Ein typischer Grillabend bei Robert und Christina: Über der glühenden Kohle brutzeln Rostbratwürste und Gemüsespieße – fein säuberlich voneinander getrennt. "Fleisch gehört für mich zu einer richtigen Mahlzeit einfach dazu. Nur Grünzeug essen wie Christina, das könnte ich nicht", sagt Robert, während er Ketchup über seine Bratwurst kippt und den Teller mit einem Salatblatt garniert. "Alles eine Frage des Willens", kontert Christina. "Du hast es schließlich noch gar nicht ausprobiert. Hey, meine Spieße bitte nicht mit der Fleischzange umdrehen!"
Eigentlich sind die beiden ein glückliches Paar. Doch beim Essen kommt es immer wieder zu Streitereien: Robert ist überzeugter Fleischesser, Christina ebenso überzeugte Vegetarierin. Bereits als Kind verweigerte die heute 28-Jährige tierische Kost – sehr zum Leidwesen ihrer Eltern, die ihrer Tochter "vorpubertäre Aufsässigkeit" unterstellten.
Ganz Unrecht hatten sie vielleicht nicht. Vegetarier schwimmen gern gegen den Strom – das war schon Mitte des 19. Jahrhunderts so. Im Rahmen der Reformbewegung, die die Industrialisierung und die zunehmende Verstädterung kritisierte und eine naturnahe Lebensweise propagierte, entstanden die ersten Vegetariervereine. "Die fleischlose Ernährung war Teil der damaligen Ideologie", berichtet Sebastian Zösch, Geschäftsführer beim Vegetarierbund Deutschland, den es seit 1892 gibt. So hätten die Anhänger der Bewegung häufig auch auf Genussmittel wie Zigaretten und Alkohol verzichtet. "Zudem spielten ethische Argumente damals bereits eine Rolle."
Dennoch: Heute essen 85 Prozent der Deutschen täglich oder nahezu täglich Fleisch und Wurst, und in Restaurants bestellen die meisten ein Fleischgericht
Magazin | 10.05.2013
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Claudia Christine Wolf ist Biologin und Redakteurin bei GuG. 

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1. Gesundheitliche Vorteile des Fleischverzichts?
14.05.2013, Olaf SchlüterVon den gesundheitlichen Vorteilen des Fleischverzichts hat dieser Arzt offenbar noch nicht gehört. Ich auch nicht. Ich weiß nur, dass zu viel Fleisch ungesund sein kann. Aber zwischen "zu viel Fleisch" und gar kein Fleisch liegt irgendwo für jeden die optimale Ernährung.
Es ist schade, wenn ein Artikel, der als wissenschaftlicher Beitrag ernst genommen werden will, gleich mit einer so fragwürdigen These beginnt. Da vermutet man gleich einen ideologischen Beitrag.
2. Gesündere Ernährung?
15.05.2013, Gilbert BrandsAbgesehen davon ist die "ausgewogene" vegetarische Ernährung eine Mogelpackung. Sie ist nämlich mit den hiesigen Pflanzen schlicht und einfach nicht möglich, sondern auf Importe von Gegenden rund um den Globus angewiesen.
Besonders fragwürdig in diesem Artikel finde ich die Bemerkungen zur höheren Intelligenz von Vegetariern, die man mit Fug und Recht schon als Rassismus übler Sorte bezeichnen darf. Was sollen solche Ideologiebeiträge in einem wissenschaftlichen Medium?
3. Mit zweierlei Maß
15.05.2013, Michael KühnapfelAuch ich esse nicht alles und jedes, auch aus ethischen Gründen - aber moralisches Essen hat doch die starke Tendenz, in Dünkelhaftigkeit zu enden.
4. Gesundheitliche Vorteile des Fleischverzichts!
15.05.2013, AnimalAlliance5. Wenn Thesen als Behauptungen verkauft werden
15.05.2013, Ina MüllerSchließlich gibt es auch ausreichend (fragwürdige?) Studien, dass Fleischverzicht NICHT vor Krebs schützt oder Vegetarier kleinere Gehirne aufweisen. Auch die Gesundheitspropaganda darf mit Blick auf einschlägige Fachliteratur getrost zu den Akten gelegt werden.
Vom vermeintlichen Klimarisiko durch Fleischverzehr einmal ganz abgesehen.
Frage: Wo kommen eigentlich die tierischen Lebensmittel und Pflanzen her, die Vegetarier anstatt Fleisch konsumieren? Würde man all diesen Tieren den Gnadentod gönnen, wäre die Klimabilanz Dank sinkender Produktivität wohl katastrophal ...
Und hier die Quellen:
Relevance of protein fermentation to gut health (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/mnfr.201100542/abstract)
Saturated fat and cardiovascular disease: the discrepancy between the scientific literature and dietary advice (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22208554)
Protein intake, calcium balance and health consequences (http://www.nature.com/ejcn/journal/v66/n3/pdf/ejcn2011196a.pdf)
Psychische Störungen unter Vegetariern häufiger (http://www.animal-health-online.de/lme/2013/01/04/7792/7792/)
Meat Intake and Mortality (http://www.thepigsite.com/articles/2669/meat-intake-and-mortality)
Cancer incidence in vegetarians: results from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Oxford) (Am J Clin Nutr (March 11, 2009). doi:10.3945/ajcn.2009.26736M)
Leistungsfähig, intelligent und gesund durch Fleischverzehr (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1691485/)
usw., usw.
Warum wird hier nicht auch über die Risiken des Fleischverzichts informiert: Estrogenic plant consumption predicts red colobus monkey (Procolobus rufomitratus) hormonal state and behavior (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0018506X12002280)
6. Mir reicht die ständige Bevormundung
15.05.2013, KlausWarum haben Vegetarier dieses schreckliche Sendungsbewusstsein und vergessen dabei, wenn sie mit einem Finger auf mich zeigen, zeigen vier auf sie selber.
Ich muss Ina mit dem bisher einzigen guten Kommentar an dieser Stelle Recht geben: Wie teuer würden wohl Pflanzen und Milch, Quark und Eier, wenn der Bauer weniger Wirtschaftsdünger (von heimischen Tieren) einsetzen kann und die Tiere bis zum natürlichen Tod halten sollte; insbesondere weil sich die Futterverwertung mit zunehmenden Alter rapide verschlechtert und die Leistung nachlässt?
Und wer sagt mir denn, dass ich mich als Mischköstler nicht viel Klima bewusster ernähre, wie ein Vegetarier, der - aus welchen Quellen auch immer - Zusatzstoffe (Vit. B12) zu sich nehmen muss? Dem guten Beispiel Inas folgend habe ich hierzu diese Studie aus Frankreich gefunden: Greenhouse gas emissions of self-selected individual diets in France: Changing the diet structure or consuming less? (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0921800912000043). Der Schlüssel scheint die nährstoffdichte tierischer Produkte zu sein, so dass Milch hinsichtlich seiner Ökobilanz besser abschneidet als z.B. Sojamilch (Nutrient density of beverages in relation to climate impact, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0921800912000043). Die möglichen Problemen mit Phytoöstrogenen hat Ina ja schon angesprochen und werden offensichtlich vom BfR auch bestätigt.
Ja, ich bin Fleischgenießer - und anderer tierischer Produkte auch. Mir reicht es aber langsam, dass mit irgendwelche "Gutmenschen" dafür ein schlechtes Gewissen einreden wollen, was bei nährerer Auseindandersetzung mit der Thematik absolut nicht gerechtfertigt erscheint und sogar hinsichtlich der Diskussion um die Ernährungsgewohnheiten anderer Länder sehr überheblich ist. Menschen, die halt keinen Zugriff auf Zusatzstoffe haben, freuen sich über jedes Glas Milch - wie wir auch nach dem Krieg.
7. Das Maß der Dinge
15.05.2013, KerstinW.8. Ausgewogene Ernährung
15.05.2013, Irmgard KnappHier setzen sich einige Wissenschaftler mit der Thematik auseinander. Leider schwere Kost für Nichtakademiker: Red meat & mortality & the usual bad science (http://www.zoeharcombe.com/2012/03/red-meat-mortality-the-usual-bad-science/#utm_source=feed&utm_medium=feed&utm_campaign=feed)
9. Meine Lösung: Mischkost mit wenig Fleisch
15.05.2013, Christine Wilholm10. Klischees
15.05.2013, BernichVegetarier oder Veganer müssen nicht auf leckeren Grillgenuss verzichten und auf Gras oder Gemüse rumkauen.
Längst gibt es Alternativen mit "fleischigem" Biss und Würze auf Seitan- und Soja-Basis.
Sogar im Billig-Discounter findet man zunehmend solche Produkte.
Klar, wenn man eine Gluten- oder Sojaallergie hat, wird es schwierig, aber das trifft auf die wenigsten zu.
In dem Fall müssen sie aus gesundheitlichen Gründen verzichten und nicht aus ethischen.
Ich bin es leid, auf Grillfeste eingeladen zu werden, auf denen mir dann "netterweise" eine Gemüseecke auf dem Grill einräumt.
Ich bin nicht krank.
Niemand muss Rücksicht auf mich nehmen und mir Schonkost geben.
Ich grille nicht, weil ich mich gesund ernähren möchte, sondern weil ich leckeres Grillgut bei gutem Gewissen essen möchte.
In Großstädten gibt es regelmäßige Treff, bei denen vegan gegrillt wird.
Und was das Gewicht angeht, so kenne ich eine ganze Menge langjähriger Veganer, die XL-Klamotten tragen.
Die zweifelnden Blicke meiner Mitmenschen, die hören, dass ich Veganerin bin, verdanke ich Artikeln wie diesen hier.
Dem Körper ist es ganz egal, woher die Kalorien kommen.
Wenn es zu viele sind, setzt er Fett an.
11. Der Übermensch
15.05.2013, MichaelIch hätte gedacht das Konzept "Übermensch" hätten wir 1945 hinter uns gelassen, als der Führer, übrigens ein überzeugter Veggie [1], sich vor seiner Strafe gedrückt hat. Aber so kann man sich ja irren.
Des öfteren wird behauptet Vegetarier wären durch ihre Ernährung schlauer. Nur wenn man nach überprüfbaren Daten verlangt dann wird es sehr dünn und mager.
Vor einiger Zeit wurde eine langjährige britische Studie quer durch die Veggie-Verbände und Blogs hin und her geteilt, weil dort geschrieben wurde dass die Veggies schlauer sind, bessere Abschlüsse haben etc.
Nur wenn man sich die Aussagen der Studie [2] genauer anschaut, dann entdeckt man folgendes:
"Some of the participants who reported being vegetarian said they consumed fish or chicken. We found no difference in IQ scores, or any marker of socioeconomic status, between this group and the strict vegetarians. It may be that vegetarianism exists as a continuum, with those who describe themselves as vegetarian but who are prepared to eat white meat or fish (flesh that is paler and less obviously meaty than beef, pork, or lamb) having the same trait but less of it than those who avoid consuming any animal flesh."
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler#Privatleben
[2] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1790759/
12. Moralaposteltum gegen Moralaposteltum
15.05.2013, HannaZudem kann ich meiner Vorrednerin nur zustimmen: Pauschale Klischees wiederzukäuen mag verlockend sein, verzerrt aber naheliegenderweise die Tatsachen. Mit ein bisschen Sensibilität für das Thema hätte die Autorin so beispielsweise herausfinden können, dass sich mittlerweile schon Gegentrends gegen Vegetarismus herausbilden. Das Klischee nämlich, dass Vegetarier ihren Mitmenschen gern moralinsaure Grünkernküchlein unterjubeln, wird ihnen inzwischen oft pauschal vorgeworfen: Noch bevor man die eigenen Gründe für die Fleischlosigkeit erklären kann oder betonen kann, dass diese natürlich nur für die eigene Motivation sprechen, bekommt man als Vegetarier oft schnell vorgehalten, sich doch bitte mit seinen Standpauken zurückzuhalten. Dass neutrale Aufklärungen dabei oft nur subjektiv als Belehrungen erfahren werden, vielleicht auch, weil die "Belehrten" sich zum ersten Mal in ihrem Leben ihren Fleischkonsum reflektieren, sei nur nebenbei erwähnt.
Drittens: Die "moralische Vegetarierin" oder der moralische Standpunkt, also "Menschen, die sich vor allem aus ethischen Gründen vegetarisch ernähren, etwa weil Fleischkonsum bedeutet, dass Tiere getötet werden und leiden müssen", wird im Artikel gleichgesetzt mit Mitgefühl. Das aber ist in der wissenschaftlichen Ethik höchst umstritten. Mitgefühl kann natürlich in einer Begründung eine Rolle spielen; andere Begründungen wie Speziesismus (verkürzt: Warum ist es plausibel intelligente Schweine zu Töten, aber bewusstlose Menschen nicht?) oder Würde von Lebewesen (z. B. Albert Schweitzer) werden allenfalls gestreift, aber nicht expliziert. Wenn man das alte Fass schon aufmacht, dann bitte richtig.
Viertens und letztens: Der Artikel trägt außerdem dazu bei, das klassische Schwarz-Weiß-Denken zu bestärken. Realerweise finden viele Vegetarier jedoch auch einen gemäßigten Fleischkonsum aus guter Produktion (bei anderen Personen) vertretbar. Allerdings sehen sie eben, dass scheinbar die Mehrheit der Bevölkerung und die betroffene Nahrungsmittelindustrie natürlich kein Interesse daran hat, die Fleischproduktion einzudämmen oder nach ethischen Richtlinien zu orientieren. Daher halten sie ihren eigenen Vegetarismus als Gegentrend für ein wichtiges Zeichen.
13. Fakten
16.05.2013, AnimalAllianceVon ethischen oder auch ökologischen Erwägunen einmal abgesehen, kann eine objektive und qualifizierte Beurteilung der gesundheitlichen Folgen des Konsums tierischer Produkte nur zu einem Ergebnis kommen: Fleisch tötet - Menschen wie Tiere. Die Faktenlage ist erdrückend.
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14. Immer diese Hetze gegen Veggies.
16.05.2013, Manuel Ko@ Michael Kühnapfel: Glaubst du die Pflanze leidet genau so darunter, dass sie dicht steht, oder das Schweinchen, das nicht im Matsch suhlen, nicht die Umgebung erkunden, keine vernünftigen Sozialstrukturen aufbauen, kein Tageslicht erblicken usw kann, nach der Geburt der Mutter entrissen wurde, um dann ohne Betäubung Körperteile abgeschnitten bekommen, damit man sich im Wahnsinn der Enge und aus Langeweile nicht gegenseitig anfrisst?
@Ina Müller: Wenig Fleisch macht nicht krank. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät jedoch von mehr als 300-600g Fleisch die Woche aus gesundheitlicher Sicht ab. Der Deutsche konsumiert allerdings im Schnitt doppelt bis viermal soviel als gesundheitlich noch vertretbar wäre. Vegetarier und Menschen, die selten Fleisch essen, haben ein deutlich geringeres Risiko an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gicht, Rheuma, Bluthochdruck usw zu erkranken und leben im Schnitt länger. Lesen sie sich mal in die vorliegenden Studien ein.
@Klaus Nicht: gerechtfertigt? Ich habe ja schon oft gemerkt, dass viele Mischköstler die Missstände ausblenden oder schönreden wollen, aber ich denke, dass es Ihnen gut tun würde, sich zu informieren.
B12 kommt nur in den Ausscheidungen bestimmter Mikroorganismen vor. Diese befinden sich auch im menschlichen Darm. Einige behaupten, dass sie bei einer gesunden Darmflora ausreichend B12 produzieren, das ist aber nicht wissenschaftlich belegt. Dass heutzutage kaum noch B12 auf pflanzlicher Nahrung zu finden ist, liegt daran, dass der Mensch durch Spritzmittel und (übertriebene) Sauberkeit die Mikroorganismen und ihre Ausscheidungen entfernt. Da finde ich es vollkommen ok, wenn man es der Nahrung anschließend wieder zuführt, wenn man nicht auf naturbelassene Nahrung zurückgreifen kann. B12 ist heutzutage in etlichen Säften, Kellogs, Bonbons, Drinks, Zahncreme usw. enthalten. Übrigens wird mittlerweile auch Masttieren oft B12 verabreicht, da sie durch den hohen Einsatz von Antibiotika und die schlimmen Haltungsbedingungen einen B12-Mangel haben - auch keine bessere Art der Versorgung.
@Irmgard Knapp: Dann ignorieren sie nahezu alle seriösen Studien diesbezüglich
@Christine Wilholm: Richtig und falsch kann man sich sowohl mit, als auch ohne Fleisch ernähren. In Fleisch steckt nichts, was vegetarische Nahrung nicht auch gesünder bietet. Vegetarier und Menschen, die selten Fleisch essen, haben ein deutlich geringeres Risiko an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gicht, Rheuma, Bluthochdruck usw. zu erkranken und leben im Schnitt länger. Es ist kein bisschen schwer, sich ausgewogen vegetarisch zu ernähren. Die vegetarische Ernährungspyramide unterscheidet sich kaum von der Herkömmlichen. Im Schnitt sind Vegetarier besser mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt als Mischköstler.
@Bernich: Genau! Folienkartoffeln: ein paarmal mit der Gabel einstechen, in eine Schicht Alufolie einwickeln und direkt in die Glut legen. Zum testen, ob sie gar sind mit einem Spieß oder einer Gabel einstechen. Mit Zaziki servieren Fertige fleischlose Burger, Schnitzel, Grillwürstchen, Nuggets, Fleischbällchen, cordon bleu ect. gibt es mittlerweile in vielen Geschäften. Schmeckt allerdings nicht alles gut. Die Burger vom Aldi (süd) kann ich wärmstens empfehlen. Die fleischlosen Produkte vom Lidl sind alle spitze, jedoch nicht ständig im Sortiment. Hit hat auch gute Auswahl. Onlineshops wie veganwonderland bieten eine super Auswahl, leider meist zu stolzen Preisen. Sehr gut sind auch aus der Tiefkühltheke: Kartoffelpuffer, Kartoffeltaschen mit Füllung, Käseecken und Knoblauch/Kräuterbutterbaguettes. Wenn ihr im Anschluss um ein Feuer oder den Grill sitzt ist Stockbrot super. Grillkäse Grillcamombert usw. gibt es auch mittlerweile in Discountern. Halloumi ist lecker! Du kannst Baguettescheiben rösten, mit Käse, Basilikum, Sauce nach Wahl, Feta und Tomate überbacken. An Gemüse kommt auf dem Grill super: Champignons, Tomaten, Paprika, Zwiebeln. Du kannst dir auch sogenannte Gemüsebomben basteln: geschnibbeltes Gemüse nach Wahl in Alufolie mit Öl, Gewürzen und Olivenöl oder Kräuterbutter packen und auf den Grill. Auberginen, Pilze, Zucchini kannst du am Tag zuvor marinieren und Spieße machen. Maiskolben sind der Burner! nach dem Grillen mit Butter bestreichen und mit Salz bestreuen. Ich habe mal Zucchini ausgehöhlt und mit einer Käse-Gewürze-Zwiebelfüllung versehen, in Alufolie eingepackt und ab auf den Grill Bananen kannst du als Nachtisch mit Schale auf den Grill legen.
15. Gutes Gewissen beim Grillen
16.05.2013, Ina MüllerDem Körper ist leider nicht egal, woher die Kalorien kommen: Kohlenhydrate werden bevorzugt in Fette umgewandelt und externe Fette komplett metabolisiert. U.a. hier nachzulesen: Effects of a low-carbohydrate diet on weight loss and cardiometabolic profile in Chinese women: a randomised controlled feeding trial (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23522432) und auf deutsch: http://www.systemed.de/logi-news (Diese kohlenhydratreduzierte Diät funktioniert übrigens auch bei Vegetariern - aber eben nur in Ländern mit guter Nahrungsmittelauswahl.
16. Unbequeme Tatsachen...
16.05.2013, Lutz Martin17. Wer nichts weiß, muss alles glauben
16.05.2013, Ina MüllerAuch wenn man sich die aktuelle Schweizer Untersuchung zu den Risiken verarbeiteten Fleisches genauer anschaut, muss man als Statistiker zu folgendem Ergebnis kommen:
Man sollte unbedingt rotes Fleisch essen (zwischen 10 bis 160 g täglich), sonst steige das Risiko, frühzeitig zu sterben.
70 Prozent der Todesfälle wurden in der Gruppe beobachtet, die am wenigsten verarbeitetes Fleisch verzehrt hatten (über einen Zeitraum von 12 bis 13 Jahren)
Davon steht erstaunlicher weise nichts in den Medien.
Die Aussage der Universität stütze sich nur auf 0,85 % der vorliegenden Daten.
(Nachzulesen hier: http://www.zoeharcombe.com/2013/03/meat-consumption-and-mortality/)
18. Ethisch degenerierte Fleischesser?
16.05.2013, DemoslogosAlle Fleischesser, die wirtschaftlich in Bezug auf Fleisch denken, sind also verroht? Dann sollten wir alle Errungenschaften von Fleischessern kritisch beurteilen. Leider gibt es keine Studie dazu, ob alle Menschen, die direkt zu den Menschenrechten beigetragen haben, Wirtschaftlichkeit um des Tierschutzwillen abgelehnt haben oder Vegetarier waren. Dass so ein bemerkenswerter Umstand nicht bekannt ist, halte ich für unwahrscheinlich. Sie behaupten auch, dass es bei Fleischessern zu einer ethischen Degeneration kommt. Wie erklärt sich dann der Umstand, dass heutzutage Gewalt gegen Ausländer und andere Religionen in Europa nicht mehr von großen Gruppen aus der Bevölkerung ausgeht, obwohl der Fleischkonsum gestiegen ist?
19. Schöner Artikel
16.05.2013, AnoukDass sich ein paar wenige Fleischesser jetzt wieder angegriffen fühlen, ist ja obligatorisch für Kommentare unter Artikeln die es sich erlauben Nicht-Fleischesser eben nicht als ideologisch verbohrte, leichenblasse Spielverderber darzustellen, die den lieben langen Tag mit erhobenem Zeigefinger rumlaufen.
Ich ernähre mich seit längerem vegan und habe genauso wenig Probleme mit meinen nicht-veganen Freunden wie auch mit meiner Ernährung. Es ist durchaus möglich, sich vegan ohne Mangel zu ernähren - ob diese Ernährung gesünder ist als eine andere ausgewogene Ernährung sei mal dahingestellt und ist mir (und ich nehme an den meisten anderen Veganern ebenso) völlig egal.
20. Verrohung und ethische Degeneration...
17.05.2013, Lutz Martin"Alle Fleischesser, die wirtschaftlich in Bezug auf Fleisch denken, sind also verroht?"
Den Begriff der Verrohung habe ich im Zusammenhang mit Menschen verwendet, die in irgendeiner Weise gewohnheitsmäßig empfindungsfähige Wesen quälen und töten. Kein Kind würde von sich aus auf den Gedanken kommen, ein Tier umzubringen, nur um seinen Körper zu essen oder sich mit seinen Leichenteilen zu kleiden. Herstellung und Konsum tierischer Produkte ist also Folge einer Erziehung, die Empathie unterdrückt, Ignoranz fördert und ethisches Denken verhindert.
"Sie behaupten auch, dass es bei Fleischessern zu einer ethischen Degeneration kommt. Wie erklärt sich dann der Umstand, dass heutzutage Gewalt gegen Ausländer und andere Religionen in Europa nicht mehr von großen Gruppen aus der Bevölkerung ausgeht, obwohl der Fleischkonsum gestiegen ist?"
Dieser isolierte Sachverhalt sagt nichts darüber aus, ob er auf ethische Weise oder eher zufällig als "Abfallprodukt" un- oder gar antimoralischer Vorgänge entstanden ist. Handlungen und Unterlassungen (H/U) sind schließlich nur dann moralisch und als Vorbild geeignet, wenn sie ethisch motiviert sind. Ethische Motivation besteht darin, vermeidbarem Leid vorzubeugen, es zu lindern oder zu beseitigen, indem man die Bedürfnisse und Interessen möglichst aller der von einer H/U direkt oder indirekt betroffenen Wesen nach dem Gleichheitsprinzip gewichtet und in Ausgleich bringt. Weil an einer H/U an sich nicht erkennbar ist, ob es sich um eine moralische handelt, muß man also ihre Motivation ermitteln, um sie ethisch bewerten und für Lernprozesse nutzen zu können. Jeder Mensch jenseits einer bestimmten geistigen Entwicklungsstufe ist in der Lage, einzelne mehr oder weniger erfolgreiche moralische H/U vorzunehmen, aber ein moralischer MENSCH ist darum bemüht, sein GESAMTES Verhalten ethisch zu kontrollieren. Würden sich Menschen nicht mehr willkürlich für oder gegen moralische H/U entscheiden, ginge es auf der Erde GANZ anders zu: der Veganismus wäre ebenso selbstverständlich wie eine weitestgehende Gleichverteilung natürlicher und kultureller Ressourcen und ein von Gewaltfreiheit und Solidarität geprägtes Miteinander aller Menschen. Vorerst aber wird die Welt genau das Folter- und Schlachthaus bleiben, zu dem sie von ethisch unterentwickelten Menschen gemacht worden ist. Sich diese Zustände immer wieder bewußt zu machen, schützt auch vor einer bestimmten Art des Zynismus, zu dem insbesondere deren Profiteure neigen.
21. Kleine Anmerkung
17.05.2013, RegineLediglich eine kleine Anmerkung würde ich gerne loswerden: Ein Mangel an B12 ist bei Vegetariern nicht häufiger als bei Fleischessern, da B12 ja in großen Mengen in Milch, Käse und Eiern enthalten ist, die Vegetarier ebenso zu sich nehmen (vgl. dazu auch Claus Leitzmann/Markus Keller: Vegetarische Ernährung. 2. Auflage, UTB, 2010, wo verschiedene Studien dazu benannt werden). Ernährungswissenschaftlich hat eine ausgewogene, vegetarische Ernährung nur Vorteile. So hat beispielsweise das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg herausgefunden, dass Vegetarier auch deutlich älter werden als Fleischesser.
Ich nehme an, dass Sie das Thema B12 mit den Veganern verwechselt haben. Diese vermeiden einen Mangel oft durch zusätzliche Einnahme von B12 (z. B. in Veg1 oder spezieller Zahnpasta, da die Aufnahme über die Schleimhäute besonders effektiv ist). Für Vegetarier ist das aber ebenso wenig nötig wie für Fleischesser.
22. Moralisch IMMER auf der besseren Seite!
17.05.2013, MSUnd wenn oben genannte Argumente nicht widerlegt werden können, werden die typischen Argumente wie Tradition und Biologie des Menschen angeführt.
Ich bin ein Mann. Meine einzige Aufgabe auf dieser Welt ist es - biologisch gesehen - mich fortzupflanzen. Und das eigentlich um jeden Preis und so oft wie möglich. Dieser "Tradition" folge ich nicht, weil es meiner Erziehung und der Vernunft wederspricht.
In Bayern war es vor ca. 100 Jahren Tradition in der Wirtschaft unter den Tisch zu urinieren - auch dieser Tradition folge ich nicht.
Der lange Tradition des Rassismus und des Sexismus folge ich nicht. Ich verfolge keine Juden, stehle nicht und ermorde nicht meine Nachbarn um mir seinen Grund und Boden oder dessen Frau anzueignen. Ich versuche ein guter Mensch zu sein.
Und weil das Töten und Quälen von Tieren ausschließlich dem Gaumenkitzel dient, gehört es für mich als guten Menschen dazu VEGAN zu leben! Ich will nicht damit sagen, dass Fleischesser keine guten Menschen sind. Aber Menschen die hier über Veganer bzw. über Vegetarier herziehen, Fakten verdrehen und mit aller Macht, mit voller Absicht , das Leiden der Tiere billigen, verlängern bzw. relativieren gehören für mich wirklich nicht zu einem guten Mensch.
Danke für den schönen Artikel
23. Zwei Kulturen
19.05.2013, VinaIch freue mich über Jeden, der sich dieser Thematik offen und hinterfragend zuwendet.
Bereits seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema.
Der durch Melanie Joy geprägte Begriff des Karnismus hat mir eröffnet, daß das anerzogene Ausschalten von Mitgefühl für bestimmte Tierarten ein ursächlich kulturelles Problem zu sein scheint.
Interessant finde ich die Ergebnisse der von Ihnen geschilderten Untersuchungen hinsichtlich des Einfühlungsvermögen in die Tiere, und zwar aus eigener Erfahrung heraus:
Vegetarierin wurde ich aus Mitleid bereits vor über 20 Jahren.
Auslöser waren damals 1. meine (beruflichen) Erfahrungen mit anatomischen, menschlichen Präparaten deren Fleisch sich in seiner Struktur nicht von dem in meinem Essen unterschied,
und 2. zugige Tiertransport-Anhänger,die damals auch bei kaltem Wetter nachts draussen parkten mit den frierenden Tieren darin (gibt es heute nicht mehr).
Bevor ich vor einem halben Jahr Veganerin wurde, setzte bei mir ganz plötzlich ohne mein Zutun ein neues Gefühl ein, das das Mitleid ablöste und darüber hinaus geht.
Es ist, als würden meine Eltern oder liebe Freunde in der Massentierhaltung und in Massenschlachhöfen gequält und getötet werden.
Das erstaunte mich selbst, da ich in meinem Leben nicht zu überzogenen Gefühlen neige, doch ich konnte nichts gegen dieses Gefühl unternehmen.
So entschloss ich mich vegan zu leben.
Nun lese in Ihrem Artikel von den Spiegelneuronen, - sie könnten die starke Unmittelbarkeit des neuen Gefühls bei mir erklären.
Auch, wenn ich zu dem Zeitpunkt noch keine Veganerin war, es dann aber wurde.
Es gibt viele Vegetarier, die später vegan leben.
Mich würden weitere Forschungsergebnisse zu diesem Bereich sehr interessieren!
Interessant fand ich weiterhin, daß auch Sie 2 Varianten von Ess- und Genusskultur aufzeigen, deren Unterschiedlichkeit sich für mich in Stichworten so skizziert:
# die eine Variante beinhaltet bevorzugt Tierprodukte, Süsses und "herzhaftes" (wie Chipsgeschmack), gern Alkohol, gern Zigaretten;
# die andere Variante hat ihren Schwerpunkt in (überwiegend) pflanzlichen Produkten, der Genuss orientiert sich geschmacklich meist an der Kreativität der
Mahlzeiten und Getränke, schrittweise seltener werden Drogen und Stimulanzien als angenehm empfunden sondern eher als Behinderung für vorhandene Lebensfreude.
Da ich selbst als Konsumentin von Tierprodukten aufwuchs, kenne ich beide Kulturen mit ihren Schwerpunkten.
Mein schrittweiser Wechsel von einer Ess- und Genusskultur in die andere war begleitet von einem zunehmenden Mut, nicht mehr zu verdrängen, was mir nicht gefällt oder womit ich nicht klar zu kommen glaubte - ganz egal, um was es sich handelt.
Statt automatisch zu verdrängen, merke ich es nun, wenn etwas nicht stimmt, mache ich mir Gedanken über das Problem, seine Alternativen und handle danach.
Ich bin viel selbstbestimmter seit dem.
Dazu gehört eben auch, zu meinem Gefühl für die Tiere zu stehen und danach zu handeln.
Ich glaube, die persönliche Einstellung zum Leben und die Präferenz für die eine oder andere Kultur gehören möglicherweise zusammen.
Ich meine, dies auch zwischen den Zeilen des Artikels gelesen zu haben.
Aber hier kann ich natürlich nur für mich sprechen.
Die Anhänger beider Ess- und Genusskulturen haben ein Recht auf Würde, wie alle Lebenwesen.
Es ist in meinen Augen kontraproduktiv und völlig sinnlos, wenn sie sich bekämpfen wollen.
Ich freue mich auf weitere Artikel zu diesem Thema!
Beste Grüsse von Vina
24. @Fakten
21.05.2013, Ina MüllerIn einige der Quellen habe ich einmal reingeschaut: es handelt sich überwiegend um epidemiologische Beobachtungsstudien, die Sie getrost in die Tonne kloppen können. Zumindest wenn man dem Statistiker Walter Krämer Glauben schenken darf. Eine kleine Hilfestellung zur Bewertung der Studienergebnisse finden Sie hier: http://www.eufic.org/article/de/expid/WISSENSCHAFTLICHE-STUDIEN-VERSTEHEN/
Übrigens: danach können Sie auch diese Studie vergessen, wonach Vegetarier häufiger an Darmkrebs erkranken: http://www.animal-health-online.de/gross/2009/03/17/wissenschaftler-finden-mehr-dramkrebs-bei-vegetariern/10694/
Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zu dem Thema "Fleischverzehr" und Gesundheit finden Sie hier:
http://www.zoeharcombe.com/2013/03/meat-consumption-and-mortality/
http://www.zoeharcombe.com/2012/03/red-meat-mortality-the-usual-bad-science/#utm_source=feed&utm_medium=feed&utm_campaign=feed
Dass (Fleisch-)Studien auch gefälscht werden, finden Sie hier: http://www.bostonglobe.com/news/science/2011/11/03/committee-dutch-professor-faked-data-for-years/BYvHaLUEz5xxWhFm29VoyL/story.html
Also: verschont uns auf dieser Seite mit ellenlangen Quellenangaben, wenn die Seriosität der Studien nicht zweifelsfrei belegt sind (mal abgesehen davon, dass sich niemand der Kommentatoren durch 50 Studien quält )
25. Vegetarische Ernährung bei Schwangerschaft KEIN PROBLEM!!!
21.05.2013, Anja ErndtmannMeine Gynäkologin hat zudem eine Zusatzqualifikation in Ernährungsberatung und bestätigte mir, eine vegetarische Ernährung während der Schwangerschaft sei überhaupt kein Problem. Allein bei einer veganen Ernährung seien Zusatzmaßnahmen erforderlich, aber auch das sei machbar.
Bitte das nächste Mal fundiert informieren und kein zweifelhaftes Halbwissen verbreiten und damit die Leute verunsichern - vielen Dank!
26. Empathie
21.05.2013, liane ludwigEs ist ein Verdienst der vielen empathischen Menschen die dazu geführt hat dass solche Studien überhaupt durchgeführt werden. Als ich vor über 30 Jahren Vegetarierin wurde, gab es für mich kein Beispiel und kein Vorbild...Ich war allein unter Fleischesser und ich habe mir viele Beleidigungen und Auslachen anhören müssen, ich hatte auch keine Möglichkeit (Internet...) gehabt mich mit irgendeinen anderen von meinem "Art" auszutauschen.
Seit zehn Jahren lebe ich vegan und ich muss mir leider noch genug anhören...es gibt aber immer wieder Siberstreifen wie hier!
Danke und ich hoffe auf weitere Artikel zu dem Thema...!
Grüsse von Liane
27. Tierquälerei
22.05.2013, Antonietta28. Unsere Triebe
23.05.2013, Kl.Schu"Zeit endlich zur Wahrheit zu stehen. Zu bedauern sind nur jene, die ihren Trieben schon entfremdet sind."
29. Der ökologische Vegetarier
23.05.2013, MillaFür mich ist es, gerade was den Vegetarismus betrifft eine durch und durch scheinheilige Einstellung sich auf den Posten zu stellen man schütze die Tiere, wo in der Milch- und Eier-"produktion" doch ebenso prekäre Verhältnisse für die Tiere herrschen.
Andersherum gesagt wäre also die einzig nachvollziehbare Einstellung sich vegan zu ernähren. Ein Großteil der Bevölkerung zu dieser Überzeugung zu bringen ist allerdings eine weit schwierigere Aufgabe. Somit bleibt jeder Vegetarier, dessen Überzeugung sich auf Mitleid den Tieren gegenüber gründet im Gewissenskonflikt, wenn er andere Tierprodukte konsumiert.
Als überzeugendes Argument, was nicht in die Problematik rennt, dass Gewissenskonflikte entstehen bleibt also jegliches pragmatische, z.B: ökonomische oder ökologische übrig.
Die Reduzierung des Konsums von Fleisch, Käse usw. bedeutet ein Plus in der ökologischen Bilanz.
30. Ethik statt Beliebigkeit und Zufall...
23.05.2013, LutzWie es scheint, muss ich die LOGISCHE Struktur meiner Argumente weiter verdeutlichen:
Dss etwas u.a. (!) dazu dient, Leid vorzubeugen, zu lindern oder zu beseitigen, heißt noch lange nicht, daß es auch zu diesem letzten Zweck entstanden oder gar Teil systematischen Vorgehens zu diesem Zwecke ist. So sind die Menschenrechte trotz ihrer unzweifelhaften Vorteile für eine Teilmenge (!) aller empfindungsfähigen Wesen je nach Begründung moralisch fehlerhaft, unmoralisch oder antimoralisch, weil sie - wie alle willkürlichen Sonderrechte - gegen das ethische Gleichheitsprinzip verstoßen. Überhaupt haben Rechte nichts mit Ethik zu tun. Sie werden mehr oder weniger willkürlich gewährt (oder auch nicht) und sind auf judikative und exekutive Strukturen zu ihrer Durchsetzung angewiesen. Ethik besitzt keine solchen Strukturen und bedarf ihrer auch nicht, weil sie als letzte Instanz der Handlungsentscheidung dem Rechtswesen übergeordnet ist.
"Es ist seit über 60 Jahren eine Zunahme der Bemühung von Menschen, ihr Verhalten ethisch zu kontrollieren, zu beobachten."
Das ist genau der Zynismus, von dem ich am Ende meines letzten Beitrages schrieb (es sei denn, es handelt sich um Ahnungslosigkeit oder Dummheit)! Noch immer gibt es Milliarden von Menschen, die nicht genug zu essen, kein sauberes Wasser, kein wetterfestes Obdach, keine Gesundheitsversorgung, keine oder nur schlechte Bildung und keinen Zugang zu höherer Kultur haben. Immer MEHR "Nutz"tiere werden gequält und getötet, und die Naturzerstörung schreitet praktisch ungebremst voran. Die Menschheit hat ABSOLUT NICHTS, was man als ethische Kultur bezeichnen könnte, und wer das verdrängt oder beschönigt, ist seinerseits Teil dieses elementarsten aller Missstände auf der Erde.
"Das der Veganismus offensichtlich noch keine Selbstverständlichkeit ist, sind viele Menschen möglicherweise gar nicht auf der von ihnen genannten geistigen Entwicklungsstufe."
Ganz recht. Systematisches ethisches Denken und entsprechendes Handeln muss ERLERNT werden, aber das findet praktisch nirgendwo statt. Neben gewissen irrationalistischen Traditionen ist das sicher auch auf die teils extreme "Unbequemlichkeit" und das "subversive" Potenzial der Ethik zurückzuführen, denn sie ist strukturell anarchistisch. Sie muss Machtverhältnisse wohl berücksichtigen, weil sie nun mal Teil der Wirklichkeit sind, aber gemäß ihrem Zweck darf sie sich ihnen nicht unterordnen. So ist es auch keine Überraschung, dass insbesondere die Mächtigen dieser Welt kein Interesse an einer ethischen Entwicklung der Menschheit haben.
"Die Unterdrückung von Empathie in der Erziehung erklärt nicht die geringe Verbreitung von Veganismus."
Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist eine Kombination aus Unterdrückung von Empathie, vorsätzlicher Unwissenheit über die Zustände in den tierausbeutenden Betrieben und ethischem Bildungsmangel. Übrigens ist Empathie ohnehin nur von sekundärer ethischer Bedeutung, denn weder kann sie ethische Reflexion ersetzen, noch ist ihre An- oder Abwesenheit relevant für den ethischen Status einer Handlung oder Unterlassung. Empathie ist lediglich eine Emotion und als solche nur dann nützlich, wenn sie in Einklang mit dem ethisch Erforderlichen steht und moralisches Handeln erleichtert.
"In ihrem zweiten Kommentar beschränken sie den Prozess der Verrohung auf Menschen die mit der Tötung oder Quälerei zu tun haben,"
Jawohl! Sie alle sind Schandmale einer Gesellschaft, die duldet, was sie tun!
"da durch die Industrialisierung viele Menschen seit einigen Generationen nichts mehr mit der Herstellung von Fleisch zu tun haben, stellt sich die Frage wie dann die Empathie unterdrückt werden konnte, wenn in der Erziehung es gar nicht mehr nötig ist Kindern etwas über Tierhaltung und Tötung beizubringen und somit auch Diskussionen über ethische Aspekte ausbleiben."
Jeder Carnivor, Leder- oder Pelzträger erfährt irgendwann, dass die Leichenteile auf seinem Teller oder in seinem Kleiderschrank von einst empfindungsfähigen Wesen stammen, die in der Regel keines natürlichen Todes gestorben sind. Wollte er ein moralischer Mensch sein, müsste er sich spätestens von diesem Moment an den Tatsachen und ethischen Fragen der Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere und auch seinen diesbezüglichen Empfindungen stellen. Vorsätzliche Unwissenheit und selektiver Denkverzicht sind nämlich ihrerseits antimoralisch, weil sie fehlerhafte ethische Entscheidungen vorprogrammieren.
"Die Welt ist nicht durch den Menschen zu einem Folter- und Schlachthaus geworden,"
Aber natürlich! Sie ist nur deshalb in diesem grauenvollen Zustand, weil Menschen aktiv dazu beitragen oder es nicht verhindern, denn jedes vermeidbare Leid auf der Erde steht für mindestens einen Menschen, der seine ethische Verpflichtung nicht wahrgenommen hat. Denken SIE z.B. öfter daran, wie viele empfindungsfähige Wesen leiden und sterben, obwohl Sie es verhindern könnten, ohne selbst in gleicher Weise leiden oder gar sterben zu müssen? Was tun sie dagegen? Könnten Sie mehr tun? Fragen Sie sich vor (möglichst) jeder geplanten Handlung oder Unterlassung, ob Sie damit Teil eines Problems für andere leidensfähige Wesen oder Teil einer ProblemLÖSUNG sind und korrigieren sie ggf. entsprechend? Nun stellen Sie sich vor, wie die Erde aussähe, wenn alle Menschen oder zumindest eine Mehrheit diese Gedanken als Antrieb zu systematischem (!) moralischem Verhalten nutzten: sie hätte mit der Welt in ihrem aktuellen Zustand kaum noch etwas gemeinsam. Es ist nicht damit getan, nur jede soundsovielte Handlung oder Unterlassung ethisch zu bestimmen, denn das tun selbst die übelsten Verbrecher. Wir müssen Beliebigkeit und Zufall hinter uns lassen und uns endlich mit aller Kraft darum bemühen, unser GESAMTES Verhalten ethisch zu kontrollieren. Selbst dann werden wir noch genug Fehler begehen, aber wir werden auch aus ihnen lernen können.
31. Zu Beitrag 29 (Der ökologische Vegetarier)
23.05.2013, AngelikaDazu muss ich sagen, dass ich selbst keine Vegetarier bin, jedoch nicht so häufig Fleisch esse (ca. 4-6 Mal pro Monat).
Wenn alle ihren Fleischkonsum (und auch den Konsum sonstiger tierischer Produkte) reduzieren würden, würde das unsere Erde sehr zu Gute kommen.
Und vielleicht gäbe es dann sogar den Nebeneffekt, dass nicht mehr so viele Tiere benötigt werden und die Tiere, die noch gehalten werden, dann unter besseren Bedingungen leben können. Ich weiß, eine übertrieben optimistische Vorstellung, aber dennoch im Bereich des möglichen.
Immerhin gibt es mittlerweile immer mehr Mensen und Kantinen, die einen "Veggi-Tag" einführen. (z.B. das Uniklinikum Freiburg sogar aus gesundheitlichen UND ökologischen Gründen)
32. Menschenrechte sind nicht zufällig
23.05.2013, demoslogosDas Regelung nur beschränkt gelten um Leid vorzubeugen, zu lindern oder zu beseitigen schließt aber auch nicht aus, dass sie aus ethischen Gründen formuliert wurden.
Die uneingeschränkte Gültigkeit der Menschenrechte für Menschen lässt erkennen das sie aus ethischen Gründen formuliert wurden, warum sonst sollte jemand Rechte für Menschen formulieren die oft gar nicht in der Lage sind sie zu verstehen oder einzuklagen, weil es schon an deren Kenntniss der Menschenrechte scheitert. Eine uneingeschränkte Gültigkeit ist nur nötig, wenn man die Menschenrechte als universell ansieht.
Es ist seit über 60 Jahren eine Zunahme der Bemühung von Menschen, ihr Verhalten ethisch zu kontrollieren, zu beobachten. Diese Aussage ist nicht zynisch, wenn man betrachtet wie kurz der Zeitraum zurückliegt in den es noch als zulässig galt Menschen als Sklaven zu halten oder sie aufgrund ihrer Abstammung zu diskriminieren, sie wegen ihres Weltbildes zu verfolgen und auch zu töten. Und beachtet man auch die Anstrengungen, die für die Umsetzung nötig waren und immer noch sind, kann man erkennen das sie gesteigert wurden, nur ethische Absichten sind eine Erklärung für diese Motivation.
"Systematisches ethisches Denken und entsprechendes Handeln muss ERLERNT werden, ..."
Wenn ethisches Denken erlernt werden muss hat es doch eine große Ähnlichkeit mit Recht, wenn der Lernende Ethik erlernen muss, wie kann er erkennen das das ihm Beigebrachte ethisch ist, wenn er es nur über den Lehrer erfahren kann?
Was ist denn nun Voraussetzung für Ethik, die Entwicklungsstufe oder das Wissen? Wenn es Wissen ist, dann wird diese Wissen verbreitet. Wenn es die Entwicklungsstufe ist, dann verweise ich auf den Kommentar 20.
Die Notwendigkeit ethisches Denken zu erlernen widerspricht ihrer Position aus Kommentar 19 (vom 17.05.13), in dem sie noch Empathie als wesentliche Vorrausetzung für ethisches Handeln sehen, wie folgender Satz zeigt: "Herstellung und Konsum tierischer Produkte ist also Folge einer Erziehung, die Empathie unterdrückt, Ignoranz fördert und ethisches Denken verhindert."
Die Welt ist nicht durch den Menschen zu einem Folter- und Schlachthaus geworden, weil er sich nicht bewusst dafür entschieden hat Fleisch zu essen oder Teile von Tieren zu verarbeiten, er hatte keinen Einfluss auf die Prozesse die dazu führten.
Viele Menschen bemühen sich mit aller Kraft ihr ethisches Verhalten zu kontrollieren, sonst würde heute keiner über Vegetarismus reden. Die Menschen machen genau das was sie fordern, sie lernen aus Fehlern, Vegetarismus breitet sich aus, Tierschutzgesetze werden verschärft.
Alle bisherigen ethischen Leistungen als unethische und unmoralisch zu bewerten bloß weil sie nicht für alle empfindungsfähige Wesen gelten fördert die ethische Bildung der Menschen nicht.
Das ihr Maßstab für derzeit lebenden Menschen nicht erfüllbar ist, können sie an sich selber sehen. Sie selber benutzen einen Rechner, der Erdöl und seltenen Erden beinhaltet, diese Rohstoffe werden teilweise unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut, mir ist noch kein Gerät bekannt bei dem vollständig gesichert ist das das nicht der Fall ist. Sie können also davon ausgehen das sie dazu beigetragen heben gegen Menschenrechte verstoßen zu haben. Das gilt nicht nur für ihren Rechner, sondern auch für die von spektrum.de und die ihres Providers und ihren Router. In dem sie für diese Geräte bezahlen und für die darüber erbrachte Dienstleistung belohnen sie unethisches Verhalten. Man könnte natürlich auf all diese Geräte verzichten, damit verringern sie aber ihre Reichweite und die ethische Bildung ihrer Mitmenschen dauert länger.
33. Ökologie
26.05.2013, IrmiHintergrund ist die Beziehung der Emissionen auf die Nährstoffdichte der Lebensmittel, die Nutzbarbarmachung von Ressourcen über den Tiermagen, die sonst für den Menschen nicht nutzbar wären (Gras, Steppe, Heu, Extraktionsschrote, Trester, Schlempen usw., usw.) sowie der ökologische Wahnsinn beim "Nachbau" von Fleischimitaten, die dann auch noch in Anlehnung an Carnivoren als Soja-WÜRSTE vermarktet werden. Perfider geht's kaum.
http://www.sciencedaily.com/releases/2012/10/121004093508.htm und http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1931200/ und http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/687482/
34. Recht und Willkür...
31.05.2013, Lutz Martin"Das Regelung nur beschränkt gelten um Leid vorzubeugen, zu lindern oder zu beseitigen schließt aber auch nicht aus, dass sie aus ethischen Gründen formuliert wurden."
Das ist nicht ausgeschlossen, aber eben auch nicht automatisch der Fall. Wie bereits betont, kann nur über die Ermittlung der jeweiligen Motivation festgestellt werden, ob eine H/U moralisch ist oder nicht, und nur eine Analyse des gesamten Prozesses aus epistemischen, ethischen und moralischen Vorgängen kann Hinweise auf ihre eventuelle Fehlerhaftigkeit ergeben. Abgesehen davon sind "Regelungen" in Form strafbewehrter Gesetze NIEMALS ethisch, weil sie Gehorsam (also ANTImoralisches Verhalten) erpressen sollen. Wie außerdem schon festgestellt, ist Ethik anarchistisch, d.h. eine ethisch voll entwickelte Gesellschaft hätte keine strafbewehrten Gesetze mehr, sondern höchstens noch pragmatische Absprachen. Allein das Vorhandensein solcher Gesetze deutet also auf ethische Entwicklungsdefizite hin. Leider werden wir vorläufig nicht ohne Rechtswesen und Exekutive auskommen, aber aus logisch-methodischen Gründen können sie weder als ethische Elemente gelten, noch Ethik ersetzen.
"Die uneingeschränkte Gültigkeit der Menschenrechte für Menschen lässt erkennen das sie aus ethischen Gründen formuliert wurden,"
Ihre "Uneingeschränktheit" läßt eigentlich eher darauf schließen, daß sie NICHT aus ethischen Gründen formuliert wurden, denn ethische Reflexion muß sich auf BESTIMMTE moralische Objekte in ihrem BESTIMMTEN Zustand zu einem BESTIMMTEN Zeitpunkt beziehen. Wie alle Lebewesen ist auch der Mensch nicht in jedem seiner Zustände überhaupt ein moralisches Objekt, denn dieser Status setzt Leidensfähigkeit voraus. Es ist von elementarer Bedeutung für die Funktionalität der Ethik, daß ihre Bezugsobjekte stets korrekt bestimmt und nur tatsächlich vorhandene Bedürfnisse und Interessen (B/I) berücksichtigt werden. Leblose Gegenstände haben keine B/I, sind also prinzipiell keine moralischen Objekte, und wo ein lebendiges Wesen (egal, ob Mensch oder nicht) seine moralische Objekthaftigkeit vorübergehend oder endgültig verloren hat, dürfen nur die B/I Dritter in eine ethische Reflexion einfließen. Anderenfalls wäre sie irrational und würde zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
"Eine uneingeschränkte Gültigkeit ist nur nötig, wenn man die Menschenrechte als universell ansieht."
Sie sind ja nur "universell" für Mitglieder der Spezies Homo sapiens. Die aber stellen nur eine Teilmenge aller moralischen Objekte dar, und genau das macht die Menschenrechte zu einem ethischen Problem. Immerhin hätte man ein Recht für ALLE Wesen formulieren können, die bestimmte ethisch relevante Eigenschaften gemeinsam haben. Statt dessen aber hat sich der Mensch willkürliche Vorrechte gegenüber anderen empfindungsfähigen Wesen eingeräumt und sie so zu fortwährendem vermeidbarem Leiden verurteilt. Diese Praxis ist im Prinzip faschistisch weil logisch äquivalent der Selbstbevorrechtung "gesunder heterosexueller nationalsozialistisch denkender ArierInnen" gegenüber allen Wesen, die diesen Kategorien nicht entsprechen. Wir werden den Faschismus und auch etliche andere verheerende "Ismen" erst dann endgültig überwunden haben, wenn wir unser Verhalten gegenüber anderen Lebewesen AUSSCHLIESSLICH daran orientieren, ob und inwiefern sie leidensfähig sind. Solange wir strafbewehrte Gesetze brauchen, sollte sich das auch in deren Formulierungen widerspiegeln.
"Es ist seit über 60 Jahren eine Zunahme der Bemühung von Menschen, ihr Verhalten ethisch zu kontrollieren, zu beobachten. Diese Aussage ist nicht zynisch, wenn man betrachtet wie kurz der Zeitraum zurückliegt in den es noch als zulässig galt Menschen als Sklaven zu halten oder sie aufgrund ihrer Abstammung zu diskriminieren, sie wegen ihres Weltbildes zu verfolgen und auch zu töten. Und beachtet man auch die Anstrengungen, die für die Umsetzung nötig waren und immer noch sind, kann man erkennen das sie gesteigert wurden, nur ethische Absichten sind eine Erklärung für diese Motivation."
NOCH einmal (und ich möchte Sie bitten, sehr gründlich darüber nachzudenken): Ein als "positiv" bewerteter Zustand an sich läßt KEINE Schlüsse darauf zu, ob er infolge ethischer Erwägungen zustandegekommen ist. Z.B. kann eine H/U lediglich aus religiösen Überzeugungen erwachsen sein. Die aber sind beliebig, weil unprüfbar oder falsch. Würden wir akzeptieren, daß Menschen gemäß solchen Überzeugungen handeln, bliebe uns nur, ALLES hinzunehmen, was das mit sich bringt, oder die Verwicklung in einen Selbstwiderspruch. Es ist also um der logischen Konsistenz willen, daß wir nicht-moralisches Verhalten grundsätzlich ablehnen und auf die ETHISCHE Begründung jeder einzelnen H/U bestehen sollten. Das ist auch insofern unverzichtbar, als moralisches Verhalten fehlerhaft sein kann und ein Lernen aus Fehlern nur dann möglich ist, wenn man sie und ihre Ursprünge erkannt hat.
"Was ist denn nun Voraussetzung für Ethik, die Entwicklungsstufe oder das Wissen?"
Das läßt sich doch nicht voneinander trennen. Der Mensch entwickelt sich, INDEM er Wissen erwirbt, es zu einem möglichst konsistenten Ganzen integriert und - sofern er moralisch ist - zum Wohle aller leidensfähigen Wesen nutzt, OHNE sich selbst willkürliche Vorteile gegenüber nichtmenschlichen Tieren herauszunehmen.
"Die Notwendigkeit ethisches Denken zu erlernen widerspricht ihrer Position aus Kommentar 19 (vom 17.05.13), in dem sie noch Empathie als wesentliche Vorrausetzung für ethisches Handeln sehen, wie folgender Satz zeigt: "Herstellung und Konsum tierischer Produkte ist also Folge einer Erziehung, die Empathie unterdrückt, Ignoranz fördert und ethisches Denken verhindert.""
Folgende Passage scheinen Sie überlesen zu haben: "Übrigens ist Empathie ohnehin nur von sekundärer ethischer Bedeutung, !-> denn weder kann sie ethische Reflexion ersetzen, noch ist ihre An- oder Abwesenheit relevant für den ethischen Status einer Handlung oder Unterlassung. <-! Empathie ist lediglich eine Emotion und als solche nur dann nützlich, wenn sie in Einklang mit dem ethisch Erforderlichen steht und moralisches Handeln erleichtert." Eine H/U aus reiner Empathie ist NICHT moralisch, aber wenn z.B. Kinder entsetzt ablehnen, Tiere zu töten, nur um sie zu essen oder ihre Leichenteile anzuziehen, ist das eine günstige Gelegenheit, diese Emotion "mit ethischer Substanz zu füllen" und so auch rational zu stabilisieren.
"Die Welt ist nicht durch den Menschen zu einem Folter- und Schlachthaus geworden, weil er sich nicht bewusst dafür entschieden hat Fleisch zu essen oder Teile von Tieren zu verarbeiten, er hatte keinen Einfluss auf die Prozesse die dazu führten."
Es gibt keine "Prozesse an sich", denen der Mensch hilflos ausgeliefert wäre, sondern nur Dinge, die Prozesse durchmachen. Die Welt, wie sie sich uns aktuell darstellt, ist großenteils das Ergebnis konkreter Prozesse, die konkrete Menschen zu verantworten haben, weil sich jeder einzelne von ihnen zu bestimmten Zeitpunkten für oder gegen die Berücksichtigung der B/I der von seinen H/U betroffenen leidensfähigen Wesen entschieden hat. Menschen essen HEUTE Fleisch, weil sie HEUTE keine oder keine systematische Ethik haben. Dasselbe gilt für alle übrigen vermeidbaren Mißstände auf der Erde.
"Alle bisherigen ethischen Leistungen als unethische und unmoralisch zu bewerten bloß weil sie nicht für alle empfindungsfähige Wesen gelten fördert die ethische Bildung der Menschen nicht."
Es fördert die ethische Bildung der Menschen insofern, als es ihnen verdeutlicht, daß und warum fast alles, was sie bisher getan oder unterlassen haben, moralisch entschieden zu fehlerhaft, unmoralisch oder antimoralisch ist, und daß sie ihr Denken und Verhalten nahezu komplett ändern müssen, wenn ethischer Fortschritt kein Zufall oder erbärmliche Flickschusterei mit katastrophalen Folgen für Abermilliarden leidensfähiger Wesen bleiben soll.
"Das ihr Maßstab für derzeit lebenden Menschen nicht erfüllbar ist, können sie an sich selber sehen. Sie selber benutzen einen Rechner, der Erdöl und seltenen Erden beinhaltet, diese Rohstoffe werden teilweise unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut, mir ist noch kein Gerät bekannt bei dem vollständig gesichert ist das das nicht der Fall ist. Sie können also davon ausgehen das sie dazu beigetragen heben gegen Menschenrechte verstoßen zu haben."
Es ist doch eine moralphilosophische Banalität, daß es schon aus erkenntnistheoretischen Gründen und infolge der Unmöglichkeit eines "perfekten" ethischen Kalküls kein "perfektes" moralisches Verhalten geben kann - erst recht nicht unter den Bedingungen ethisch unreifer Gesellschaften. Trotzdem ist von jedem Menschen zu fordern, daß er lernt und einsieht, warum es notwendig und letztlich auch in seinem eigenen Interesse ist, über seine H/U im Lichte ihrer absehbaren Folgen für andere leidensfähige Wesen zu entscheiden und sie auf Nachfrage ethisch rechtfertigen zu können. Es mag praktisch unmöglich sein, einen Computer zu kaufen, der allen ethischen Anforderungen gerecht wird, aber das gilt für nahezu JEGLICHEN Konsum in einer ethisch unterentwickelten Welt. Weil wir nun mal nicht "das Beste" tun können, bleibt uns vorläufig nur, das jeweils BesseRE zu tun, und das ist VIEL mehr, als die meisten Menschen wahrhaben wollen - sei es aus Bequemlichkeit oder ethischem Bildungsmangel oder beidem.
35. Schlüsse...
03.06.2013, Lutz MartinSelbst vor dem Hintergrund dessen, was in den von Ihnen verlinkten Artikeln vermittelt wird, sind Ihre Schlüsse leider falsch. NATÜRLICH wäre die Umwelt weniger belastet, wenn es keine oder viel weniger "Nutztiere" gäbe, denn um das wenige Unentbehrliche auszugleichen, das uns durch einen Verzicht auf tierische Produkte verlorenginge, bedarf es bei Weitem nicht so viel, wie uns die Tierausbeutungsindustrie in allen ihren Aspekten (auch kulturell!) kostet. Sich darüber zu informieren, ist nicht schwierig. Man muß es nur wollen.
36. Gleichheitsprinzip...
10.06.2013, Lutz MartinEs scheint keinen Unterschied zu machen, ob und was ich schreibe, denn Sie begehen immer und immer wieder denselben katastrophalen Denkfehler, indem Sie Handlungen nur deshalb für "moralisch" halten, weil sie für Sie so AUSSEHEN, als seien sie die Folge ethischer Reflexionen. Ob und inwiefern das überhaupt zutrifft, läßt sich aber nicht ohne eine entsprechende Prüfung feststellen. Für die Menschenrechte ergibt diese Prüfung, daß sie aus dem GEGENTEIL von Ethik hervorgegangen sind, nämlich willkürlichen Behauptungen und faschistischen Unterscheidungen. Natürlich ließe sich das korrigieren, aber dazu müßten die Menschenrechte in ihrer gegenwärtigen Form erst einmal als ethisches Problem (mit grauenhaften Folgen insbesondere für nichtmenschliche Tiere) erkannt werden. Dazu wiederum bedarf es ethischen Denkens, und das ist - wie bereits mehrfach festgestellt - nur "wenig" verbreitet. Das kann auch gar nicht anders sein, denn Milliarden von Menschen sind schon deshalb nicht fähig, sich konsequent moralisch zu verhalten, weil sie religiös sind und ihre religiösen Überzeugungen mit Ethik verwechseln. Logischerweise aber schließen Religion und Ethik einander aus, denn eine H/U kann nur ENTWEDER religiös ODER ethisch motiviert sein. Außerdem sind religiöse Vorstellungen von der Natur der Welt und ihrer Beschaffenheit irrational und somit als Grundlage erfolgreichen moralischen Handelns von vornherein ungeeignet. Wer ein moralischer Mensch sein will, braucht also nicht nur ethische, sondern auch analytisch-philosophische und wissenschaftliche Bildung. Der Menschen, die aufgrund ihres Wissens überhaupt die Möglichkeit haben, sich erfolgreich gemäß einer systematischen Ethik zu verhalten und das auch tun, sind so wenige, daß sie auf den Zustand der Welt praktisch keinen Einfluß haben. Das erklärt hinreichend, warum Abermilliarden empfindungsfähiger Wesen vermeidbarerweise leiden und verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der die o.g. Bildung der Menschen drastisch und flächendeckend verbessert werden muß.
"Aber trotzdem sprechen sie ihn allen ethische Motive ab, nur weil sie Einschränkungen getroffen haben, obwohl die Menschenrechte viel weiter gehen als alle Regelsysteme davor, sie haben also Einschränkungen abgebaut."
Wenn der Abbau solcher Einschränkungen nur für eine willkürlich ausgewählte Klasse von Lebewesen gilt und mit der Festigung oder dem Ausbau von Einschränkungen für (alle) andere(n) empfindungsfähige(n) Lebewesen einhergeht, handelt es sich um eine vorsätzliche und total unakzeptable Mißachtung des ethischen Gleichheitsprinzips (das sich NICHT auf eine wahrheitswidrig behauptete Gleichheit aller MENSCHEN bezieht, sondern die gleiche Berücksichtigung gleicher BEDÜRFNISSE UND INTERESSEN vor dem Hintergrund der mit ihnen korrespondierenden Leidensfähigkeit fordert - ausdrücklich unabhängig von Spezies, Geschlecht, Hautfarbe oder anderen ethisch bedeutungslosen Kriterien)! Schon im dritten Absatz meines Beitrages vom 31.5. habe ich mich mit größtmöglicher Klarheit zu den verheerenden logischen Implikationen eines solchen Vorgehens geäußert.
"Die Menschen haben also aus Fehlern gelernt, die der Faschismus gemacht hat."
Träfe das zu, würden keine faschistischen Unterscheidungen mehr getroffen werden. Wäre das der Fall, gäbe es weder Armut, noch Rassismus noch Speziesismus noch Sexismus noch Xenophobie noch Homophobie etc. etc. pp.. Was Sie behaupten, ist also offensichtlich falsch, und das wohl, weil Sie das ethische Gleichheitsprinzip in seiner Tragweite noch immer nicht erfaßt haben. Bitte bemühen Sie sich stärker darum, denn es ist das einzige auch logisch wirksame Mittel gegen faschistische Denkmuster und seine Folgen.
"Ich habe nicht gesagt das der Menschen Prozessen hilflos ausgeliefert ist, nur das die Ausgangsbedingungen nicht vom Menschen gemacht wurden."
Das ist doch vollkommen irrelevant! Wer sich HEUTE nicht moralisch verhält, ist für das vermeidbare Leid mitverantwortlich, das HEUTE auf der Erde herrscht, und zwar umso mehr, je weniger er dagegen unternimmt, obwohl er es könnte. So gibt es z.B. Reichtum nur deshalb, weil es auch Armut gibt, denn jeder, der mehr hat, als er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit braucht, könnte alles Übrige einsetzen, um gegen armutsbedingte oder andere vermeidbare Leiden vorzugehen, die schlimmer als die jeweils eigenen sind. Wer das nicht tut, ist ein Unterlassungsverbrecher. Folglich sind alle Menschen Unterlassungsverbrecher, die ein weniger leiderfülltes Leben führen, als die Ärmsten der Welt (oder auch nichtmenschliche Tiere in quälerischer Haltung). Allerdings sind sich nur die ethisch mindestens grundgebildeten unter ihnen dieser Tatsache schmerzlich bewußt und in der Lage, systematisch dagegen anzuarbeiten.