8: Wie ist der Mond entstanden?
Drei große Theorien entwickelten die Astronomen, um die Entstehung des Mondes zu erklären. Einige vermuteten, Erde und Mond seien gemeinsam entstanden. Andere glaubten, der Mond sei einst von der Schwerkraft der Erde eingefangen worden. Und wieder andere behaupten, er sei beim Zusammenstoß zweier Planeten oder Protoplaneten entstanden. Welche dieser Theorien stimmt – und vor allem: warum? Prof. Dr. Cornelis Dullemond vom Heidelberger Institut für Theoretische Astrophysik kennt die Antworten.
Universum für alle
70 spannende Fragen und kurzweilige Antworten
Siebzig Tage lang kamen namhafte Astronomen zur Mittagszeit in die Heidelberger Universitätskirche, berichteten aus erster Hand von ihrer Forschung und präsentierten ihrem Publikum faszinierende Bilder des Kosmos. Das ungewöhnliche Projekt – ersonnen und umgesetzt von Prof. Dr. Joachim Wambsganß und unterstützt von der Klaus Tschira Stiftung – war ein außerordentlicher Erfolg. Nun kann jeder die Vorträge auf zweifache Weise nacherleben – im Online-Video und als Buch.Die Veranstaltungsreihe "Uni(versum) für alle – Halbe Heidelberger Sternstunden" fand werktäglich vom 11. April bis zum 22. Juli 2011 im Rahmen der 625-Jahr-Feier der Universität Heidelberg statt. Auf dieser Übersichtsseite finden Sie alle Mitschnitte der jeweils etwa 20-minütigen Vorträge.
Das Buch "Universum für alle" stellt die unterhaltsamen Vorträge auf jeweils sechs reich bebilderten Seiten vor. Reisen Sie in 70 Kapiteln durch das Weltall! Sie werden erfahren, warum die Sterne funkeln, wieso es den 29. Februar so selten gibt, was es mit dem Schweif der Kometen auf sich hat und wie die Astronomen das Weltall vermessen. Jedes Kapitel enthält einen Link zum zugehörigen Film – jeden Artikel können Sie also auch als Vortrag erleben. Oder verfolgen Sie umgekehrt zuerst einen Vortrag auf Video – und lesen dann noch einmal in aller Ruhe nach und vertiefen sich in die zahlreichen Illustrationen.
Erhältlich im Springer Shop oder im Spektrum Science-Shop


drucken
1. Zweifel an gängiger Theorie
20.06.2012, Klaus DeistungDie Forschung geht weiter und es gibt bereits mehrere Erkenntnisse gegen den Giant Impact. Im Endergebnis muss eine neue Theorie her, die den neuen Erkenntnissen Rechnung trägt.
In http://www.sterne-und-weltraum.de/alias/mondforschung/schaerferer-blick-auf-die-entstehung-des-mondes/1146877 heißt es dazu: „Doch Wissenschaftler aus den USA und der Schweiz decken nun auf, dass gewisse Aspekte der Mondentstehung noch nicht vollständig verstanden sind.“ - und sie führen Beispiele an. Die Untersuchung und Vergleich der Titan-Isotopenverhältnisse in Erd-, Mondgestein und dem von Meteoriten stützen die Ergebnisse. Eine weitere Schlussfolgerung: „Die offensichtliche Möglichkeit ist, dass der Großteil des Mondgesteins irdischer Natur ist; dies lässt sich jedoch nicht mit den Ergebnissen aufwändiger Computersimulationen der Kollison von Urerde und Theia vereinen.“
Die Wissenschaftler um Junjun Zhang von der Universität Chicago kommen im Fachjournal „Nature Geoscience“ zu dem Schluss, dass der Mond demnach ein geochemischer Zwilling der Erde ist. Weiter schreiben sie: „In jedem Falle schränken die Ergebnisse mögliche Theorien zur Entstehung des Mondes zukünftig stark ein und müssen berücksichtigt werden.“
Im Frühjahr 2006 begann die Auswertung der Sonde »Stardust« und dazu schrieb spektrumdirekt/ AH vom 14.3.06 einen kurzen Bericht: »Stardust« überrascht Forscher. Hier wurden Fakten festgestellt, die eigentlich bei der Entstehung des untersuchten Schweifsternes Wild 2 nicht möglich wären. Man fand „...auch Gesteinsmaterial, das sich nur unter sehr hohen Temperaturen bildet.“ Man war bisher von kalter Bildung ausgegangen und fand Metallverbindungen, die in einem noch „unverstandenen Mechanismus“ bei über 1000°C entstanden waren.
Der Projektwissenschaftler Bernard Foing in http://www.welt.de/wissenschaft/article150387/Entstehungstheorien_zum_Mond_muessen_neu_diskutiert_werden.html : „Die mit 'SMART-1' angestellten Messungen stellen die Theorien des gewaltsamen Entstehens des Mondes und seiner Entwicklung in Frage.“ Der ESA-Sprecher Bernard von Weyhe dazu: „Die verschiedenen Entstehungstheorien des Mondes müssen neu diskutiert werden.“
Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine führende Theorie (hier Giant Impact) durch weitere Forschung langsam ihre Führung verliert – und dann endgültig einer neuen Theorie, die noch mehr aus der Praxis begründet wird, weichen muss.