Teilchenbeschleuniger
Beschleuniger der (über-)nächsten Generation
Der International Linear Collider ist eine über dreißig Kilometer lange Maschine, in der Elektronen und Positronen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen sollen. (Positronen sind die Antiteilchen der Elektronen, besitzen also gleiche Masse, aber entgegengesetzte elektrische Ladung.) Der ILC würde alle bisherigen Elektron-Positron- Beschleuniger weit übertreffen. Wissenschaftler werden die möglicherweise bahnbrechenden Entdeckungen am LHC mit Hilfe des ILC in noch feinerem Detail untersuchen können.
Der LHC lässt Protonen miteinander kollidieren, wobei es zu recht unübersichtlichen Ergebnissen kommt: Diese Teilchen, die zu den Bausteinen des Atomkerns gehören, bestehen nämlich aus drei Quarks, die wiederum von Gluonen, den Trägerteilchen der starken Kraft, zusammengehalten werden – in ihnen finden also komplexe Wechselwirkungen statt. Weil die Forscher die Energie der einzelnen Quarks im Moment des Zusammenstoßes nicht genau ermitteln können, lassen sich auch die Eigenschaften der bei Kollisionen entstehenden neuen Teilchen nur mit Mühe bestimmen.
Am ILC sollen jedoch Elektronen und Positronen aufeinandergeschossen werden – sie sind, anders als Protonen, nicht aus weiteren Bestandteilen aufgebaut. Die Kollisionsenergien dieser fundamentalen Teilchen und damit auch die Eigenschaften neu entdeckter Teilchen können Physiker daher mit großer Präzision untersuchen.
Über 1600 Wissenschaftler und Ingenieure von fast 300 Universitäten und Forschungsinstituten in aller Welt arbeiten derzeit am Entwurf des ILC und an der Entwicklung der dazugehörigen Detektoren. Die Kosten des Geräts schätzte unser Designteam im Februar 2007 auf 6,7 Milliarden Dollar – ohne Detektoren. Diese Zahl ist grob mit den Kosten anderer großer Forschungsprogramme wie dem LHC oder dem Fusionsreaktor ITER in Frankreich vergleichbar. Läuft alles wie erhofft, könnte der ILC bereits in den 2020er Jahren beginnen, die Grenzen der Teilchenphysik noch weiter auszudehnen


Barry Barish, Nicholas
Walker und Hitoshi Yamamoto sind
Experten auf dem Gebiet der
Elektron-Positron-Kollisionen.
Barish leitet die weltweiten
Arbeiten am Entwurf des International
Linear Colliders (ILC). Zudem ist
er emeritierter Professor am
California Institute of Technology.
Seine Forschungsinteressen reichen
von Neutrinos über magnetische
Monopole bis hin zu Gravitationswellen.
Walker ist am Hamburger Beschleunigerzentrum DESY
tätig. Seit 15 Jahren befasst sich der
Physiker mit dem Entwurf von
Linearbeschleunigern und ist jetzt
einer von drei Projektmanagern der
ILC Engineering Design Phase.
Yamamoto ist Professor für Physik
an der japanischen Tohoku-Universität
und war an Beschleunigerexperimenten
am Stanford Linear
Accelerator Center, am Cornell
Electron Storage Ring und bei der
japanischen Forschungsorganisation
für Hochenergie-Beschleuniger,
KEK, beteiligt.
abrufen





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1. Gratulation!
27.10.2008, Herbert Kern, DogernTrotz meiner Vorliebe für Astro- und Teilchenphysik lese ich grundsätzlich alle Beiträge in der Hoffnung, auch von den Fortschritten auf den Gebieten mit geringer eigener Kenntnis eine Ahnung zu bekommen. Ich wünsche dem "SdW"-Team weiterhin guten Erfolg und viele interessante Themen.