Von welchem "Loch" glaubten die Maya, es sei der Eingang zur Unterwelt?
Maria Hirsch
a) Caldera b) Cenote c) Solfatare d) Chasma
Antwort:
Cenoten sind Karsthöhlen, die von den Maya als Einstiegslöcher ins Totenreich angesehen wurden.
Erklärung:
Die trichterförmigen Cenoten entstehen, wenn einsickerndes Wasser Kalkstein löst und unterirdische Wasserläufe bildet. Im Laufe der Jahrhunderte entstand so auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko ein riesiges, unterirdisches System aus miteinander verbundenen Karsthöhlen.
Die Cenoten speichern nach starken Regenfällen Süßwasser, so dass sie während Trockenzeiten häufig die einzige Versorgungsquelle der Maya waren. Das Höhlensystem, das den Einheimischen ganzjährig das kostbare Nass lieferte, galt ihnen deshalb als Wohnstätte des Regengottes Chac. Die Maya glaubten außerdem, dass die scheinbar endlos verzweigten Cenoten den Eingang nach Xibalba bilden: das Tor zur Unterwelt.
Als Caldera (spanisch für "Kessel") bezeichnet man eingesunkene Vulkankrater, die im Zuge großer Eruptionen entstehen können. Wenn sich Magmenkammern nahe der Erdoberfläche bei einem Ausbruch entleeren, bricht häufig die Gesteinsdecke ein, und es bildet sich eine kesselförmige Struktur an der Oberfläche des Vulkans. Nachfließende Lava kann Calderen wieder auffüllen, bis der Prozess sich bei einer erneuten Eruption wiederholt.
Eine berühmte Caldera findet sich auf der spanischen Insel Teneriffa. Der dortige Vulkan Pico del Teide erhebt sich aus einem solchen Vulkankrater mit 17 Kilometern Durchmesser. Der Teide galt den Ureinwohnern der kanarischen Inseln als Wohnung eines bösen Dämons, welcher der Legende nach dort den Sonnengott Magec gefangen hielt.
Solfatare sind Bodenbereiche, aus denen Gase mit Temperaturen zwischen 100 und 250 Grad Celsius aus der Erde austreten. Die hohen Konzentrationen an Schwefelwasserstoff und elementaren Schwefel geben den Feldern eine charakteristische gelbe Färbung. Solfatare bilden sich in der Umgebung erloschener Vulkane und gasen oft noch jahrhundertelang nach einem Ausbruch.
Der Name stammt von dem Vulkankrater Solfatara in den Phlegräischen Feldern, einem vulkanisch stark aktiven Gebiet westlich des Vesuvs in Italien. Die Schwefelaustritte waren bereits dem römischen Dichter Vergil (70 bis 19 v. Chr.) bekannt, der sie in seinem Werk "Aeneis" beschrieb.
Das Wort Chasma bedeutet auf griechisch so viel wie "Spalt" und bezeichnet große, in die Oberfläche von Planeten eingekerbte Formationen. Diese Canyons können den Himmelskörper als offene Spalten einschneiden oder aber auch durch Sedimente bedeckt sein.
Ein Beispiel für dieses Phänomen ist das Artemis-Chasma auf dem Planeten Venus, das einen Durchmesser von 2000 Kilometern aufweist. Es handelt sich um einen bogenförmigen Canyon im Süden von Aphrodite-Terra, ein entlang des Äquators der Venus verlaufendes Hochland. Benannt ist das Chasma nach Artemis, der griechischen Göttin der Jagd, des Mondes und des Waldes.
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