Ebersberg liegt malerisch im Alpenvorland über einem kleinen Fluss, der Ebrach. Hinter der kleinen Kreisstadt in Oberbayern erstreckt sich noch heute ein weites Waldgebiet. Dass der Ort seinen Namen wegen des Wildreichtums erhielt, erscheint einleuchtend. So führt er denn auch den Eber im Wappen.

Doch der heutige Sinn des Ortsnamens täuscht. Die Bezeichnung stammt ursprünglich nicht aus dem Mittelalter, und auch nicht aus keltischer Zeit, sondern vermutlich von den Vaskonen, Menschen, die den Landstrich bald nach der letzten Eiszeit von Südfrankreich aus besiedelten.

Viele Namen von Siedlungen, Flüssen, Bergen, Tälern und Landschaften in Europa dürften auf vorindogermanische Sprachen zurückgehen. Nach neueren Erkenntnissen finden sich dabei insbesondere Bezüge zur baskischen Sprache. Das spricht dafür, dass mit den heutigen Basken verwandte Völker einst beinahe ganz Europa bewohnten. Das waren eben die Vaskonen – nach der lateinischen Bezeichnung der Basken in der Antike.

Gleiches haben jetzt von den linguis-tischen Forschungen völlig unabhängige genetische Studien ergeben (siehe den Beitrag Seite 41). Danach sind die heutigen Basken keineswegs biologisch eine eigene, mit den übrigen Europäern wenig verwandte Randgruppe. Im Gegenteil: Ihr Erbgut findet sich in verblüffendem Grade in der gesamten europäischen Bevölkerung. Es ist kaum übertrieben zu sagen: Wir Europäer sind alle Basken.

Diese Befunde widersprechen früheren Auffassungen über die Besiedlungsmuster Europas der letzten zehn- bis fünfzehntausend Jahre – also seit der letzten Eiszeit (deren letzter Höhepunkt vor 20000 Jahren war). Es gab viele Versuche, zu erklären, woher die heutigen Europäer und ihre Sprachen stammen.

Die Basken nahmen dabei immer eine Sonderstellung ein. Ihre Sprache ist nicht indoeuropäisch, und es gab