Eigentlich ist es eine Organtransplantation wie jede andere auch. Gesundes Spendermaterial wird übertragen und ein geschädigtes Körperteil ersetzt oder repariert. Doch in diesem Fall geht es nicht um Hornhäute, Nieren oder gar Herzen. Bei der "Stuhltransplantation" wird der filtrierte Darminhalt und damit das komplette Ökosystem bakterieller Bewohner von einem gesunden in einen kranken Darm verpflanzt. Ein Probiotikum der besonderen Art, das im Gegensatz zu einschlägigen Jogurts wenig appetitlich erscheint, aber beachtliche Erfolge erzielt. Davon berichten kann eine Patientin vom Universitätsspital Zürich, die sich vor über einem Jahr zu der ungewöhnlichen Therapie entschloss. Seit geraumer Zeit litt die Schweizerin an heftigen Durchfällen, hatte 18 Kilogramm Körpergewicht verloren und konnte daher nicht mehr arbeiten. Auslöser für die Turbulenzen im Darm der Frau war Clostridium difficile. Ein Stäbchenbakterium, das Toxine produziert und dadurch eine schwere Darmentzündung verursacht. Normalerweise setzt es sich gegen die natürlichen bakteriellen Darmbewohner...