Zu den Untersuchungen gehört auch die möglichst exakte Bestimmung der Geschwindigkeit dieser Teilchen. Dazu steht OPERA seit einigen Jahren eine neue, auf GPS und Atomuhren basierende Technologie zur Verfügung, die extrem genaue Aufzeichnungen ermöglicht. Innerhalb der letzten drei Jahre konnten die Forscher damit über 16 000 Neutrinos messen, die den Weg 60 Nanosekunden schneller als Licht zurücklegten. Dieses Ergebnis beruht auf den Messungen der Strecke mit einer Genauigkeit von 20 Zentimetern, sowie der Flugzeit mit einer Genauigkeit von 10 Nanosekunden.
Sofern die Resultate nicht durch Messfehler verfälscht wurden, hätten sie weitreichende Folgen für die Grundlagen der Physik. Aus Einsteins Spezieller Relativitätstheorie folgt, dass massereiche Teilchen sich nicht schneller als Licht fortbewegen können. Dieses fundamentale Gesetz wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder experimentell bestätigt. Den Forschern ist ihr Ergebnis daher vorerst offenbar eher peinlich – keinesfalls sehen sie selbst die Relativitätstheorie als widerlegt an: "Wir mussten uns nun aber zu unseren Resultaten äußern – sie unter den Teppich zu kehren, wäre nicht redlich", sagte Antonio Ereditato, der Leiter des Experiments. Die Ergebnisse müssen nun in weiteren unabhängigen Experimenten bestätigt werden, um sorgfältig jegliche Messfehler auszuschließen. (bw)





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1. Neutrinos offenbaren die wahre "Licht"geschwindigkeit
23.09.2011, S.Kächele, LaufenburgDer gemessene höhere Wert der Neutrinogeschwindigkeit stellt die von der Massenwirkung des Sonnensystems bereinigte Grösse von -c- dar, die bisher nie vergleichend beobachtet werden konnte. (Wie denn auch?!).
Durch die (fast) nicht masse-wechselwirkenden Neutrinos wird nun die lokale Masse-Raum-Zeit Wirkung des Sonnensystems und der Galaxie, in der wir uns befinden, auf die elektromagnetische Wellen offenbar.
Dies hätte tatsächlich weitreichende Folgen:
1. Der Wert für das bereinigte -c- fiele etwas höher aus!
2. Man könnte mit der Differenz Neutrino-c und EM-Wellen-c rel. einfach die tatsächliche Masse unseren Sonnensystems und der Galaxie errechnen. Und die Überraschung wird vermutlich groß sein, wenn die Masse unseres Sol-systems deutlich höher, als bisher geschätzt, angesetzt werden muss.
3. Kosmische Ereignisse würden sich per Neutrinos vorher ankündigen! Insbesondere sehr, sehr nützlich für kosmische Großereignisse der solaren Nachbarschaft.
4. Die Modelle für die neutrinorelevanten Supernovae müssten z.T. komplett neu gedeutet werden.
und vermutlich noch viel, viel mehr!
2. Ist die Entfernung Quelle-Detektor wirklich genau bekannt?
27.09.2011, Werner Kohl, KitzingenDie Erde ist keine Kugel. Sie ist auch nur angenähert ein Rotationsellipsoid. Daher ist die Messung bzw. Berechnung der Entfernung entlang einer Geraden zwischen 2 Punkten nichttrivial. Wie wurden die Höhen von Quelle und Detektor bestimmt?
Welches Höhenmodell wurde zur Umrechnung der GPS- bzw. Differential-GPS-Daten verwendet, um die räumliche Entfernung zwischen 2 Punkten zu bestimmen? EGM96 oder EGM2008? Auf der Seite http://geographiclib.sourceforge.net/cgi-bin/GeoidEval kann man die Unterschiede der Höhenmodelle an verschiedenen Orten der Erde berechnen lassen. Beispiel: Geoidhöhe bei 40° n.B., 10° ö.L.:
EGM2008 = 45.1943 m
EGM96 = 45.7259 m
Fehler im Höhenmodell der Erde pflanzen sich direkt in der Entfernungsberechnung fort.
Bevor ich eine Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit - so interessant das auch wäre - glaube, möchte ich die Entfernung Quelle-Detektor verifiziert sehen.
3. Interessante Theorie von Herrn Kächele
27.09.2011, Dipl. Phys. Kai PetzkeWürde bei einem solchen Experiment verifiziert, dass Neutrinos nicht der Gravitation unterliegen, wirbelt dieses das komplette Standardmodell durcheinander. Das ist aber nicht schlimm, immerhin beißen sich die Physiker an der Vereinigung von ART und den anderen Naturkräften seit mehreren Jahrzehnten die Zähne aus. Ein abweichendes Verhalten von Neutrinos gegenüber den Vorhersagen der ART würde Hinweise geben, wo Fehler in den bisherigen Theorien stecken, und folglich möglicherweise auch, wie eine Vereinigung doch noch zu schaffen ist.
Man sollte aber nicht zu früh auf "neue Physik" hoffen. Viel wahrscheinlicher ist, dass man bei der Messung der Länge der Basislinie einen systematischen Fehler von 18 Metern begangen hat.
Kai Petzke
4. Entfernungsbestimmung Quelle-Detektor
13.10.2011, Werner Kohl, Kitzingen