Am 25. November 2006 zwängte sich ein riesiges, silbrig schimmerndes Gefährt durch die engen Straßen des Ortes Leopoldshafen bei Karlsruhe. Es handelte sich um den größten Ultrahochvakuum-Behälter der Welt, der in wenigen Wochen für erste Testmessungen im Karlsruher Tritium Neutrino Experiment, KATRIN, in Betrieb gehen wird. Und er soll dazu beitragen, endlich das große Rätsel um die Masse der Neutrinos zu lösen. Die beim Urknall entstandenen Neutrinos sind neben Photonen die häufigsten Elementarteilchen im Universum. In jedem Volumen von der Größe einer Streichholzschachtel befinden sich knapp zehntausend von ihnen. Neutrinos entstehen im Innern der Sonne und anderer Sterne oder bei Sternexplosionen. Da sie Materie nahezu ungehindert durchdringen, lassen sie sich schwer nachweisen und untersuchen. Weil ihre Massen noch immer unbekannt sind, stellen sie eine große Unbekannte im Standardmodell der Elementarteilchen dar. Gleichzeitig ist unklar, welchen Einfluss sie auf die Entwicklung des Kosmos hatten. Für die bislang genaueste Massenbestimmung nutzt KATRIN den radioaktiven...