Russ George handelte in bester Absicht - zumindest in seinen Augen - als er im Juli von einem gecharterten Fischerboot aus 100 Tonnen Eisensulfat in den Pazifischen Ozean vor der kanadischen Westküste kippte. Das Ziel: das Meeresökosystem zu befruchten. Der Eisendünger sollte eine Algenblüte auslösen, die Lachsbestände fördern und Kohlenstoff klimawirksam in die Tiefsee verfrachten. Ob der Ozean wie gewünscht reagierte, weiß bislang keiner offiziell, doch das Experimente sorgt für hitzige Diskussionen an Land. Wissenschaftler reagierten verärgert, Angehörige eines Indianerdorfs an der Küste sehen sich bloßgestellt und Gegner des so genannten Geoengineerings, des Klimaschutzes durch technische Eingriffe in die Umwelt, laufen erzürnt Sturm. Die ersten Berichte in der britischen Tagsezeitung "The Guardian" am 1. Oktober stellten das Projekt als quasianarchisches Geoengineering-Vorhaben dar - das bislang größte seiner...