Titelthema: Paläoanthropologie
Warum die Neandertaler ausstarben
Vom Neandertaler wissen Forscher mehr als von allen anderen ausgestorbenen Menschenarten. Doch noch immer gibt das Verschwinden unserer engsten Verwandten Rätsel auf.
Seit 1856, als Arbeiter in einem Steinbruch bei Mettmann das erste Neandertalerfossil entdeckt hatten, diskutieren Wissenschaftler über die Frage, wo diese vorzeitlichen Menschen in unserem Stammbaum stehen. In der Debatte dominierten zwei Theorien. Nach der einen These waren die Neandertaler eine archaische Vorform unserer eigenen Spezies, des Homo sapiens, die sich zu der anatomisch modernen, europäischen Form weiterentwickelte oder in ihr aufging. Die andere These betrachtet die Neandertaler als eigenständige Spezies namens H. neanderthalensis. Diese wären vom modernen Menschen schnell ausgerottet worden, nachdem jener in das Siedlungsgebiet der archaischen Hominiden eingedrungen war.
Aber von der Frage, ob Neandertaler mit modernen Menschen nun Nachkommen zeugten oder Krieg führten, hat sich die Diskussion in den letzten Jahren entfernt. Dafür gab es zwei

Kate Wong ist leitende Redakteurin
bei "Scientific American" Online.
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1. Die Ressource der "Großelternschaft"
28.10.2009, Christian Krippenstapel, HildesheimDamit bekommt die Hypothese beinahe tagespolitische Aktualität. Oftmals wird ja die Frage, ob Kinder nun eher zur Mutter oder eher zum Vater gehören, recht lautstark diskutiert. Vielleicht können die Anthropologen diesen Streit entschärfen, indem sie anmerken: „Möglicherweise weder - noch! Sie gehören eher zu den Großeltern.“