Die Biene Maja war schon immer eine Draufgängerin: Ein summendes Energiebündel, ständig unterwegs auf der Suche nach neuen Abenteuern und spannenden Entdeckungen. Ganz im Gegensatz zu ihrem Kumpel Willi, einem eher trägen Faulenzertyp mit Hang zu gutem Essen und langem Schlafen. Es wird wohl niemanden überraschen, dass es in der Welt der Zeichentrickinsekten so unterschiedliche Charaktere gibt. Doch mit der Realität scheint das auf den ersten Blick wenig zu tun zu haben. Das Heer von Arbeiterinnen, das einen Bienenstock am Laufen hält, übernimmt zwar durchaus verschiedene Aufgaben. Die einzelnen Tiere wirken dabei aber ziemlich austauschbar. Kaum jemand würde eine Biene für unternehmungslustiger, neugieriger oder ängstlicher halten als eine andere. Der Eindruck täuscht allerdings. Gene Robinson von der University of Illinois in Urbana und seine Kollegen haben zwei Verhaltensweisen genauer betrachtet, die für das Gedeihen eines Bienenvolks wichtig sind. Zum einen gilt es, immer neue Nahrungsquellen ausfindig zu machen. Dafür stellen die gestreiften Insekten eine Art Suchtrupp ab - zwischen 5 und 25 Prozent der Arbeiterinnen, die für die Nahrungsbeschaffung zuständig sind, fliegen auf eigene Faust durch die Gegend und fahnden nach bisher unentdeckten Blüten. Zum anderen macht sich gelegentlich ein Teil des Insektenvolks selbstständig und gründet anderenorts einen neuen Staat. Weniger als fünf Prozent der...