b) Überbevölkerung
c) Parasitenbefall
d) Flucht
Im Tierreich gibt es verschiedene Parasitenarten, die das Verhalten ihres Wirtes beeinflussen können. Larvenstadien des Saitenwurms Spinochordes tellinii etwa nisten sich in Heuschrecken ein und wachsen dort heran. Der erwachsene Wurm braucht aber Wasser, um einen Partner zu finden und sich fortzupflanzen. Deshalb dringt er bis in das Nervensystem der Heuschrecken vor und lenkt von dort deren Verhalten. Er treibt die willenlosen Insekten ins Wasser - und somit in den Tod.
Auch Lemmingen wurde lange Zeit altruistische Massensuizide unterstellt: Alte Mythen besagen, dass die Tiere sich bei Überbevölkerung angeblich todessehnsüchtig von der nächsten Klippe ins Jenseits stürzen. Doch wissenschaftlich gibt es keinen Beleg für dieses Verhalten. Zeitweise vermehren sich die Lemminge massenhaft. Weil die Tiere aber Einzelgänger sind und bei hohen Populationsdichten unter starkem sozialen Stress leiden, gehen große Lemminggruppen auf Wanderschaft. Diese Wanderungen rauben den kleinen Nagern oft die letzten Kräfte, so ertrinken oder verhungern immer wieder Tausende von ihnen.
Einige Tiere stürzen sich einfach aus verzweifeltem Überlebensinstinkt in den Tod, wie alle paar Jahre ein dramatisches Schauspiel in Namibia zeigt: Millionen Fische flüchten vor tödlichen Wolken von gelöstem Schwefelwasserstoff aus dem Meerwasser an Land. Dort türmen sich dann über weite Strecken hohe Berge von erstickten und vertrockneten Fischen.