Dünnschichtsolarzellen könnten künftig eine wichtige Rolle spielen. Sie wandeln Sonnenlicht effizient in Strom um und sind so biegsam, dass sie sich an vielen Flächen problemlos anbringen lassen. Der Film des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) von Ende 2011 berichtet, wie HZB-Forscher flexible und hocheffiziente Zellen entwickeln. Sie optimieren Kristallisationsprozesse und chemische Reaktionen, arbeiten mit ultrakurzen Laserpulsen und Ultraschall, testen ihre Produkte mit dem Sonnensimulator und nutzen sogar Synchtrotronstrahlung aus dem Elektronenspeicherring BESSY, um ihre Materialien auf Herz und Nieren zu prüfen.
Ich verstehe nicht, warum die auf den Kupfer-Indium-Chalkogeniden aufgebauten Solarzellen als solche der übernächsten Generation bezeichnet werden. Solarmodule dieser Art werden seit mehr als 10 Jahren recht erfolgreich produziert und leiden jetzt aber unter der allgemeinen Misere der Solarindustrie. Zu nennen wären unter anderen Würth Solar, Sulfurcell, Avancis, Q-Cells (Solibro), Bosch Solar. Entwickelt werden diese Solarzellen unter anderem von den Universitäten Stuttgart und Uppsala, dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Siemens-Solar und auch dem HMI. Bei der Firma Manz in Reutlingen können komplette Fertigungsanlagen für Kupferindiumselenid (basierend auf der Technologie von Würth Solar und ZSW) gekauft werden. Das heißt doch, dass das nicht die übernächste Generation, sondern die aktuelle ist, der man nur noch wünschen kann, dass sie die gegenwärtige Krise bewältigt.
1. Übernächste Generation?
28.02.2013, Dr. Johann Springer