 Millionen qkm).

    Was soll es da schon ausmachen, wenn ab und zu eine Raumsonde einige Hundert Kilo Schrott auf der Onerfläche zurücklässt? (Einiges wird beim Einschlag verdampft sein, der Rest in der Umgebung des Einschlagsorts feinverteilt)

    Nicht nur steht das in keiner Relation zu der Gesamtfläche des Mondes, es ist auch noch verschwindend wenig im Vergleich zu der viel größeren Masse an kleinen und großen Meteoriten, die täglich den Mond treffen und ihn damit "zumüllen" - mit einem Cocktail aus verschiedenen Silikaten, Metallen und Kohlenwasserstoffen, der sich im Endeffekt auch nicht dramatisch von dem bisschen Metall und Kohlenwasserstoff unterscheidet, das eine Mondsonde hinterlässt.

    Bei allem lobenswerten Einsatz für die Reinhaltung des Sonnensystems: Man soll doch bitte die Kirche im Dorf lassen. Ein niedriges Mondorbit ist nun einmal instabil. Man kann nicht verhindern, dass eine Mondsonde, wenn ihr Treibstoff aufgebraucht ist, abstürzt. Die Alternative wäre, nicht erst hinzufliegen und damit auch den Mond nicht zu erforschen. Ist das etwa besser?

    Die Besucher von einem fremden Planeten sollten erst einmal darlegen, wie groß denn der CO2-Fußabdruck ihres Flugs zu uns gewesen ist und ob ihre Reise auch wirklich energetisch nachhaltig war. Falls nicht - und davon kann man ausgehen - haben sie auch nicht zu kritisieren, was wir mit unserem Trabanten machen.
  • Gravitative Bindung kontra Expansion

    16.06.2009, Dr. Timm Deeg, Wachenheim an der Weinstraße
    Fixsternsysteme, Galaxien und Galaxienhaufen werden aufgrund ihrer gravitativen Bindung nicht durch die kosmologische Expansion auseinander gerissen. Es stellt sich vielmehr eine Art Gleichgewicht zwischen Anziehung und Auseinanderdriften ein.
    Nun stellt sich mir die Frage nach der Verallgemeinerung dieses Sachverhalts. Zwei gleichgroße Massen m befinden sich im Abstand x in dem oben beschriebenen Gleichgewichtszustand. Der Einfluß weiterer Massen werde vernachlässigt. Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Expansionsrate sollte es dann möglich sein, den Abstand x als Funktion von m darzustellen, also etwa für Wasserstoff Atome, Planeten, Fixsterne, Galaxien und Galaxienhaufen.

    Antwort der Redaktion:
    Eine solche Beziehung kann man nicht aufstellen, da es das von Herrn Deeg beschriebene "Gleichgewicht" in dieser Form nicht gibt. Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass die kosmische Expansion Kräfte auf die mitfliegenden Körper ausübe und sie "auseinander reiße". Solche Kräfte gibt es nicht. Das Gleichgewicht, das die Sonne, die Planeten und Galaxien auf einer bestimmten Größe beharren, also weder expandieren noch schrumpfen lässt, ist ein Gleichgweicht zwischen der Gravitation und anderen Kräften. Letztere haben mit Kosmologie und der Expansion des Universums nichts zu tun.
    Bei der Sonne ist es der Gasdruck, bei Planeten ist es die Festigkeit des Materials, bei Galaxien sind es Fliehkräfte.



    Diese Körper haben durch ihre Schwerkraft die kosmische Expansion abgebremst und umgekehrt. Die Expansion spielt nun keinerlei Rolle mehr. Dazu war es nur nötig, die anfängliche Expansionsgeschwindigkeit zu beseitigen, nicht aber gegen Kräfte anzuarbeiten.



    Die seit kurzem im Universum vermutete Dunkle Energie übt zwar (wenn es sie gibt) tatsächlich Kräfte aus, aber in diesem Zusammenhang völlig vernachlässigbare.



    UB.
  • Mondsonde als Müll

    13.06.2009, Frank Reinshagen
    Es ist traurig, dass die Menscheit überall im Kosmos ihren Müll zurück lässt. Haben wir nicht genug gefährlichen Müll im Erdorbit? Jetzt werden auch noch die Planeten zugemüllt. Was für einen Eindruck sollen Besucher von fremden Planeten von uns bekommen?
  • "Hubble" in der letzten Lebensphase?

    23.05.2009, Dipl.-Ing. J. Woker, Koblenz
    Mit dem Ende der Atlantis-Mission und dem Wiederaussetzen von "Hubble" tritt dieses, wenn sich die Planungen so erfüllen wie sie aufgestellt wurden, in seine letzte Lebensphase. Betrachtet man die Zeit, in der die Systeme dieses Veteranen letztlich durchgehalten haben, dann ist dies sicher ein Anlass, den Hut vor den seinerzeitigen Konstrukteuren zu ziehen.

    Aber auch ein Anlass, nach vorne zu sehen. Längst sind die Möglichkeiten weit über das hinaus gewachsen, was Hubble heute möglich macht. Die Nachrüstung wird einige Aspekte für das alte Teleskop wieder nutzbar machen, aber die Grenzen sind offensichtlich. Die "Nachfolger" stehen in den Startlöchern. Die Langlebigkeit von Hubble eröffnen diesen, auch wenn sie an den Lagrange-Punkten für uns Menschen mangels eines ausreichend weitreichenden Transportsystems wohl unerreichbar und damit auch nicht wartbar sein werden, eine gute Perspektive.

    Bliebe die Frage offen, ob nicht die Flut der derzeit im Orbit befindlichen astrophysikalischen Sonden ein Indiz dafür ist, dass eine dauerhafte Plattform wie die ISS letztlich ein sinnvoller Standort für dauerhaft in Weltraum betriebene Observatorien sein könnte, auch wenn die ISS in ihrer heutigen Konfiguration immer noch mehr ein Labor ihrer selbst als ein Arbeitsplatz ist. Aber auch hier wird die nächste Generation erwachsener und eher auf Produktivität ausgerichtet sein.
    Antwort der Redaktion:
    Die erwähnten neuen Teleskope gehen nicht ohne Grund so weit von der Erde weg. Der erdnahe Raum ist für viele ehrgeizige Astronomie-Missionen ungeeignet. Das Gravitationsfeld, das Magnetfeld und die Restatmosphäre zerren an den Raumfahrzeugen herum, die große warme Erde strahlt alle paar Minuten aus einer anderen Richtung auf die Instrumente und verhindert so ein stabiles thermisches Gleichgewicht. Sehr tiefe Temperaturen sind ganz generell nur mit viel Aufwand zu erreichen.



    Die ISS, bzw. eine bemannte Station allgemein, ist noch unangenehmer: Durch die Bewegungen der Astronauten kommt zu den Einflüssen der Erde auch noch eine mechanische Unruhe hinzu. Kurz gesagt: Es rüttelt ständig. Ein solcher Standort wird deshalb von praktisch allen Astronomen als ungeeignet angesehen.



    Die Wartbarkeit von "Hubble" hat dieses Instrument zwar regelmäßig in der Tagesschau und anderen Massenmedien erscheinen lassen, hat aber einen sehr hohen Preis gehabt.
    Für die Kosten einer einzigen bemannten Wartungsmission hätte man jeweils eine ganze Anzahl weiterer Kopien des "Hubble" bauen und starten können. Wobei aber natürlich das Argument nicht unberechtigt ist, dass die entscheidenden Politiker die Mittel für z.B. zehn "Hubbles" wohl eher nicht, für ein paar Shuttle-Starts aber durchaus zu zahlen bereit sind.



    U.B.
  • T Leporis als Scheibe aufgelöst [Heft Mai 2009, Seite 17]

    20.04.2009, Bernhard Treichler, 8421 Matzelsdorf 24
    Im o.a. Artikel im Heft Mai 2009 auf Seite 17 steht nachfolgende Angabe:

    "T Leporis ist ein Mira-Stern mit dem rund hundertfachen Durchmesser der Sonne. befände er sich im Zentrum unseres Planetensystems, so würde er sich bis etwa zur Erdbahn erstrecken."

    Sonnendurchmesser: ~1,391.4 Millionen km
    Durchmessers T Leporis demnach: ~ 139 Millionen km

    Erdabstand zur Sonne: ~ 147,1 bis 151,1 Millionen km, bzw.
    mittlerer Abstand zur Sonne: ~ 149,6 Millionen km

    Wenn sich nun T Leporis tatsächlich im Zentrum unseres Sonnensystems befinden würde, so würde der Radius dieses Sterns knapp 70 Millionen km in Richtung Erde reichen, also nicht wie im Text beschrieben "sich bis etwa zur Erdbahn erstrecken", sondern maximal knapp die halbe Strecke davon einnehmen.

    Sogar Venus mit einem mittleren Abstand zur Sonne mit rund 108 Millionen km würde sich noch außerhalb des Sternes befinden. Merkur hingegen befände sich im Sterneninneren.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Treichler hat völlig Recht. Zusätzlich zu diesem Leserbrief erhielten wir einen weiteren von Alexander Friedo aus Stedtlingen, der anmerkte, dass ihm diese Verwechslung von SternDURCHMESSER mit ErdbahnRADIUS in der populären Literatur schon öfters begegnet ist.
  • Ursuppe mit Variationen

    13.04.2009, Klaus Moll
    Die Rückschlüsse hier sind doch sehr gewagt, wenn man davon ausgeht, dass die untersuchten Sonnen nur wenige Millionen Jahre alt sind.
  • DenkMal: Tag und Jahr

    09.04.2009, A. Dietrich, Görlitz
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    hinsichtlich der DenkMal-Frage "Auf
    welchem Planeten des Sonnensystems dauert ein
    Tag länger als ein Jahr?" ist meiner
    Meinung nach die richtige Antwort davon
    abhängig, was unter einem "Tag" zu
    verstehen ist.

    Wird als ein Tag die Rotation um 360 Grad
    (siderische Rotationsperiode) angesetzt, so ist
    Venus richtig (sid. Rotation: 243 d, Umlaufzeit:
    225 d, wobei "d" hier einen Erdentag bedeutet).
    Wird dagegen die Rotationsdauer von einem Tag
    auf die Sonne bezogen (synodische
    Rotationsperiode), so wäre die richtige Antwort
    Merkur (syn. Rotation: 176 d, Umlaufzeit: 88 d).

    Auch sollte man mit dem Begriff "Jahr"
    Vorsicht walten lassen, da ein Jahr mit
    der Umlaufzeit der Erde korreliert ist. Es wäre
    also der besseren Eindeutigkeit wegen notwendig, von
    "Planetenjahren" zu sprechen oder
    die Frage so zu formulieren: Bei welchem
    Planeten ist die (sid. oder syn.) Rotationsdauer
    größer als seine Umlaufzeit?
  • Nur noch Show?

    07.04.2009, Manfred Holl
    Beim Lesen dieser Kurzmitteilung frage ich mich, warum angesichts der negativen PISA-Zahlen nach wie vor viel Wert auf Effekte und Events gelegt wird, aber dabei die Weiterverbreitung (astronomischen) Wissens eine zunehmend untergeordnete Rolle spielt.

  • ISS

    25.03.2009, Cleto Tolpeit, St Lorenzen
    Die Arbeit der Astronauten grenzt wahrlich an Heldentaten.
    Man kann sie vergleichen mit den grossen Entdeckern (Kolumbus, Marco Polo). Ich hoffe sie werden auch entsprechend von der Geschichte honoriert.
    Bei einer moeglichen bemannten Marsmission kommen mir aber schon Bedenken. Wie kann man 2 jahre in einem so kleinen Raum verbringen?.....
  • Einsturz oder Einschlag?

    24.03.2009, Rolf Kohl , Langgöns
    Nach meiner Meinung kann es sich durchaus um einen Einschlagkrater handeln. Wenn nämlich - wie in der Nachricht beschrieben - Hohlräume unterhalb von relativ dünnen Decken bestehen und dort Fremdkörper niedergehen, dann kann sich seitlich kein Wall bilden. Es entsteht vermutlich ein kreisrundes Loch. Hier auf der Erde kann man dies schön an dünnen Eisdecken auf Gewässern nachstellen.

    Was mich bei diesen Bildern noch wundert, ist dass der Boden so hellweiß ist, während Ergussgesteine doch eher dunkel oder schwarz sein dürften. Einen Unterschied zu irdischen Ergussgesteinen dürfte es kaum geben, da die Zusammensetzung sehr ähnlich sein dürfte.
    Mir hat sich mehrfach schon der Verdacht aufgedrängt, dass es sich vieleicht sogar um Eisböden handelt, da auch in diesen Löchern erkennbare Felsen weiß und nicht schwarz sind.
    Antwort der Redaktion:
    Herr Kohl hat insofern Recht als der Einsturz im Einzelfall durch einen Einschlag ausgelöst werden kann. Aber generell ist dazu kein Einschlag nötig, wie auch durch ähnliche Strukturen auf der Erde nahegelegt wird.

    Seine Argumente bezüglich der Helligkeit des Materials auf dem Boden des Lochs sind weniger stichhaltig. Da man die genauen Beleuchtungs- und Reflexionsverhältnisse im Innern des Schachts nicht kennt, kann aus den gezeigten Bildern nicht abgeleitet werden, wie hell oder dunkel der Boden genau ist.
  • Womöglich im Zentrum unserer Milchstraße mehrere Schwarze Löcher?

    05.03.2009, Michael Schlaak, Dessau-Roßlau
    Die oben veröffentlichte Meldung verwundert mich nun etwas. Am vergangenen Sonntag (01.03.) sah ich in "alpha centauri" bei BR-alpha eine Sendung zu eben diesem Thema. Professor Lesch sprach dabei die Vermutung aus, dass Beobachtungen mithilfe von Radioteleskopen vermuten lassen, dass möglicherweise im Zentrum unserer Galaxis auch mehrere schwarze Löcher ihr Unwesen treiben, nur wären sie schon einige Zeit wenig aktiv, da es wahrscheinlich wenig Gas und Staub zu verschlingen gibt. Da diese Sendung eine frühere Aufzeichnung war (copyright 2006) glaubte, ich dass inzwischen schon neuere Erkenntnisse vorhanden sein müssten. Deshalb erstaunt mich jetzt die Meldung, dass erstmalig so ein Phänomen beobachtet wurde.
    Antwort der Redaktion:
    Harald Lesch bezog sich auf sehr indirekte Hinweise, die eine sehr vage Vermutung begründeten, die sich aber bisher nicht weiter konkretisiert haben. Die neue Beobachtung ist dagegen sehr konkret: Hier sieht man direkt die Spektren zweier Quasar-ähnlicher Objekte im Kern derselben Galaxie. Das ist in der Tat etwas Neues. - UB
  • Kometenschweif

    25.02.2009, Uwe Lemmer, Stuttgart
    Die Bahngeometrie macht das Erkennen des Kometenschweifes von Lulin nicht einfach, zumal Staub- und Ionenschweif in verschiedene Richtungen zeigen. Aber hätte man in Ihrer Übersichtsgrafik den Schweif nicht anders herum zeichnen müssen? Auf den meisten Astroaufnahmen sehe ich einen Schweif, der nach Osten (also vom Löwen in Richtung Jungfrau) zeigt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Uwe Lemmer
    Antwort der Redaktion:
    Die Sache ist etwas komplizierter. Da wir uns derzeit fast genau zwischen der Sonne und dem Kometen, und zudem fast genau in seiner Bahnebene, sehen wir den in der Bahnebene verteilten Staub zu beiden Seiten des Kometen, allerdings auf der Ostseite (in Flugrichtung "hinter" dem Kometen) wesentlich deutlicher. Das ist der Schweif, den Herr Lemmer in seiner Frage diskutiert. Der Gasschweif dagegen war Anfang des Jahres nach Westen gerichtet (wie in der Übersichtskarte). Dann war er Mitte Februar eine Weile praktisch unsichtbar, da er genau von uns weg zeigte und von der Koma überlagert wurde. Und nach seiner kürzlich durchlaufenen Opposition wird der Komet uns ab jetzt seinen Gasschweif nach Osten gerichtet präsentieren. Dieser Richtungswechsel ist in der Karte nicht korrekt wiedergegeben. UB