Die Everglades in Florida stehen womöglich vor ihrer größten Krise: Ausgesetzte Riesenschlangen übernehmen den Sumpf - und kriechen auch schon vor den Toren Miamis. Die ersten drastischen Folgen für die Natur werden jetzt sichtbar.
Der Kampf der Titanen endete für beide Seiten tödlich: Nachdem der vier Meter lange Tigerpython den Alligator erdrosselt hatte und zu verschlingen begann, zerriss es ihm durch die überdimensionierte Beute den Leib. Für die Ranger, die beide Reptilien kurze Zeit später entdeckten, war der Anblick ebenso bizarr wie erschreckend - ein Hinweis, dass die unangefochtene Stellung des amerikanischen Mississippi-Alligators an der Spitze der Nahrungskette in den Everglades nicht mehr länger gilt: Ein Neuankömmling macht ihm diese Stellung streitig. Und er verändert die Mutter aller Sümpfe im Süden Floridas womöglich umfassender, als es Umweltverschmutzung oder Wasserbau je konnten.
"Zehntausende asiatische Tigerpythons und andere Würgeschlangen leben mittlerweile in den Everglades", schätzt Michael Dorcas vom Davidson College, der die Schlangen seit Längerem erforscht. Und sie breiten sich rasend schnell aus: Selbst in den Vororten von Miami tauchen einzelne Exemplare der Riesenschlangen auf und...
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