Lesermeinung - Sterne und Weltraum

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • "Der Himmel 2008" - Jahrbuch 2009?

    16.11.2008, Uwe Möller, Berlin
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    das Jahrbuch "Der Himmel 2008" finde ich sehr gelungen, und es ist sehr hilfreich für mich. Aus diesem Grund möchte ich gerne wissen, ob für 2009 ein ähnliches Projekt geplant ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Uwe Möller

    Antwort der Redaktion:
    Mit der Zeitschrift "Astronomie heute" ist auch das zugehörige Jahrbuch eingestellt worden. Wir können Sie aber auf die weiterhin erscheinende Reihe "Ahnert - Astronomisches Jahrbuch" für 2009 verweisen.
  • Ungesunder Marsboden

    16.11.2008, Manfred Seidel, Westhausen
    Wie bereits in dem Artikel erwähnt wurde kommen Perchlorate auch in Raketentreibstoffen vor.
    Dadurch könnte es ja wohl durchaus möglich sein, dass die Nasa den Boden um die Landestelle durch ihre eigenen Bremsraketen verunreinigt hat.
    Antwort der Redaktion:
    Perchlorate kommen in festen Raketentreibstoffen vor. Phoenix ist jedoch mit einer Flüssigkeitsrakete gelandet. Der Treibstoff besteht aus Hydrazin und Distickstofftetroxid.
    Auch bei dessen Verbrennung können keine Perchlorate entstehen. Diese müssen also wirklich zum Marsboden gehören.
  • Multiple Universen

    14.11.2008, Anna Hannover
    Es wäre auch denkbar, dass unsere Sicht der Entstehung des Universums sehr einseitig ist. Wir sehen es als einmaliges Ereignis. Letzendlich wäre auch denkbar, dass unser Universum entstand und während dessen ein anderes kollabierte und ein weiteres sich in der Wachstumsphase befand. Es kann sein, dass unser Universum einfach eins von vielen ist. Eins, das uns erlaubt, viele Fragen zu stellen und Antworten zu finden, aber letztendlich gibt es uns die Antwort nicht, ob es das einzige ist.
    Ich finde die Theorie, die besagt, dass viele Universen gleichzeitig existieren, eine interessante und letzendlich erklärende Lösung.
    Antwort der Redaktion:
    "Theorie" ist vielleicht (noch) ein zu starkes Wort für die diversen wissenschaftlichen Spekulationen über "Multiversen" und einen übergeordneten Gesamtkosmos, aber die Ästhetik solcher Ideen ist unbestreitbar. - UB
  • Duale Universen

    04.11.2008, Thomas Wienand, Hannover
    Da die Entstehung unseres Universums während des Urknalls leider nicht von außen beobachtbar ist, wäre es auch denkbar, dass ein Paralleluniversum entstand. In diesem könnte dann das gleiche Ungleichgewicht beobachtbar sein wie in unserem, nur dass dort die Galaxien aus Antimaterie bestünden. In jenem Universum würde man über die Abwesenheit der Materie grübeln.
  • Leuchterscheinung am 25.10.08 23:25

    27.10.2008, Alfred Reismüller
    Habe heute um 23:25 folgende Beobachtung gemacht.
    Kann bei einem meiner Fenster in Ottakring vom 4. Stock genau nach Westen schauen, und sehe vier Lichtpunkte, drei näher beisammen, der vierte etwas weiter von den anderen entfernt. Sie leuchteten und flackerten rötlich und bewegten sich in meine Richtung, aus dem Westen kommend, und zwar unterhalb der Nebelgrenze, sonst hätte ich sie nicht sehen können. Drei davon verloschen nach ca. 30 sec. jedoch nicht zur gleichen Zeit, der vierte Punkt flog weiter und war auch größer als die anderen drei, änderte anscheinend den Kurs ein wenig in südlicher Richtung, erlosch dann ebenfalls, vielleicht 30 sec. später. Ich vermute entweder einen unkontrolliert abgestürzten Satelliten, oder einen explodierenden Meteoriten oder Asteroiden oberhalb der Nebelgrenze und die Teile, die davon in der Athmosphäre verglühten, sah ich verlöschen.

    Alfred Reismüller,
    Wien, 1160 Ottakringerstr.168
    Antwort der Redaktion:
    Das waren mal wieder einige dieser Partyballons - kleine Heißlufballons aus einem durchscheinenden Papierglobus (50-80cm), unten offen und mit einer Kerze drin, um die Luft anzuheizen. Eigentlich ein grober Unfug, wegen Waldbrandgefahr und Müll in der Landschaft. Wir erhalten jeden Sommer etliche dieser Anfragen.




    Herzliche Grüße,
    Ihr Leserbriefredakteur,
    Ulrich Bastian
  • Was lange währt ...

    03.10.2008, Dipl.-Ing. J. Woker, Kaiserslautern
    ... wird endlich gut. Diese Weisheit passt wie der nun erfolgreich absolvierte 4. Flug des "Falken" zeigt, auch hier.

    Nachdem bei den ersten drei Fehlversuchen die Häme bezüglich des privaten Versuchs eines Zugangs zum Satellitengeschäft doch erkennbar zunahm ist es zu begrüßen, dass sich die Macher des Projekts von den Rückschlägen nicht haben entmutigen lassen.

    Mit dem bewiesenen Pioniergeist und der nun ebenso erwiesenen Fähigkeit, eine wenn auch noch kleine Nutzlast in den Orbit zu bringen, kann man dem Team nur wünschen, dass sie die nun gezeigten Fähigkeiten festigen und verlässlich ausbauen können. Den Nutzern kann es nur recht sein, dass auch in diesem wichtigen Bereich der Technik das Monopol der staatlichen Anbieter mittelfristig Geschichte sein wird.
  • Unsinniger Versuch

    29.09.2008, Theodora Pape, Göttingen
    Dass die in den kleinen Gesteinsbrocken am Hitzeschild angebrachten Mikroben den Wiedereintritt in die Erdatmosphäe nicht überstanden, das hätte man auch genau so auf dem Boden (der Tatsachen) erproben können, ohne dafür in den Weltraum zu müssen.
    Denn die Gesteinsproben wurden erwartungsgemäß vollständig durchheizt, was aber mit einem Meteoriten nicht immer geschehen würde.

    Zumindest haben die Wisssenschaftler herausgefunden, dass Mikroben eine Temperatur von 1000° Celsius nicht überleben, auch wenn diese im Gestein sind, was man auch in einem normalen Ofen hätte herausfinden können.

    Die Interpretation des Versuchs ist daher stark anzuzweifeln. Weil doch meteoritische Gesteinsbrocken weit größer sein können, und somit das Gesteinsinnere recht kühl bleiben kann, besonders wenn der Stein gegen Ende seines Falles ins Wasser stürzt und dabei auseinander bricht.

    Da immer mehr Mikroben auch in tiefen Gesteinsschichten gefunden werden, ist die Panspermie, auch nach dem in meinen Augen eher lächerlichen Versuch, eine ernst zu nehmende Theorie.
  • Milchstraße besitzt womöglich Scheibe aus Dunkler Materie

    19.09.2008, Theodora Pape, Göttingen
    Im Artikel wird ein möglicher Nachweis für Partikel der dunklen Materie angesprochen.
    Mit welchen Experimenten wäre ein solcher Nachweis der langsameren DM-Partikel möglich?



    Antwort der Redaktion:
    Dieser Artikel bezieht sich auf das Experiment "XENON100" im Gran Sasso Underground Laboratory in Italien. Die vermuteten Teilchen der Dunklen Materie sollen dort mit den Atomkernen von 150 kg flüssigem Xenon zusammenstoßen. Die elastische Rückstoßbewegung der Xenonkerne in der Flüssigkeit soll zum Nachweis genutzt werden. Man weiß nicht, woraus die Dunkle Materie besteht. Deshalb weiß man auch nicht im Voraus, ob XENON100 sie nachweisen kann. Aber für viele der "populären" Kandidatentheorien müsste es mit XENON100 gelingen. Und für einige dieser Kandidaten müsste es umso besser gelingen je langsamer sie sind.



    Eine Publikation dazu: J. I. Read, G. Lake, O. Agertz and Victor P. Debattista. Thin, thick and dark discs in CDM. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society: Letters, Band 389, Issue 3, S. 1041 - 1057



    Ein Poster mit einigen Zusatzinformationen:
    http://xenon.physics.rice.edu/pics/xenon100-aps2008_poster-1.pdf
  • Längste ringförmige Sonnenfinsternis des Jahrhunderts: 15.01.2010

    08.09.2008, R. Reisinger, München
    Viele Finsternisfreunde planen bereits die Reise zur längsten totalen Sonnenfinsternis des 21. Jahrunderts am 22.07.2009, und viele davon haben noch nie eine ringförmige Sonnenfinsternis gesehen. Am 15.01.2010 findet die längste ringförmige Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Im Gegensatz zur längsten totalen Sonnenfinsternis des 21. Jahrunderts am 22.07.2009, die während des indischen Sommermonsuns (Regenzeit) stattfindet, liegt diese im Wintermonsun, der Trockenheit verspricht.

    Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist (ebenso wie eine totale) eine zentrale Finsternis, die auch ihre besonderen Reize hat, zum Beispiel den fantastischen Perlschnureffekt bei Beginn und Ende der ringförmigen Phase. Zum Höhepunkt in der Mitte der ringförmigen Phase sieht die Sonne wie ein perfekter, gleißend heller Goldring aus. Dies konnte ich am 03.10.2005 nordwestlich von Madrid bewundern. Außerdem ist es faszinierend, wie schnell der kleinere Neumond durch die größere Sonnenscheibe rast.

    Natürlich wird es bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis nicht richtig dunkel, so dass man nur die matte bleigraue Szenerie und einen noch fast taghellen Finsternishimmel sehen kann. Deshalb wird man Venus nicht sehen können, da sie viel zu nahe am gleißend hellen Sonnenring steht. Es ist sehr fraglich, ob Jupiter sichtbar wird, obwohl er deutlich weiter vom Sonnenring entfernt steht, denn er ist deutlich lichtschwächer als Venus. Aber man hat wegen der langen ringförmigen Finsternisdauer immerhin die Möglichkeit, nach Jupiter zu suchen. Merkur oder gar Fixsterne können nicht gesehen werden.

    Einen niedrigen statistischen Bewölkungsgrad, ähnlich wie Madrid 2005, bietet die indische Südküste mit einer ringförmigen Finsternisdauer von knapp über 10 Minuten auf der Zentrallinie.

    Übrigens:
    Während der gesamten Finsternisdauer darf die Sofi-Brille beim Beobachten der Sonne nicht abgesetzt werden.
  • Die totale Sonnenfinsternis vom 01.08.2008 - ein Bericht

    25.08.2008, Robert Reisinger, München
    Der Finsternishimmel während der totalen Sonnenfinsternis am 01.08.2008 bei Novosibirsk war deutlich heller als der Finsternishimmel während der totalen Sonnenfinsternis am 29.03.2006 bei Side, aber man konnte mehr Himmelskörper sehen, da damals 2006 Zirren die Beobachtung beeinträchtigten.

    Am 29.03.2006 konnte ich neben der wunderbaren, sehr hellen gelblichen und sehr ausgedehnten Sonnenkorona, nur die strahlend helle Venus (-4,6m) mit bloßem Auge zu sehen. Am 01.08.2008 konnte ich neben der ebenfalls wunderbaren, deutlich lichtschwächeren, weißlichen und kleineren Sonnenkorona (bei der die Außenbereiche kaum mit bloßem Auge zu sehen waren), Merkur, Venus und den auffälligen Fixstern Arktur mit bloßem Auge beobachten.

    Die Sonnenkorona habe ich auch mit dem Fernglas betrachtet und dabei den interessanten Außenbereich gesehen. Außerdem habe ich auch Merkur mit dem Fernglas beobachtet. Denn wann hat man sonst schon einmal die Möglichkeit, einen strahlend hellen Merkur mit -1,8m am dunkelblauen Himmel zu sehen, der in nur 3° Abstand zur schwarzen Sonne steht.

    Ich habe auch einen kurzen Blick durch ein Teleskop auf die innere Korona geworfen. Dabei konnte ich eine kleine zungenförmige, rote Protuberanz sehen.

    Die Horizontaufhellung war bei Novosibirsk weißlich-gelblich und damals bei Side rötlich. Außerdem war die Horizontaufhellung bei Side gleichmäßig; bei Novosibirsk reichte die Aufhellung am südlichen Horizont deutlich höher in den Himmel als am westlichen Horizont. Venus konnte man ca. 10 Minuten vor der Totalität schon am Himmel erkennen. Merkur war kurz nach der Totalität auch noch am Himmel mit bloßem Auge zu sehen, bis die gleißend helle weißliche Aufhellung der Sonne ihn verschluckte. Die Venus habe ich noch etwas länger am Himmel mit bloßen Auge sehen können (da sie 15° von der Sonnen entfernt war und mit -3,9m etwas heller als der Merkur), bis eine Wolke sie verdeckte.
  • Schneefunkeln auf Mars?

    19.08.2008, TP
    Bei genauerem Betrachten des Bildes fallen mir Bild-Artefakte auf, die wie lila-blaue und grüne Sterne wirken. Besonders auffällig in dem Gebiet, in dem die Sonne unter sehr flachem Winkel auf den Marsboden fällt.
    Ist es denkbar, dass dort tatsächlich ein Funkeln aufgenommen wurde, das durch Wasserkristalle entsteht, wie bei funkelndem Schnee auf der Erde?
    Antwort der Redaktion:
    Gute Frage. Wäre im Prinzip möglich. Wahrscheinlicher sind das aber Bildfehler, die durch Teilchen der kosmischen Strahlung, die während der Belichtung auf dem CCD-Chip der Kamera einschlagen, verursacht werden.
    -
    U.B.
  • Aller Anfang ist schwer ...

    05.08.2008, Dipl.-Ing. Jörg Woker, Kaiserslautern
    Hut ab - auch wenn beim nunmehr dritten Start erneut wichtige Systeme Fehlfunktionen offenbarten, bleibt doch festzustellen, dass der Träger an sich zu funktionieren scheint, sofern es bei der Einschätzung bleibt, dass erneut ein peripheres System versagt hat und die Steuerung insgesamt arbeitete. Selbst wenn man nach der etwas vollmundigen Ankündigung nach Flug 2, die Erprobung sei nun beendet und man könne zum kommerziellen Teil übergehen, geschmunzelt hat und das ganze als Ausdruck des american way of life wertete, die Sache macht sich insgesamt achtbar. Und das ist gut so! Es wird Zeit, dass sich privates Unternehmertum an die schwierige Thematik der Raumfahrt wagt. Es ist ein notwendiges Stück Normalität, auch diesen Bereich der Technik aus dem militärisch-staatlichen Bereich zu lösen und ihn in zivile Hände zu geben. Nur so kann durch den Druck des Marktes der Weg für unkonventionelle neue Wege geebnet werden, nicht unbedingt mit dem Ziel, die Raumfahrt "billig" zu machen, aber "preiswert(er)" wäre ein durchaus legitimes Ziel.
  • Nur eine Zapfsäule oder Lebensspuren?

    31.07.2008, T Papst
    Nun sind einige Kohlenwasserstoffe auf Titan festgestellt worden. In flüssiger Form schwappt also eine große Menge davon in Seen und Meeren mit starken Durchmischungen wegen der großen Gezeitenkraft Saturns.

    Da frage ich mich, als fleißiger SF-Leser und möchtegern-Astronom, ob dies dort nicht eine Grundlage für Leben auf Kohlenwasserstoff-Basis sein könnte.

    Immerhin finden sich in Erdöl durchaus lebende Organismen, warum also nicht auf Titan?

    Leider weiß ich nicht, wie lange der Titan die jetzt gefundenen Seen schon besitzt. Sind es "nur" wenige 100.000 Jahre oder sind es eventuell schon 3 Milliarden?

    Im letzteren Falle sollte wirklich über einen Lander nachgedacht werden, der nach Spuren von Leben suchen sollte.

  • "Innere" Planeten

    27.07.2008, Ulrich Borchert
    An zwei Stellen wird im Heft 8/2008 von Mars als einem inneren Planeten gesprochen, wohl deshalb, weil er zum Inneren des Sonnnensystems (erdähnlich) gerechnet wird. In der Literatur werden oft nur die Planeten Merkur und Venus als innere bezeichnet, weil innerhalb der Erdbahn liegend. Gibt es eine offizielle Sprachregelung?
    Antwort der Redaktion:
    Ja, nach der üblichen Terminologie sind innere Planeten solche, die innerhalb der Erdbahn laufen, also nur Merkur und Venus. Am Himmel sind sie z.B. dadurch ausgezeichnet, dass sie nie in Opposition zur Sonne kommen. Merkur bis Mars als physische Gruppe werden als terrestrische oder erdähnliche Planeten bezeichnet; als Gegensatz zu den Gasriesen Jupiter bis Neptun.



    Leserin Carola Basche aus Hamburg schreibt als Reaktion auf diese redaktionelle Antwort:

    "... Die Planeten innerhalb der Erdbahn (Merkur und Venus) nennt man auch 'Untere Planeten'. Die Planeten außerhalb der Erdbahn (Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) sind entsprechend die 'Oberen Planeten'. Diese beiden Begriffe werden aber selten gebraucht. ..."

    Wir bedanken uns für diesen Hinweis.
  • Endlichkeit des Kosmos

    24.07.2008, Helmuth Haack, Erlenweg 36, 25469 Halstenbek
    Wenn der Urknall vor einer endlichen Zahl von Jahren stattfand, und wenn die davonfliehenden Massen dies mit einer endlichen Geschwindigkeit taten, muss dann nicht der vom Hubble-Effekt bestimmte Kosmos von endlicher Größe sein?
    Antwort der Redaktion:
    Dieses Argument ist nicht stichhaltig, denn es geht davon aus, dass das Universum zur Zeit des Urknalls (oder, sagen wir, ganz kurz danach) ziemlich "klein", jedenfalls nicht unendlich groß war. Das wissen wir aber nicht. Dennoch hat das Argument einen wahren Kern: Wenn der Urknall vor einer endlichen Zahl von Jahren stattfand, dann ist der derzeit
    beobachtbare Kosmos von endlicher Größe.



    Wir können aus unserem heutigen Verständnis der kosmischen Expansion allerdings sehr sicher sagen, dass der Kosmos tatsächlich viel größer sein muss als sein derzeit überschaubarer Teil. Wenn nämlich nicht weit hinter dem heutigen "Horizont", der durch die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung gebildet wird, nur noch Leere käme, dann hätte die Hintergrundstrahlung kein Planck-Spektrum. Da ihr Spektrum aber sogar extrem präzise
    diese Form hat, müssen die Verhältnisse auch "dahinter" noch ein ganzes Stück weit sehr, sehr ähnlich sein.



    Das ist leider so ziemlich alles, was man aus wissenschaftlicher Sicht zu dem Thema Endlichkeit oder Unendlichkeit des Universums sagen kann. Die Allgemeine Relativitätstheorie - die derzeit beste Grundlage für eine mathematische Beschreibung des Kosmos - macht keine Aussagen über die Struktur des Universums als Ganzes. Weitergehende Theorien gibt es zwar (natürlich!), aber sie sind alle noch sehr spekulativ.