Von der Genomik zur Proteomik
Eine zweite Chance für Deutschland?
Während Deutschland bei der Genomsequenzierung nur am Rande mitspielte, hat es jetzt die Chance, weit intensiver an der ungleich schwierigeren Aufgabe der Proteom-Analyse mitzuwirken.
Matthias Mann
Interessanterweise besaß Deutschland schon Mitte der neunziger Jahre eine sehr starke Stellung auf diesem Forschungsfeld, da hiesige Wissenschaftler viele der grundlegenden Techniken entwickelt haben, beispielsweise die biologische Massenspektroskopie und neue Verfahren der Gel-Elektrophorese. Wie so oft haben die zuständigen politischen Organisationen die Entwicklungen aber nicht rechtzeitig gefördert, und auch die Industrie hatte die Bedeutung noch nicht erkannt. Glücklicherweise ist die Proteom-Analyse jedoch kein lineares und begrenztes Unterfangen – anders als die Sequenzierung des Genoms –, und deshalb bleibt dieses Gebiet für viele Jahre aktuell.
Wir Forscher haben zahlreiche verschiedene Ansätze, die eine funktionelle Analyse der Proteine in menschlichen Zellen in großem Maßstab erlauben. Bei der "klassischen" Proteom-Analyse vergleichen wir mit Hilfe der zwei-dimensionalen Gel-Elektrophorese die Proteinkollektion zum Beispiel eines Gewebes im gesunden und im kranken Zustand. Raffiniertere, erfolgreichere Strategien ergänzen mittlerweile diesen Ansatz. Zum Beispiel können wir mit Anti


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