Tropenkrankheiten
Fliegende Anti-Malaria-Waffen
Erstmals gelang die Konstruktion genmanipulierter Moskitos, die den Erreger der Malaria gar nicht oder nur schlecht übertragen – ein Meilenstein im Kampf gegen die wohl größte Geißel der Menschheit.
Stefanie Reinberger
Weltweit ist die Seuche derzeit auf dem Vormarsch; denn immer mehr Plasmodien, wie die einzelligen Erreger heißen, entwickeln Resistenzen gegen die vorhandenen Medikamente. Die Suche nach Möglichkeiten, die Krankheit zu behandeln und ihre weitere Ausbreitung zu verhindern, wird also immer dringender.
Eine Forschungsgruppe an der Case Western Reserve University in Cleveland (Ohio) hat unlängst einen völlig neuen Weg zu ihrer Bekämpfung beschritten. Statt die Plasmodien wie bisher mit Medikamenten im menschlichen Körper abzutöten, unterbrechen Marcelo Jacobs-Lorena und seine Mitarbeiter den Infektionszyklus in der Anopheles-Mücke. Dazu haben sie einzelne Moskitos genetisch so verändert, dass sie die Parasiten nicht mehr auf den Menschen übertragen können.
Die Hauptrolle spielt dabei ein kleines Peptid (eine kurze Aminosäurekette) mit dem Namen SM1, das von den genmanipulierten Mücken gebildet wird. Es verhindert, dass reifende Plasmodien vom Darm in die Speicheldrüse der Insekten wandern. Damit bleiben sie in den Eingeweiden gefangen und können nicht mehr mit dem Speichel, den die Moskitos beim Biss absondern, auf den Menschen übertragen werden.


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