Wenn Ackerland zum Energielieferanten wird, könnten Wälder fallen, um dort Nahrung zu produzieren - was dem Klima und der Natur letztlich schadet. Eine EU-Vorgabe für Agrarkraftstoffe soll diese indirekten Folgen nun berücksichtigen. Doch um die entsprechenden Berechnungsmodelle wird noch heftig gestritten.
Der Autor ist freier Wissenschaftsjournalist in Essen.
Die Aufregung um E10 an den Tankstellen hat sich etwas gelegt. Richtig durchsetzen konnte sich der Kraftstoff mit seinem zehnprozentigen Biomasseanteil bis jetzt aber dennoch nicht: Manche Autofahrer sorgten sich um den Motor ihres Fahrzeugs. Andere bezweifelten, ob Agrarkraftstoffe überhaupt ökologisch und sozial nachhaltig in der Menge produziert werden können, wie viele Staaten es sich zum Ziel gesetzt haben.
Genau diese Debatte könnte in Kürze wieder verschärft aufleben. Denn die Europäische Kommission will bald mitteilen, in welcher Weise Zertifizierer indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC, indirect land use change) berücksichtigen müssen, wenn sie die Nachhaltigkeit von Biodiesel und Co bewerten. Hinter ILUC steht ein simpler, aber schwierig zu quantifizierender Mechanismus: Agrarkraftstoffe konkurrieren oft mit der Lebensmittelproduktion um verfügbares Ackerland. Steigt der Bedarf an Nahrung und Energie, bedeutet das Landnutzungsänderungen: Bisher nicht landwirtschaftlich...
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