Lesermeinung - Sterne und Weltraum

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  • Neptun oder Vulkan – Planet Nine, Dunkle Materie oder?

    23.10.2016, Peter Pohling, Dresden
    Die Entdeckungen der Planeten Uranus und Neptun sind wunderbare Erfolgsgeschichten der Newtonschen Theorie der Gravitation. Albert Einsteins Theorie dagegen entzog 1915 der Vulkan-Hypothese zur Erklärung der abweichenden Periheldrehung des Merkurs den Boden, meint Matthias Steinmetz: „Erst eine vollkommen neue Theorie der Gravitation konnte die Abweichungen erklären.“ Die heutige Technik – besonders der Astrometrie-Satellit GAIA - wird mit Riesenschritten die Sicht auf unser Sonnensystem erweitern. Planet Neptun ist „nur“ 30,1 AE entfernt, der hypothetische Planet Nine wird bei 250 AE vermutet und das Objekt 2014 FE72 entfernt sich bis zu 3000 AE. Matthias Steinmetz schreibt auf Seite 46, dass die Gravitationstheorie „die Bewegung der Sterne unserer Milchstraße“ nicht erklären kann. Es ergibt sich für uns die faszinierende Frage: Könnten sich die Beobachtungen zu hoher Geschwindigkeiten von Fritz Zwicky bei Galaxienhaufen und von Vera Rubin bei Spiralgalaxien am Horizont unseres Sonnensystems wiederholen?
    Stellungnahme:

    Sehr gute Frage! Klare Antwort: Ja und nein.

    Wenn diese Wiederholung von Herrn Pohling so gemeint ist, dass die "kosmologische" Dunkle Materie, also die von Zwicky und Co., einen merklichen Beitrag zur Bewegung von Körpern im Sonnensystem liefern könnte/sollte, und dass da draußen die Geschwindigkeiten insgesamt höher als erwartet sein könnten, dann lautet die Antwort ganz klar nein. Dazu kann es in unserer Nähe bei weitem nicht genug Dunkle Materie geben. Das wurde in einer Leserbriefantwort in SuW 10/2012 näher erläutert.

    Wenn diese Wiederholung allerdings so gemeint ist, dass da draußen vielleicht nur in gewissen Bereichen auffällige Geschwindigkeiten beobachtet werden könnten, dann lautet die Antwort ja. Ganz genau darum geht es letztlich bei der gegenwärtigen Diskussion um den Planeten Neun. Das wäre dann allerdings eher eine Wiederholung der Entdeckung des Neptun (oder z.B. von Sirius B) als eine Wiederholung der Entdeckung der "kosmologischen" Dunklen Materie. Wenn der Planet Neun denn existiert, dann ist er derzeit noch dunkle Materie im eigentlichen Sinn - nämlich gravitierend und unsichtbar, so wie es zu Zeiten einmal Neptun oder der Weiße Zwerg bei Sirius waren.
  • Transmissionsspektrum einer Planetenatmosphäre

    22.10.2016, Markus Harder, Bremen
    Im Artikel "Wüste oder Wasserwelt - wie habitabel ist Proxima b?" in Sterne und Weltraum vom November 2016 wird angeführt, dass das Transmissionsspektrum der Atmosphäre eines Planeten gemessen werden kann, falls der Planet direkt vor der Scheibe seines Zentralsterns vorbeizieht.
    Theoretisch sollte es doch möglich sein, solch ein Transmissionsspektrum auch dann zu messen, wenn der Planet nicht vor seinem Zentralstern, sondern vor einer anderen hinreichend hellen Lichtquelle, etwa einem anderen Stern im Hintergrund, vorbeizieht. Wäre solch ein Ansatz in Messungen tatsächlich durchführbar?
    Stellungnahme:
    Im Prinzip ist das möglich, und es ist mit Planeten unseres eigenen Sonnensystems auch schon verschiedentlich mit gutem Erfolg gemacht worden. In der Praxis dagegen ist so etwas bei extrasolaren Planeten nie zu erwarten. Erstens passiert es einfach so gut wie nie, dass ein so ferner Planet vor einem unbeteiligten Stern vorbeizieht. Und zweitens müsste die sowieso schon mit dem vielen Licht des jeweils "eigenen" Sterns verdammt schwierige Messung dann statt dessen mit dem winzigen bisschen Licht auskommen, das der ferne Planet von dem noch ferneren Stern erhält - und dieses dann auch noch von dem brüllend hellen Licht des "eigenen" Sterns trennen und unterscheiden können.
  • Wir fusionieren mit dem Astromedanebel?

    18.10.2016, Martina Franca, Apulien
    Ich würde astronomische Summen darauf setzen, dass dies nicht passieren wird.
    Stellungnahme:
    Und ich würde in gleicher Höhe dagegen wetten. Es ist praktisch unvermeidlich, dass es passiert. Aber: Die Wette kann erst in einigen Milliarden Jahren ausgezahlt werden. Meine Bank hat es auf Anfrage abgelehnt, meinen Wetteinsatz auf so lange Zeit auf einem Sperrkonto festzulegen. Schade ...

    Schöne Grüße, Ulrich Bastian
  • Methodenfrage

    17.10.2016, Rüdiger Schulz
    Man kann die Suchmethode mit einem sehr weitmaschigen Netz vergleichen. Man erwischt damit nur die sehr großen Fische. Und so wie große Fische tendenziell die kleineren wegschnappen, sind zu große Planeten für terrestrische Planeten offenbar ein Existenzhindernis. Die Gravitationswirkung dieser Riesen auf die Gas- und Staubscheibe ist zu radikal. Durch den extremen Massezuwachs reduziert sich ihr Umlaufradius bis in die Regionen, wo ihre Schwerkraft die Bahn der inneren Felsenplaneten in katastrophaler Weise beeinflusst. Aber das ist eben nur die messbare Wirklichkeit der Sonnensysteme mit Superjupiter. Die anderen Sonnensysteme erscheinen derzeit messtechnisch schlicht planetenfrei. Und das gilt für die übergroße Mehrheit aller Solosonnensysteme. Es könnte jedoch durchaus sein, dass es in diesen Systemen ein regelrechtes Gewimmel kleiner Planeten gibt. Wir wissen es einfach nicht.
  • Perigäum/Apogäum

    16.10.2016, Thomas Bernhard Schwalke, Düdelingen(Luxemburg)
    Beim Studieren der Ephemeriden des Mondes ist mir aufgefallen, dass die Abständes des Mondes, (Perigäum/Apogäum) nicht immer gleich sind. Das heisst: Es gibt Perigäumsabstände, die einmal grösser, einmal kleiner sind. Das Gleiche hat man bei den Apogäumsabständen. Wie ist das möglich?
    Stellungnahme:
    Das liegt daran, dass die Mondbahn nicht nur durch die Kräfte zwischen Mond und Erde erzeugt, sondern auch durch die Sonne wesentlich mit beeinflusst wird. Dadurch ist sie keine reine Kepler-Ellipse, sondern sie wird jahreszeitlich unterschiedlich "verbogen". Die Verbiegung fällt unterschiedlich aus, je nachdem, ob die Gravitation der Sonne grade in Richtung der Perigäums-/Apogäums-Linie oder schräg dazu oder rechtwinklig dazu am Mond "zupft".
  • Gesamtmasse des Universums unverändert?

    15.10.2016, Gert Weigelt, Dresden
    Ändert sich durch diese Entdeckung etwas an der heute angenommenen Gesamtmasse des Universums oder wird diese nur 10 mal mehr in "Einzelstücke" geteilt?
    Stellungnahme:
    Letzteres ist der Fall. Es gibt mehr und im Durchschnitt kleinere Galaxien als bisher gedacht. Besonders im noch jungen Universum. Die gesamte Zahl von Sternen und die gesamte Masse im Universum wird durch diese neue Untersuchung nicht (merklich) geaendert.
    U.B.
  • Mehr Sterne/Galaxien im Weltall

    14.10.2016, Piero Grumelli, Oberdorf BL
    Inwiefern ändern sich mit dieser "Entdeckung" die prozentuale Aufteilung des Universums? (sichtbare Materie, dunkle Materie und dunkle Energie) Oder hat man die Massen dieser zusätzlichen Galaxien zur sichtbaren Materie längst dazugerechnet - bzw. trotz 10x mehr Galaxien in der Summe zu vernachlässigen?

    Oder ist die angebliche dunkle Materie gar nicht wirklich dunkel, sondern durch unsere bis heute verwendeten Instrumente und Technik einfach nicht "auffindbar"?
    Stellungnahme:
    Die neue Studie besagt: Es gibt mehr und im Durchschnitt kleinere Galaxien als bisher gedacht. Besonders im noch jungen Universum. Die gesamte Zahl von Sternen und die gesamte Masse im Universum wird durch diese neue Untersuchung nicht (merklich) geaendert, und ebenso wenig die Aufteilung dieser Gesamtmasse in Dunkle und normale Materie.

    Anders gesagt: Die neu endeckten, vielen kleinen Galaxien können keinen irgendwie wesentlichen Beitrag zur Dunklen Materie geliefert haben. Die Dunkle Materie ist nach wie vor wirklich dunkel, und sie ist (bisher) nur durch ihre Gravitationswirkung erkennbar.

    U.B.
  • Drehbare Sternenkarte

    12.10.2016, Adolf Riess
    Warum ist der Ausschnitt der Sternkarte oval und nicht kreisrund?
    Stellungnahme:
    Wegen der dafür gewählten speziellen Projektion der Himmelskugel auf ein flaches Blatt Papier. Man könnte auch eine Projektion wählen, die einen runden Horizont ergibt, aber dann wären die Sternbilder stärker verzerrt.
  • Explodiert?

    07.10.2016, Kurt Liebisch, Plön
    Ein "Schwarzes Loch" entsteht doch durch das "Implodieren" ... eines Sternes!!!
    Stellungnahme:
    Ja, genau, nach der gängigen Vorstellung entstehen "stellare" Schwarze Löcher normalerweise durch die Implosion des ausgebrannten *Kerns* eines massereichen Sterns. Diese Implosion ist aber (fast?) immer mit der Explosion der äußeren Schichten des Sterns verbunden. Diese Explosion nennt man eine Supernova. In neuester Zeit fand man nun erstmals Anzeichen dafür, dass es solche Implosionen auch ohne zugehörige Explosion geben könnte. Das nennen die Astronomen "failed supernova", misslungene Supernova. In diesen Fällen würde der gesamte massereiche Stern von einigen Dutzend bis hundert Sonnenmassen in das entstehende Schwarze Loch fallen, nicht nur ein Kern von wenigen Sonnenmassen.

    Genau einen solchen Fall glauben Christopher Kochanek von der Ohio State University in Columbus und seine Kollegen in der zitierten Veröffentlichung beobachtet zu haben. Insofern ist der erste Satz des Spektrum-Artikels irreführend, weil in ihm das Wort "normalerweise" fehlt.

    U.B.
  • ein paar Nullen übersehen?

    07.10.2016, Gernot Dewes
    "...60 Millionen Kilometern zu v Hydrae, was acht Mal weiter ist als die Distanz vom Kuipergürtel am Rande unseres Sonnensystems zur Sonne selbst."

    Distanz des Kuipergürtels zur Sonne ist 100mal weiter. Also ca 6 Milliarden km.
    Wie soll der Satz nun korrekt heißen?
    Stellungnahme:
    Sie haben Recht, da sind tatsächlich ein paar Nullen verloren gegangen. Ich habe den Fehler ausgebessert.

    Daniel Lingenhöhl
    Spektrum.de
  • Mein Besuch im ESTEC der ESA am 2.10.2016

    07.10.2016, Volker Hoff
    Mittlerweile habe ich einen Blogbeitrag zu meinem Besuch im ESTEC der ESA am 2.10.2016 in Noordwijk geschrieben:
    https://volkerhoff.com/besuch-in-europas-groesstem-weltraumzentrum-in-holland/
    Galaktische Grüße!
    Volker
  • Besuch im ESTEC

    05.10.2016, Volker Hoff
    Ich war während unseres Noordwijk-Wochenendes am 2.10.2016 im ESTEC und habe mir verschiedenste Themenbereiche angeschaut. Es war ein sehr interessanter Tag!
    Seit gestern sind auch offizielle Bilder vom Tag online, hier der Link:
    https://www.flickr.com/photos/esa_events/sets/72157674570890046/
    Liebe Grüße von einem treuen Abonnenten!
  • Planetensuche

    05.10.2016, Olaf Schlüter
    Ist die Art und Weise, mit der nach Planeten in anderen Sonnensystemen gesucht wird, überhaupt geeignet, die Existenz von nicht beobachteten Planeten auszuschließen? Nach meinem Verständnis ließe sich mit den verwendeten Methoden in unserem Sonnensystem aus entsprechender Entfernung vielleicht noch nicht einmal der Jupiter detektieren, weil die Umlaufzeit viel zu lang ist.
  • Reichlich Spekulativ

    05.10.2016, Dr. Dieter Meinert
    Da bisher nur relativ wenige Exoplanetensysteme beobachtet wurden, sind die Zahlenangaben („80%“) reichlich irreführend. Das Modell kann bestimmt eine Anzahl Beobachtungen erklären, vielleicht auch eine größere Anzahl der bisher beobachteten Planetensysteme, aber da die Beobachtungen von Kepler noch kein einziges Planetensystem wie unseres zeigen konnten, erscheint mir der Titel dieses Beitrages doch allzu reißerisch. Schade.
  • sieht man noch was ?

    26.09.2016, Jörg Schneider
    oder ist das Zeug schon alles verstaubt ;-) ?
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